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Minden erhält Auszeichnung des Bundes für erfolgreiche Integrationsprojekte

24. April 2018 | Minden. Die Stadt gehört zu den Siegern im Wettbewerb "Zusammenleben Hand in Hand – Kommunen gestalten". Wieviel Geld es gibt, steht noch nicht fest.

  • Eine Mail mit der Betreffzeile „Abschlusskonferenz zum Bundeswettbewerb ,Zusammenleben Hand in Hand – Kommunen gestalten‘; Information der Preisträger“ ist am vergangenen Donnerstag, 19. April, um 16.26 Uhr bei der Stadt Minden eingegangen. Dahinter verbarg sich die Nachricht des Bundesministeriums für Inneres, Bau und Heimat, dass Minden zu den bundesweit ausgewählten Preisträgern gehört.

    Die Freude über die Auszeichnung war beim Ersten Beigeordneten Peter Kienzle und der Beigeordneten für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit, Regina-Dolores Stieler-Hinz, riesig. Denn Minden erhält 25.000 oder 10.000 Euro zur Förderung für Integrations-Projekte. Das wird erst bei der Abschlusskonferenz mit Preisverleihung am 2. Juli in Berlin bekanntgegeben. Regina-Dolores Stieler-Hinz hat diese Nachricht im gestrigen Kulturausschuss (23. April) bekanntgegeben.

    Minden hatte sich mit eigentlich zwei Projekten 2017 beworben, die in einem „Paket“ zusammengefasst wurden: mit der Veranstaltung „Das neue Wir“ (Februar 2017 im Stadttheater) und dem erfolgreichen Sprachprojekt für Flüchtlinge „IQUI“ (Identifizieren, Qualifizieren, Integrieren), das in Kooperation mit den „Flüchtlingspartnern Minden“ initiiert wurde. Bei den Flüchtlingspartnern handelt es sich um eine Kooperation aller örtlichen Serviceclubs, von zahlreichen Wirtschaftsunternehmen, dem Deutschen Roten Kreuz und der Stadt Minden. „Eine solche Kooperation ist ein bis heute einzigartiges, beispielhaftes Zusammenspiel dieser Beteiligten“, streicht der Erste Beigeordnete heraus. 

    Seit März 2016 konnten mit IQUI mehr als 200 Geflüchtete aus Minden und Umgebung sprachlich qualifiziert werden. „Die Qualifizierung war ein Sprungbrett für viele Teilnehmer*innen, mit der ein Einstieg in Arbeit oder Ausbildung erst möglich wurde“, so Peter Kienzle. Zahlreiche Teilnehmer*innen hätten eine Beratung und Unterstützung bezogen auf Arbeits- oder Ausbildungssuche in Anspruch genommen. Das Angebot, das weiter läuft, richtet sich in erster Linie an Geflüchtete mit guter Vorbildung oder einem Studium aus Ländern, für die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) keine Sprachkurse finanziert.

    „Das neue Wir“ sorgte Mitte Februar 2017 für Begeisterung. Rund 2.500 Menschen kamen an drei Tagen ins Stadttheater, darunter auch viele neu Zugewanderte und Geflüchtete. Neue Formen der Begegnung wurden ausprobiert und viel Kultur von Mindenern für Mindener*innen geboten. Für alle Beteiligten war die Veranstaltung nach monatelangen Vorbereitungen ein „absoluter Erfolg und die Resonanz überwältigend“, blickt Regina-Dolores Stieler-Hinz zurück. Minden habe sich an diesem Wochenende neu erfunden und am Ende stand die Erkenntnis: „Minden war, ist und bleibt eine Stadt der Vielfalt.“

    Und: Eine solche Veranstaltung gab es Nordrhein-Westfalen noch nie. Bewusst wurde das Theater als Forum, Treffpunkt und Schauplatz ausgewählt. „Unser Ziel war, dass alle Besucher*innen unser Miteinander und unsere Kultur – eben das neue Wir - weiter formen“, so Stieler-Hinz weiter. Hierbei sollten sich Menschen aus vielen Ländern kennenlernen und neue Wege der Kommunikation erprobt werden.

    Der im Juni 2017 vom Bundesinnenministerium ausgelobte Wettbewerb* „Zusammenleben Hand in Hand“ richtete sich an alle Städte, Gemeinden, Kreise und kreisfreie Städte der Bundesrepublik. Hiermit sollten herausragende, kommunale Aktivitäten zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort prämiert und bekannt gemacht werden. Fristende war der 31. Dezember. Es galt eine kommunale Gesamtkonzeption mit den Schwerpunkten Integration und Zusammenleben einzureichen, die unter anderem auch Instrumente des Qualitätsmanagements, Nachhaltigkeit und eine bessere Vernetzung verschiedener Akteure beinhalten sollte. Eine weitere Voraussetzung war die Übertragbarkeit der Projekte in andere Kommunen.

    “Das alles haben wir mit unserem eingereichten Konzept offenbar erfüllt und das wurde nun für preiswürdig erachtet“, fassen die Beigeordneten Kienzle und Stieler-Hinz zusammen. „Mit den vielfältigen Aufgaben einer Kommune ist es wichtiger, dass wir das Zusammenleben gestalten, anstatt es zu verwalten. Mit den beiden Projekten und dem gemeinsamen Antrag haben wir dieses bewiesen“, macht Regina-Dolores Stieler-Hinz deutlich.

    Wofür das Preisgeld verwendet werden soll, ist noch nicht abschließend besprochen. Ein Teil könnte aber für eine Fortsetzung des „Neuen Wir“ in einem kleineren Format verwendet werden, so Regina-Dolores Stieler-Hinz. Angedacht sei eine Einbindung in das Ende September in Minden laufende 8. bundesweite Kindertheater-Fest. „Hier könnte es Aktionen, Veranstaltungen und Angebote geben, die die Begegnung von Mindenern und zugewanderten Menschen in unserer Stadt fördern“, so die Beigeordnete. „Ein anderer Teil des Preisgeldes könnte zur Finanzierung weiterer Sprachfördermaßnahmen für Flüchtlinge verwendet werden“, so Peter Kienzle abschließend.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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