Minden gestalten

Mindener Bahnhof

Die Weser

© complan

MKB-Brücke

Nördlich des Bahnhofs

Entwicklung rechtes Weserufer

Rechtes Weserufer - urbane Zukunft gestalten

  • Das rechte Weserufer ist ein ganz besonderes Viertel: es liegt zwischen dem Mittellandkanal, Bahnhof und Kanzlers Weide. Augenfällig sind die drei alten Festungsanlagen – Fort A, B und C – die auf dem Gelände zu finden sind. Das Fort A wird im Sommer von der Tucholskybühne als Veranstaltungsort genutzt. Zwischen diesen Punkten finden sich viele Brachflächen und alte Industrieflächen. Nur selten gibt es in der Nähe von Innenstädten ein so großes Gebiet mit so viel Freiraum und Gestaltungsmöglichkeiten.

    Deswegen hat die Stadt Minden beschlossen, für das Gebiet ein „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK) zu erarbeiten. Kurz gesagt heißt das, dass ein klarer Fahrplan festgelegt wird, was wo neu gebaut werden darf oder wofür Flächen genutzt werden. Dabei müssen die Planer auf verschiedene Vorgaben Rücksicht nehmen: Viele der historischen Gebäude stehen unter Denkmalschutz und müssen erhalten werden, auch wenn sie auf andere Art genutzt werden als bisher. Das Areal soll gute Wohnbedingungen bieten, aber auch als Ausflugsziel interessant bleiben. Natur- und Hochwasserschutz spielen eine wichtige Rolle, genau wie der Wunsch, die einzigartige urbane Atmosphäre zu stärken.

    Zuständig für die Erstellung des Konzeptes sind die Büros complan Kommunalberatung GmbH und A24 Landschaft. An dem Prozess wirken viele Akteure, die im Quartier schon jetzt aktiv sind, und Expert*innen aus verschiedenen Fachgebieten mit. Im Herbst 2017 soll das Konzept vorgestellt werden.

  • Vorgehen im Projekt

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  • Hier sehen Sie unsere Antworten auf häufig gestellte Fragen

    • Wieso wird nach 2002 und 2011 bereits ein drittes Konzept für den Stadtraum erstellt?

      Diese früheren Konzepte beschäftigten sich mit einzelnen Gebieten wie der Weserwerft und dem Güterbahnhof. Um nicht nur in bestimmten Gegenden Entwicklung zu ermöglichen und eine Gesamtstrategie zu formulieren, wurde der Untersuchungsraum erheblich vergrößert. In diesem Konzept werden auch viele besondere Gebäude und Bereiche der Landschaft betrachtet, die das Quartier prägen und wichtig für eine umfassende Strategie sind. Die bisherigen Pläne, Ideen und Konzepte werden in die jetzt stattfindende Entwicklung einbezogen.

      Kurz gefasst: Das neue Konzept betrachtet das rechte Weserufer als ein großes zusammenhängendes Quartier. Pläne für Wohnen, Verkehr und Freizeit sollen nachhaltig und möglichst umfassend mit vielen Beteiligten entwickelt werden.

      In der Vergangenheit war zudem die Finanzierung schwierig. Ziel ist es daher, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, mit dem wir Städtebauförderungen beantragen und Investoren Entwicklungsprojekte eröffnen können. Dafür müssen auch Haushaltsmittel bereitgestellt werden.


    • Warum ist eine Aufwertung des Untersuchungsraumes rechtes Weserufer notwendig – welcheProblemlagen bestehen?

      Das rechte Weserufer ist ein vielseitiges Quartier mit vielen alten und zum Teil denkmalgeschützten Gebäuden. Diese müssen instandgesetzt und erhalten werden. Durch die Nähe zur Innenstadt und die Weser ist das Gebiet für sehr viele Nutzungen interessant und hat enormes Potenzial. Dennoch hat das rechte Weserufer ein negatives Image. Auch das soll sich durch die zu planenden Maßnahmen und neue Impulse ändern.

    • Ist das aktuelle Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) eine Weiterentwicklung des Masterplans Innenstadt?

      Nein. Der in der Umsetzung befindliche Masterplan konzentriert sich auf die städtebauliche Situation und die Aufwertung des historischen Stadtkerns. Trotz der Nähe zur Innenstadt wird das rechte Weserufer als eigenes Gebiet betrachtet. Dabei werden natürlich die Zusammenhänge, zum Beispiel im Bereich Verkehr oder auch im Denkmalschutz, berücksichtigt. Beim Verkehr bedeutet das zum Beispiel die Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt.


    • Warum hat bisher keine Entwicklung stattgefunden, um das Gebiet zwischen Weser und Bahnhof aufzubessern?

