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Ehrenamtliche und Unternehmen schließen "Gute Geschäfte" ab

19. September 2017 | Minden. 14 Kooperationen wurden beim 3. Mindener Marktplatz unter Dach und Fach gebracht. Alle Beteiligten waren mit viel Kreativität dabei.

  • Der Gong ertönt um 17.15 Uhr und sofort hebt sich am 14. September der Geräuschpegel in der Bürgerhalle. Genau 90 Minuten haben Vertreter*innen von zwölf ehrenamtlichen Organisationen und  Vertreter*innen von acht Unternehmen Zeit, um ins Geschäft zu kommen - genauer gesagt in „GUTE min+din GESCHÄFTE“. Dieses erfolgreiche Modell des bürgerschaftlichen Engagements gibt es seit 2013 in Minden. Alle zwei Jahre können sich ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger und gemeinnützige Organisationen sowie Unternehmen für den „Marktplatz“ anmelden. Mit den Vereinbarungen vom vergangenen Donnerstag  - das waren insgesamt 14 - sind bereits mehr als 60 Kooperationen zwischen gemeinnützigen Vereinen und Organisationen sowie Mindener Unternehmen geschlossen worden.

    Eine geschäftige Stimmung liegt in der Luft, nachdem der Erste Beigeordnete Peter Kienzle die Teilnehmer*innen in der Bürgerhalle begrüßt und die Spielregeln für den 3. Marktplatz erklärt hatte. An den Stehtischen werden angeregte Gespräche geführt. Ehrenamtliche tragen gelbe Namensschilder, Unternehmer*innen blaue. Die drei „Notare“ warten auf die ersten „Verträge“, die direkt an den Tischen formuliert werden und nach Prüfung einen Stempel erhalten. Obligatorisch ist der Handschlag zum Abschluss.

    Für Fragen und Klärungsbedarfe gibt es drei Makler*innen, die orangefarbene Schärpen tragen. „Es herrscht eine sehr lockere und geschäftige Atmosphäre, die Gespräche sind dieses Mal außerordentlich lebhaft und intensiv“, hat Vera Schmidt, verantwortliche Mitarbeiterin für Bürgerschaftliches Engagement bei der Stadt Minden, beobachtet. Auch die Mitveranstalter Andreas Chwalek (Wirtschaftsförderung Stadt Minden) und Marco Mehwald (Freiwilligen-Agentur der PariSozial) sind sehr zufrieden mit dem Verlauf.

    „Der Marktplatz ist dazu da, neue Formen der Kooperation zwischen Gemeinnützigen und Unternehmen zu entwickeln“, erläutert Bürgermeister Michael Jäcke, der später dazu stößt, das Ziel. Diese beziehen sich auf Kooperationen, Austausch von Know-How, Zugang zu Netzwerken, Bereitstellung von Sachmitteln, Nutzung von Infrastruktur oder einfach auf reine Kreativität. Getauscht werden auch fachliche Kompetenzen gegen Personal oder Kontakte gegen Sachleistungen. Die Vereinbarungen werden „stets auf Augenhöhe“ getroffen. Das Thema Geld ist dabei absolut tabu.

    An diesem Abend wurden 14 Engagement-Vereinbarungen unterzeichnet. 2013 und 2015 waren es jeweils mehr als 20. Dennoch sind die Veranstalter zufrieden. „Es kommt nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität an“, streicht Marco Mehwald heraus und nennt einige Beispiele für „Gute Geschäfte“ des 3. Mindener Marktplatz: Das Integrationszentrum HOPE hilft e.V. vermittelt in Workshops im Autohaus Kleinemeier Kenntnisse zur interkulturellen Kommunikation und kann dafür im Gegenzug zweimal im Monat einen Kleinlaster für Materialtransporte nutzen. Die Mindener Stadtwerke führen bei der Mindener Tafel eine Energieberatung durch und können im Ausgleich ihren Auszubildenden Sozialpraktika bei der Tafel anbieten. Die Freie Walddorfschule Minden bietet für Mitarbeiter*innen des Unternehmens Ornamin einen Schmiedekurs an und das Unternehmen stellt für die Schule bruchfestes Geschirr für den Außenbereich zur Verfügung.

    Einige der Teilnehmer*innen sind „Wiederholungstäter“. Alle legen dennoch dieselbe Kreativität an den Tag. Zwei Ehrenamtliche einer Ehe-Beratungsstelle kommen gar im orangefarbenen Outfit mit einem Bauchladen. Der ist gefüllt mit Informationen und Schokoladen-Käfern. Das geschäftige Treiben erinnert an eine Börse. Das kommt nicht von ungefähr und ist gewollt. Auch der Gong gehört dazu. 15 Minuten vor Schluss schlägt Bürgermeister Michael Jäcke den Gong und fordert dazu auf, sich „noch mal richtig ins Zeug zu legen“. Nach 90 Minuten ist alles vorbei. Zum Ausklang gibt es kalte Getränke und einen Imbiss.

    Die Idee des Marktplatzes kommt aus den Niederlanden und ist dort seit 2006 ein voller Erfolg. Der Mindener Marktplatz ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Minden und der Freiwilligen-Agentur der PariSozial Minden-Lübbecke/Herford. Aktiv unterstützt wird die Veranstaltung von der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland, dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft sowie dem Arbeitgeberverband im Kreis Minden-Lübbecke.

    Bereits bei den vergangenen Veranstaltungen zeigten alle Beteiligten viel Ideenreichtum in den geschlossenen Verträgen. „Rampe gegen Sommerfest“ lautete zum Beispiel eine Vereinbarung zwischen dem Metallbau-Unternehmen Welschar und dem Förderverein Sommerbad e.V. Das Unternehmen Ornamin stellte Geschirr für die Mindener Tafel zu Verfügung. Im Gegenzug bot die Tafel Praktikumsplätze an. Über die Kooperation „Praktikumsbörse“ zwischen der gemeinnützigen Lebenshilfe Arbeit GmbH und der EDEKA Minden-Hannover konnten sechs Mitarbeiter*innen der Lebenshilfe einen Arbeitsplatz bei der EDEKA in Minden finden. Aus einigen, als einmalige Aktion gedachten „Guten Geschäften“ sind dauerhafte nachhaltige Kooperationen zwischen Unternehmen und gemeinnützigen Institutionen entstanden.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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