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Heimatförderung

„Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muss“ - das wusste Johann Gottfried von Herder schon im 19. Jahrhundert. Heutzutage ist der Begriff Heimat wieder in den Fokus der Diskussion gerückt. Aber für jede und jeden bedeutet er etwas anderes.

  • Heimat ist noch für viele Menschen das, wo man sich vertraut fühlt. Eine Gegend, ein Viertel, eine Stadt. Geborgenheit und Vertrautheit gehören dazu - sie werden gern als Heimatgefühl benannt. Dieses subjektive Gefühl ist jedoch nur schwer zu fassen. 

    Die Landesregierung NRW hat sich zum Ziel gesetzt, Heimat zu stärken. Dabei ist es egal, ob diese Heimat in den großen Städten des Ruhrgebietes liegt oder in den ländlichen Regionen wie Ostwestfalen. Gemeinsam ist ihnen Weltoffenheit, Toleranz, Verantwortungsgefühl und Gemeinsinn. Sie schaffen einen starken gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dieser Zusammenhalt soll mit Landesförderungen gestärkt werden. Die Förderungen bestehen aus fünf Bausteinen, die hier kurz vorgestellt werden.

    • Heimat-Scheck

      Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat im Rahmen eines großen Förderprogramms den Heimat-Scheck an den Start gebracht. Sie will jährlich 1.000 Projekte und Vorhaben mit jeweils 2.000 Euro fördern. Die Antragstellung für Projekte, die noch in 2018 realisiert werden sollen, ist sofort möglich.
      Es gibt viele kleine Projekte und Initiativen, die eigentlich nicht viel kosten, aber wichtig für die Stadt und ihr Umland sind. Hier setzt der Heimat-Scheck als Möglichmacher an. Gefördert werden können Maßnahmen, die sich mit dem Thema Heimat und Heimatgeschichte befassen und das Wir-Gefühl der Menschen, die zusammen leben, fördern. Das kann die Renovierung eines Bürger*innentreffs sein, die Organisation einer Sonderausstellung oder ein der Heimat verbundenes Schulprojekt, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die Bürokratie des Heimat-Schecks ist auf ein Minimum reduziert. 

      Den Antrag für den Heimat-Check ist hier online abrufbar.

      Weitere Informationen gibt es hier.

    • Heimat-Preis

      Für innovative Heimatprojekte wird ab 2019 ein Preis ausgelobt, der die konkrete Arbeit belohnen und zugleich nachahmenswerte Praxisbeispiele liefern soll. Anträge können bereits jetzt gestellt werden. Die Auszeichnungen sind eine Wertschätzung der (überwiegend) ehrenamtlich Engagierten. Kommunen sollen den Preis vergeben, die Sieger stellen sich anschließend dem Wettbewerb auf Landesebene. Kleinere Gemeinden erhalten vom Land ein Preisgeld von 5.000 Euro.

      Die Stadt Minden erarbeitet momentan die Preisrichtlinien und wird 2019 den Heimat-Preis erstmalig vergeben.

      Weitere Informationen gibt es hier.

    • Heimat-Fonds

      Initiativen, die ein Heimat-Projekt verwirklichen wollen, sollen durch den Heimat-Fonds unterstützt werden: Für jeden eingeworbenen Euro soll es je einen Euro vom Land dazugeben (bis maximal 40.000 Euro), so dass sich Gutes verdoppelt. Förderfähig sind Projekte von mindestens 5.000 Euro und maximal 80.000 Euro. Die Verwaltung des „Heimat-Fonds“ soll vor Ort über die Gemeinden und Gemeindeverbände erfolgen. Der Mindestanteil der Kommune beträgt 10 Prozent. Bei grenzüberschreitenden Projekten mit mehreren beteiligten Kommunen können im Einzelfall auch Projekte mit einem Volumen über 80.000 Euro gefördert werden.

      Weitere Informationen gibt es hier.

    • Heimat-Werkstatt

      Ideen zum Thema Heimat sollen in „Werkstätten“ entwickelt und verwirklicht werden, damit eine inhaltliche Auseinandersetzung in Gang gesetzt werden kann. Denn jede Region – ob Stadtviertel oder eine Gemeinde im ländlichen Raum – hat prägende Besonderheiten, mit denen sich die Bewohnerinnen und Bewohner identifizieren. Vertreter von Initiativen und anderen Organisationen, aber auch Bürgerinnen und Bürger direkt sollen sich in einen offenen, identitätsstiftenden Prozess einbringen. Zum Beispiel kann in einer offenen Kreativwerkstatt unter Beteiligung aller Akteurinnen und Akteure ein ortstypisches Kunstwerk entwickelt und verwirklicht werden.

      Der Diskurs in der Heimat-Werkstatt soll Gemeinsamkeiten herausarbeiten und das lokale Gemeinschaftsgefühl stärken. Zugleich wird mit der Gestaltung der öffentliche Raum aufgewertet. Der aufwändige Prozess wird je Projekt mit mindestens 40.000 Euro gefördert. Empfänger können Kommunen, Private, Vereine und gemeinnützige Organisationen sein.

      Weitere Informationen gibt es hier.

    • Heimat-Zeugnis

      Hier steht die Schaffung und Bewahrung von in herausragender Weise die lokale und regionale Geschichte prägender Bauwerke, Gebäude oder entsprechender Orte in der freien Natur im Fokus. Projekte mit einem Volumen ab 100.000 Euro können mit maximal 90 Prozent (Privatleute) bzw. 80 Prozent (Kommunen) unterstützt werden. Antragsberechtigt sind Gemeinden und Gemeindeverbände sowie private und gemeinnützige Organisationen

      Weitere Informationen gibt es hier.

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