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    • LWL-Wanderausstellung "Briten in Westfalen" endet am 21. Oktober mit Sonntagsführung    

      Die Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes "Briten in Westfalen" ist nur noch bis kommenden Sonntag, 21. Oktober, im Mindener Museum zu sehen. Dann endet die Präsentation nach gut zwei Monaten. Nächste Station ist ab 28. Oktober das Stadtarchiv Hamm. Die Ausstellung schließt eine Lücke bei einem Thema, das für ganz Westfalen von großer Bedeutung ist und verbindet in idealer Weise Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Vor über 70 Jahren kamen britische Militärangehörige als Sieger, Befreier und Besatzer nach Westfalen. Im Laufe der Jahrzehnte änderte sich das Verhältnis zwischen Briten und Deutschen. Die Ausstellung spannt den Bogen vom Politischen bis in den privaten Bereich. Wie begegneten sich Sieger und Besiegte? Was dachten Briten und Deutsche über ihre neuen Nachbarn? Wie gestaltete sich das Zusammenleben, beispielsweise in Vereinen und beim Sport? Wie kam es zu persönlichen Freundschaften und manchmal zu Eheschließungen? Und welche Rolle spielte dabei der Umstand, dass die britischen Militärangehörigen wegen Versetzungen oft nur kurz an einem Standort lebten? Wegen der häufigen Standortwechsel sind Umzugskisten ein zentrales Gestaltungsmittel der Ausstellung. In ihnen werden zahlreiche Exponate gezeigt und erläutert. Sie verweisen darauf, dass die Zeit häufig knapp bemessen war, um nähere Beziehungen aufzubauen.

      Am Sonntag findet um 14 Uhr eine letzte öffentliche Führung durch die Ausstellung statt. In der gut 45minütigen Führung wird es um die Geschichte der Briten in Minden und der Region gehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich Städte wie Bad Oeynhausen, Lübbecke und Minden zum Zentrum der britischen Präsenz in Deutschland. Hier lagen die Sitze der britischen Militärregierung und des britischen Teils der Kontrollkommission für Deutschland. Die Führung gibt einen Überblick, wie aus Besatzern bis zu ihrem Abzug Mitte der 1990er Jahre Freunde wurden. Nach mehr als zwanzig Jahren gibt es inzwischen wieder eine kleine britische Pioniereinheit in Minden, die künftig aufgestockt und dauerhaft an der Weser stationiert sein wird. Die Führung kostet pro Person 5 Euro. Inhaber von Jahreskarten zahlen 1,- Euro.

       

      Mindener Museum, Di. - So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

      Weitere Infos unter  www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder


        Britische Soldaten am Denkmal der „Schlacht bei Minden“, um 1945. Am siegreichen Ausgang der Schlacht gegen die Franzosen hatten britische Truppen 1759 entscheidenden Anteil. Die Militärtradition hat in der britischen Armee bis heute einen hohen Stellenwert.

      © Mindener Museum


                                                                                             


    • Freie Plätze in den Herbstferien im Mindener Museum  

      Bei den Herbstferienaktionen sind im Mindener Museum noch Plätze frei. Kinder ab sechs Jahren erleben am 16.10. von 9-12 Uhr sowie am 23.10. von 14-17 Uhr den Schulalltag vor rund 100 Jahren. Sie nehmen auf einer historischen Schulbank Platz, probieren Schiefertafeln aus und üben sich im Sütterlin schreiben. Als Andenken kann sich jedes Kind eine kleine Tafel gestalten und eigene Kreide herstellen.

      Freie Plätze gibt es außerdem noch am 18.10. von 14-17 Uhr sowie am 23.10. von 9-12 Uhr. Kinder ab 8 Jahren, die Spaß am Basteln haben, können an einem Kreativworkshop zum Thema „Nadel und Faden“ teilnehmen. Mit ein bisschen Geduld und etwas Fingerspitzengefühl entstehen individuelle Stickmandalas und bunte Lesezeichen. Im Museum erfahren die Teilnehmer*innen zuvor, mit wie viel Zeit, Fleiß und Geschick die Menschen noch vor einigen Jahrzehnten Textilien unterschiedlichster Art verzierten.

      Pro Kind kosten die Aktionen jeweils 10 €. Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf max. 15 Kinder begrenzt. Die Mindestteilnehmerzahl liegt bei 5 Kindern. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten. Weitere Informationen unter www.mindenermuseum.de. Auskunft erteilt Kristin Saretzki, Telefonnr.: 0571-9724021, .

       

        Schule früher im Museum erleben © Mindener Museum

                                                                                             


    • Eltern-Kind-Nachmittage im Mindener Museum

      Im Mindener Museum finden von Oktober bis März wieder an jedem zweiten Sonntag um 14 Uhr Eltern-Kind-Nachmittage statt. Los geht es am 14. Oktober mit einer kreativen Mit-Machaktion für Kinder ab sechs Jahren. Frei nach dem Motto „Mit Nadel und Faden“ können die Teilnehmer*innen ihr Talent in Sachen Handarbeit unter Beweis stellen. Bestickte Textilien unterschiedlichster Art aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert warten im Museum darauf, bestaunt zu werden. Anschließend werden die Kinder selbst kreativ und gestalten kunterbunte Stickbilder. Die ein oder andere helfende Hand von Großeltern und Eltern ist hierbei bestimmt nützlich. Doch nicht nur Fortgeschrittene kommen bei der Aktion auf ihre Kosten; auch Anfänger*innen können sich im Umgang mit Nadel und Faden üben.

      Pro Kind kostet die Aktion 6 €. Erwachsene Begleitpersonen zahlen 2 € Eintritt. Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf max. 15 Kinder begrenzt. Die Mindestteilnehmerzahl liegt bei 5 Kindern. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten.

      Der nächste Eltern-Kind-Nachmittag findet am 11. November statt. Dann dreht sich alles um die technischen Erfindungen Leonardo da Vincis. Die weiteren Termine bis März 2019 finden Sie unter www.mindenermuseum.de.



       

      Mit „Nadel und Faden“ im Mindener Museum. (©Mindener Museum)

       







                                                                                                          


    • Herbstferienprogramm im Mindener Museum

      Kinder, die in den Herbstferien etwas Spannendes erleben möchten, können im Mindener Museum an zwei Ferienaktionen teilnehmen. Am 16.10. dreht sich von 9-12 Uhr für Kinder ab sechs Jahren alles um das Thema „Schule früher“. Bei einer Schulstunde der besonderen Art erfahren die Teilnehmer*innen, wie es sich auf einer über 100jährigen Schulbank sitzen lässt, was man alles auf eine Schiefertafel schreiben kann und wann früher der Rohrstock zum Einsatz kam. Im Anschluss kann sich jedes Kind eine eigene kleine Tafel, inklusive lustiger Kreidefiguren, gestalten. Am 23.10. findet die Aktion von 14-17 Uhr noch einmal statt.

      Kinder ab acht Jahren können am 18.10. von 14-17 Uhr oder am 25.10. von 9-12 Uhr kreative Stickbilder gestalten. Ausgestattet mit Nadel und Faden entstehen mit ein bisschen Geduld und ein wenig Fingerspitzengefühl kunterbunte Mandalas, Lesezeichen und Anhänger. Zuvor lassen sich die Teilnehmer*innen im Museum von bestickten Taschen, Handtüchern und anderen Dingen inspirieren, die einst von fleißigen Händen in stundenlanger Arbeit hergestellt worden sind.