      Kleinere Entwicklungen finden bereits statt und auch Rahmenbedingungen haben sich in der Zwischenzeit verändert. Zurzeit werden zum Beispiel die Straßen und Kanäle in der Laxburg saniert und wir haben viele neue Freizeitmöglichkeiten auf Kanzlers Weide geschaffen. Damals fehlte für die Umsetzung zudem ein politischer Beschluss. Heute haben wir andere Rahmenbedingungen und auch andere Bedarfe. Oft ist es auch eine Frage des richtigen Zeitpunktes.

      Unterschiede zwischen 2011 und heute, ein paar Beispiele:

      + Auf dem Gelände der Weserwerft gab es in 2011 zum Beispiel noch keine Nachfrage nach Wohnbebauung. Heute wird das anders beurteilt.

      + Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs ist erst seit kurzem in städtischer Hand, was uns heute neue Entwicklungsmöglichkeiten gibt.

      + Die Bahnhofskaserne wurde zwischenzeitlich zwangsversteigert. Dem damaligen Käufer fehlte jedoch ein passendes Entwicklungskonzept für das Gebäude. Inzwischen wurde die Bahnhofskaserne von einem anderen Investor erworben. Mit diesem ist die Stadt in enger Abstimmung und hier besteht die Hoffnung, gemeinsam ein gutes und tragfähiges Konzept im Rahmen des ISEK erarbeiten zu können.

      Klar ist: Ein Entwicklungskonzept setzt die Stadt nicht alleine um. Wir können notwendige Rahmenbedingungen schaffen und Akteure motivieren zu investieren und Projekte in dem Bereich mit uns zu entwickeln: Ob mit Hilfe von Bund und Land im Rahmen von Förderungen, privaten Investoren oder Ehrenamtlichem Engagement.

    • Was passiert auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs, wenn die Multifunktionshalle doch nicht realisiert werden kann?

      Die Stadt möchte die Multifunktionshalle realisieren und arbeitet gemeinsam mit dem Kreis intensiv an dem Vorhaben. Auch die Wirtschaft möchte sich mit 7-stelligen Beträgen beteiligen. Eine neue Halle mit flexibler Nutzung ist die einzige Möglichkeit, ganzjährig ein hochwertiges, vielfältiges Eventangebot in Minden anbieten zu können und Bundesligahandball angemessen zu präsentieren. Die Kampa-Halle erfüllt diesen Zweck schon lange nicht mehr. Viele Veranstalter kommen nicht nach Minden, weil die Infrastruktur der Kampa-Halle nicht den heutigen Anforderungen entspricht. Zudem müsste viel Geld unter anderem in den Brandschutz investiert werden.

    • Welcher Anteil an Grundstücken im Untersuchungsgebiet ist in städtischem Eigentum?

      Städtisches Eigentum sind unter anderem:

      • größere Flächen wie der Bereich der alten Weserwerft,
      • der ehemalige Güterbahnhof,
      • Kanzlers Weide,
      • Fort A und Fort C,
      • der Bereich um die alte Hafenschule

      Zusätzliche kleine Flächen wie die Kleingartenanlagen westlich des Schwarzen Wegs zählen auch zu den Liegenschaften der Stadt.


    • Beeinflussen oder sogar beeinträchtigen die angeschlossenen Überschwemmungsgebiete der Weser die Entwicklung des rechten Weserufers?

      Die Entwicklung des rechten Weserufers wird in Teilbereichen von den Überschwemmungsgebieten beeinträchtigt. Im Bereich der Weserauen und der alten Weserwerft ist im besonderen Maß auf den Hochwasserschutz zu achten. Dennoch können in diesen Räumen Veränderungen stattfinden.


    • Welche Nutzungen sind in der Bahnhofskaserne geplant?

      Zurzeit gibt es noch keine konkreten Nutzungspläne. Die Gebäudestruktur ist jedoch sehr vielseitig nutzbar. Daher gibt es viele Optionen, die sich der Investor offen hält. Vom Hotel über Wohnungen/Studentenwohnungen und Büroräume im unteren Bereich des Gebäudes bis hin zur kleinen Gastronomie oder einem Seniorenheim kann sich der Investor vieles vorstellen. Nach den ersten notwendigen Maßnahmen wird der Investor das Jahr 2017 zunächst dafür nutzen, unterschiedliche Konzepte zu erstellen und diese zu prüfen.


    • Welche Angebote werden ergänzend zum Weserstrand auf den Weserauen entwickelt?

