Freuen sich über ein volles Haus und die Preisträger: Jurymitglieder, Sponsoren und die Stadt

Polit-Slammer Nektarios Vlachopoulos erhält den Stichlingspreis 2018 als Solist. Foto: Marvin Ruppert

Das Duo "Simon & Jan" begeistert mit Gesangsakrobatik. Foto: Michael J. Ruettger

Slammer und Duo mit dem Kabarettpreis „Mindener Stichling“ ausgezeichnet

7. März 2018 | Minden. Die Preise werden am 17. November bei der Gala im Stadttheater überreicht (Kartenvorverkauf ab 7. Juli). Jury hatte wieder "ein gutes Gespür".

  • Sie freuen sich am 17. November auf ein volles Haus und nehmen schon mal in den Sitzreihen des Stadttheaters Platz: die Träger, Namensgeber und Sponsoren des Kabarettförderpreises „Mindener Stichling“. Dieser wird 2018 bereits das 13. Mal vergeben und wieder wurden „würdige Preisträger“ gefunden. Gut gelaunt und mit viel Lob für „das gute Gespür der Jury“ gab Bürgermeister Michael Jäcke am Montag, 5. März, im Rahmen eines Pressegespräches die beiden Preisträger für 2018 bekannt: Nektarios Vlachopoulos (Solist) und das Duo „Simon & Jan“ (Gruppe).

    Und Jäcke hatte noch ein Bonbon „in petto“: für die Moderation der Gala Mitte November konnte Simone Solga (Foto unten) gewonnen werden. Die selbsternannte Kanzler*in-Souffleuse hat gerade erst den renommierten Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte „Kabarett“ in Mainz erhalten. „Damit ist zumindest eine Frau mit auf der Bühne“, stellte Birger Hausmann, Mentor der „Mindener Stichlinge“, in Bezug auf die Männerdominanz bei den Preisträgern zufrieden fest.

    Das älteste Amateurkabarett der Bundesrepublik Deutschland ist Namensgeber für den alle zwei Jahre in Minden vergebenen und anerkannten Preis. Diesen haben schon viele Künstler*innen erhalten, die später auch TV-Berühmtheit erlangten, so Ina Müller (mit Edda Schnittgard als Duo „Queen Bee“), Uwe Steimle („Steimles Welt“, MDR, auch als Polizeiruf-Kommissar bekannt), Volker Pispers, Christoph Sieber („Mann, Sieber“), Lars Reichow, Luise Kinseher, Lioba Albus sowie Claus von Wagner („Die Anstalt“) zusammen mit Mathias Tretter und Philipp Weber aus „Erstes Deutsches Zwangsensemble“. 

    „Wir haben kontrovers diskutiert“, berichtet Theaterleiterin Andrea Krauledat aus der Jury-Sitzung im Februar. Letztendlich sei das Votum auf den Slammer Nektarios Vlachopoulos aus dem Raum Karlsruhe und das Liedermacher-Duo „Jan & Simon“ gefallen. Mit dem Sprachkünstler und ehemaligen Deutschlehrer Vlachopoulos wird erstmals ein politischer Poetry-Slammer ausgezeichnet. „Er ist unglaublich intelligent, scharfsinnig und schnell“, beschreibt Krauledat und wird dabei auch von Birger Hausmann unterstützt. Die sich schnell entwickelnde politische Slam-Szene werde dem Kabarett zugerechnet und trete immer mehr in den Vordergrund.

    Auch beim Preis für die Gruppe hat sich die Jury nicht für „klassisches politisches Kabarett“ entschieden. „Das Feld ist hier nicht so groß“, weiß Birger Hausmann, sieht aber mit dem Duo Simon Eickhoff und Jan Traphan den musikalischen Aspekt den der „Stichling“ auch hat, gut vertreten. Somit dürfe sich das Publikum am 17. November auf einen „spannenden Abend“ freuen, ist Gerald Watermann (Sparkasse Minden-Lübbecke) überzeugt. Auch Tanja Wucherpfennig von der Unternehmensgruppe Melitta lobt die Wahl der Jury und die „tollen Künstler“. Nicht nur die beiden Preisträger werden Auszüge aus ihren aktuellen Programmen präsentieren, auch die „Mindener Stichlinge“ selbst werden den Abend bereichern.

    Der von der Stadt Minden getragene Preis wird mit Unterstützung der beiden Sponsoren alle zwei Jahre seit 1994 wird im Rahmen einer Gala im Mindener Stadttheater seit 1994 verliehen. Mit dem Preis zeichnet die Jury unabhängiger Medienfachleute und Experten alle zwei Jahre Kabarettistinnen und Kabarettisten aus dem deutschsprachigen Raum aus, „deren inhaltliche Arbeit neuartig und bereichernd für das Genre ist“. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf politisch-literarisches Kabarett gelegt.

    Der Kartenvorverkauf für die Gala am Samstag, 17. November, ab 20 Uhr im Mindener Stadttheater beginnt offiziell am Freitag, 7. Juli, ab 9 Uhr im TiC (Theater im Café, Tonhallenstraße) und bei Express Ticket-Service (Obermarktstraße). Bereits am Donnerstag, 6. Juli, haben Wahl-Abo- und Abo-Inhaber*innen die Möglichkeit, „late night“ von 17 bis 20 Uhr Karten für die Sonderveranstaltungen im Programm 2018/19 zu erwerben.

