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Projekt Talentscouting in OWL: Auftakt mit Schulen

13. September 2017 | Bielefeld/Minden. An der Fachhochschule Bielefeld ist am 11. September ein OWL-weites Projekt für Talentscouting gestartet. Auch zwei Mindener Schulen sind beteiligt: die Kurt-Tucholsky-Gesamtschule und das Herder-Gymnasium.

  • „Mit etwa 60 Schulen hat sich ungefähr die Hälfte der angesprochenen Schulen in Ostwestfalen-Lippe auf das Projekt beworben – das ist wirklich sensationell“, sagt Projektkoordinatorin Lisa Mellies. 50 wurden nun für die Betreuung durch die Talentscouts ausgewählt, darunter 22 Gymnasien, 13 Gesamtschulen und 15 Berufskollegs, verteilt in ganz OWL zwischen Beverungen, Warburg, Büren, Rheda-Wiedenbrück und Lübbecke. Alle teilnehmenden Einrichtungen wurden am 11. September an der Fachhochschule Bielefeld offiziell begrüßt und auf das Projekt eingestimmt.

    „Das heißt, ab September werden einzelne Schülerinnen und Schüler der Kooperationsschulen kontinuierlich bei der Studien- oder Berufsorientierung durch die OWL-Talentscouts begleitet. Wir freuen uns, dass wir nun endlich in den Dialog mit den Schülerinnen und Schülern treten können“, so Mellies. Im Fokus stehen dabei besonders Jugendliche, die das Potenzial und die Motivation für ein Studium haben, die aber zum Beispiel aus nichtakademischen Familien kommen oder denen finanzielle Ressourcen fehlen.

    Das Talentscouting ist dabei ergebnisoffen – im Vordergrund steht eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler. Jeder Talentscout übernimmt feste Kooperationsschulen, in denen sie oder er regelmäßig, meist einmal im Monat, vor Ort ist und Gesprächstermine anbietet. Auch darüber hinaus sind die Talentscouts stets erreichbar für die Schülerinnen und Schüler, beantworten Fragen per E-Mail, telefonieren zum Beispiel nach wichtigen Prüfungen mit ihren Talenten oder vereinbaren Treffen außerhalb der Schule über Whatsapp.

    „Die Talentscouts leisten das, wofür im Schulalltag oft die Zeit fehlt: langfristige und emotionale Begleitung von Schülerinnen und Schülern. Gerade da, wo Potenzial vorhanden ist, aber ein unterstützendes Umfeld nicht zur Verfügung steht – das Talentscouting ist deshalb ein ganz wichtiges Projekt, wenn es um Bildungsgerechtigkeit in Deutschland geht“, sagte Professor Joachim Goebel vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen bei der offiziellen Begrüßung der Kooperationsschulen an der Fachhochschule Bielefeld.

    „Ich freue mich sehr, dass das Projekt nun auch nach OWL kommt. Es geht um Chancengleichheit und die intensive Förderung von Nachwuchskräften für unsere Region“, sagte Professorin Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld und stellvertretende Vorsitzende des Verbundes Campus OWL. Die Bedeutung der Talentscouts wurde auch im Gespräch mit Suat Yilmaz, Leiter des NRW-Talentzentrums, in der anschließenden Talkrunde deutlich.

    Waltraud Melsheimer, Lehrerin am Heisenberg-Gymnasium Dortmund, berichtete von den Erfahrungen an ihrer Schule, die bereits seit einem Jahr Kooperationsschule im Talentscouting ist: „Wir haben durch das Talentscouting einen ganz neuen Blick auf unsere Schülerinnen und Schüler gewonnen. Ich würde jeder Schule empfehlen, in dem Programm mitzuwirken.“

    Des Weiteren wurden alle OWL-Talentscouts noch einmal persönlich vorgestellt: Für den Bereich Bielefeld und Gütersloh Anne Bühner und Jasmin Schaumburg, für den Bereich Herford und Minden-Lübbecke Spiridula Milioni und Carmen Simella, für den Bereich Höxter und Lippe Friederike Menz, Philipp Meyer und Lisa Mellies und für den Bereich Paderborn Annkatrin Buchen und Jan-Steffen Glüpker. Ein heterogenes Team, in dem von der Lehrerin über den Sozialpädagogen bis hin zum Pfarrer unterschiedliche Qualifikationen vertreten sind.

    Talentscouting OWL
    Umgesetzt wird das Projekt Talentscouting OWL innerhalb des Hochschulverbundes Campus OWL. Im Projekt wirken die Universitäten Bielefeld und Paderborn, die Fachhochschule Bielefeld sowie die Hochschule OWL (Projektleitung) mit. Es ist auf vier Jahre angelegt und wird mit zwei Millionen Euro vom NRW-Wissenschaftsministerium gefördert.

    http://www.talentscouting-owl.de/

    Campus OWL
    Die fünf staatlichen Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe (Universitäten Bielefeld und Paderborn, Fachhochschule Bielefeld, der Hochschule OWL sowie Hochschule für Musik Detmold) haben sich Anfang 2016 zum Verbund Campus OWL zusammengeschlossen. Der Verein wurde mit dem Ziel gegründet, Kooperationen in infrastrukturellen Bereichen, in Forschung, Verwaltung und Lehre zu erweitern. Die ersten Projekte Integra (660.000 Euro

    Förderung) und Innovationslabor OWL (1,3 Millionen Euro Förderung) sind bereits an den Start gegangen.

    http://www.campus-owl.eu/

    NRW-Talentscouting
    Das NRW-Wissenschaftsministerium stellt für die Förderung gleicher Bildungschancen bis 2020 jährlich landesweit bis zu 6,4 Millionen Euro zur Verfügung. Die Idee des Talentscoutings ist 2011 an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen entstanden. Im Herbst 2016 wurde das Talentscouting auf Hochschulen in ganz NRW ausgeweitet.

    Aktuell beteiligen sich 17 Partnerhochschulen an dem Projekt. So können etwa 60 Talentscouts mehr als 3.700 Schülerinnen und Schülern begleiten.

    https://nrw-talentzentrum.de/

    Fachhochschule Bielefeld - Hochschulkommunikation,  Telefon +49.521.106-7580, , www.fh-bielefeld.de

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