      Neben der Disc-Golf Anlage, den Beachvolleyballfeldern und dem Weserstrand sind weitere Freizeitangebote denkbar. Entlang des Weserufers könnte eine Fuß- und Radwegeverbindung geschaffen werden, um die Weserauen erlebbar und zugänglich zu machen. Das feste Aufstellen von Spielgeräten ist nicht möglich im Überschwemmungsgebiet. Jedoch wird versucht über Alternativen, wie z.B. der Einsatz des Spielmobils, diese Bedarfe ein Stück weit zu erfüllen.


    • Wie wird eine bessere Erreichbarkeit der Innenstadt hergestellt? Wird die Taktung der Busse verbessert und wird eine Ringbuslinie eröffnet?

      Die Taktungen der Schiene mit den Bussen zu verknüpfen ist laut mhv (Minden-Herforder Verkehrsgesellschaft) nicht vollständig umsetzbar. Eine Ringbuslinie wäre sinnvoll, dann würde der gesamte Innenstadtring erschlossen und nicht nur Richtungsverkehr in den Norden oder Süden (wird in Kürze der Stadt im Rahmen der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes vorgestellt).

      Eine verbesserte Erreichbarkeit der Innenstadt kann möglicherweise unter anderem auch über die MKB Brücke hergestellt werden.


    • Was tut die Stadt gegen die steigenden Leerstände im Gebiet?

      Auch dafür suchen wir nach Lösungen im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK).


    • Was geschieht mit dem Fort C?

      Das Fort C kann zurzeit auf Grund von Brandschutzauflagen nicht als Veranstaltungsort genutzt werden. In Sachen Brandschutz wird hier gerade nachgebessert. Wenn das Gebäude ertüchtigt ist, wären dort wieder Veranstaltungen möglich. Das Mindener Bürgerbataillon nutzt zurzeit die Räume und kümmert sich auch um die Pflege der Außen- und Grünanlagen.


    • Wird im Untersuchungsraum ein Baumarkt angesiedelt?

      In der Nähe von Chemiebetrieben (Siegfried, ehem. BASF) gibt es besondere Auflagen. Und die Gerresheimer Glashütte, die bereits in der Diskussion genannt wurde, ist zum Beispiel für eine Baumarktnutzung, mit der zu erwartenden hohen Kundenzahl, zu nah an dem Betrieb gelegen.

      Die geplante Multifunktionshalle liegt außerhalb des Bereiches, der beachtet werden muss.


    • Was sind die Ergebnisse der Expertenworkshops? Kann ich die irgendwo einsehen? Wer war eingeladen?


      Informationen zum gesamten Prozess finden Sie hier auf unserer Internetseite. Zu Beispiel eine Übersicht über die Prozessschritte. Die Planungsbüros führen zu den Schwerpunkthemen Wohnen, Wirtschaft, Freizeit und Verkehr zur Zeit Expertenworkshops mit Akteuren vor Ort sowie städtischen Fachleuten durch. Vor kurzem hat der Workshop zum Thema Freiraum stattgefunden. Hier waren unter anderem das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA), der Sportverein SV 1860 Minden, die Weserfreunde und das Sportbüro eingebunden. Im März fand auch schon ein Workshop mit Akteuren aus der Wirtschaft im Rahmen eines von der Stadt organisierten Wirtschaftsdialogs statt.

      Den Aktionstag haben wir ebenfalls als Expertenworkshop betrachtet, weil wir hier die Möglichkeit hatten, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen und weitere wichtige Erkenntnisse zu gewinnen.



    • Kann ich die Ergebnisse/Konzepte der vorangegangen Projekte 2002 und 2011 einsehen?

      Diese finden Sie auf der Unterseite minden.de/aktionstag in einer der Infoboxen.

    • Wann ist mit ersten konkreten Maßnahmen zu rechnen?

      Am Ende des ISEK sollen konkrete Maßnahmen und Prioritäten sowie ein Finanzierungskonzept stehen, sprich ein klarer Fahrplan für das rechte Weserufer. Hierfür wird dann ein Städtebauförderantrag gestellt. Dieser Prozess dauert eine gewisse Zeit, da auch andere Behörden beteiligt werden müssen. Die Umsetzung wird schrittweise in den kommenden Jahren erfolgen – abhängig natürlich von den finanziellen Möglichkeiten. Ziel der Stadt ist es, möglichst schnell Maßnahmen umzusetzen.


    • In vielen Städten werden die Bahnhöfe derzeit von der DB an die Stadt verkauft: Gibt es dazu auch in Minden Pläne?

      Es gibt dazu erste Gespräche mit der Deutschen Bahn. Welche Möglichkeiten sich ergeben, soll auch über das ISEK erwogen werden.


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