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Mehr Eheschließungen und weniger Babys

3. Januar 2018 | Minden. Mehr Mindener haben 2017 geheiratet, Lebenspartnerschaften wurden zu Ehen umgewandelt und es gab weniger Neugeborene als 2016. Das ergibt sich aus der Statistik des Standesamtes.

  • Durchschnittlich einmal pro Tag gab sich im Jahr 2017 in Minden ein Paar das Ja-Wort - statistisch gesehen. „Denn die meisten Trauungen finden an Freitagen und Samstagen statt“, weiß die Koordinatorin des städtischen Standesamtes, Bettina Reinking. So stehen an einem Tag schon mal zehn Eheschließungen auf dem Plan der Standesbeamtinnen. Beliebt sind neben den Frei- und Samstagen auch Tage wie zum Beispiel der 07.07.2017 oder der 17.07.2017. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 357 Ehen in Minden geschlossen. Das waren 34 mehr als im Vorjahr. 401 Paare (2016: 358) meldeten ihre Trauung im Standesamt der Stadt an.

    Die 2017 deutlich gestiegene Zahl an Eheschließungen führt Bettina Reinking auch auf die Attraktivität der angebotenen Orte sowie das Angebot der Trautermine an Samstagen zurück. „Ambiente-Trauungen liegen nach wie vor im Trend“, so die Standesbeamtin. Sieben Eheschließungen fanden 2017 auf den Schiffen der „Weißen Flotte“ (Mindener Fahrgastschifffahrt) statt und vier auf Privatgrundstücken. Diese Möglichkeit ist relativ neu. Paare können seit 2014 auch zu Hause oder in anderen geschlossenen Räumlichkeiten, wie Festsälen, Hotels und Restaurants den Bund der Ehe schließen. 68 Mal gaben sich Paare im LWL-Preußenmuseum das Ja-Wort und 20 Mal im Mindener Museum. Auch das Heimathaus in Dankersen ist bei Paaren gefragt: Sieben Trauungen wurden hier 2017 vollzogen.

    2017 gab es allein 28 feste Termine, an denen die Standesbeamtinnen und –beamten Paare auch an Samstagen trauten. „Ein Angebot, das zunehmend gerne angenommen wird“, so Reinking. Deshalb gebe es 2018 auch wieder 24 festgelegte Samstage, an denen im LWL-Preußenmuseum, im Mindener Museum oder im Heimathaus Dankersen geheiratet werden kann. Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Standesamtes unter www.minden.de.  

    „Auch die Tatsache, dass der Kleine Rathaussaal wegen der anstehenden Sanierung derzeit nicht zur Verfügung steht, hat sich nicht mindernd auf die Anzahl der Eheschließungen ausgewirkt“, so Reinking weiter. Denn das seit dem 20. Oktober 2017 genutzte Trauzimmer im Regierungsgebäude am Weserglacis sei ebenbürtig und ebenfalls attraktiv.

    Von den 357 Eheschließungen wohnten bei 52 Paaren beide Ehegatten nicht in Minden (so genannte Ermächtigungen), bei 30 Paaren war ein Ehegatte nicht in Minden wohnhaft. Die Namensführung wird in Minden nach wie vor meist traditionell gewählt: 262 Paare haben sich für den Nachnamen des Mannes als Ehename entschieden und nur 27 für den Nachnamen der Frau. 24 Paare haben dem Ehenamen einen Namen - den Geburtsnamen oder den Namen, den sie zum Zeitpunkt der Eheschließung führten -, hinzugefügt. 68 Eheleute behielten ihre Nachnamen. Das waren deutlich mehr als 2016. Hier entschieden sich 37 Paare dafür, keinen gemeinsamen Ehenamen zu bestimmen.

