Freuen sich über ihre Zertifikate: die elf neuen Flüchtlingspaten nebst Dozenten und Ehrengäste

Übergabe der Zertifikate an die Qualifizierten durch Bürgermeister Michael Jäcke (links)

Die Patinnen und Paten mit Bürgermeister und Superintendent (hinten)

Elf neue Flüchtlingspaten erhielten ihre Zertifikate

12. Oktober 2017 | Minden. Die Qualifizierung für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe lief das zweite Mal. Es gab viel Lob und Dank für die Engagierten.

  • Nun gibt es 23 qualifizierte Flüchtlingspaten in Minden. Elf haben am vergangenen Dienstagabend (10. Oktober) nach einer viermonatigen Schulung ihre Zertifikate im Wichernhaus der evangelischen St. Jakobus-Kirchengemeinde erhalten. Zwölf engagierte Mindener*innen wurden bereits 2016 ausgebildet. Die Freude bei den Ehrenamtlichen nach getaner Arbeit, investierter Freizeit und vielen Stunden mit reichlichem Informationsfluss war groß. Eine Patin bedankte sich bei der feierlichen Übergabe der Zertifikate herzlich bei den Verantwortlichen sowie den Dozentinnen und Dozenten. Die Urkunden überreichten Bürgermeister Michael Jäcke und der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Minden, Jürgen Tiemann. Eine Rose an jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer gab es von der städtischen Integrationsbeauftragten Selvi Arslan-Dolma.

    „Es gibt nun 23 qualifizierte Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe, aber darüber hinaus natürlich noch ganz viele weitere in Minden, die hier aktiv sind“, unterstrich Elke Bikowski, Mitarbeiterin des Evangelischen Kirchenkreises und verantwortlich für die Schulung. Die vielen hundert Ehrenamtlichen unterstützen Geflüchtete als Paten, in der Beratung, bei Behördengängen, als ehrenamtlicher Deutschlehrer*in, in Fahrradwerkstätten, Kleiderkammern und auch in der Organisation von kleinen Festen. Das hob auch Bürgermeister Michael Jäcke in seinem Grußwort hervor. „Unsere Stadt ist bunter geworden und das bereichert uns auch“, so Jäcke. Mehr als 1.500 Menschen, die aus ihren Heimatländern geflüchtet sind, seien in Minden aufgenommen worden. Alle sind in Wohnungen untergebracht, was nicht die Regel in größeren und großen Städten sei.

    Der Bürgermeister dankte den neuen Flüchtlingspatinnen und –paten für ihr „besonderes Engagement, das sehr wichtig und wertvoll ist“. Lob gab es auch von Superintendent Jürgen Tiemann für die gute Zusammenarbeit zwischen Kirche, Stadt und Sozialverbänden in dem Projekt, das angelehnt an die Qualifizierung der Sozialpatinnen und –paten in Minden ist. Diese gibt es seit zehn Jahren in Minden. Sie arbeiten ehrenamtlich und unterstützen für einen begrenzten Zeitraum Familien, Alleinerziehende, Paare und Alleinstehende, in bürokratischen Fragen, bei Behördengängen, bei Überschuldung, gesundheitlichen Schwierigkeiten und anderen Problemen.

    Die Qualifizierung zur Flüchtlingspatin/zum Flüchtlingspaten wurde zum zweiten Mal von der Flüchtlingsberatung des Kirchenkreises Minden - in Kooperation mit der Stadt Minden, der Caritas und der Parität Minden-Lübbecke – PariSozial - angeboten. Die Schulung ist keine Voraussetzung für eine Patenschaft, bietet aber qualifizierte Schulungseinheiten, die die Teilnehmer*innen in ihrer Aufgabe als Flüchtlingspate stärken sollten. Die Maßnahme wird als „Qualifizierung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe“ aus dem Lokalen Aktionsplan Minden gefördert. Im Anschluss an den offiziellen Teil „belohnten“ sich die Beteiligten mit einem selbstgemachten Buffet.

    Die Dozenten der Schulung mit zehn Terminen waren Norbert Scherpe, bis Mai 2016 Integrationsbeauftragter der Stadt Minden, Marco Mehwald (PariSozial), Cornelia Schiepek und Samira Mertens (Caritas Minden), Oliver Roth (Ev. Flüchtlingsberatung), Cornelia Welge und Uwe Detering (Praxisgemeinschaft für Psychotherapie) sowie Gisela Posch, Holger David und Peter Schwarze (alle drei Stadt Minden).

    Gelehrt und gelernt wurde in den Räumlichkeiten des Wichernhauses: Die Teilnehmer*innen erhielten unter anderem Einblicke in Interkulturelle Kompetenzen, Sozialrecht und in Asylrecht, zu Integrationsmodellen, in Kommunikation und Konfliktmanagement sowie im Umgang mit Traumata. Aber auch Hilfen für Helfer*innen, Versicherungsfragen und Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche standen auf dem Programm. „Die Hilfe der Bürgerinnen und Bürger wird gebraucht. Sie sind das wichtige Bindeglied zwischen den Flüchtlingen und den Institutionen“, sagte Superintendent Jürgen Tiemann (Evangelischer Kirchenkreis Minden).

    Dass auch engagierte Ehrenamtliche und Helfer*innen mal eine Auszeit brauchen, machte Elke Bikowski deutlich. Ihre Tätigkeit sei persönlich wie fachlich herausfordernd und nur mit hohem persönlichem Engagement möglich. Hier vorzubeugen, ist Ziel eines Kompaktkurses, den am 3. Februar 2018 die Flüchtlingsberatungsstelle des Evangelischen Kirchenkreises Minden anbietet. Unter dem Motto „Wenn Helfen nicht mehr gut tut“ bietet Seminarleiterin Betty Wollgarten ein Coaching an, das dabei hilft, eigene Grenzen zu erkennen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen außerdem, ihre Belastungsgrenzen wertschätzend zu kommunizieren und Strategien zu entwickeln, mit denen sie Erschöpfung und Enttäuschung bewältigen können.

    Das Seminar für ehrenamtliche Kräfte in der Flüchtlingshilfe ist kostenlos und findet statt am 3. Februar 2018, von 11 bis 15 Uhr im Wichernhaus der St.-Jakobus-Kirchengemeinde in Dützen (Friedgartenstraße 39, 32429 Minden). Die maximale Teilnehmerzahl liegt bei 15 Personen. Nähere Informationen und Anmeldungen sind möglich bei Elke Bikowski, Evangelischer Kirchenkreis Minden, Rosentalstraße 6, 32423 Minden, Telefon: (05 71) 8 37 44-95, Telefax: (05 71) 8 37 44-99, Mail: .

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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