       Pro Kind kosten die Aktionen jeweils 10 €. Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf max. 15 Kinder begrenzt. Die Mindestteilnehmerzahl liegt bei 5 Kindern. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten. Weitere Informationen unter www.mindenermuseum.de. Auskunft erteilt Kristin Saretzki, Telefonnr.: 0571-9724021, .

       

      Wie sah der Schulalltag zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus?   © Mindener Museum


                                                                                                          


    • Objekt im Fokus in den Monaten September und Oktober

      In der Sammlung des Mindener Museums werden rund 60.000 Objekte bewahrt. Trotz Dauer- und Sonderausstellungen oder Leihgaben an andere Museen lagern 95% der Sammlung verborgen im Magazin. Die Vielfalt und die Geschichte der Sammlung und das Wissen über die Objekte stellt das Museumsteam regelmäßig in Kabinettausstellungen vor. Alle zwei Monate wird außerdem ein „Objekt im Fokus“ im Foyer des Museums ausgestellt und dort seine Geschichte erzählt.

                                                                                                          

      Das Objekt im Fokus für die Monate September und Oktober ist ein Konvolut von zwei Gipsmodellen für das auf dem Regimentsfriedhof in Wicres Route de la Bassée, Frankreich, aufgestellte Denkmal des Infanterie-Regiments Nr. 15 für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Die Abgüsse wurden von H. Schaper in Minden angefertigt und gelangten als Schenkung ins Mindener Museum.

      Das Gesamtmodell stellt das Denkmal dar, so wie es auch auf dem Friedhof zu finden ist. Zusätzlich gibt es ein Detailmodell der seitlich angebrachten Figuren. Das Modell zeigt einen überbreiten, mehrfach abgestuften Sockel, auf dem sich ein mächtiges Kreuz befindet. Unterhalb des Querbalkens dieses Kreuzes befinden sich links und rechts zwei trauernde Frauen, die ihre Hände vor das Gesicht geschlagen haben.

      Der Entwurf des Modells stammt von dem deutschen Bildhauer Otto Richter (1867-1943). Im Jahr 1901 gewann er den ersten Preis für ein Kaiser-Friedrich-Denkmal in Berlin-Charlottenburg. Weitere Werke von ihm schmückten u.a. das preußische Kultusministerium oder sind noch heute im Berliner Zoologischen Garten (Skulptur „Dem Deutschen Blindenhund“) zu bewundern. Das geplante Denkmal war jedoch ursprünglich für einen anderen Standort vorgesehen, als für den französischen Friedhof.    

      Das Infanterie-Regiment „Prinz Friedrich der Niederlande“ (2. Westfälisches) Nr. 15 kämpfte im Ersten Weltkrieg bis Februar 1916 hauptsächlich in Flandern an der Westfront. Durch den massiven Beschuss der britischen Artillerie ab Beginn des Jahres 1916 wurde der bis dahin genutzte Regiments-Friedhof in Halpegarde bei Ligny le Grand in Frankreich stark in Mitleidenschaft gezogen. So wird davon berichtet, dass Gräber aufgerissen, Grabkreuze zerstört und die den Platz umgebenden Ulmen umgebrochen wurden. Der Anblick der Zerstörung bewog das Offizierskorps zur Umbettung der Toten. So entschied man sich, den gesamten Friedhof zum heutigen Standort Wicres Route de la Bassée, ebenfalls in Frankreich zu verlegen und die sterblichen Überreste der Gefallenen des Infanterie-Regiments Nr. 15 dorthin zu verbringen. Mindener Firmen beteiligten sich am Aufbau dieses neuen Friedhofs. Das im Modell dargestellte Denkmal fand dort seinen Platz.

      In der Sammlung des Mindener Museums werden rund 60.000 Objekte bewahrt. Trotz Dauer- und Sonderausstellungen oder Leihgaben an andere Museen lagern 95% der Sammlung verborgen im Magazin. Die Vielfalt und die Geschichte der Sammlung und das Wissen über die Objekte stellt das Museumsteam regelmäßig in Kabinettausstellungen vor. Alle zwei Monate wird außerdem ein „Objekt im Fokus“ im Foyer des Museums ausgestellt und dort seine Geschichte erzählt.

                                                                                                          

      Das Objekt im Fokus für die Monate September und Oktober ist ein Konvolut von zwei Gipsmodellen für das auf dem Regimentsfriedhof in Wicres Route de la Bassée, Frankreich, aufgestellte Denkmal des Infanterie-Regiments Nr. 15 für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Die Abgüsse wurden von H. Schaper in Minden angefertigt und gelangten als Schenkung ins Mindener Museum.

      Das Gesamtmodell stellt das Denkmal dar, so wie es auch auf dem Friedhof zu finden ist. Zusätzlich gibt es ein Detailmodell der seitlich angebrachten Figuren. Das Modell zeigt einen überbreiten, mehrfach abgestuften Sockel, auf dem sich ein mächtiges Kreuz befindet. Unterhalb des Querbalkens dieses Kreuzes befinden sich links und rechts zwei trauernde Frauen, die ihre Hände vor das Gesicht geschlagen haben.

      Der Entwurf des Modells stammt von dem deutschen Bildhauer Otto Richter (1867-1943). Im Jahr 1901 gewann er den ersten Preis für ein Kaiser-Friedrich-Denkmal in Berlin-Charlottenburg. Weitere Werke von ihm schmückten u.a. das preußische Kultusministerium oder sind noch heute im Berliner Zoologischen Garten (Skulptur „Dem Deutschen Blindenhund“) zu bewundern. Das geplante Denkmal war jedoch ursprünglich für einen anderen Standort vorgesehen, als für den französischen Friedhof.    

      Das Infanterie-Regiment „Prinz Friedrich der Niederlande“ (2. Westfälisches) Nr. 15 kämpfte im Ersten Weltkrieg bis Februar 1916 hauptsächlich in Flandern an der Westfront. Durch den massiven Beschuss der britischen Artillerie ab Beginn des Jahres 1916 wurde der bis dahin genutzte Regiments-Friedhof in Halpegarde bei Ligny le Grand in Frankreich stark in Mitleidenschaft gezogen. So wird davon berichtet, dass Gräber aufgerissen, Grabkreuze zerstört und die den Platz umgebenden Ulmen umgebrochen wurden. Der Anblick der Zerstörung bewog das Offizierskorps zur Umbettung der Toten. So entschied man sich, den gesamten Friedhof zum heutigen Standort Wicres Route de la Bassée, ebenfalls in Frankreich zu verlegen und die sterblichen Überreste der Gefallenen des Infanterie-Regiments Nr. 15 dorthin zu verbringen. Mindener Firmen beteiligten sich am Aufbau dieses neuen Friedhofs. Das im Modell dargestellte Denkmal fand dort seinen Platz.



      Zwei Gipsmodelle für das auf dem Regimentsfriedhof in Wicres Route de la Bassée, Frankreich, aufgestellte Denkmal des Infanterie-Regiments Nr. 15 für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus der Sammlung des Mindener Museum.






