Minden gestalten

Entwürfe für die mögliche Multifunktionshalle.

So sieht das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs im Moment aus.

Erste Ideen für die Gestaltung des Innenraums.

Nicht mehr zeitgemäß: Die Kampa-Halle.

So könnte das Veranstaltungsgelände aussehen.

Multifunktionshalle

Es ist ein Projekt mit Potenzial. Eine moderne Veranstaltungs- und Kongressarena hätte erhebliche Bedeutung für die gesamte Region.

  • Ausgangspunkt Kampa-Halle

    Seit Jahrzehnten ist die Kampa-Halle die einzige große Event-Location in Minden. Die kreiseigene Halle ist im Ursprung eine große Sporthalle. Sie wurde 1970 gebaut und wird seit vielen Jahren auch als Veranstaltungsort für Konzerte, Auftritte, Messen und Feste genutzt. Die Halle ist Heimspielstätte für den Handball-Bundesligisten GWD Minden. Das Gebäude hat einen erheblichen Sanierungsaufwand. Der Kreis müsste einen Millionenbetrag in die Hand nehmen, um die Halle zu sanieren. Doch auch eine sanierte Halle würde weiterhin nur eingeschränkte Möglichkeiten für Veranstaltungen bieten. Denn die Anforderungen an die Gebäude steigen: Besucher*innen wünschen sich mehr Komfort, Veranstalter fordern moderne Technik und Flexibilität. 

    Erste Planungen

    Nicht nur die Stadt, sondern auch viele weitere Institutionen und Unternehmen haben ein Interesse an einer modernen Arena. Deswegen haben sich gleich mehrere Partner zusammengefunden, um nach einer Lösung zu suchen. Als geeigneter Ort für eine neue Halle wurde schnell das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs ausgemacht. Das Areal hat insgesamt eine Größe von rund 43.000 Quadratmetern. Stadt, Kreis und Wirtschaft haben die Kosten für die ersten Planungen in Höhe von 300.000 Euro gemeinsam getragen. Verschiedene Unternehmen haben ihre Bereitschaft erklärt, sich für eine Multifunktionshalle finanziell zu engagieren. Die Entscheidung über das Projekt soll voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres vom Rat und auch vom Kreistag getroffen werden. Dann soll auch feststehen, in welchem Umfang sich der Kreis als Juniorpartner und die Wirtschaft am Projekt beteiligen.

  • Fragen und Antworten

    • Was kostet die Arena?

      Der reine Bau der Halle wird voraussichtlich 34,3 Millionen Euro kosten. Würde man zusätzlich ein Systemparkhaus errichten, kämen rund 3,4 Millionen Euro dazu.

    • Welche Einnahmen gibt es?

      Wird die Arena gebaut, kostet dies natürlich Geld, aber in Zukunft wird auch Geld eingenommen. In einem Businessplan werden diese Summen gegenübergestellt. Ob mit Veranstaltungen und Gastronomie genug Einnahmen erzielt werden, das muss in einer noch zu beauftragenden Businessplanung genauer berechnet werden. In der gesamten Berechnung ist noch nicht die Vergabe des Namensrechtes für die Veranstaltungs- und Kongressarena enthalten. Damit könnte zusätzlich ein sechsstelliger Betrag eingenommen werden. Es ist auch denkbar, dass im Gebäude sogenannte Showrooms vermietet werden. Über diese Möglichkeiten muss noch mit allen Partnern diskutiert werden.

    • Wie groß soll die Arena werden?

      Die ersten Planungen gehen von einer Halle mit 11.500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche aus. Die Veranstaltungs- und Kongressarena soll Platz für maximal 5.500 Zuschauer*innen bieten. Wenn eine große Bühne aufgebaut wird, finden noch 5.000 Menschen Platz. GWD-Heimspiele könnten 4.000 Sportbegeisterte besuchen. Bei Kongressen wären um die 2.500 Teilnehmer*innen denkbar.

      Die Halle soll teilbar und flexibel nutzbar sein. Als Veranstaltungsraum könnten auch das Foyer mit 1000 Quadratmetern Fläche und weitere Tagungs- und Seminarräume (mit)genutzt werden. Die unteren Tribünen sollen flexibel ein- und ausfahrbar sein. An einer Stelle soll es einen Durchlass für Lastwagen geben, die direkt in die Halle fahren könnten – für einen schnellen Auf- und Abbau. Auch ist ein komfortabler Backstage-Bereich und modernste Technik geplant.

    • Welche Veranstaltungen können in der Arena stattfinden?

      Viele denken zuerst an die Arena als Austragungsort für Handballspiele und weitere sportliche Events. Dafür wird die Halle in besonderem Maße geeignet sein - mehr Komfort für Spieler und Fans, großzügige Parkplätze, vielfältige Gastroangebote werden das Erlebnis Handball aufwerten.

      Daneben ist die Halle auch für Konzerte ausgelegt. Auch bei großen Bühnenbauten finden bis zu 5.000 Menschen Platz. Das bedeutet: Mehr und größere Musikacts werden in Minden Station machen. Bands, die bisher nur in Hannover oder Dortmund zu sehen waren, könnten bald auch Minden in ihren Tourterminen nennen.