     
    Jurybegründungen Mindener Stichling 2018

    Kategorie Solist
    „Den Mindener Stichling 2018 in der Kategorie Solist erhält der Slampoet und Kabarettist Nektarios Vlachopoulos aus Oberderdingen. Der ehemalige Deutschlehrer mit griechischen Wurzeln gibt seinem ersten Soloprogramm den Titel „Niemand weiß, wie man mich schreibt!“ und zeigte sich darin als ein Artikulations-Akrobat, der  schnell, superschnell sogar,  jeden Augenblick überraschen kann, dabei absurd, stilistisch variantenreich, intelligent und komisch ist. Er ist ein Sprachkünstler mit Haltung in diesen unübersichtlichen Zeiten, einer, der was zu sagen hat. Seinen Namen wird man sicher nicht vergessen, auch wenn man nicht immer genau weiß, wie man ihn schreibt...“

    Kategorie Gruppe
    „Den Kabarettpreis Mindener Stichling in der Kategorie „Gruppe“ erhält das Liedermacher-Duo Simon & Jan. Simon Eickhoff und Jan Traphahn bringen es fertig, uns mit perfektem zweistimmigem Gesang und freundlichen Melodien, die sie gekonnt auf der Gitarre intonieren, freche, sarkastische, zynische und  böse Texte buchstäblich um die Ohren zu hauen. Das stimmt abwechselnd heiter und nachdenklich. Gott und die weite Welt können Thema sein, aber auch die kleinen Dinge in ihrer Umgebung. Meist singen sie, aber auch das wenige, das sie zwischen ihren Liedern sagen, erzielt nachdenkliche Heiterkeit. Und immer nehmen sie ihr Publikum mit auf ihre Reise.“

    Preisträger*innen
    1994: Lars Reichow, Wiesbaden (Solist) und „Phrasenmäher“, Berlin – Armin Ballert, Frank Lüdecke (Gruppe)

    1996: Volker Pispers, Düsseldorf und „Ganz schön Feist“, Göttingen – Matthias Zeh, Rainer Schacht, Beo Brockhausen

    1998: Lioba Albus, Dortmund sowie „Pigor und Eichhorn“, Berlin – Thomas Pigor, Benedikt Eichhorn

    2000: Uwe Steimle, Dresden und „Queen Bee“, Hamburg – Ina Müller, Edda Schnittgard

    2002: Luise Kinseher, München   und „Pause und Alich“, Bonn – Rainer Pause, Norbert Alich

    2004: Bodo Wartke, Berlin und „Kom(m)ödchen“, Düsseldorf – Nicole Ankenbrand, Volker Diefes, Heiko Seidel, Kay Sebastian Lorentz

    2006: HG. Butzko, Gelsenkirchen und „Weber-Beckmann“, Essen – Christiane Weber, Timm Beckmann

    Sonderpreis: „Erstes Deutsches Zwangsensemble“, Würzburg – Mathias Tretter, Philipp Weber, Claus von Wagner

    2008: Moritz Netenjakob, Köln sowie „Annamateur und Außensaiter“, Dresden – Anna Maria Scholz, Stephan Braun, Reentko Dirks

    2010: Marc-Uwe Kling,  Berlin und „Schwarze Grütze“, Potsdam – Dirk Pursche, Stefan Klucke

    2012: Christoph Sieber, Köln und „Das Geld liegt auf der Fensterbank“, Marie, Hannover - Wiebke Eymess, Friedolin Müller

    2014: Anny Hartmann, Köln und „Michael Krebs und die Pommesgabeln des Teufels“,  Berlin
    2016: Nils Heinrich und „Suchtpotenzial“, Julia Gamez Martin und Ariane Müller
    Sonderpreis: Bernd Gieseking

    Die Jury
    Die Preisträger werden durch eine unabhängige Fachjury ermittelt. Bei der Ermittlung der Preisträger sollen vornehmlich die Bereiche des politisch-satirischen sowie des politisch-literarischen Kabaretts berücksichtigt werden. „In diesem Sinne soll eine Auseinandersetzung mit den Zeitläufen, den Tatbeständen, seinen Verursachern und Betroffenen auf kabarettistische Weise stattfinden“, so die Statuten.
    Für die Wahl kommen Solisten und Gruppen aus dem deutschsprachigen Raum in Frage sowie solche, die vorwiegend in diesem Sprachraum arbeiten. Als förderungswürdig werden Solisten und Gruppen angesehen, deren inhaltliche Arbeit „neuartig und bereichernd für dieses Genre“ ist.


    Jury-Mitglieder
    Elke Frühling                     Kultur-Journalistin, Mainz
    Birger Hausmann               Kabarett Mindener Stichlinge
    Uschi Umbach                   Kabarett Mindener Stichlinge

    Hans Jacobshagen             Kultur-Journalist und Kritiker, WDR, Köln
    Gabriele Killert                  Publizistin, Berlin
    Andrea Krauledat               Intendantin Mindener Stadttheater
    Michael Laages                  Dramaturg und Journalist, Berlin
    Peter Ludwig                     Kulturzentrum BÜZ (Besuchervotum)

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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