       


       


       


       


       


       


       



       



       


    • Briten in Westfalen: Klein London und Umzugskisten LWL-Wanderausstellung ab Samstag im Mindener Museum

      Minden. Vor über 70 Jahren kamen britische Militärangehörige als Sieger, Befreier und Besatzer nach Westfalen. Im Laufe der Jahrzehnte änderte sich das Verhältnis zwischen Briten und Deutschen. Der laufende Abzug des britischen Militärs aus Deutschland ist Anlass für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), mit der Wanderausstellung „Briten in Westfalen“ an acht Orten (ab 25. August im Mindener Museum) zu zeigen, wie aus ehemaligen Kriegsgegnern Verbündete wurden. In einer Kooperation haben die Stadt Paderborn, das LWL-Museumsamt für Westfalen und der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens die Schau erarbeitet, die Kuratorin Dr. Bettina Blum hat sie realisiert. Die Erstpräsentation war bis  Februar im Stadtmuseum Paderborn zu sehen. Seitdem ist die Ausstellung auf Wanderschaft und gastiert vom 25. August bis zum 21. Oktober im Mindener Museum.

       

      Die Ausstellung schließt eine Lücke bei einem Thema, das für ganz Westfalen von großer Bedeutung ist und verbindet in idealer Weise Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie spannt den Bogen vom Politischen bis in den privaten Bereich. Wie begegneten sich Sieger und Besiegte? Was dachten Briten und Deutsche über ihre neuen Nachbarn? Wie gestaltete sich das Zusammenleben, beispielsweise in Vereinen und beim Sport? Wie kam es zu persönlichen Freundschaften und manchmal zu Eheschließungen? Und welche Rolle spielte dabei der Umstand, dass die britischen Militärangehörigen wegen Versetzungen oft nur kurz an einem Standort lebten? Wegen der häufigen Standortwechsel sind Umzugskisten ein zentrales Gestaltungsmittel der Ausstellung. In ihnen werden zahlreiche Exponate gezeigt und erläutert. Sie verweisen darauf, dass die Zeit häufig knapp bemessen war, um nähere Beziehungen aufzubauen.

       

      Die Briten kamen 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg als Besatzungsmacht auch nach Westfalen. Ostwestfalen und die Städte Bad Oeynhausen, Lübbecke und Minden wurden zum Sitz der britischen Militärregierung für Deutschland. Zunächst sollten die Militärangehörigen zu den besiegten Deutschen Distanz halten, was sich in der Praxis jedoch nicht aufrecht erhalten ließ. Um die Durchsetzung der eigenen Besatzungspolitik zu sichern, wurden Angehörige der alten nationalsozialistischen Elite aus ihren Ämtern entfernt und zum Teil interniert. Mithilfe eines Fragebogens wurden vor allem Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst „entnazifiziert“. Den Briten war darüber hinaus an einer Demokratisierung der deutschen Gesellschaft gelegen, wofür sie wichtige Impulse beispielsweise in der Kultur- und Sportpolitik setzten.

       

      So veränderte sich allmählich das Verhältnis zwischen Briten und Deutschen. War ihr Umgang zunächst streng hierarchisch zwischen Siegern und Besiegten geregelt, so wurde ihr Verhältnis zunehmend von Kooperation auf Augenhöhe geprägt. Britische Militärangehörige, die mit ihren Familien einige Zeit in verschiedenen westfälischen Städten lebten, begannen sich für ihre neue Heimat auf Zeit auch touristisch zu interessieren. Umgekehrt wurde es deutschen Jungendlichen ab den 1950er Jahren ermöglicht, im Rahmen von Austauschprogrammen neue Erfahrungen in britischen Gastfamilien zu machen. Nahe Begegnungen zwischen Briten und Deutschen führten in man­chen Fällen zu Liebesbe­ziehungen. Eheschließung zwischen Deutschen und britischen Militärs waren in der Besatzungszeit der späten 1940er Jahre zwar erlaubt, im britischen Militär aber noch nicht gern gesehen. Als roter Faden zieht sich durch die Wanderausstellung die Frage nach der besonderen Beziehungsgeschichte zwischen Deutschen und Briten, die sich in verschiedenen Zusammenhängen begegneten.

       

      Trotzdem blieb das Verhältnis von Briten und Deutschen auch von Distanz geprägt. Neben den vielen Standortwechseln lag das auch an der besonderen Funktionsweise des Militärs und in dessen Sicherheitsbedürfnissen. Das britische Militär bildete an den jeweiligen Standorten eine besondere Infrastruktur aus. Dort konnte man in der eigenen kleinen Welt unter sich bleiben, wenn man wollte. Oft haben die deutschen Nachbarn die britischen Siedlungen als eine fremde Welt wahrgenommen, in vielen Städten nannte man sie ‚Klein London‘.“

       

      Nachdem die Briten angekündigt haben, ihr Militär vollständig aus Deutschland abzuziehen, stellt sich vielerorts das Problem, was mit den freiwerdenden Immobilien und Flächen geschehen soll. Aus Minden zogen die Briten bereits Anfang der 1990er Jahre ab und die Folgen für die Stadtentwicklung kann man heute im Stadtbild an vielen Orten erkennen. Ehemalige Kasernen und Militärgelände haben sich zu neuen Stadtquartieren oder Dienstleistungszentren entwickelt. Mit der Frage danach, was von der britischen Militärpräsenz in Westfalen bleibt, wendet sich die Ausstellung der unmittelbaren Gegenwart zu und spannt so einen zeitlichen Bogen vom Beginn der Besatzung bis zum nahenden Abschied der britischen Truppen.

       

      Die Ausstellung und ein ihr zugrunde liegendes Forschungsprojekt zu den Briten in Westfalen 1945 bis 2017 wurde in Kooperation und im Dialog mit Briten und Deutschen realisiert. Rund 200 Personen steuerten ihre Erfahrungen und Erinnerungen bei. In Minden wird die Wanderausstellung um zahlreiche Objekte aus dem Sammlungsbestand des Museums und weiteren Leihgebern ergänzt. Daneben runden drei Text-/Bildbanner zur Geschichte der Briten in Bad Oeynhausen, Lübbecke und Minden die Schau ab.

       

      Zur Ausstellungseröffnung am Samstag, 25. August um 16 Uhr ist der Eintritt frei.

       

      Die Ausstellung wird durch einen reich bebilderten wissenschaftlichen Begleitband ergänzt, der einzelne Aspekte aufgreift und vertiefend behandelt: Gilhaus, Ulrike; Neuwöhner, Andreas (Hrsg.): Briten in Westfalen. Beziehungen und Begegnungen 1945 – 2017, Paderborn 2017. 190 S., 120 Abbildungen (davon 68 in Farbe), 19,90 Euro, ISBN 978-3-506-78698-2. Das Buch ist im Museumsshop, im Buchhandel und beim LWL-Museumsamt für Westfalen erhältlich.

      „Briten in Westfalen“ 

      Eine Wanderausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Zusammenarbeit mit der Stadt Paderborn, der Universität Paderborn, des Arbeitskreises ostwestfälisch-lippischer Archivare und des Altertumsvereins Westfalen, mit Unterstützung der Britischen Streitkräfte in Deutschland.

      25. August bis 21. Oktober

      Mindener Museum, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

      Weitere Infos 0571 / 9724020

      Die weiteren Stationen:

      Stadtarchiv Hamm                                                  28. Oktober 2018 bis 6. Januar 2019

      Emschertal-Museum Herne                                      13. Januar 2019 bis 10. März 2019

      Historisches Museum Bielefeld                                 17. März 2019 bis 12. Mai 2019

      Städtisches Museum Herford                                    19. Mai 2019 bis 14. Juli 2019

      Kreismuseum Wewelsburg in Büren                         21. Juli bis 8. September

       

      Einholen des „Union Jack“ beim Abzug der Briten 1992 aus Minden.

