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Aktuelle Pressemitteilungen

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    • „Glaube, Liebe, Vaterland – 150 Jahre Deutsches Rotes Kreuz Minden“ Ausstellung im Mindener Museum zu einem der ersten DRK-Vereine Westfalens  

      Das Mindener Museum präsentiert von Samstag, 30. September 2017, bis zum 21. Januar 2018 unter dem Titel „Glaube, Liebe, Vaterland“ eine Ausstellung zum 150jährigen Bestehen des Ortsvereins Minden des Deutschen Roten Kreuzes, einem der ersten in Westfalen und im damaligen Deutschen Reich. Die Ausstellung beleuchtet anhand zahlreicher originaler Exponate die 150jährige Geschichte der Rot-Kreuz-Bewegung zwischen Kriegs- und Friedensdienst, von der Fürsorge und Wohlfahrtspflege im Kaiserreich bis zum Rettungsdienst, Katastrophenschutz oder der Jugendpflege heute. Die Ausstellung wird am Samstag, 30. September, um 16 h eröffnet. Zur Ausstellungseröffnung ist der Eintritt frei.

      Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz wird 1863 gegründet. Seine Gründung verdankt es Henry Dunant (1828-1910), einem Schweizer Geschäftsmann und Humanisten. Er veröffentlicht ein Buch mit seinen Erinnerungen an die chaotische Versorgung verwundeter Soldaten nach der Schlacht bei Solferino im Juni 1859. 1863 lädt ein „Internationales Komitee“ Genfer Bürger Interessierte zu einer ersten internationalen Konferenz in die neutrale Schweiz ein. Im Anschluss gründen sich 10 Rotkreuzgesellschaften, unter anderem in Italien, Spanien, Frankreich und Preußen. Eine zweite Konferenz findet im August 1864 statt. 12 der 16 vertretenen Staaten, darunter die Großmächte Preußen und Frankreich, vereinbaren in der 1. Genfer Konvention erstmals völkerrechtliche Regeln zum Schutz verwundeter und kranker Soldaten und des Sanitätspersonals.

       In Minden wird 1867 ein Vaterländischer Frauenverein vom Roten Kreuz gegründet, einer der ersten in Westfalen und im damaligen Deutschen Reich. 1885/89 bildet sich eine Sanitätskolonne, die zunächst zum Kriegerverein gehört. Beide Institutionen sind die historischen Wurzeln des heutigen DRK-Ortsvereins. Die Ausstellung zeigt, dass beide Vereine der Gedankenwelt der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstammen, die durch Angst vor drohenden Kriegen in Europa, aber auch von traditionellen Geschlechterrollen geprägt ist. Im Jahre 1917 gründet der Frauenverein ein Kinderheim, das der Vorläufer der heutigen Elsa-Brandström-Jugendhilfe ist. Die wohltätige Arbeit ergänzt die Angebote der städtischen oder kommunalen Armenverwaltung. Im Mai 1933 passt sich das DRK durch eine neue Satzung dem Führerprinzip an und begrenzt seine Aufgaben auf die Unterstützung des militärischen Sanitätsdienstes, den Kern der Genfer Konvention. Fürsorge- und andere „Friedenstätigkeiten“ werden aufgegeben und von NS-Organisationen übernommen. Mit dem Ausschluss von Jüdinnen und Juden aus den Sanitätskolonnen und seinen Schwesternschaften bricht das DRK den Grundsatz der Neutralität, dem es als Teil der internationalen Rotkreuzbewegung verpflichtet ist.

       Im Laufe ihres Bestehens verändern sich die Ziele und Aufgaben beider Vereine ebenso wie das Verständnis der Geschlechterrollen. Lange Zeit sind die verschiedenen Aufgaben des Roten Kreuzes zwischen den Geschlechtern nach traditionellen Rollen verteilt: Männer sind als Krankenträger und Sanitäter im Kriegsfall auch an vorderster Front tätig. Frauen arbeiten meist im Hintergrund. Sie versorgen und pflegen die Verwundeten und Kranken und kümmern sich um Verbandsmaterial und medizinische Instrumente. Heute können sich Frauen und Männer gleichermaßen für den Beruf des Sanitäters oder Krankenpflegers entscheiden.

