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Minden im bundesweiten Fokus von Kindertheater-Produktionen

4. Juli 2018 | Minden. Große Ehre für die Stadt und ihr Stadttheater: Das alle zwei Jahre laufende Deutsche Kinder-Theater-Fest wird im Herbst 2018 in Minden stattfinden. Die Vorbereitungen dafür sind angelaufen.

  • „Das hat uns sehr überrascht, weil diese Veranstaltung bislang nur in Städten lief, die ein Spartentheater haben“, sind die Beigeordnete für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit, Regina-Dolores Stieler-Hinz, und Theaterleiterin Andrea Krauledat stolz. Beide freuen sich – zusammen mit dem Team vom Stadttheater und allen städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die an der Planung beteiligt sind, Gastgeberinnen für das bundesweite Festival im nächsten Jahr sein zu dürfen. Minden habe sich dafür nicht beworben, sondern wurde als Austragungsort 2018 gewählt. Hauptspielort soll vom 27. bis 30. September das Stadttheater sein. Es werde aber auch bereits über weitere, vielleicht auch außergewöhnliche Spielstätten nachgedacht, verrät die Theaterleiterin.

    Stieler-Hinz und Krauledat sehen in der Entscheidung der Festival-Verantwortlichen auch eine Bestätigung der guten und erfolgreichen Theaterpädagogik in Minden. Es konnten in den vergangenen Jahren viele Kinder und Jugendliche hinter die Kulissen des Theaters blicken. In Zusammenarbeit mit Schulen wurden auch eigene Produktionen entwickelt und auf die Bühne gebracht. Weiter kooperiert das Stadttheater mit Pädagoginnen und Pädagogen an Schulen und Kindergärten, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anderer Einrichtungen, die sich die kulturelle Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zur Aufgabe gemacht haben. Nun soll ein erster Aufruf an alle Schulen und Bildungseinrichtungen in Minden gehen, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen.

    Das Deutsche Kinder-Theater-Fest zeigt Produktionen von und mit Kindern aus dem gesamten Bundesgebiet. Es ist einzigartig und reist alle zwei Jahre durch die Bundesrepublik Deutschland. Bisherige Austragungsorte waren: Rudolstadt, Magdeburg, Berlin, Stuttgart und Leipzig. Im Rahmen des Festivals werden Kindertheatergruppen aus Deutschland - und bei besonderer thematischer Relevanz aus dem Ausland - gesucht und ausgewählt, deren junge Darstellerinnen und Darsteller zwischen sechs und zwölf Jahre alt sind.

    "Das Festival möchte die breite Vielfalt von Themen, Stoffen und Spielformen im Kindertheater abbilden und lädt Kindertheaterproduktionen auch aus dem Tanz- und Musiktheater, dem Puppen- und Figurentheater ein“, weiß Theaterpädagogin Viola Schneider. Alltagsgeschichten, eigene Stoffe, Märchen und Mythen, poetische und sagenhafte Gedichte können Grundlage der Theaterproduktion sein. „Es wäre absolut toll, wenn auch Minden ein Stück ins Rennen bringen würde“, wünschen sich Viola Schneider und Deborah Hupe, sozialpädagogische Fachkraft im Bereich Jugendarbeit/Jugendschutz der Stadt Minden.

    Ausgewählt werden 2018 sechs impulsgebende Produktionen, die dann Ende September in Minden gezeigt werden. Neben Qualität und Originalität ist die Partizipation der Kinder ein zentrales Auswahlkriterium für die Aufführungen. Die Auswahl trifft eine Jury aus Fachvertreter*innen, die von den Verbänden in der Ständigen Konferenz „Kinder spielen Theater“ benannt wurden.

    In einer Kinderjury werden Mädchen und Jungen an der Auswahl der Stücke beteiligt sein. Die Kinder haben in theaterpädagogisch angeleiteten Workshops Gelegenheit, Theater von allen Seiten zu erleben, sowie zum gegenseitigen Austausch und Kennen lernen. Dabei geht es um eine Begegnung von Kindern vor Ort und Kindern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. „Das Kinder Theater Fest ist damit ein Erfahrungsraum, der sich den Beteiligten öffnet und neue Beteiligungsmöglichkeiten bietet. Wir freuen uns auf fünf spannende Tage voller Leben, Geschichten und mit ganz viel Theater“, fasst Andrea Krauledat abschließend zusammen.

    Infos rund um das Kinder-Theater-Fest

    Das Deutsche Kinder-Theater-Fest wird seit 2004 alle zwei Jahre organisiert. Es wandert durch die Bundesrepublik Deutschland und wird abwechselnd von einem in der Ständigen Konferenz „Kinder spielen Theater“ vertretenen Dach- bzw. Fachverband für das Kinder- und Jugendtheater veranstaltet. Parallel dazu findet - ebenfalls in rotierender Verantwortung - eine Fachtagung, die inhaltlich an die jeweilige Ausrichtung des Kinder-Theater-Fests anknüpft, statt.

    Die Diskussion um die hohe Relevanz der frühkindlichen Bildung zieht sich durch alle Bereiche der Gesellschaft. Kulturelle Bildung als lebenslange Bildung setzt voraus, dass sie früh ansetzt (Bildung von Anfang an!) und somit als integraler Bestandteil von Leben und Bildung erfahrbar und erlebbar wird. Die ästhetische Frühförderung spielt eine entscheidende und gleichermaßen prägende Rolle, konstatiert man, dass ästhetische Erfahrungen und sinnlich-kreative Praxis der Ausgangspunkt aller Selbst- und Welterfahrung und -aneignung sind. Es gilt, die Neugier auf Kunst und Kultur früh in der Kindheit zu wecken und mit immer neuen Impulsen zu fördern. Diese Idee befördert das Deutsche Kinder-Theater-Fest.

    Ziel ist es dabei vor allem, die außerschulische und schulische Theaterarbeit mit Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren in Deutschland zu fördern und weiterzuentwickeln und so einem wichtigen Baustein der ästhetischen Kinder- und Jugendbildung mehr bundesweite Beachtung und Anerkennung zu verschaffen. Ein weiteres Ziel des Deutschen Kinder-Theater-Festes ist es, die öffentliche Wahrnehmung zu stärken und die jugend-, bildungs- und kulturpolitische Bedeutung des Feldes besser sichtbar zu machen.

    Die Beteiligten der ausgewählten Inszenierungen sind während des gesamten Festivals vor Ort, erproben künstlerische und spielerische Feedback-Formate, erleben und gestalten Workshops und tauschen sich untereinander aus. Ein Rahmenprogramm ergänzt das Fest und ermöglicht den Dialog zwischen den Generationen.

    Kinder-Theater-Fest und Fachtagung ermöglichen in ihrer engen Verschränkung den Dialog der Kinder und Erwachsenen, die fachliche Reflexion von Teilhabemöglichkeiten der Kinder und die Stärkung struktureller Voraussetzungen einer qualitativ hochwertigen Arbeit im Theater der Kinder. Es geht darum, auszuloten, wo es Freiräume für eine Kultur der Kinder gibt, die sich auch in neuen Formen und künstlerischen Experimenten ausdrückt und zugleich auch darum, wie diese Freiräume jugendpolitisch und gesellschaftlich verankert werden können.

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