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Stationenweg

Der "Europäische Stationenweg" zum 500-jährigen Reformationsjubiläum führte auch über Minden. Das "Geschichtenmobil" war vom 25. bis 27. November 2016 zu Gast auf dem Martinikirchhof.

  • 2017 jährt sich zum 500. Mal die durch die Thesen Martin Luthers ausgelöste Reformation. Um diesen Jahrestag zu würdigen, hat die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) das Projekt „"Europäischer Stationenweg“" ins Leben gerufen. Der Stationenweg führt u. a. nach Wien, Prag, Zürich, Rom, Straßburg, London, Dublin, Malmö, Riga –und nach Minden. Durch 68 bedeutsame Städte der Reformation in 19 Ländern geht der "Show-Truck" auf Tour.  Er ist am 3. November 2016 in Genf gestartet und kommt am 20. Mai 2017 in der Lutherstadt Wittenberg an.

    „Dass es Minden gemeinsam mit Metropolen wie London und Rom, Wien und Prag in die Liga der Städte auf dem Stationenweg geschafft hat, ist eine kleine Sensation“, sagt Superintendent Jürgen Tiemann. Das gilt umso mehr, als Minden der einzige Ort aus dem Bereich der Evangelischen Landeskirche von Westfalen ist, der dafür auserwählt worden ist.

    Das Mindener Rahmenprogramm unter dem Titel "Nicht ohne Dich" läuft noch bis Ende März 2017.

    In Minden löste die Reformation schwere Konflikte aus. Ende 1529 bildete sich ein neuer Rat aus 36 Männern, der das Stadtregiment übernahm und die Repräsentanten der alten Kirche nötigte, den neuen Glauben anzunehmen. Es war der Beginn der Reformation in Minden.

    Am 13.02.1530 verkündete Nikolaus Krage die neue Kirchenordnung von der Kanzel der St. Martinikirche. Die Gründung einer Lateinschule, das heutige Ratsgymnasium Minden, basierte auf dieser Kirchenordnung.


    Bild: Fritz Grotemeyer "Predigt des Reformators Nikolaus Krage in der Martinikirche" (1943), Mindener Museum


    Weitere Informationen zum "Europäischen Stationenweg" finden Sie unter www.r2017.org.

    • Reformationsstadt Europas

      Mit Schreiben vom 26. April 2016 hat die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) angekündigt, dass Minden den Titel "Reformationsstadt Europas" erhält. Jetzt wurde im Rathaus dazu die Urkunde von Pfarrer Dr. Bernd Jaeger (GEKE, Wien) übergeben. Die Stadt hatte sich per Ratsbeschluss darum beworben und darf das gesetzlich geschützte Label auch über das Reformations-Jubiläum 2017 hinaus nutzen.

      Eine Voraussetzung für die Verleihung des Titels ist die Beteiligung am Stationenweg, die zweite war, dass die Stadt einen Bezug zur Reformationsgeschichte des 16. Jahrhunderts hat. Dieses Erbe wird unter anderem mit dem Rahmenprogramm zum Stationenweg für ein breites Publikum öffentlich sichtbar gemacht.

      Im Jahr 1530 wurde die evangelische Kirchenordnung für die Stadt Minden erlassen. Mit diesen Ordnungen wurde die Lehre, die Orgaisation des Kirchenwesens, die Amts- und allgemeine Lebensführung sowie die Sozialfürsorge im Kirchenbezirks der evangelischen Stadt normativ geregelt. Fünf Jahre nach Einführung der Reformation trat Minden auch dem Schmalkaldischen Bund bei.

      Pressemitteilung vom 24. August 2016

      Mehr Informationen unter www.reformation-cities.org

    • Reformation in Minden

      Dr. Monika M. Schulte hat in der Serie "700 Jahre Mindener Ratswahlstatut" auch Ereignisse der Reformation in Minden beleuchtet. Diese beiden Folgen geben Einblicke:

      Macht in unruhiger Zeit (1521 bis 1535)

      Macht durch Schiedsspruch von außen

    • Stationenmobil

      Der Truck zum Europäischen Stationenweg startet am 3. November im schweizerischen Genf seine Reise durch 19 europäische Länder. Das Geschichtenmobil macht Halt an 68 Stationen in 67 Städten, wie der Verein Reformationsjubiläum 2017 in Lutherstadt Wittenberg mitteilte. Vom 25. bis 27. November wird er in Minden auf dem Martinikirchhof sein. 

      Die nördlichste Station ist am 15. März Turku in Finnland, die südlichste ist Rom am 18. Januar. Im Westen gehe es am weitesten nach Dublin, wo am 18. Februar eine Station vorgesehen ist, und am weitesten im Osten geht es nach Sibiu in Rumänien am 28. Januar.

      Die Tour mündet am 20. Mai in die Weltausstellung Reformation. Insgesamt wird das Mobil schätzungsweise 25.000 Kilometer durch Europa fahren.

      Das Team des Geschichtenmobils, darunter 15 Volunteers, will an den Stationen Reformationsgeschichten aus fünf Jahrhunderten einsammeln, die nach Wittenberg gebracht werden sollen, wo der Europäische Stationenweg in die Weltausstellung Reformation "Tore der Freiheit" mündet. Die Geschichten können auch online verfolgt werden.

      Der Truck ist über 16 Meter lang und im geschlossenen Zustand zweieinhalb Meter breit. Aufgeklappt hat er eine Breite von fast 9 Metern und ist fast 5 Meter hoch. Mit Zugmaschine wiegt er etwa 33 Tonnen.

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