       Die Ausstellung im Mindener Museum präsentiert einen spannenden Überblick über die 150jährige Geschichte, die auch zentrale Aufgabenfelder wie die Erste-Hilfe-Ausbildung, Rettungsdienst oder den Katastrophenschutz umfasst.

       Am Donnerstag, 5. Oktober, 17 Uhr und am Sonntag, 15. Oktober, 14 Uhr finden erste öffentliche Führungen durch die neue Sonderausstellung statt. Am Mittwoch, 11. Oktober, können Interessierte zwischen 12:45  und 13:15 an einer halbstündigen Mittagspausenführung durch die Präsentation teilnehmen.

       Am Di, 7. November, hält die Historikerin Verena Lauhoff um 19 Uhr im Museum einen Vortrag zur Geschichte des Vaterländischen Frauenvereins in Minden.

      Mindener Museum, Di - So 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

      Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder .


       Kriegersanitätskolonne Minden, um 1900 (Foto: © Mindener Museum)

    • Ausstellung „Grenzerfahrungen: Geschichten von Auswanderung, Flucht und Vertreibung aus Minden“ im Mindener Museum

      Die Sonderausstellung „200 Jahre Westfalen“ ist abgebaut. Die neue Sonderausstellung „Glaube, Liebe, Vaterland“? – 150 Jahre Deutsches Rotes Kreuz Minden“ befindet sich im Aufbau und wird am Samstag, den30.9. eröffnet.

      In der Zwischenzeit ist die Ausstellung „Grenzerfahrungen“ zu sehen, in der es um Flucht und Vertreibung geht. Die Grundlage des Ausstellungsprojektes bilden Interviews, in denen Migranten ihre Erfahrungen erzählen.

      Noch nie war die Zahl der Menschen, die vor Konflikten oder Verfolgung fliehen, so hoch wie heute. So vielfältig wie die Menschen, die nach Deutschland und Minden kommen und gekommen sind, sind auch ihre Gründe. Die Ausstellung beschäftigt sich mit vier Migrationsursachen: Suche nach Arbeitschancen/ neuen Lebensperspektiven, politische Verfolgung, religiöse Verfolgung und Krieg. Diakonissen, die im Zweiten Weltkrieg aus Salem-Köslin fliehen mussten kommen ebenso zu Wort wie ein Kriegsflüchtling aus Syrien. Ein „Gastarbeiter“ und ein Politischer Flüchtling aus Iran berichten von Ihrer Heimat, ihrer Motivation zum Aufbruch und zu Ankunft und Leben in Minden. Gegenstände, die für die interviewten Personen von besonderer Bedeutung sind, werden zu den Hörstationen präsentiert.

      Trotz der drängenden Aktualität des Ausstellungsthemas sollte auch die historische Perspektive nicht außer Acht gelassen werden. So wurden auch Interviews und Briefzeugnisse aufgenommen, die in die nähere oder weitere Vergangenheit reichen. Die Ausstellung ist bis zum 5. November zu sehen.

      Mindener Museum, Di-So 12-18 Uhr. Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder .

    • Letzte Chance! Die Ausstellung „REVOLUTIONjungSTEINZEIT“ in Herne mit der Leihgabe eines Steinbeils aus dem Mindener Museum endet bald

      Noch bis zum 22. Oktober 2017 ist das außergewöhnliche Jadeitbeil aus der Sammlung des Mindener Museums in Herne in der Ausstellung „REVOLUTIONjungSTEINZEIT“ zu sehen. Die Ausstellung thematisiert den Umbruch vom Jäger und Sammler zum sesshaften Menschen.

      Erstmals werden in der großen Schau die Auswirkungen des enormen gesellschaftlichen Wandels, der sich in der Zeit von Ötzi und Stonehenge vollzog, den brennenden Fragen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gegenüber gestellt: von Überbevölkerung und Überschussproduktion bis hin zu Ernährung und Klimawandel.

