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"Leuchtturm St. Simeonis" strahlt über das Quartier hinaus

3. Januar 2017 | Minden. Der Kirchturm der St. Simeoniskirche in Minden präsentierte sich zum Jahreswechsel als strahlender Leuchtturm über das Quartier hinaus.

  • Seit der öffentlichen Einweihung des Stadtentwicklungsprojektes „Leuchtturm St. Simeonis“ am 23. Dezember leuchten auch die besonderen Buntglasfenster von innen heraus und dauerhaft in das Simeonsquartier. Nach einer ökumenischen Andacht in der gut gefüllten St. Simeoniskirche durch Superintendant Jürgen Tiemann und Domprobst Roland Falkenhahn wurde die Sponsorentafel am Tag vor Heiligabend enthüllt. Mit dem Verfügungsfonds der Stadt Minden und Unterstützung der Sparkasse Minden-Lübbecke, der Dr. Strothmann-Stiftung sowie J.C.C. Bruns Betriebs-GmbH konnte das Lichtprojekt realisiert werden.

    Ulrieke Schulze, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Minden, bedankte sich zur Einweihung bei den Sponsoren für deren finanzielle Unterstützung. Sie hob in ihrem Grußwort hervor, dass Sabine Hauptmeier, Diplom-Ingenieurin und Projektentwicklerin bei der Stadt Minden, dieses Stadtentwicklungsprojekt initiierte und die Umsetzung gestaltete. Auf der Grundlage des von ihr erstellten Lichtkonzeptes sollte jetzt auch der südlich markante Kirchturm in der Stadtsilhouette Mindens illuminiert werden. Gleichzeitig sollten auch die schönen Buntglasfenster St. Simeonis von innen angestrahlt werden und damit in der Dunkelheit in das Quartier leuchten. Damit auch die ökumenische Verbindung sichtbar wird, bekam das große Westfenster der katholischen St. Mauritiuskirche von innen ebenfalls zwei Strahler, die jetzt als „Leuchtpunkt“ zum Pauline-von-Mallinckrodt-Platz scheinen. Die Gemeinsamkeit von evangelischer und katholischer Kirche soll bei der Anstrahlung des Turmes durch die liturgischen Farben des Kirchenjahres deutlich werden.

    Zur Einweihung des Lichtprojektes wurde ebenso wie an Silvester ein buntes Farbspektrum gezeigt, welches die kulturelle Vielfalt widerspiegeln soll. Davon konnten sich zahlreiche Zuschauer am 23. Dezember ein Bild machen und viele entdeckten dabei erstmals auch die St. Mauritiuskirche. Dort wurde die folgende Feier ganz passend vom Mindener Mandolinen- und Gitarrenorchester von 1924 e.V. musikalisch umrahmt. Nach einer Stärkung im Kreuzgang konnten alle Interessierten bei freiem Eintritt noch das Konzert „Weihnachten mit HörBand“ in St. Simeonis hören.

    „Dass mit der Umsetzung des Lichtprojektes auch ein deutlicher Energiespar-Effekt verbunden ist, wird durch den Einsatz moderner LED-Technologie deutlich. So liegt der Verbrauch eines Innenstrahlers bei 1,1 Cent pro Stunde und hat dabei eine Lebensdauer von 30.000 Stunden. Somit handelt es sich hier um einen doppelten Gewinn für die Kirche und die Stadt“, hebt die Diplom-Ingenieurin Sabine Hauptmeier hervor.

    Hintergrund Lichtprojekt

    Die topografische Lage der Stadt an der Weser mit ihren Stadteingängen und die Stadtsilhouette mit ihren Kirchtürmen spielen eine wesentliche Rolle in dem Konzept „Licht in die Stadt“. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit mit Licht ein Wahrzeichen zu schaffen und zur Identifikation der Mindener Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt beizutragen. „Das Leuchtturm-Projekt“ soll auch eine Stärkung der Oberen Altstadt sein und zu einer Aufwertung des „Simeonsquartiers“ beitragen“, verdeutlicht Sabine Hauptmeier, die das Lichtprojekt nach dem 800-jährigen Kirchenjubiläum von St. Simeonis ins Rollen brachte.

    Dass sich im Quartier viel Positives bewegt, hebt auch der Bau-Beigeordnete Lars Bursian hervor. Ein Bild davon konnten sich die Teilnehmer des Netzwerks Innenstadt NRW bei einer Exkursion im Sommer machen. Im direkten Umfeld wurde das „Weltbild“ an die Giebelwand des Caritas-Gebäudes angebracht und die „Pilgerherberge“ im ehemaligen Pfarrhaus ist angelaufen. „Das Projekt Leuchtturm St. Simeonis wird über das Quartier hinaus Strahlkraft nach außen für die Besucher*innen Mindens haben“, ist Bürgermeister Michael Jäcke überzeugt.

    Seit 2003 ist St. Simeonis eine „Offene Kirche“ ohne eigene Gemeinde und feste Pfarrstelle. 2010 wurde der Förderverein gegründet. Unter dem Motto „In Minden-für Minden“ ist St. Simeonis heute Raum der Stille und kulturelles Zentrum zugleich. In direkter Nachbarschaft zur Katholischen St. Mauritiuskirche, der Wärmestube der Caritas und dem Eine-Welt-Dorf und Schule bildet die Kirche ein wichtiges Zentrum für Begegnung in der Oberen Altstadt Mindens.

    Hintergrund Lichtkonzept

    „Licht im öffentlichen Raum“ war ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Projekt. Für die Stadt Minden hatte sich Sabine Hauptmeier an dem Wettbewerb des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport im Jahr 2001 beteiligt und von 55 Städten die Fachjury mit ihrem Konzept überzeugen können. Minden erhielt neben 13 weiteren Städten für das Lichtprojekt eine Förderung für die Realisierung des ersten Projektes: Der neue Eingang zur historischen Stadt voller Leben von der Glacisbrücke bis zum Markt. Das Lichtkonzept für Minden orientiert sich an der vorhandenen spezifischen städtebaulichen Situation: die topografische Lage der Stadt an der Weser und die Stadtsilhouette mit ihren Kirchtürmen.

    Erste Schritte dieses Konzepts wurden in den vergangenen Jahren bereits umgesetzt: So werden seit 2004 die Marienkirche mit hellen Strahlern und die Glacisbrücke seit 2006 zusätzlich mit einem blauen Lichtband beleuchtet. In der Tonhallenstraße wurden blaue Leuchtsteine installiert. Weitere private Initiativen, wie beispielsweise die blaue Beleuchtung der Schiffmühle oder die Anstrahlung historischer und moderner Gebäude, lassen die Stadt Minden in der Dunkelheit besonders leuchten. 2009 wurden im Mittelpunkt der oberen Altstadt zum 1000-jährigen Jubiläum der Ratskirche St. Martini um das Gebäude helle Leuchten installiert, die es in den Abendstunden wirkungsvoll in Szene setzen.

    Pressemitteilung: Projektentwicklung/Pressestelle, Stadt Minden

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