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Trotz Umfeldverbesserung wenig Bewegung bei der Obermarktpassage

14. September | Minden. Bürgermeister Michael Jäcke bedauert den Auszug von „Kaufland“ Ende September. Es gab viele Gespräche, viele Ideen, aber noch liegt kein tragfähiges Konzept auf dem Tisch.

  • Die weitgehend leerstehende Obermarktpassage in der Mindener Innenstadt bleibt ein „Sorgenkind“ – für die Bürgerinnen und Bürger, die sich hier unbedingt wieder Belebung wünschen, und auch für die Stadt Minden, die hier in den vergangenen Jahren sehr viel zur Umfeldverbesserung mit dem neuen ZOB (Zentralen Omnibusbahnhof) und der Neugestaltung der Fußgängerzone beigetragen hat. „Es gibt nach wie vor Interessenten und die eine oder andere Idee. Aber ein potenzieller Investor mit einem umsetzungsfähigen Konzept hat sich hier im Rathaus noch nicht gemeldet“, fasst Bürgermeister Michael Jäcke in einem Pressegespräch am vergangenen Mittwoch (13. September) zusammen.

    Für ihn ist es „sehr bedauerlich“, dass nun Ende September auch noch der Lebensmitteleinzelhändler „Kaufland“ die Türen schließt und der Eigentümer sich offenbar wenig bemüht habe, die Fläche wieder zu vermieten. Viele Menschen aus der Innenstadt und der Altstadt kaufen hier regelmäßig ein. Er habe zahlreiche Gespräche mit Lebensmittel-Unternehmen geführt, die letztlich aber kein Interesse gezeigt haben, und er habe auch mit enttäuschten Bürgerinnen und Bürgern geredet, die nun keine adäquate Auswahl an Lebensmitteln mehr in der Innenstadt haben, berichtet der Bürgermeister.

    Der Wochenmarkt biete nur ein begrenztes Sortiment und es gebe auch einen türkischen Lebensmittelladen am Königswall, aber eben keinen größeren Markt in der Nähe der Innenstadt, kennt auch Jäcke das Problem, das derzeit viele Mindener umtreibt. „Es ist aber nicht die Aufgabe der Stadt, für ein Lebensmittelangebot zu sorgen“, macht der Bürgermeister deutlich. Grundsätzlich sei es in jedem freistehenden Geschäft der Innenstadt möglich, einen Lebensmittel-Markt zu eröffnen. Das sieht das Einzelhandelskonzept der Stadt vor. Es gebe auch Beispiele von kleineren City-Läden in größeren Städten, die ein Grundsortiment vorhalten, weiß Jäcke. Aber auch hier habe sich bisher kein Interessent gemeldet.

    Die Branche arbeite mit geringen Gewinnmargen im einstelligen Prozentbereich, deshalb werde eine Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes auch immer sehr genau von den Unternehmen geprüft, weiß Jäcke. Aus den geführten Gesprächen habe sich außerdem ergeben, dass das Parken in einer Tiefgarage, um Lebensmittel in einer anderen Ebene einzukaufen, für Kunden heutzutage ein Hindernis sei. Auch sei die Eingangssituation in der Passage für „Kaufland“ wenig attraktiv gewesen.

    „In einem Center muss eigentlich alle zehn Jahre ein Relaunch stattfinden, sonst gibt es irgendwann Leerstände“, macht Lars Bursian, Beigeordneter für Städtebau und Feuerschutz deutlich. Bei der Mitte der 1980er gebauten Obermarktpassage habe es einige Eigentümerwechsel geben und die meisten hätten sich „wenig gekümmert“, so Bursian. Lediglich eine weitere Tiefgarage sei im Zuge der Neugestaltung des ZOB gebaut worden, die aber auch nur wenig genutzt wird. Die Stadt habe „ihre Hausaufgaben“ mit der neu gestalteten Obermarktstraße– mit neuem Pflaster, Lampen, Möbeln, Spielzeugen und einem Wassertisch am Kaak – gemacht. Das müsste eigentlich ein Ansporn für den Eigentümer sein. Aber hier gebe es bereits seit Monaten nur sporadischen Kontakt, bedauert Bursian.

    Die Obermarktpassage ist weitgehend im Besitz eines Immobilienfonds mit Namen „Promontoria“. Das Unternehmen hat vor einiger Zeit Jones Lang LaSalle, ein Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Management-Unternehmen, mit der Vermietung und dem Verkauf beauftragt. Die Stadt Minden ist im Besitz der ehemaligen Stadthalle, die seit 2012 geschlossen ist. „Die Stadthalle – das haben wir auch immer gegenüber dem Eigentümer deutlich gemacht - kann als wichtiges Element in dem Objekt mit in Verhandlungen eingebracht werden“, so der Bürgermeister. Aber die Stadthalle sei eben nur ein Teil im gesamten Konstrukt Obermarktpassage. Liege ein gutes Konzept für die Passage vor, „würden wir als Stadt das gerne mittragen und die Stadthalle in die Waagschale werfen. Der Preis spielt dabei keine Rolle“, so Jäcke weiter. Der Stadt sei es wichtig, dass es vorangehe. Momentan sehe es aber leider nicht so aus.

    Die Stadt habe die Planungshoheit, könne potentielle Interessenten unterstützen und auch zu Problemlösungen beitragen, so Jäcke zur Rolle der Verwaltung. Sie beabsichtige aber nicht aus Steuermitteln, die Immobilie zu kaufen. Der Verkauf beziehungsweise die Vermarktung sei Sache des Eigentümers und des freien Marktes. Es gebe deshalb bei der Stadt Minden auch keinen Plan B. „Wir werden weiter versuchen, mit dem Eigentümer im Gespräch zu bleiben, haben immer offene Türen für alle Interessenten und hoffen, dass sich hier irgendwann einmal etwas wieder nach vorne bewegt“, so Jäcke.

    Nicht nur die Stadt Minden, sondern auch die Immobilien-Standortgemeinschaft (ISG) Obermarkt-Quartier haben immer wieder den Kontakt zu potentiellen Interessenten gesucht und Gespräche geführt. Auch die ISG möchte den Standort nach vorne bringen. Doch auch der ISG seien hier weitgehend die Hände gebunden, so Bursian.  „Sehr positiv sehen wir, dass die Neugestaltung der Fußgängerzone schon erste Früchte trägt.“ So gebe es seit einigen Monaten auch Gastronomie ganz in der Nähe der Passage, die sehr gut angenommen werde, und in Kürze sollen hier weitere Geschäfte öffnen.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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