      Unternehmen finden in der Multifunktionshalle eine vielseitige moderne Tagungsstätte. Kongresse, Seminare und Firmenveranstaltungen können hier stattfinden und Gäste aus ganz Deutschland anziehen. Das bringt mehr Übernachtungen und Gäste für unsere Gastronomie.

      Das Gelände bietet zusätzliche Möglichkeiten. Zum Beispiel könnte ein Investor hier ein modernes Kino entstehen lassen, dass sich viele Minder*innen seit Jahren wünschen. Auch ein Hotel wäre denkbar. So können rund um die Halle neue Arbeitsplätze und Freizeitangebote entstehen.

    • Wie geht es weiter?

      Bisher wurden ein erstes Konzept und eine Machbarkeitsstudie erstellt. Diese sollten herausfinden, ob auf dem vorgesehenen Grundstück überhaupt eine Halle, die den Anforderungen entspricht, gebaut werden kann. Das jetzt beauftragte Beratungsbüro überprüft die bisherigen Erkenntnisse kritische und analysiert auch nochmals das Marktgebiet für eine neue Multifunktionshalle. Gleichzeitig wird intensiv an Optionen gearbeitet, wie sich die Wirtschaft in das Projekt einbringen kann.

      Bevor es weitergehen kann, müssen die Altlasten auf dem Gelände entfernt werden. Hier befand sich vor der Bahn-Nutzung ein städtisches Gaswerk. 2016 hat die Stadt Minden ein Ingenieurbüro beauftragt, das eine historische Erkundung und erste Bodenuntersuchungen vorgenommen hat. Die Experten gehen von maximalen Kosten für die Altlastenuntersuchung und -entsorgung in Höhe von 4 Millionen Euro aus. Davon würden maximal 800.000 Euro auf die Stadt Minden entfallen. Genaue Zahlen werden hier jedoch erst nach Abschluss der Sanierungsplanung vorliegen.

      Zu den Belastungen, die aus der Gaswerk-Nutzung entstanden sind, liegen ausführliche Gutachten vor. Die Stadt hat zwei Prozesse gegen die Bahn AG geführt und den letzten verloren. Danach wurde eine Rückstellung in Höhe von knapp 1,4 Millionen Euro von der Kämmerei gebildet, die für die Entsorgung des belasteten Bodens bereit stehen. Neben Altlasten wird mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gerechnet. Endgültige Klarheit darüber sollen Untersuchungen bringen, für die noch alte Gebäude abgerissen worden sind, die nicht unter Denkmalschutz stehen. Die Altlasten-Beseitigung wird nicht in die Kosten der Multifunktionshalle mit einberechnet.

    • Welche Förderungen gibt es?

      Über mögliche Förderungen für das Projekt haben Landrat und Bürgermeister Mitte März 2017 in Düsseldorf mit dem damals zuständigen Städtebauminister Michael Groschek gesprochen. Nach dem Wechsel der Landesregierung hat im August 2017 die neue Bau-Ministerin Ina Scharrenbach die Stadt Minden besucht. Von der Stadtspitze hat sie die Bitte um Unterstützung für das Projekt mit nach Düsseldorf genommen.

      Zugesagt ist eine 80-prozentige Kostenübernahme der Altlasten-Untersuchung und -Entsorgung auf dem ehemaligen Güterbahnhofsareal. Experten gehen von maximalen Kosten für die Altlastenuntersuchung und -entsorgung in Höhe von 4 Millionen Euro aus. Davon würden maximal 800.000 Euro auf die Stadt Minden entfallen.

  • Verein „Veranstaltungs- und Kongressarena Minden-Lübbecke e.V.“


    Ende August 2016 wurde ein Verein gegründet, der sich aus Vertretern der Wirtschaft, der Stadt Minden sowie des Kreises Minden-Lübbecke zusammensetzt. Der Verein unterstützt das Projekt als dritte Säule in der Planungsphase.

    Aus dem Verein heraus sollen Ideen und Vorschläge entwickelt werden - für die künftige Nutzung und Bedarfe aus den Reihen der Wirtschaft, aber auch für die Halle an sich.

    Zum Vorsitzenden wählte die Gründungsversammlung den Unternehmer Philip Harting, Vorstandsvorsitzender der HARTING Technologiegruppe mit Sitz in Espelkamp und Hauptsponsor von Handball-Erstligist Grün-Weiß Dankersen (GWD). Bürgermeister Michael Jäcke ist stellvertretender Vorsitzender und Landrat Dr. Ralf Niermann Beisitzer. Weitere Beisitzer sind Peter Scherf (Volksbank Mindener Land), Stephan Richtzenhain (Unternehmen Sitex, Minden) Katharina Roehrig, Leiterin des Stabes Öffentlichkeitsarbeit bei der Unternehmensgruppe Melitta und André Gerling, Stadtentwicklung.

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