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Europäischer Stationenweg führt auch nach Minden

6. September 2016 | Minden. Der Europäische Stationenweg führt am Wochenende vom 25. bis 27. November auch nach Minden. Für das Projekt wurde jetzt das Rahmenprogramm vorgestellt.

  • Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. 2017 jährt sich zum 500. Mal die durch die Thesen Martin Luthers ausgelöste Reformation. Um den Jahrestag zu würdigen, hat die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) das Projekt „Europäischer Stationenweg“   ins Leben gerufen. Der Stationenweg beginnt am 3. November in Genf, führt u. a. nach Wien, Prag, Zürich, Rom, Straßburg, London, Dublin, Malmö, Riga – und nach Minden.  Ziel ist am 20. Mai 2017 die „Weltausstellung Reformation“ in der Lutherstadt Wittenberg.

    „Dass es Minden gemeinsam mit Metropolen wie London und Rom, Wien und Prag in die Liga der Städte auf dem Stationenweg geschafft hat, ist eine kleine Sensation“, sagt Superintendent Jürgen Tiemann. Das gilt umso mehr, als Minden der einzige Ort aus dem Bereich der Evangelischen Landeskirche von Westfalen ist, der dafür auserwählt worden ist.

    Ein Wochenende lang, vom 25. bis zum 27. November,  wird Minden alle Register ziehen und als Stadt auf dem Stationenweg ein vielseitiges Programm bieten. Um das Veranstaltungswochenende herum sind zahlreiche weitere künstlerisch, politisch oder religiös motivierte Beiträge rund um das Thema Reformation geplant.  Dieses Rahmenprogramm erstreckt sich auf einen Zeitraum von September 2016 bis März 2017. Eine 40-seitige Programmbroschüre liegt ab sofort an vielen öffentlichen Orten in Minden und Umgebung wie in Kirchengemeinden, Geldinstituten  und Büchereien aus.

    Zu dem Gremium, das dieses Programm entwickelt hat, gehören neben dem  Evangelischen Kirchenkreis die Stadt Minden und die Minden Marketing, die Volkshochschule, der Geschichtsverein und  alle evangelischen Innenstadt-Gemeinden. Vorgesehen sind u. a. die Uraufführung eines Magnificat und eines Reformations-Singspiels, ein Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler sowie ein Poetry Slam. Der Geschichtsverein plant Vorträge, die VHS eine Themenreihe. Auf dem Martinikirchhof wird es ein „Luther-Dorf“ mit Reenactment geben, im Rathaussaal einen Festakt mit Präses Annette Kurschus und weiteren prominenten Gästen, in St. Marien eine Kunstausstellung und in St. Martini einen historischen Gottesdienst.

    Die Schirmherrschaft für den Stationenweg hat Bürgermeister Michael Jäcke übernommen. Unlängst konnte er für die Stadt Minden die Ernennung zur „Reformationsstadt Europas“ entgegen nehmen (am 23. August).  Dieser Titel kann von allen Städten beantragt werden, die Teil des Stationenwegs sind, und wird von der GEKE verliehen (Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa). „Beides, sowohl die Beteiligung am Stationenweg als auch die Ernennung zur Reformationsstadt Europas, ist auf Mindens bewegte Geschichte zur Reformationszeit zurückzuführen“, erklärt Jäcke.

    Eine Schlüsselrolle spielt für das Programm zum Stationenweg das Motto „Nicht ohne dich“: D. h, es wird eine Reihe von Veranstaltungen geben, bei denen es um die Inklusion von Menschen mit Behinderungen geht, um die Integration von Flüchtlingen, das Miteinander der Generationen und den interreligiösen Dialog.

    Mindener Reformations-Geschichte
    Bereits seit den 1520er Jahren hielten der Geistliche Albert Nisius an St. Marien und der zum Pfarrer berufene Heinrich Traphagen an St. Simeonis Predigten mit reformatorischen Inhalten. Der Widerstand seitens der katholischen Geistlichkeit war groß, aber letztlich setzte sich das evangelische Gedankengut durch. Nisius wurde zwar vor das Domkapitel zitiert, kam aber ohne Verurteilung und Strafe davon; Traphagen wurde im Herbst 1529 in Kerkerhaft genommen.

    36 angesehene und couragierte Mindener Bürger schlossen sich zusammen, befreiten Traphagen und setzten ihn erneut als Prediger ein. Um sich gegen den katholischen Widerstand zu behaupten, holten sie außerdem Nikolaus Krage nach Minden, der in Wittenberg direkt von Martin Luther ausgebildet worden war, und inzwischen in Stolzenau predigte. Schon sechs Wochen später verkündete Krage in St. Martini eine Kirchen- und Schulordnung für Minden in Form einer Satzung des Rats der Stadt Minden (13. Februar 1530). Noch im selben Jahr wurde auf der Basis dieser Kirchenordnung eine Lateinschule gegründet. Diese Schule besteht bis heute als Ratsgymnasium der Stadt Minden.

    Zeitlicher Ablauf des Festprogramms
    14 Tage vor der Ankunft des Geschichten-Mobils, am Freitag, 11. November 2016, wird an markanter Stelle in Minden ein großes Tor aufgebaut, das neugierig macht und auf die bevorstehenden Ereignisse verweist. Zugleich symbolisiert das Tor den Aufbruch und Neuanfang, den Luthers Thesen damals, im Jahr 1517, auslösten.

    Das Geschichten-Mobil der EKD trifft am Freitag, 25. November, in Minden ein. Es wird auf dem  Martinikirchhof von Bürgermeister Michael Jäcke sowie Superintendent Jürgen Tiemann und mit einem musikalischen Programm begrüßt. In St. Martini findet die Uraufführung eines von Dr. Ulf Wellner komponierten Magnificat statt. In der Petrikirche läuft ein Poetry Slam.

    Hauptveranstaltungstag ist Samstag, 26. November. Im Geschichtenmobil werden „Reformations-Geschichten“ erzählt und gesammelt. Auf dem Martinikirchhof laden Reenactor im „Luther-Dorf“  zum Verweilen ein, die St.-Martini-Kirche bietet ein vielfältiges Kulturprogramm. In St. Marien wird das Reformations-Singspiel „Die Murmel“ uraufgeführt. Abends findet ein Festakt mit Präses Annette Kurschus im Rathaussaal statt.

    Am Sonntag, 27. November, lädt St. Martini ein zu einem historischen Gottesdienst. Im Laufe des Tages reist das Geschichten-Mobil ab. Bis es sein Ziel erreicht, die „Weltausstellung Reformation“ am 20. Mai 2017 in der Lutherstadt Wittenberg, fährt es weitere 57 Stationen an.

    Rund um diesen Kern-Veranstaltungszeitraum herum planen zahlreiche Akteure und Institutionen ein vielseitiges Rahmenprogramm. Es erstreckt sich auf einen Zeitraum von September 2016 bis März 2017. Ein Programmheft liegt an vielen öffentlichen Orten in Minden und Umgebung aus wie in Kirchengemeinden, Geldinstituten und Büchereien.

    Pressemitteilung des Evangelischen Kirchenkreises Minden

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