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Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. beginnt

7. November 2017 | Minden. Ab sofort sind Freiwillige in Minden mit einer Spendenbox unterwegs.


  • „Am Volkstrauertag werden wir nicht nur der Opfer der beiden Weltkriege gedenken, sondern wir werden auch an die Opfer der gegenwärtigen kriegerischen Auseinandersetzungen erinnern“, das unterstrich der Vorsitzende des Volksbundes in Minden, Reinhard Tschapke, zum Auftakt der Haus- und Straßensammlung. In das Leitbild des Volksbundes ist die Betonung der Menschenrechte aufgenommen worden. Denn Krieg und Menschenrechte waren und sind ein herausragendes Thema. Die Forderung „Nie wieder Krieg und wir wollen den Frieden“ soll auch in der Zukunft weiter in die Gesellschaft getragen werden, so Tschapke.

    Bürgermeister Michael Jäcke stellte den Bezug zu aktuellen Krisensituationen her. Weltweit sind tausende Menschen auf der Flucht. Sie fliehen auch vor kriegerischen Auseinandersetzungen in ihren Heimatländern. „Es ist unsere Pflicht den Menschen zu helfen“, sagt Jäcke. Denn das Schicksal der Menschen steht im Vordergrund. Umso wichtiger sei es die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. zu unterstützen. Das gesammelte Geld wird für die Pflege der Kriegsgräberstätten, der Suche nach Gräbern aus den beiden Weltkriegen und für die Jugendarbeit verwendet.

    Dem Volksbund ist es wichtig, dass die jungen Menschen in die Pflicht genommen werden, denn die Zeitzeugen, die die Weltkriege erlebt haben werden immer weniger. Darauf reagiert der Volksbund mit zahlreichen Workcamps und der Zusammenarbeit mit Schulen, um Geschichte vor Ort erlebbar zu machen. „Wir müssen weiterhin auf die jungen Menschen zugehen“, sagt Tschapke. In den vergangenen Jahrzehnten wurden tausende Jugendliche aus ganz Europa an den Kriegsgräberstätten mit der Vergangenheit konfrontiert. Der Kreisgeschäftsführer des Volksbundes, Andreas Schädler, verdeutlichte dass rund 20.000 Teilnehmer*innen im vergangenen Jahr mit den Workcamps erreicht werden konnten. Im Bereich der Jugendarbeit „ist Bewegung drin“. Hauptaugenmerkt liegt auf der neuen Ausrichtung der Jugendarbeit – so sollen Jugendreferenten die junge Zielgruppe ansprechen und für die Arbeit des Volksbundes begeistern.

    Die junge Generation solle mehr für den Frieden sensibilisiert werden. Aus diesem Grund sei es sehr erfreulich, dass die Veranstaltung zum diesjährigen Volkstrauertag am 19. November auf dem Mindener Nordfriedhof wieder mit einer hohen Beteiligung von Jugendlichen auf die Beine gestellt werden konnte. So wird der Schülerchor der Freiherr-von-Vincke-Realschule zwei moderne Lieder singen. Neu dabei ist der Chor der Neuapostolischen Kirche Minden-Mitte. Er beteiligt sich mit traditionellen Liedern an der Gedenkveranstaltung. „Mit den unterschiedlichen Chören verbinden wir Tradition und Moderne“, unterstreicht Reinhard Tschapke.

    Wie bereits in den vergangenen Jahren sind auch 2017 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in Minden unterwegs und sammeln Spenden. Oberstleutnant Markus Saecker hob hervor, dass der militärische Alltag bei der Bundeswehr von Kriegseinsätzen geprägt ist. „Krieg ist kein Spiel“, betont er. Tod und Verwundung sind jeden Tag Thema bei den Kameradinnen und Kameraden. Aus dem Grund unterstützen Freiwillige der Bundeswehr die Haus- und Straßensammlung auch in diesem Jahr.

    Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge – Fakten und Zahlen
    Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ist eine humanitäre Organisation. Er widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Der Volksbund betreut Angehörige in Fragen der Kriegsgräberfürsorge, er berät öffentliche und private Stellen, er unterstützt die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge und fördert die Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten.
    Heute hat der Volksbund knapp 350.000 aktive Förderer sowie über eine Million Gelegenheitsspender und Interessenten.

    Mit ihren Beiträgen und Spenden, mit Einnahmen aus Erbschaften und Vermächtnissen sowie den Erträgen aus der jährlichen Haus- und Straßensammlung finanziert der Volksbund zu etwa 70 Prozent seine Arbeit. Den Rest decken öffentliche Mittel des Bundes und der Länder. Im Rahmen von bilateralen Vereinbarungen erfüllt der Volksbund seine Aufgabe in Europa und Nordafrika. In seiner Obhut befinden sich heute 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit etwa 2,7 Millionen Kriegstoten. Mehrere tausend ehrenamtliche und 571 hauptamtliche Mitarbeiter*innen erfüllen heute die vielfältigen Aufgaben der Organisation. Mehr Informationen zum Volksbund unter www.volksbund.de.

    Pressestelle Stadt Minden, Katharina Heß, , Tel.: 0571/89204.


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