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„Riesen-Rucksack an Aufgaben für 2017“ – Bürgermeister begrüßt Gäste beim Neujahrsempfang

18. Januar 2017 | Minden. Gute Gespräche, Rückblick, Vorschau auf 2017 und Verleihung der Preise für ehrenamtliches und freiwilliges Engagement - das alles haben die Gäste des diesjährigen Neujahrsempfangs erlebt.

  • Rund 250 Gäste konnte Bürgermeister Michael Jäcke am Freitagabend, 13. Januar, in der Bürgerhalle begrüßen. Rat und Verwaltung hatten erstmals zum offenen Neujahrsempfang eingeladen. Diese Veranstaltung löst den Parlamentarischen Abend der vergangenen Jahre ab. „Ich kann auf ein spannendes und auch erfolgreiches Jahr zurückblicken“, sagte Jäcke zu Beginn. Und weiter: „Diese Erfolge haben ganz viele zusammen erreicht“. Er bezeichnete die Bürgerinnen und Bürger als Säule dieser Stadt, die auch im vergangenen Jahr „viele wertvolle Beiträge“ durch ehrenamtliches Engagement und aktives Mitwirken geleistet haben. Auch die 60 Stadtverordneten und zahlreichen sachkundigen Bürger*innen schloss er damit ausdrücklich ein.

    Allein in der ehrenamtlichen Flüchtlingsunterstützung seien 300 neue Patenschaften entstanden – ein „wichtiger Beitrag zu einer gelingenden Integration“, so Jäcke. Es gibt weiter ehrenamtlichen Deutschunterricht, Fahrradwerkstätten, Kleiderausgaben, Mal-, Back- und Kochaktionen sowie zahlreiche Sport- und Freizeitangebote für die mehr als 1.400 Geflüchteten. Der Bürgermeister dankte auch Politik und Wirtschaft, die Minden im vergangenen Jahr „weiter nach vorn“ gebracht haben. Ein Lob ging auch an die Verwaltung und die rund 1100 Mitarbeiter*innen, die ihm stets mit Rat und Tat zur Seite standen. „Das hat es mir leicht gemacht, den Einstieg zu finden und nun die vielen Projekte umzusetzen“, hob Jäcke hervor, der seit Oktober 2015 Bürgermeister ist. Er sei 2016 oft gefragt worden, ob das Amt eine Bürde sei, was er mit einem „deutlichen Nein“ beantwortete und hinzufügte, dass seine Familie hierbei eine wichtige Stütze war und sei.

    Er wollte mit Menschen ins Gespräch kommen, Minden voranbringen und Ideen sammeln, was er auch fleißig getan habe, so Jäcke rückblickend. Für 2017 sehe er es als wichtigste Aufgabe an, die vielen angestoßenen Projekte umzusetzen. Dazu zählen der Abschluss der Arbeiten in der neugestalteten Fußgängerzone, die beginnende Planung für die Weserpromenade und die Schlagde, die Vorstellung der Machbarkeitsstudie für die Multifunktionshalle, die Entwicklung des Rechten Weserufers mit einem integrierten städtebaulichen Konzept (ISEK), die Fortsetzung der Schulentwicklungsplanung und des Projektes „Feuerwehr 2020“, das Handlungskonzept Wohnen und als größtes Projekt die Sanierung des Rathauses, die 2018 in die Umsetzung geht. Weitere wichtige Projekte für die Innenstadtentwicklung seien zudem der Bau eines Geschäftshauses am Scharn durch einen Investor und auch die im Herbst vorgestellte Entwicklung für das ehemalige Kaufhaus Wehmeyer – ebenfalls durch einen privaten Investor. „Das ist ein Riesen-Rucksack an Aufgaben“, verdeutlichte Jäcke zum Abschluss seiner Begrüßung.

    Nach einer kurzen Pause stand – wie bereits in den Vorjahren – die Vergabe der beiden Preise für ehrenamtliches und freiwilliges Engagement auf dem Programm. 16 Vorschläge waren für die Auszeichnung 2016 eingegangen. „Die Jury hatte keine leichte Wahl“, so der Bürgermeister. Alle Vorgeschlagenen stünden für die große Zahl an Ehrenamtlichen, die „Minden mit ihrem Engagement bereichern und uns allen damit einen Mehrwert verschaffen“ – im kulturellen, sportlichen, sozialen oder karikativen Bereich. „Ihre Arbeit ist nicht hoch genug zu bewerten“, so Jäcke an die Ehrenamtlichen gerichtet.