       In einem zweiten Abschnitt widmet sich die Schau den bedeutendsten archäologischen Funden Nordrhein-Westfalens aus den vergangenen fünf Jahren, darunter der Sensationsfund des ältesten Waldes unserer Erde. Insgesamt rund 1.000 Objekte aus Museen, Sammlungen und Forschungseinrichtungen aus ganz Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa, darunter eine Vielzahl noch nie zuvor ausgestellter Funde, machen dieses umfassende Ausstellungsprojekt zu einem einzigartigen überregionalen Ereignis. Die letzte Station der Ausstellung ist bis zum 22. Oktober 2017 das LWL-Museum für Archäologie, Westfälisches Landesmuseum Herne.

       Entdeckt wurde das Jadeitbeil aus dem Mindener Museum im Jahr 1931 im Ackerland bei Uphausen an der Nordseite des Wiehengebirges. 2015 wurde der frühere Leiter der Bielefelder Archäologie-Außenstelle des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Dr. Daniel Bérenger auf das Beil aufmerksam. Er ließ das auffällig grüne Gestein mithilfe einer Farbskala zerstörungsfrei von Mitarbeitern des internationalen JADE-Forschungsprogramms untersuchen. Die Wissenschaftler konnten bestätigen, dass es sich um das noch heute wertvolle Material Jadeit vom Monte Viso bei Turin handelt.

      Das außergewöhnliche Material Jadeit wurde in der Jungsteinzeit aufgrund seiner Zähigkeit und Härte zu Beilen verarbeitet. Die Bearbeitung war mühsam und zeitaufwendig. Das Beil aus Minden ist mit seinen 25,8 cm sehr groß und war damit weniger ein profanes Werkzeug als ein Gegenstand mit einer religiösen oder sozialen Funktion.

       Der Transport des ursprünglich vom Monte Viso stammenden Gesteins bis nach Minden verdeutlicht, wie mobil die Menschen der Jungsteinzeit tatsächlich waren. Es belegt auch, dass die Menschen vor 12.000 Jahren über weite Strecken Handel betrieben.

       Nähere Informationen unter http://www.revolution-jungsteinzeit.de/

       Mindener Museum, Di - So 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

      Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder .

       

      Jadeitbeil aus der Sammlung des Mindener Museum(© Mindener Museum)


    • Herbstferien im Mindener Museum

      Kaum sind die Sommerferien vorbei, stehen auch schon die Herbstferien vor der Tür. Das Mindener Museum bietet in der schulfreien Zeit auch dieses Mal wieder ein abwechslungsreiches und spannendes Programm. Kinder ab sechs Jahren können sich am 24.10. von 9-12 Uhr oder am 2.11. von 14-17 Uhr eine eigene kleine Notfallapotheke bauen. In der Sonderausstellung „150 Jahre Deutsches Rotes Kreuz in Minden“ finden die Teilnehmer*innen heraus, wie man sich in Gefahrensituationen verhält, einen Notruf absetzt oder wie die stabile Seitenlage funktioniert. Anschließend füllt sich jedes Kind seine Notfallapotheke mit einem Wutrezept aus dem Mittelalter, einer Rezeptur gegen Kopfschmerzen und selbstgestalteten Pflastern. Pro Kind kostet die Aktion 10 €.

      Am 26.10. von 14-17 Uhr sowie am 3.11. von 9-12 Uhr können Kinder ab 8 Jahren an einem Fotoworkshop teilnehmen. Gemeinsam werfen die Teilnehmer*innen einen Blick auf die Geschichte der Fotografie und bestaunen Fotoapparate, die heute niemand mehr benutzt. Sie testen die fast vergessene Technik der „Cyanotypie“, die ganz ohne Kamera auskommt und magische Bilder auf das Papier bringt. Mit einer Polaroidkamera knipsen sie lustige Selfies. Die selbstgemachten Fotografien können am Ende natürlich mit nach Hause genommen werden. Pro Kind kostet die Aktion 12 €.

      Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf max. 15 Kinder begrenzt. Die Mindestteilnehmerzahl liegt bei 5 Kindern. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten. Weitere Informationen unter www.mindenermuseum.de. Auskunft erteilt Kristin Saretzki, Telefonnr.: 0571-9724021, .

      Mit Licht und Motiven im Museum experimentieren.

    • Neues Objekt im Fokus in den Monaten September und Oktober!

