Mittelalterlicher Stiefel aus der Bäckerstraße in Minden

Foto: Mindener Museum

Archäologische Funde aus Sammlung Mindener Museum sind im Freilichtmuseum Hagen zu sehen

12. Juli 2018 | Minden. Bis zum 31. Oktober 2018 wird im LWL-Freilichtmuseum Hagen die Sonderausstellung „Echt Alt! Mittelalterliches Handwerk ausgegraben“ zu sehen sein.

  • Erstmals blickt das Freilichtmuseum, das in historischen Gebäuden durch Handwerker belebte Handwerks- und Technikgeschichte des 19. und 20. Jahrhundert zeigt, weiter in die Vergangenheit zurück. Insgesamt 800 Jahre Handwerksgeschichte in Form von archäologischen Funden werden zu diesem Zweck aus ganz Westfalen und Lippe zusammengeführt. Gezeigt werden mittelalterliche Werkzeuge, Produktionsabfälle und Handwerksprodukte. Die Objekte geben Einblicke in die mittelalterliche Technik und Aufschluss darüber, wie die Handwerker damals gearbeitet haben.

    Auch das Mindener Museum unterstützt die Ausstellung mit mehreren außergewöhnlichen Funden aus seiner archäologischen Sammlung. Die Funde stammen aus der Bäckerstraße in Minden. Hier wurde in den 1970er Jahren durch die Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen- Lippe (LWL) die erste große stadtarchäologische Grabung Westfalens unter Verantwortung von Dr. Gabriele Isenberg durchgeführt. Von den zahlreichen Funden werden in Hagen ein Halbschuh und zwei Stiefel aus Leder präsentiert. Sie fand man in der westlichen Parzelle der Bäckerstraße 51. Der Fundzusammenhang mit mehreren abgeschnittenen Lederresten und zwei Gerbergruben lässt auf den Hinterhof einer Schusterwerkstatt schließen. Neben zwei mittelalterlichen Spinnwirteln wird außerdem ein kostbares Gewebefragment aus Leinen gezeigt. Das Fragment wird auf die Zeit um 1100 datiert und wurde ebenfalls in der Bäckerstr. 51 gefunden. Es erhielt zur Vorbereitung auf seine Präsentation in der Ausstellung eine neue alterungsbeständige Verpackung durch die Restaurierungswerkstätten des LWL. So soll das Gewebe auch langfristig optimal erhalten werden. Abgeschlossen wird die Präsentation der Mindener Funde durch ein gut erhaltenes Daubenschälchen aus Holz, das als Essgeschirr genutzt wurde.

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