Minden zeigt Flagge zur Unterstützung der Organisation ICAN, die am 10. Dezember den Friedens-Nobelpreis bekommt

Friedensnobelpreis für ICAN – Minden hisst Flagge

7. Dezember 2017 | Minden/Oslo. Die "Mayors for Peace"-Flagge weht am kommenden Wochenende am Rathaus - als Signal der weltweiten Bemühungen für ein Atomwaffenverbot.

  • Die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (ICAN) erhält am Sonntag, 10. Dezember 2018, in Oslo den Friedensnobelpreis. Das werten die mehr als 200 Bürgermeister in der Bundesrepublik Deutschland, die dem weltweiten Bündnis „Mayors for Peace“ angehören, als „wichtiges politisches Signal“. Auch der Mindener Bürgermeister Michel Jäcke setzt mit dem Hissen der Fahne „Bürgermeister für den Frieden“ ein Zeichen. Zudem beteiligt er sich an der Unterschriftenkampagne der „Mayors for Peace“, die weitere Regierungen – auch die zukünftige neue Bundesregierung - auffordert, dem Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten.

    Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok, Vizepräsident der „Mayors for Peace“, gratuliert der Organisation zu der bedeutenden Auszeichnung: "Die Verleihung des Friedensnobelpreises an ICAN ist gerade in dieser Zeit ein wichtiges politisches Signal an die Atomwaffenstaaten - und vor allem an jene, die durch entsprechende Tests den Weltfrieden massiv gefährden", unterstreicht Schostok und weiter: „Wir sind sicher, dass die Entscheidung des norwegischen Nobelkomitees auch unsere gemeinsamen Netzwerkaktionen für eine atomwaffenfreie Welt stärken wird."

    ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons) ist ein Zusammenschluss von rund 460 Partnerorganisationen in mehr als 100 Ländern. Die Organisation erhält den Friedensnobelpreis "für ihre Arbeit, mit der sie die Aufmerksamkeit auf die katastrophalen humanitären Konsequenzen eines jeglichen Einsatzes von Atomwaffen lenkt und für ihre bahnbrechenden Bemühungen, ein vertragliches Verbot solcher Waffen zu erreichen", so das norwegische Nobelkomitee.

    ICAN setzt sich seit rund zehn Jahren für einen Atomwaffenverbotsvertrag ein. Dieser wurde am 20. September von der Generalversammlung der UN zur Unterschrift ausgelegt. Der Vertrag tritt in Kraft, sobald ihn 50 Mitglieder der UN ratifiziert haben. Er untersagt den Unterzeichnern den Besitz, Erwerb und die Weiterverbreitung von Atomwaffen. Die Nobelpreisverleihung wird live am Sonntag, 10. Dezember, ab 13 Uhr aus Oslo übertragen. Der Livestream steht kostenlos unter https://www.nobelprize.org/ zur Verfügung.

    Der weltweite Verband „Mayors for Peace“, dem die Stadt Minden seit 2005 angehört, fordert ein ausnahmsloses Verbot von Atomwaffen. Zahlreiche Städte begleiten jährlich den jährlichen Flaggentag am 8. Juli – so seit einigen Jahren auch Minden. An diesem Tag soll an den vernichtenden Einsatz von Atomwaffen, an verheerende Atomtests und auch an den Atombombenabwurf am 6. und 9. August 1945 über den Städten Hiroshima und Nagasaki in Japan erinnert werden. Die Atombombenexplosionen töteten insgesamt etwa 92.000 Menschen sofort - fast ausschließlich Zivilisten. An Folgeschäden starben bis Jahresende 1945 weitere 130.000 Menschen. In den weiteren Jahren kamen etliche hinzu.

    Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage sprechen sich laut „Mayors for Peace“ 93 Prozent der Bundesbürger für  ein völkerrechtliches Verbot der Atomwaffen aus, weitere 85 Prozent der befragten Erwachsenen befürworten zudem einen Abzug der auf deutschem Boden gelagerten Atomwaffen der USA.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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