      Wie bereits mit den Kabinettausstellungen begonnen, möchte das Museumsteam die Vielfalt, die Geschichte und den Dokumentationsstand seiner Sammlung vorstellen. Im Rahmen des Projekts „Objekt im Fokus“ soll daher alle zwei Monate ein Objekt der Sammlung frei zugänglich im Foyer des Museums ausgestellt und seine Geschichte erzählt werden.

      Das Objekt im Fokus in den Monaten September und Oktober ist ein Briefbeschwerer aus dem Besitz des in Minden geborenen Schriftstellers und Literaturwissenschaftlers Otto Weddigen.


    • Neues Mit-Mach-Angebot für Kinderfeuerwehren im Mindener Museum  

      Das Mindener Museum bietet ab sofort unter dem Titel „Feuer und Flamme“ ein Programm an, dass sich speziell an Kinderfeuerwehren richtet. In einer kleinen Ausstellungssequenz erfahren Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren, welche Gefahren in früheren Jahrhunderten mit Feuer verbunden waren. Historische Ledereimer, Feuerhaken und eine Feuerordnung der Stadt Minden aus dem Jahr 1747 zeigen, welche Maßnahmen die Menschen einst ergriffen, um sich vor Feuer zu schützen und mit welchen Mitteln sie versuchten, Brände zu löschen. Spielerisch erfahren die Kinder, wann die erste freiwillige Feuerwehr gegründet wurde und wie sich Uniformen und Ausrüstungen veränderten. Eine über 100jährige Feuerwehruniform darf bestaunt werden.

      Auf der Suche nach Feuerlöschern, Brandmeldern und Notausgängen können die angehenden Feuerwehrmänner und –frauen ihr Wissen in Sachen Brandschutz unter Beweis stellen. Zum Schluss wird es noch einmal kreativ: Jedes Kind kann sich ein eigenes kleines Andenken, passend zum Thema, gestalten. Neben einem Tonlämpchen können lustige Kerzen aus Knetwachs modelliert oder Bienenwachskerzen gerollt werden.

      Pro Gruppe kostet das zweistündige Angebot 75 €. Zusätzlich fallen 1 € Materialkosten pro Kind an. Das Mindener Museum ist Di – So von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Für Gruppen werden Sonderöffnungszeiten eingerichtet. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten. Weitere Informationen unter www.mindenermuseum.de. Auskunft erteilt Kristin Saretzki, Telefonnr.: 0571-9724021, .


      Ein Tonlämpchen im Museum modellieren (© Mindener Museum)

    • Schiffswettbewerb im Mindener Museum beendet Fünf Gewinner*innen stehen fest

      Über 30 Kinder nahmen am Schiffswettbewerb im Mindener Museum teil und falteten mit viel Geschick Boote, Dampfer und Segelschiffe. Seit Februar füllte sich so die „Schiffsgalerie“ in der Sonderausstellung „Menschen, Schiffe und Maloche: Lebenswelt – Arbeitswelt: Geschichten der Mindener Häfen“. Ausstellung und Wettbewerb sind nun zu Ende gegangen und fünf Gewinner*innen stehen fest. Gewonnen haben Linna Furchert, Raphael Steffen, Lynn Battermann, Henni Lohoff und Mirjam Brill. Die Preisträger*innen wurden per Post benachrichtigt und können sich ihre Preise inklusive der Papierbötchen ab sofort im Mindener Museum abholen.

      Alle anderen Teilnehmer*innen können ihre Kunstwerke ebenfalls an der Museumskasse abholen.

      Mindener Museum, Ritterstraße 23-33, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen. Weitere Informationen unter www.mindenermuseum.de. Auskunft erteilt Kristin Saretzki, Telefonnr.: 0571-9724021, .


      Die Schiffsgalerie im Mindener Museum

    • Mindener Museum zeigt Plakatausstellung "Der Kommunismus in seinem Zeitalter" der Bundesstiftung Aufarbeitung

      Minden. Vom 1. April 2017 bis zum 5. März 2018 präsentiert das Mindener Museum die Plakatausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur "Der Kommunismus in seinem Zeitalter". Die Ausstellung präsentiert auf 25 Plakaten über 200 zeithistorische Fotos, Dokumente, Schaubilder sowie QR-Codes. Mit letzteren können Besitzer von internetfähigen Mobiltelefonen zeitgenössische Filmdokumente zu den Ausstellungsthemen abrufen.