      © Mindener Museum

       


    • Mindener Museum zeigt Sonderausstellung zur Revolution 1918/19 in Minden


      Vor 100 Jahren vollzieht sich in Deutschland der revolutionäre Umbruch vom Kaiserreich zur Republik. Zugleich endet der Erste Weltkrieg mit der Niederlage Deutschlands. Die Geschwindigkeit, die Vielzahl und Vielfalt gleichzeitiger Ereignisse, Akteure, Prozesse und Handlungsstränge überfordert schon damals die Menschen. Vieles gerät in den Jahren danach bewusst oder unbewusst in Vergessenheit oder wird absichtlich für politische Zwecke verfälscht. Lange Jahre streiten selbst Historiker*innen darüber, ob dieser Umbruch tatsächlich eine Revolution war. Das Mindener Museum nimmt diese Ereignisse und Bewertungen zum Anlass, um unter dem Titel „Eine Revolution in völliger Ordnung“?! eine Sonderausstellung zum Übergang vom Kaiserreich zur Republik in Minden in den Jahren 1918/19zu präsentieren.

      Die Präsentation versucht, am lokalen Beispiel Minden das unübersichtliche Geschehen der Jahre 1918/19 etwas zu entzerren. Sie beleuchtet erstmals vor dem Hintergrund der nationalen Ereignisse den komplexen Beginn der Demokratie in der preußischen Garnisons- und Verwaltungsstadt. Die Ausstellung stellt lokale Akteure vor, skizziert Herausforderungen und deren Lösungsversuche und blickt auf den Alltag der Menschen. Sie zeigt aber auch, wie schnell und unter welchen Verhältnissen politische Systeme ihren gesellschaftlichen Rückhalt verlieren können. Überzogene Hoffnungen und enttäuschte Erwartungen führen nicht nur zum Untergang des Kaiserreichs, sondern radikalisieren rasch auch Befürworter*innen und Gegner*innen der jungen Republik.

      In Minden scheint es 1918/19 kaum Demonstrationen, politische Zusammenstöße oder gar Straßenkämpfe zu geben. Aber kann sich eine Revolution wirklich „in völliger Ordnung“ vollziehen? Haben Hunger, Krieg, Gewalt, Niederlage und Revolution die Menschen hier wirklich nicht radikalisiert? Oder haben sich bis heute nur keine Spuren in der Erinnerung erhalten? Und wie wird dieser Revolution erinnert? Fragen auf die Besucher*innen in der Ausstellung Antworten finden.

      Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Studierenden der Universität Bielefeld. Sie wird am Samstag, 28. Juli, um 16 Uhr eröffnet. Zur Ausstellungseröffnung ist der Eintritt frei.

      Mindener Museum, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

      Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder



      Versammlung der Mindener Garnison auf dem Marktplatz am 27. November 1918.

      © Kommunalarchiv Minden



       

    • Archäologische Funde aus der Sammlung des Mindener Museums in der LWL-Ausstellung „Echt Alt! Mittelalterliches Handwerk ausgegraben“ im Freilichtmuseum Hagen

      Bis zum 31. Oktober 2018 wird im LWL-Freilichtmuseum Hagen die Sonderausstellung „Echt Alt! Mittelalterliches Handwerk ausgegraben“ zu sehen sein. Erstmals blickt das Freilichtmuseum, das in historischen Gebäuden durch Handwerker belebte Handwerks- und Technikgeschichte des 19. und 20. Jahrhundert zeigt, weiter in die Vergangenheit zurück. Insgesamt 800 Jahre Handwerksgeschichte in Form von archäologischen Funden werden zu diesem Zweck aus ganz Westfalen und Lippe zusammengeführt. Gezeigt werden mittelalterliche Werkzeuge, Produktionsabfälle und Handwerksprodukte. Die Objekte geben Einblicke in die mittelalterliche Technik und Aufschluss darüber, wie die Handwerker damals gearbeitet haben.

      Auch das Mindener Museum unterstützt die Ausstellung mit mehreren außergewöhnlichen Funden aus seiner archäologischen Sammlung. Die Funde stammen aus der Bäckerstraße in Minden. Hier wurde in den 1970er Jahren durch die Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen- Lippe (LWL) die erste große stadtarchäologische Grabung Westfalens unter Verantwortung von Dr. Gabriele Isenberg durchgeführt. Von den zahlreichen Funden werden in Hagen ein Halbschuh und zwei Stiefel aus Leder präsentiert. Sie fand man in der westlichen Parzelle der Bäckerstraße 51. Der Fundzusammenhang mit mehreren abgeschnittenen Lederresten und zwei Gerbergruben lässt auf den Hinterhof einer Schusterwerkstatt schließen. Neben zwei mittelalterlichen Spinnwirteln wird außerdem ein kostbares Gewebefragment aus Leinen gezeigt. Das Fragment wird auf die Zeit um 1100 datiert und wurde ebenfalls in der Bäckerstr. 51 gefunden. Es erhielt zur Vorbereitung auf seine Präsentation in der Ausstellung eine neue alterungsbeständige Verpackung durch die Restaurierungswerkstätten des LWL. So soll das Gewebe auch langfristig optimal erhalten werden. Abgeschlossen wird die Präsentation der Mindener Funde durch ein gut erhaltenes Daubenschälchen aus Holz, das als Essgeschirr genutzt wurde.


      Mittelalterlicher Stiefel aus der Bäckerstraße in Minden.

       

    • Seminar zu Leichter und Einfacher Sprache in Ausstellungen im Mindener Museum – eine Kooperation des Westfälischen Heimatbundes und des LWL-Museumsamtes für Westfalen

      Wie kann man Ausstellungen und Museumsführungen einfacher und verständlicher gestalten, um möglichst vielen Menschen den Museumsbesuch zu ermöglichen? Dies war die zentrale Frage, welche im Mindener Museum von den unterschiedlichsten Teilnehmergruppen aus den Bereichen der Museumsarbeit, der Heimatmuseen und der Heimatpflege, erörtert wurde. Der Museumspädagoge Ulrich Neseker und die Referentin in der Geschäftsstelle des WHB, Sarah Pfeil, gaben mit einer kurzen theoretischen Anleitung und vielen Praxisbeispielen einen Überblick zum Thema. Dazu gehörte auch eine Führung in Leichter Sprache durch die Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes für Westfalen „Leben im Bett. Lesen, Essen, Wanzen jagen“, die derzeit im Mindener Museum gezeigt wird.

      Allein in Deutschland können 14,5 Prozent der Bevölkerung zwischen 16 und 64 Jahren keine zusammenhängenden Texte verstehen. Menschen mit Migrationshintergrund, Grundschulkinder und Menschen mit Demenz profitieren ebenfalls von einer einfachen Schreibweise. Praktische Erfahrungen mit der Einfachen Sprache und einer direkten Ansprache von Menschen mit kognitiven Defiziten hat Ulrich Neseker schon viele Jahre gesammelt. Neseker erklärt: „Mein Anspruch ist, mich stets auf die Gruppe einzustellen, die vor ihm steht. Mein Grundprinzip ist die didaktische Reduktion.“ Dass Leichte Sprache nicht leicht, sondern vielmehr harte Arbeit ist, berichtete Sarah Pfeil aus der Zeit ihres Volontariats in der LWL-Kulturabteilung. Eine generelle Herausforderung bei der Erstellung von Texten in Leichter Sprache, ist die gemeinsame Abstimmung unter den Entscheidungsträgern. Sarah Pfeil gab den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern mit auf den Weg, dass alle an einem Strang ziehen müssen, um ein solches Projekt intern und extern erfolgreich zu gestalten.