    Seit dem 1. Oktober 2017 sind in der Bundesrepublik Deutschland Eheschließungen gleichgeschlechtlicher Paare möglich. „In Minden hatten wir von Oktober bis Dezember sechs solcher Eheschließungen“, berichtet Bettina Reinking. Vier Paare waren männlichen und zwei weiblichen Geschlechts. Fünf dieser sechs Paare wandelten ihre bestehende Lebenspartnerschaft in eine Ehe um. Eine Ehe wurde auf Grundlage der neuen gesetzlichen Bestimmungen ohne vorherige Lebenspartnerschaft geschlossen.

    1.845 Kinder in Minden geboren
    Nach steigenden Geburtenzahlen in 2016 und 2015 beurkundete das Standesamt im Jahr 2017 leicht weniger Geburten. 1.845 Babys wurden in Minden geboren (2016: 1.895). Erneut kamen mehr Jungen (954) als Mädchen (891) zur Welt. „Das ist kein regionales Phänomen, sondern bundesweit so“, erläutert Helmut Kruse, Leiter des Bereiches Bürgerdienste, zu dem auch das Standesamt gehört. Laut Statistischem Bundesamt ist das Verhältnis in Deutschland 51 zu 49 Prozent. Warum mehr Jungen als Mädchen geboren werden, werde weiter erforscht.

    „Nur rund die Hälfte aller Neugeborenen wächst auch in Minden auf, die andere Hälfte der Eltern kommt im Schwerpunkt aus den umliegenden Städten und Gemeinden“, weiß Helmut Kruse. Die hohe Zahl an gebürtigen Mindenern sei vor allem mit dem Standort des Johannes Wesling Klinikums begründet. Ein so genannter „Personenstandsfall“ werde immer dort beurkundet, wo das Ereignis stattgefunden hat - unabhängig vom Wohnsitz der Person.

    Trotz leichtem Rückgang sind die Geburtenzahlen immer noch auf einem hohen Niveau. So verzeichnete das Standesamt Ende 2007, also vor einem Jahrzehnt, 1.356 Neugeborene. „Das waren im Vergleich zu jetzt rund 30 Prozent weniger“, fasst die Koordinatorin des Standesamtes, Bettina Reinking, zusammen. Und nicht nur die aktuelle Menge der Geburten, auch die Fälle an sich stellen die Standesbeamtinnen oft vor Herausforderungen. „Durch Zuwanderung und eine damit höhere Zahl an Menschen mit Einwanderungsgeschichte in unserer Stadt, kommt es wesentlich häufiger vor, dass die Eltern der neu geborenen Kinder selbst keine Urkunden – weder zu ihrer Geburt noch zur Heirat - haben“, so Reinking.

    Die Eltern werden dann gebeten, Urkunden aus ihrem Heimatland zu beschaffen, was sich aber vor allem in Ländern, wo Krieg herrscht oder es Krisen gibt, oft schwierig gestaltet oder gar unmöglich ist. Können die Eltern ihre Identität nicht eindeutig nachweisen, erfolge zunächst eine eingeschränkte Geburtsbeurkundung. Bei späterer Vorlage von Urkunden seitens der Eltern werde dann der einschränkende Vermerk aufgehoben - oftmals durch eine gerichtliche Entscheidung. „Das ist aufwändig und bindet viel Arbeitskraft“, so Helmut Kruse.

    Der Umstand, dass viele Heiratsurkunden bei Menschen, die geflüchtet sind, nicht vorliegen, aber auch immer mehr unverheiratete Paare Eltern werden, führt zu deutlich mehr Vaterschaftsanerkennungen. Diese werden ebenfalls im Standesamt bearbeitet. 201 Männer haben ihre Vaterschaft im Jahr 2017 anerkannt. 2016 waren es 212 und vor zehn Jahren „nur“ 24.

    Die Zahl der Sterbefälle ist – trotz gewachsener Bevölkerung – leicht rückläufig. 1.508 (2016: 1.589) Personen starben im vergangenen Jahr in Minden - 733 Frauen und 775 Männer.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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