      2017 jährt sich die Russische Revolution zum 100. Mal, die mit dem Sturz des Zaren im Februar 1917 ihren Ausgang nahm. Doch die Hoffnung auf eine Demokratisierung Russlands sollte sich nicht erfüllen. Im Oktober 1917 griffen in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg, die Bolschewiki unter der Führung Lenins nach der Macht. Ihr Putsch, der später zur Oktoberrevolution mystifiziert werden sollte, war die Geburtsstunde des Kommunismus, der zur größten und tiefgreifendsten Massenbewegung des 20. Jahrhunderts wurde. In der ganzen Welt entstanden Parteien, die als Teil der „Kommunistischen Internationale“ von ihren Mitgliedern totale Hingabe und absolute Disziplin verlangten. Sobald eine kommunistische Partei die Macht errungen hatte, mussten sich alle Bürgerinnen und Bürger ihrem Regime aktiv unterordnen.
      Dieser gewaltsam durchgesetzte totalitäre Anspruch auf die Gestaltung aller Lebensbereiche hat zahllose Existenzen zerstört und Abermillionen Menschenleben vernichtet. Und er hat immense geistige sowie soziale Verwüstungen hinterlassen. Zugleich aber konnten die Kommunisten in ihren Hochzeiten einen erstaunlichen jugendlichen Enthusiasmus sowie bedeutende intellektuelle und künstlerische Energien mobilisieren – bis die permanenten Überspannungen in Erschöpfung, Passivität, Zynismus oder Dissidenz mündeten.
      Trotz dieser Entwicklung kam der jähe Kollaps des „Sozialistischen Lagers“ und der UdSSR nach 1989 unerwartet – ebenso unerwartet wie der Aufschwung Chinas unter der ungebrochenen Diktatur der Kommunistischen Partei. Beides lässt die historische „Karriere“ des Weltkommunismus seit 1917 umso erklärungsbedürftiger erscheinen.

      Die Ausstellung lädt insbesondere Schulen zur Auseinandersetzung mit dem Kommunismus und seinen Diktaturen ein, die das 20. Jahrhundert weltweit prägten und die in der historischen Bildungsarbeit bislang zu wenig Aufmerksamkeit finden. Herausgeber der Ausstellung sind die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Deutsche Historische Museum Berlin. Ihr Autor ist der Frankfurter Historiker Gerd Koenen.

      Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung am Samstag, 1. April 2017, 16 Uhr im Mindener Museum ist frei.

      Weitere Informationen auch unter: https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/kommunismus-zeitalter-6020.html bzw. www.mindenermuseum.de

       

      Pressefoto Bundesstiftung Aufarbeitung / picture-alliance / akg-images


    • Stiftung der Fielmann AG setzt Förderung des Mindener Museums fort

      Minden. Die Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums und das Mindener Museum freuen sich über eine großzügige Schenkung der Stiftung der Fielmann AG. Die Leiterin der Fielmann Niederlassung in Minden Ina Rinsche übergab heute ein wertvolles Gemälde an die Fördergesellschaft und das Team des Mindener Museums. Das Portrait zeigt den aus altem preußischen Adel stammenden Oberst Maximilian August von Kracht (1803-1862). Der Offizier war von 1859 bis zu seinem Tod 1862 Kommandeur des in Minden stationierten 15. Infanterieregiments Prinz Friedrich der Niederlande. In dieser Funktion besaß er eine herausragende Stellung im gesellschaftlichen und politischen Leben der Stadt Minden. Zu dieser Zeit gab es in Preußen eine Verfassungskrise, die den Aufstieg des späteren Reichskanzlers Bismarck ermöglichte. Der junge König Wilhelm I. stritt in dieser auch als Heereskonflikt bezeichneten Krise mit dem liberal dominierten Abgeordnetenhaus über die zur Reorganisation der preußischen Armee und Landwehr notwendigen Finanzmittel. Auf dem Höhepunkt des Konflikts löste der König am 11. März 1862 das Parlament auf. Von Kracht, der bei der Krönung Wilhelms I. als persönlicher Adjutant des Prinzen Friedrich der Niederlande anwesend war, starb nur wenige Tage später, am 29. März 1862, an einem Halsleiden in Minden. Als hoher Repräsentant des preußischen Militärs stellt von Kracht die eine Seite dieses für die preußische Geschichte zentralen Konfliktes dar und veranschaulicht die Bedeutung des Militärs für die Mindener Stadtgeschichte.