      Zu Anfang der Führung durch die Wanderausstellung „Leben im Bett. Lesen, Essen, Wanzen jagen“ in Leichter Sprache, fragt Neseker die Seminargruppe: „Wer von Ihnen liest im Bett?“ und „Wer von Ihnen isst im Bett?“. Dadurch gelang es Neseker, die Teilnehmenden aktiv durch die Wanderausstellung „Leben im Bett. Lesen, Essen, Wanzen jagen“ in Leichter Sprache zu führen. Der Rundgang behandelte viele unterschiedliche Aspekte, die mit dem Thema Bett assoziiert werden. Beginnend mit Themen, wie der Geburt, Sexualität, Tieren im Bett und berühmten Malern, die im Bett arbeiteten, erklärte Neseker auch Fremdwörter, wie Aphrodisiakum, kurz und griffig.

      Die Seminargruppe setzte sich intensiv mit den Ausstellungstexten und den von der Lebenshilfe geprüften Texten auseinander und verglich diese kritisch miteinander. Im gemeinsamen Austausch über die Eindrücke der Ausstellung, lobten die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer insbesondere den „Austausch auf Augenhöhe“. Außerdem wurde deutlich, dass eine komplizierte Ausdrucksweise nicht immer zielführend ist.

      Ein Teilnehmer kam zu dem Schluss, dass er sich vornehmen würde, kurze und prägnante Sätze zu schreiben und zukünftig seinem Gegenüber mehr Zeit zum Nachfragen zu geben.

      Sarah Pfeil gibt den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern abschließend den Tipp: „Machen Sie sich vorab bewusst, welche Zielgruppe man erreichen möchte. Dann ist auch die Auswahl der geeigneten Sprachform klar.“

    • 8. Kabinettausstellung „Mit Nadel und Faden…!“- Handgefertigte Nadelarbeiten aus der Sammlung des Mindener Museum  

      Die 8. Kabinettausstellung des Mindener Museums präsentiert kunstvoll verzierte, handgefertigte Nadelarbeiten aus dem 19. und frühen 20. Jh.. Die in der Ausstellung zu sehenden Arbeiten wurden einst von geschulten Laien im häuslichen Bereich mit einfachen Hilfsmitteln angefertigt. Wichtigstes Werkzeug ist dabei die Nadel, die bei den verschiedenen Techniken wie Sticken, Häkeln oder Stricken zum Einsatz kommt.

       Aktuell liegen Handarbeiten wieder im Trend. Es gibt florierende Internetplattformen für Selbstgemachtes, steigende Abonnentenzahlen von Handarbeitszeitschriften, unzählige Blogs und YouTube-Filme mit „Do-It-Yourself-Anleitungen“.

       Im 19. Jh. spielte das textile Handarbeiten jedoch eine zentrale Rolle in der Erziehung von Mädchen und jungen Frauen. Die Frau im bürgerlichen Ideal sollte zwar fleißig, aber nicht erwerbstätig sein. Handarbeiten galten als das ideale Erziehungsmittel. Sie erforderten Sorgfalt, Fingerfertigkeit und Ausdauer und zwangen zu Konzentration und Ruhe. In Minden wurde der Handarbeitsunterricht an der Domschule und der „Höheren Töchterschule“ bereits 1826 eingeführt. Seit 1872 war er für Mädchen an preußischen Volksschulen Pflicht. In der Ausstellung zeigen überlieferte Handarbeitsunterrichtsmaterialien, wie wichtig dieses Schulfach im 19. Jh. war.

      Zu sehen sind außerdem zahlreiche verzierte Textilien, die ehemals Mindener Haushalte schmückten. Neben repräsentativen Dekorationsobjekten wie Kissen und Lichtschirmen werden mit entsprechenden Funktionsbezeichnungen bestickte Beutel und Taschen zur Aufbewahrung von Alltagsgegenständen sowie Spruchtücher gezeigt. Die Ausstellung widmet sich außerdem den verschiedenen Handarbeitstechniken und erklärt anhand von Mustern und Werkzeugen die Unterschiede zwischen Sticken, Häkeln, Stricken oder Klöppeln.

       Tondokumente aus Minden erzählen aber auch davon, dass Handarbeiten für Frauen aus weniger privilegierten Gesellschaftsschichten immer auch eine notwendige Möglichkeit waren, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Viele Handarbeiterinnen fanden im Mindener Stickereifachgeschäft Maaß einen Nebenerwerb. Dass auch Männer st(r)icken können, zeigen überlieferte Objekte aus dem Kriegsgefangenenlager Minderheide (1914-1918).

       Die Ausstellung wird am 23. Juni 2018 um 16.00 Uhr eröffnet und läuft bis zum 04. November.

       Mindener Museum, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

      Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder .


      Plakat der 8. Kabinettausstellung des Mindener Museums.



      Besticktes Küchenhandtuch aus der Sammlung des Mindener Museum.



      Mit Perlen bestickte Reisehandtasche aus der Sammlung des Mindener Museum.


    • Objekt auf Reisen-Gemälde aus der Sammlung des Mindener Museums in der großen Landesausstellung „Karl Marx 1818-1883.

      Seit dem 5. Mai wird im rheinischen Landesmuseum in Trier auch ein Gemälde aus der Sammlung des Mindener Museums gezeigt. Anlass ist der 200. Geburtstag von Karl Marx (1818-1839). Das Gemälde zeigt Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795-1861) in seinem Arbeitszimmer im Berliner Schloss. Es war ein persönliches Geschenk des Königs an den in Minden geborenen Astronomen Friedrich Wilhelm Bessel (1784-1846). Dieser vermachte es nach seinem Tod in Königsberg, wo er forschte und lehrte, seiner Heimatstadt Minden. Gemalt hat das Leinwandgemälde in Öl der damals sehr bekannte Berliner Porträtmaler Franz Krüger (1797-1857), dessen Werke auch in der Alten Nationalgalerie zu sehen sind.

      Der in Trier geborene Karl Marx studierte zunächst Rechtswissenschaften und Philosophie und übernahm nach seiner Dissertation im Oktober 1842 die Redaktion der Rheinischen Zeitung. Das Blatt übte scharfe Kritik an den Lebens- und Arbeitsbedingungen in Preußen. Weil Marx die Pressezensur wiederholt unterlief und die Zeitung verboten wurde, verließ er nach wenigen Monaten die Redaktion. Im französischen Exil wandte er sich dem Kommunismus zu und kehrte in der Märzrevolution 1848 wieder nach Köln zurück. Dort gründete er die „Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie“. Als Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) die von der Nationalversammlung angebotene Kaiserwürde im April 1849 ablehnte, war die Revolution gescheitert. Marx flieht zunächst wieder nach Frankreich und dann nach England. Hier schreibt er seine wichtigsten theoretischen Werke zur politischen Sozialökonomie. Das Gemälde von Franz Krüger, das um 1846 entstand, zeigt den preußischen König und personifiziert damit Marx‘ politischen Widersacher.

