Foto: Pressestelle Stadt Minden/Susann Lewerenz

Wie soll es mit der Obermarktpassage weitergehen?

22. Dezember 2016 | Minden. „Die Entwicklung der Obermarktpassage kann nur als Ganzes funktionieren“, betont der Baubeigeordnete Lars Bursian bei einem Pressegespräch. Hier wurde der aktuelle Sachstand erläutert.

  • Interessenten und Investoren waren in den vergangenen Monaten in Minden und haben sich die Gegebenheiten vor Ort genau angesehen. Die städtische Wirtschaftsförderin Sigrun Lohmeier stellte Kontakte zwischen Eigentümern und potenziellen Investoren her. Ideen und Interessenten sind in jeden Fall vorhanden, weiß Bürgermeister Michael Jäcke. Doch haben sich daraus keine konkreten Entwicklungen ergeben. Die Stadt Minden ist Eigentümerin der seit 2012 geschlossenen Stadthalle. Diese kann als wichtiges Element in dem Objekt miteingebracht werden. Aber die Stadthalle ist nur ein Element im gesamten Konstrukt Obermarktpassage. „Liegt ein gutes und tragfähiges Konzept für die Passage vor, werden wir als Stadt das gerne mittragen und die Stadthalle in die Waagschale werfen. Der Preis spielt dabei keine Rolle. Uns ist es wichtig, dass es vorangeht. Doch dafür ist der Eigentümer jetzt am Zug“, macht Jäcke deutlich. Der Eigentümer wird durch das  Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Management-Unternehmen Jones Lang LaSalle GmbH vertreten.

    In den vergangenen Jahren wurde von städtischer Seite aus viel Neues auf den Weg gebracht, um die Attraktivität des Innenstadtbereichs zu steigern. Die Baumaßnahme Obermarktstraße wird Anfang 2017 fertig sein – dann mit neuen Kanälen und Versorgungsleitungen, einem neuen Pflaster, Bänken und Spielgeräten, Lampen und einem neugestalteten Platz Kaak, mit mehr Barrierefreiheit insgesamt und mit einer taktilen Leitlinie für Blinde und Sehbehinderte. Highlight wird der neue Wassertisch sein, der den gesamten Platz aufwertet und eine angenehme Aufenthaltsatmosphäre schafft. Die Bäckerstraße wird im kommenden Frühjahr in Angriff genommen, sodass das neue Pflaster komplett in der Mindener Innenstadt verlegt ist. Bereits 2012 wurde der neugestaltete Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Betrieb genommen. „Wir haben viel Geld und Arbeit in die Hand genommen, um die Innenstadt aufzuwerten. Oben in der Obermarktstraße ist es bald schick, unten am ZOB ist es schick, nur leider ist die Mitte mit der Obermarktpassage noch nicht schick“, resümiert Bursian.

    Es braucht jemanden, der die Bedingungen akzeptiert und die Sache in die Hand nimmt, macht der Baubeigeordnete deutlich. Das wird aber nicht die Stadt Minden sein. Denn es ist ausgeschlossen, dass sie die Obermarktpassage kauft und selbst entwickelt - sie ist kein Immobilienentwickler. Aber die Stadt kann den Entwicklungsprozess begleiten und steht mit dem Unternehmen Jones Lang LaSalle in einem guten Kontakt. Auch die Obermarktgemeinschaft möchte ebenso wie die Stadtverwaltung den Standort nach vorne bringen, doch sind den Bemühungen die Hände gebunden. An anderen Stellen, wie in der Oberen Altstadt, gibt es positive Entwicklungen. Das sogenannte Schnurrviertel ist ein gutes Beispiel dafür.

    Das Thema Kino hat die Mindener Stadtgesellschaft in der Vergangenheit sehr beschäftigt. Pläne für die Nutzung der Stadthalle als Kinosaal gibt es bereits seit 2006. Dafür haben auch jetzt unterschiedliche Betreiber ihr Interesse bekundet. Doch für die Finanzierung eines solchen Konzeptes braucht es einen Investor, sagt Sigrun Lohmeier. Ein Konzept solle auch berücksichtigen, dass die derzeitige Eingangssituation nicht mehr den modernen Anforderungen entspricht. Der Gebäudekomplex ist Mitte der 1980er Jahre gebaut worden. Seitdem gab es kaum Investitionen. Ein Investor steht vor der Herausforderung Brandschutzauflagen zu erfüllen und dafür intensive Umbauarbeiten am Objekt vorzunehmen.

    Die positiven Entwicklungen im ehemaligen Hertie-Gebäude am Wesertor, die Planungen am Scharn und die mögliche Wiederbelebung des Geschäftshauses Wehmeyer, machen deutlich, dass sich in der Mindener Innenstadt einiges bewegt. Es wäre von Seiten der Stadt Minden wünschenswert diesen Schwung mit in die Obermarktpassage zu nehmen und auch dort eine Entwicklung voranzutreiben. Aber dafür kann nur der Eigentümer sorgen, fasst Bürgermeister Jäcke zusammen.

    Stadt Minden Pressestelle, Katharina Heß, Telefon: 0571/89204, E-Mail:

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