      Die Stiftung der Fielmann AG setzt mit der Schenkung des Portraits von Krachts ihre seit Jahren großzügige Förderung des Mindener Museums und seiner Fördergesellschaft fort. So stiftete die Fielmann AG in den Jahren 2014 und 2015 drei wertvolle Portraits der Familien Pogrell und Harten, des 1828 in Minden geborenen Malers Friedrich Wilhelm Graupenstein.

      Die Leiterin der Fielmann Niederlassung in Minden, Ina Rinsche, überreicht das Gemälde an den Leiter des Mindener Museums Philipp Koch.

    • Sprachförderprogramm für Flüchtlinge im Mindener Museum

      Spracherwerb und Sprachkompetenz sind wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration. Sprachförderung mit Kulturvermittlung zu verbinden, ist ein vielversprechender Ansatz die Integration von Menschen mit Fluchterfahrung zu unterstützen. Darum entwickelten das Mindener Museum und das Mindener Profilingbüro Glaser das museumspädagogische Programm „Stadt, Land, Fluss“. Das Büro Glaser ist eine der Institutionen vor Ort, die vom Bundesamt für  Migration und Flüchtlinge (BAMF) zertifizierte Deutsch- und Integrationskurse anbietet. Die Ausgangsidee war, das in den Deutschkursen erlernte Sprachwissen durch kulturelle Bildung im Mindener Museum zu unterstützen. Dafür sollten Aspekte aus der Geschichte der Stadt Minden und seiner Region genutzt werden. Das Konzept wurde niedrigschwellig und bedarfsorientiert ausgerichtet. Und hier lag die große Herausforderung: Wie vermittelt man Sprachanfängern mit geringen Deutschkenntnissen in nur drei Zeitstunden Wissen zu wichtigen Bauten wie dem Dom oder zur Gründungslegende Mindens? Entstanden ist ein Programm, dass sich aus drei aufeinander aufbauenden Einheiten zusammensetzt, die an verschiedenen Orten stattfinden: Schulungsraum, Museum und Stadtrundgang. Vorbereitend erhalten die Teilnehmer eine Woche vor Programmbeginn eine nach Themen und nach Wortgruppen geordnete Vokabelliste.

      Nach einer rund sechsmonatigen Erprobungsphase, an dem neun Deutschkurse  des Profilingbüros Glaser teilnahmen, wurde das Programm abschließend von den Museumspädagogen des Mindener Museums und den sprachpädagogischen Lehrkräften des Profilingbüros Glaser evaluiert. Ein Ergebnis dieser Evaluation ist die Beobachtung, das Sprachförderprogramm an die individuellen Bedarfe der Kursteilnehmer weiter zu entwickeln und zu diversifizieren. Dabei sollen die vom BAMF für Integrationskurse vorgegebenen Lehrinhalte noch gezielter als bisher Berücksichtigung finden. Die vorgegebenen allgemeinen Lehrinhalte zu Geschichte, Kultur und Rechtsordnung in Deutschland aus dem letzten Kursabschnitt von Integrationskursen - dem Orientierungskurs – sollen aufgegriffen und im lokalen politisch-historischen Kontext behandelt werden. Diese Themen werden vom BAMF als wesentlich für die gesellschaftliche Integration von Zugewanderten gesehen.

      Das Sprachförderprogramm „Stadt, Land, Fluss“ kann ab sofort im Mindener Museum gebucht werden. Es kostet mit drei Terminen pro Gruppe insgesamt 100 € plus 1 € Materialkosten pro Teilnehmer. Die Teilnehmerzahl richtet sich nach den jeweiligen Sprachkenntnissen. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten. Inhaltliche Auskunft gibt Necaattin Arslan, Telefonnr.: 0571-9724012, .

       


      Teilnehmer Deutschkurs vor dem Mindener Museum

      Stadtrundgang vor dem Dom

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