      Das Land Rheinland-Pfalz und die Karl Marx Geburtsstadt Trier zeigen noch bis zum 21. Oktober 2018 die erste kulturhistorische Ausstellung „KARL MARX 1818 – 1883. LEBEN. WERK. ZEIT.“, die sich diesem bedeutenden Denker des 19. Jahrhunderts widmet. Die Ausstellung, die im Rheinischen Landesmuseum Trier und dem Stadtmuseum Simeonstift Trier präsentiert wird, beleuchtet sein Leben, seine wichtigsten Werke und das vielfältige Wirken in seiner Zeit. Zeitgleich werden in Partnerausstellungen im Museum Karl-Marx-Haus und im Museum am Dom die Wirkungsgeschichte sowie zeitgenössische Aspekte ergänzt.




      Friedrich Wilhelm IV. von Preußen gemalt von Franz Krüger im Jahr 1846.


    •   Pressemitteilung Bericht über die Mitgliederversammlung der Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums

      Dr. Wolfgang Suderow erster Ehrenvorsitzender der Fördergesellschaft des Mindener Museums

       

      Minden. Auf der Jahreshauptversammlung der Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums e.V. ist der langjährige Vorsitzende, Dr. Wolfgang Suderow, zum ersten Ehrenvorsitzenden in der Geschichte der Gesellschaft gewählt worden. Nach über 12jähriger Tätigkeit wählten die Mitglieder zudem den Unternehmer und Verleger des Mindener Tageblatts, Sven Thomas, einstimmig zum neuen Vorsitzenden. Für den bisherigen 2. Vorsitzenden rückt Dr. Joachim Gerd Stange in den Vorstand, den Dr. Ulrike Faber-Hermann als wiedergewählte 2. Vorsitzende Finanzen vervollständigt.

       

      Zur Begründung des Ehrenvorsitzes würdigte der neue Vorsitzende Thomas die besonderen Verdienste Dr. Suderows um die Abwendung der drohenden Schließung und um die Sanierung des Mindener Museums in den Jahren 2006 bis 2012. Die Entscheidung, den Wellpott-Nachlass als 10% städtischen Eigenanteil für die Finanzierung der Sanierung einzusetzen, sei sein Verdienst. Sein Engagement habe schließlich Ende 2009 maßgeblich zu einem mehrheitlichen Ratsbeschluss geführt, das Museum zu sanieren, dafür Städtebaufördermittel zu beantragen und die Mittel aus dem Konjunkturpaket 2 in die Sanierung zu investieren. Darüber hinaus habe Dr. Suderow erhebliche Sponsoringmittel für „Start im Quadrat“ I + II aus der Wirtschaft des Kreises Minden-Lübbecke einwerben können. Dadurch kann die Fördergesellschaft bis 2021 inkl. des Wellpott-Nachlasses und Spenden rund 1,125 Mio. € in die Finanzierung der neuen Dauerausstellung des Museums investieren, während die Stadt Minden dazu von 2018 bis 2021 600.000 € beisteuere. Für dieses außergewöhnliche Engagement bedankte sich Sven Thomas bei Dr. Wolfgang Suderow im Namen aller Mitglieder und der Gesellschaft mit einem Präsent. Dr. Suderow ist in der über 25jährigen Geschichte der Fördergesellschaft der erste Ehrenvorsitzende und neben dem Verleger Rainer Thomas (2015) überhaupt erst das zweite Ehrenmitglied.

      Neben den turnusmäßigen Wahlen des Vorstandes und der Kassenprüfer stimmten die Mitglieder einstimmig drei Satzungsänderungen und nach 15 Jahren einer moderaten Anpassung der Mitgliedsbeiträge zu. Nach einem Ausblick auf das Jahr 2018 und die aktuelle Situation des Museums besichtigten die Mitglieder im Anschluss nach Wahl entweder die Kabinettausstellung „Naturgefühl und Nationalstolz – Die Porta Westfalica im Bild von 1800 bis heute“ oder die aktuelle Sonderausstellung „Leben im Bett. Lesen, Essen, Wanzen jagen“ des LWL-Museumsamtes für Westfalen.




      Der erste Ehrenvorsitzende, Dr. Wolfgang Suderow (1.v.l.), Museumsleiter und Geschäftsführer Philipp Koch, der neue 2. Vorsitzende Dr. Joachim Gerd Stange, die wiedergewählte 2. Vorsitzende Finanzen Dr. Ulrike Faber-Hermann und der neue Vorsitzende Sven Thomas.





    • Happy Hour im Mindener Museum    

      Den Freitagnachmittag im Mindener Museum ausklingen lassen? Wer darauf Lust hat, kann ab sofort immer freitags die „Happy Hour“ mit vergünstigtem Eintrittspreis nutzen. In der letzten Öffnungsstunde von 16.45 bis 18 Uhr zahlen Erwachsene statt der regulären 4,- nur 2,- Euro. Zu sehen sind aktuell die Kabinettausstellung „‘Naturgefühl und Nationalstolz‘ – Die Porta Westfalica im Bild von 1800 bis heute“ sowie noch bis zum 1. Mai die Sonderausstellung „Ich Mann – Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?“. Ab Samstag, 5. Mai wird dann die Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes „Leben im Bett - Lesen, Essen, Wanzen jagen“ präsentiert. Die „Happy Hour“ soll Besuchern als Schnupperangebot dienen, die sich einen ersten Eindruck von den Angeboten des Mindener Museums verschaffen möchten. Aber auch Museumsliebhaber kommen auf ihre Kosten und können auf diese Art Stück für Stück die Ausstellungsbereiche erleben.

      Mindener Museum, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

    • Neues Objekt im Fach "Aktuelles!"

      Im Schaufenster zur Stadtgeschichte präsentiert das Mindener Museum Dinge aus verschiedenen Epochen der Mindener Historie. Ein Fach mit wechselnden Objekt widmet sich besonderen Themen und aktuellen Fragestellungen.


      Schaufenster zur Stadtgeschichte mit dem Mindener Stadtmodell (Foto: © Mindener Museum)

      Aktuell wird hier das Mindener Jadeitbeil präsentiert. Es war von September 2016 bis Oktober 2017 Teil der archäologischen Landesausstellung „REVOLUTIONjungSTEINZEIT“ in Bonn, Herne und Detmold zu sehen.

      Insgesamt rund 1.000 Objekte aus Museen, Sammlungen und Forschungseinrichtungen aus ganz Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa, kamen zu diesem außergewöhnlichen Ausstellungsprojekt zusammen. Thematisiert wurde der umwälzende Umbruch vom Jäger und Sammler zum sesshaften Menschen. Erstmals wurden die Auswirkungen des enormen gesellschaftlichen Wandels, der sich in der Zeit von Ötzi und Stonehenge vollzog, brennenden Fragen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gegenüber gestellt – von Überbevölkerung und Überschussproduktion bis hin zu Ernährung und Klimawandel.

      Entdeckt für die Ausstellung wurde das Beil 2015 von dem früheren Leiter der Bielefelder Archäologie-Außenstelle des Landschafts-verbandes Westfalen-Lippe, Dr. Daniel Bérenger. Er ließ das auffällig grüne Gestein mithilfe einer Farbskala zerstörungsfrei von Mitarbeitern des internationalen JADE-Forschungsprogramms untersuchen. Die Wissenschaftler konnten bestätigen, dass es sich um das noch heute wertvolle Material Jadeit vom Monte Viso bei Turin handelt. Der Transport des Gesteins bis nach Minden verdeutlicht, wie mobil die Menschen der Jungsteinzeit tatsächlich waren und dass sie schon vor 12.000 Jahren über weite Strecken Handel betrieben.