    Ehrenamtspreise für Herbert Hackel und den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst

    Einer aus ihrer Mitte ist Herbert Hackel, der sich sowohl im sportlichen Bereich engagiert, als auch seit mehr als 40 Jahren im Schiedswesen tätig ist. Hackel erhielt unter dem Beifall der 250 Gäste den mit 500 Euro dotierten Preis 2016 als Einzelperson. Seit 1974 ist er Schiedsmann und damit der Dienstälteste in dieser Funktion im Landgerichtsbezirk Bielefeld. Er schlichtet vorgerichtlich Streit bei Nachbarschaftskonflikten, bei Beleidigungen, Sachbeschädigungen und Vorstößen im Rahmen des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes.

    Neben dieser Tätigkeit fand Hackel in den vergangenen Jahrzehnten auch noch Zeit, sich im Sport zu engagieren – als Turner, Leichtathlet, im Feldhandball, als Fußballtorwart und dann auch als Trainer. Auch übernahm er Funktionen im Vorstand seines Vereins MSV 05 (jetzt Union Minden). Zuletzt machte er sich als Initiator des Projektes „Sportabzeichen 50+“ einen Namen. In seiner Dankesrede warb Herbert Hackel für beide seiner Ehrenämter. „Laufen sie nicht gleich zum Anwalt oder zum Gericht“, riet er und kündigte an, sein Preisgeld dem neuen Großverein SV Minden 1860 für eine Veranstaltung zu spenden.

    Großen Applaus gab es auch bei der Bekanntgabe des Preises für die Gruppe, der an die Mindener Aktiven des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Minden-Lübbecke e.V. ging. Die Ehrenamtlichen werden auf Wunsch tätig, wenn Familien mit einem Kind, das unter einer lebensverkürzenden Erkrankung leidet, Unterstützung benötigen. Die Aktiven besuchen die kranken Kinder und Jugendlichen, spielen mit ihnen und ihren Geschwistern, gehen einkaufen, stehen den Eltern mit Rat und Tat zur Seite. „Am Ende der Begleitung stehen immer das Sterben und der Tod der Kinder. Dennoch dauerhaft die Kraft aufzubringen, die Familien zu unterstützen, ist eine enorme Leistung der ehrenamtlichen Kräfte, die an dieser Stelle gewürdigt werden soll“, heißt es in der von Bürgermeister Jäcke zitierten Begründung. Den Vorschlag hatte Stadtverordneter Hendrik Mucke eingereicht. Den mit ebenfalls 500 Euro dotierten Preis nahm die Vorsitzende des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes, Elisabeth Glücks, zusammen mit zahlreichen Mitstreiterinnen entgegen.

    Nominiert waren – neben den Preisträgern 2016 – als Gruppe die Tucholsky-Bühne, der Dombauverein, die Mindener Glacisschützer, der Bürgerfunk Minden, die Mindener Tafel, der Tierschutzverein Minden und Umgebung, sowie die Tschernobyl-Kinderhilfe. Für den Einzelpreis waren nominiert: Wiebke Sundergeld für die Aufnahme eines irakischen Geflüchteten, Christiane Lindner für ihren Einsatz für das Mindener Glacis, den Tag des Glacis und den Tag des offenen Denkmals 2016 sowie Martina Höfel für ihren Einsatz für Geflüchtete in der Hafenschule, Eckhard Rüter für sein Engagement in den Belangen für Menschen mit Behinderungen, Peter Mehwald für sein Engagement im Volleyballsport, Rolf Plöger, der ehrenamtlicher Beauftragter für Bodendenkmalpflege ist, und schließlich Hans-Eberhard Brandhorst, der die Funktion des Schatzmeisters im Mindener Geschichtsverein inne hat, hier auch Studienfahrten leitet und der sich zudem in Hahlen als Ortsheimatpfleger und auch anderweitig im Stadtbezirk engagiert.

    Im anschließenden gemütlichen Teil des Neujahrsempfanges stand der Austausch zwischen Vertretern der Politik, Wirtschaft, Kirchen, sozialen Einrichtungen und Verwaltungen mit den Bürgerinnen und Bürgern Mindens im Vordergrund. Diese Möglichkeit wurde erneut auch sehr intensiv genutzt. Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte das Trio „FILOU“. Udo Schatz, Peter Burrack und Rolli Reuter unterhielten die Gäste mit Chansons, Bar-Jazz, Bossa Nova- und Swing-Stücken. Das Catering hatte erneut das Kulturzentrum BÜZ übernommen. Im Vorfeld des Neujahrsempfanges wurde in der Ratskirche St. Martini ein Ökumenischer Gottesdienst abgehalten.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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