      Das Beil aus Minden ist mit seinen 25,8 cm sehr groß und war damit weniger ein profanes Werkzeug als ein Gegenstand mit einer religiösen oder sozialen Funktion. Gefunden wurde das Beil im Jahr 1931 im Ackerland bei Uphausen an der Nordseite des Wiehengebirges.

      Mindener Museum, Di - So 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

      Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder .


      Das Jadeitbeil aus Minden (Foto: © Mindener Museum)

    • Pressemitteilung der Günter-Cassel-Stiftung Minden Neuerwerbung von zwei Gemälden von Wilhelm Busch  

      Minden, 21.2.2018. Die Günter-Cassel-Stiftung präsentierte heute zwei Neuerwerbungen von Wilhelm Busch (1832–1908.), die am 10. November auf einer Auktion der Münchener Galerie Carl & Faber ersteigert wurden. Zugleich verabschiedete Vorstand Jan-Nicolai Klement das langjährige Kuratoriumsmitglied Dr. Volker Schäferbarthold, der seit Gründung der Stiftung 1996 die Mindener Wirtschaft im Kuratorium vertrat und nun auf eigenen Wunsch ausschied.

      Bei den erworbenen Gemälden handelt es um zwei von insgesamt sechs Werken, die das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover an die Erben des jüdischen Sammlers Rudolf Neugass zu restituieren hatte. Wie eine systematische Provenienzforschung des Museums 2011/2012 ergab, war das Museum um 1938/39 in den Besitz von acht Ölbildern des Bad Homburger Sammlers gelangt, die die Gestapo bei ihm beschlagnahmt hatte. Neugass starb 1942 im Konzentrationslager. Nach der Restituierung an die Erben 2017 ließen diese die Werke über die Galerie Carl & Faber in München versteigern. Bei den durch die Stiftung erworbenen Werken handelt es sich um die Gemälde „Herbstlicher Waldrand mit sitzender Rotjacke“ (Werkverzeichnis GM Nr. 726) und „Studie eines stehenden Bauern“ (Werkverzeichnis GM Nr. 314):

      „Studie eines stehenden Bauern“, 1885-1890

      Lost Art-ID 438496

      Öl auf Papier / Pappe, 13,2 × 7,0 cm

      Malerei

      Motiv: Halb von rückwärts gesehen steht ein Bauer in einer knapp angedeuteten Raumecke und zündet sich eine Pfeife an.

       

      “Herbstlicher Waldrand mit sitzender Rotjacke”, um 1890

      Lost Art-ID 438501

      Öl auf Papier / Pappe, 17,5 × 20,9 cm

      Malerei

      Motiv: Auf feuerrotem Gelände sitzt vor dünn strukturiertem  braunem Buschwerk und einer nach rechts hängenden Birke eine Rotjacke in Rückenfigur. Vorne rechts liegen zwei Findlinge am Boden.

      Günter-Cassel-Stiftung

      Die Stiftung ist benannt nach dem Privatier Günter Cassel (geboren am 15. September 1915 in Minden, gestorben am 13. November 1990 in Berlin). Zweck der Stiftung ist die Förderung der Kunst und Kultur durch die Förderung des Kunstbesitzes des Mindener Museums. Der Stiftungszweck wird insbesondere durch die Anschaffung von Kunstwerken namhafter deutscher Maler des 19. Jahrhunderts, von Darstellungen mit Bezug auf die Stadt Minden und deren Umgebung sowie – vom Jahre 2015 an – durch die Anschaffung auch anderer Kunstwerke für das Mindener Museum verwirklicht.

      Weitere Informationen unter: www.guenter-cassel-stiftung.org

      Vorstand:
      Jan-Nicolai Klement, (Städtischer Rechtsdirektor)

      Kuratorium:
      N.N., (Vertreter Mindener Wirtschaft)

      Hans Peter Korth, (Vorsitzender Mindener Kunstverein)

      Philipp Koch, (Leiter Mindener Museum)

       

    • Mindener Museum und Domschatz Minden kooperieren im Ticket-Bereich – Ermäßigungen für Besucher beider musealen Einrichtungen

      Minden. Das Mindener Museum und der Domschatz Minden kooperieren ab dem 1. Februar im Ticket-Bereich. Besucher, die in einer der beiden musealen Einrichtungen eine Eintrittskarte erwerben, erhalten innerhalb eines Zeitraums von drei Monaten einmalig 50 Cent Ermäßigung beim Kauf eines Tickets im anderen Museum.

       „Beide Museen verfolgen das gleiche Ziel“, erklärt der Leiter des Mindener Museums, Philipp Koch: „Wir wollen unseren Besucherinnen und Besuchern die Geschichte der Stadt Minden und ihre Bedeutung in all ihren Facetten nahebringen.“ Dazu gehöre die Entwicklung des Mindener Gemeingefüges ebenso, wie die Einflüsse, die das ehemalige Bistum Minden über mehr als acht Jahrhunderte genommen habe, betont der Vorsitzende des Dombau-Vereins Minden, Hans-Jürgen Amtage. Der Förderverein ist seit Neugestaltung und Wiedereröffnung im März 2017 Betreiber der Domschatzkammer am Kleinen Domhof.

       Das Mindener Museum an der Ritterstraße zählt mit seinen sechs Häusern aus dem 16. Jahrhundert im Stil der Weserrenaissance zu den traditionsreichsten westfälischen Museen. Der Domschatz Minden mit seinem modernen Äußeren gilt mit seinen Exponaten aus elf Jahrhunderten als eine der bedeutendsten Sammlungen christlicher Kunst in Deutschland. „Diese Stärken wollen wir mit der Kooperation im Ticket-Bereich gemeinsam nutzen“, so Philipp Koch.

       

    • Kindergeburtstage im Mindener Museum feiern

      Eltern, die den Geburtstag ihres Kindes auf besondere Art und Weise feiern möchten, können im Mindener Museum zwischen fünf spannenden Programmen wählen. Kinder ab fünf Jahren können bei „Feuer und Flamme“ ein eigenes Tonlämpchen modellieren. Ab sechs Jahren können die Geburtstagsgäste an der Rallye „Spione im Museum“ teilnehmen und mit etwas Glück den Museumsschatz heben. Bei dem Programm „Leben wie vor 100 Jahren“ nehmen Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren auf einer 100jährigen Schulbank Platz und kreieren eigene Seife. Für Kinder ab acht Jahren wird das Museum zur Druckwerkstatt. Ausgerüstet mit Nadel und Druckplatte entwerfen sie ihr eigenes, selbst gedrucktes Kunstwerk. Kinder ab 10 Jahren können schließlich an einem Fotoworkshop teilnehmen und historische Techniken wie die „Cyanotypie“ ausprobieren und Selfies mit Polaroid-Kameras schießen.

      Die Programme dauern jeweils zwei Stunden, inklusive Pause mit mitgebrachten Getränken und Kuchen, und kosten 75 €. Zusätzliche Materialkosten fallen je nach Programm pro Gast an. Max. 12 Kinder können an einem Programm teilnehmen. Um Anmeldung unter 0571-9724020 oder wird gebeten. Weitere Informationen unter www.mindenermuseum.de. Auskunft erteilt Kristin Saretzki, Telefonnr.: 0571-9724021, .

      Im Museum gibt es einiges für die Geburtstagsgäste zu entdecken (© Mindener Museum)

    • Neues Mit-Mach-Angebot für Kinderfeuerwehren im Mindener Museum  

      Das Mindener Museum bietet ab sofort unter dem Titel „Feuer und Flamme“ ein Programm an, dass sich speziell an Kinderfeuerwehren richtet. In einer kleinen Ausstellungssequenz erfahren Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren, welche Gefahren in früheren Jahrhunderten mit Feuer verbunden waren. Historische Ledereimer, Feuerhaken und eine Feuerordnung der Stadt Minden aus dem Jahr 1747 zeigen, welche Maßnahmen die Menschen einst ergriffen, um sich vor Feuer zu schützen und mit welchen Mitteln sie versuchten, Brände zu löschen. Spielerisch erfahren die Kinder, wann die erste freiwillige Feuerwehr gegründet wurde und wie sich Uniformen und Ausrüstungen veränderten. Eine über 100jährige Feuerwehruniform darf bestaunt werden.

      Auf der Suche nach Feuerlöschern, Brandmeldern und Notausgängen können die angehenden Feuerwehrmänner und –frauen ihr Wissen in Sachen Brandschutz unter Beweis stellen. Zum Schluss wird es noch einmal kreativ: Jedes Kind kann sich ein eigenes kleines Andenken, passend zum Thema, gestalten. Neben einem Tonlämpchen können lustige Kerzen aus Knetwachs modelliert oder Bienenwachskerzen gerollt werden.

      Pro Gruppe kostet das zweistündige Angebot 75 €. Zusätzlich fallen 1 € Materialkosten pro Kind an. Das Mindener Museum ist Di – So von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Für Gruppen werden Sonderöffnungszeiten eingerichtet. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten. Weitere Informationen unter www.mindenermuseum.de. Auskunft erteilt Kristin Saretzki, Telefonnr.: 0571-9724021, .


      Ein Tonlämpchen im Museum modellieren (© Mindener Museum)

    • Stiftung der Fielmann AG setzt Förderung des Mindener Museums fort

      Minden. Die Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums und das Mindener Museum freuen sich über eine großzügige Schenkung der Stiftung der Fielmann AG. Die Leiterin der Fielmann Niederlassung in Minden Ina Rinsche übergab heute ein wertvolles Gemälde an die Fördergesellschaft und das Team des Mindener Museums. Das Portrait zeigt den aus altem preußischen Adel stammenden Oberst Maximilian August von Kracht (1803-1862). Der Offizier war von 1859 bis zu seinem Tod 1862 Kommandeur des in Minden stationierten 15. Infanterieregiments Prinz Friedrich der Niederlande. In dieser Funktion besaß er eine herausragende Stellung im gesellschaftlichen und politischen Leben der Stadt Minden. Zu dieser Zeit gab es in Preußen eine Verfassungskrise, die den Aufstieg des späteren Reichskanzlers Bismarck ermöglichte. Der junge König Wilhelm I. stritt in dieser auch als Heereskonflikt bezeichneten Krise mit dem liberal dominierten Abgeordnetenhaus über die zur Reorganisation der preußischen Armee und Landwehr notwendigen Finanzmittel. Auf dem Höhepunkt des Konflikts löste der König am 11. März 1862 das Parlament auf. Von Kracht, der bei der Krönung Wilhelms I. als persönlicher Adjutant des Prinzen Friedrich der Niederlande anwesend war, starb nur wenige Tage später, am 29. März 1862, an einem Halsleiden in Minden. Als hoher Repräsentant des preußischen Militärs stellt von Kracht die eine Seite dieses für die preußische Geschichte zentralen Konfliktes dar und veranschaulicht die Bedeutung des Militärs für die Mindener Stadtgeschichte.

      Die Stiftung der Fielmann AG setzt mit der Schenkung des Portraits von Krachts ihre seit Jahren großzügige Förderung des Mindener Museums und seiner Fördergesellschaft fort. So stiftete die Fielmann AG in den Jahren 2014 und 2015 drei wertvolle Portraits der Familien Pogrell und Harten, des 1828 in Minden geborenen Malers Friedrich Wilhelm Graupenstein.

      Die Leiterin der Fielmann Niederlassung in Minden, Ina Rinsche, überreicht das Gemälde an den Leiter des Mindener Museums Philipp Koch.

    • Sprachförderprogramm für Flüchtlinge im Mindener Museum

      Spracherwerb und Sprachkompetenz sind wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration. Sprachförderung mit Kulturvermittlung zu verbinden, ist ein vielversprechender Ansatz die Integration von Menschen mit Fluchterfahrung zu unterstützen. Darum entwickelten das Mindener Museum und das Mindener Profilingbüro Glaser das museumspädagogische Programm „Stadt, Land, Fluss“. Das Büro Glaser ist eine der Institutionen vor Ort, die vom Bundesamt für  Migration und Flüchtlinge (BAMF) zertifizierte Deutsch- und Integrationskurse anbietet. Die Ausgangsidee war, das in den Deutschkursen erlernte Sprachwissen durch kulturelle Bildung im Mindener Museum zu unterstützen. Dafür sollten Aspekte aus der Geschichte der Stadt Minden und seiner Region genutzt werden. Das Konzept wurde niedrigschwellig und bedarfsorientiert ausgerichtet. Und hier lag die große Herausforderung: Wie vermittelt man Sprachanfängern mit geringen Deutschkenntnissen in nur drei Zeitstunden Wissen zu wichtigen Bauten wie dem Dom oder zur Gründungslegende Mindens? Entstanden ist ein Programm, dass sich aus drei aufeinander aufbauenden Einheiten zusammensetzt, die an verschiedenen Orten stattfinden: Schulungsraum, Museum und Stadtrundgang. Vorbereitend erhalten die Teilnehmer eine Woche vor Programmbeginn eine nach Themen und nach Wortgruppen geordnete Vokabelliste.

      Nach einer rund sechsmonatigen Erprobungsphase, an dem neun Deutschkurse  des Profilingbüros Glaser teilnahmen, wurde das Programm abschließend von den Museumspädagogen des Mindener Museums und den sprachpädagogischen Lehrkräften des Profilingbüros Glaser evaluiert. Ein Ergebnis dieser Evaluation ist die Beobachtung, das Sprachförderprogramm an die individuellen Bedarfe der Kursteilnehmer weiter zu entwickeln und zu diversifizieren. Dabei sollen die vom BAMF für Integrationskurse vorgegebenen Lehrinhalte noch gezielter als bisher Berücksichtigung finden. Die vorgegebenen allgemeinen Lehrinhalte zu Geschichte, Kultur und Rechtsordnung in Deutschland aus dem letzten Kursabschnitt von Integrationskursen - dem Orientierungskurs – sollen aufgegriffen und im lokalen politisch-historischen Kontext behandelt werden. Diese Themen werden vom BAMF als wesentlich für die gesellschaftliche Integration von Zugewanderten gesehen.

      Das Sprachförderprogramm „Stadt, Land, Fluss“ kann ab sofort im Mindener Museum gebucht werden. Es kostet mit drei Terminen pro Gruppe insgesamt 100 € plus 1 € Materialkosten pro Teilnehmer. Die Teilnehmerzahl richtet sich nach den jeweiligen Sprachkenntnissen. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten. Inhaltliche Auskunft gibt Necaattin Arslan, Telefonnr.: 0571-9724012, .

       


      Teilnehmer Deutschkurs vor dem Mindener Museum

      Stadtrundgang vor dem Dom

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