Aus ehemaligem Klassentrakt wird "Haus der Bildung"

19. Juli 2018 | Minden. Die neue Einrichtung auf dem KTG-Gelände soll Ende August eröffnet werden. Der Innenausbau läuft auf Hochtouren.

  • Das Bauteil C auf dem Gelände der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule sollte eigentlich den erweiterten Außenanlagen am Königswall weichen. Zwischenzeitlich wurde es für den Unterricht der „Internationalen Klassen“ genutzt. Doch nun steht es immer noch und ist kaum wieder zu erkennen. Denn der ehemalige Klassentrakt wurde entkernt, die Hülle energetisch ertüchtigt und neue Fenster eingesetzt. In dem Gebäude entsteht im ersten und zweiten Obergeschoss das „Haus der Bildung“. Diese neue Einrichtung, die im Schwerpunkt von den weiterführenden Schulen in der Innenstadt genutzt wird, soll Ende August eröffnet werden. Mit einem neu gebauten Treppenhaus und einem Fahrstuhl ist das Gebäude künftig barrierefrei.

    Im Erdgeschoss des ehemaligen Klassentraktes ist auch weiterhin der städtische Karoline-Dettmer-Kinderhort untergebracht. „Die Kinder und Mitarbeiter*innen haben in den vergangenen Monaten viel Lärm ertragen müssen, aber dabei niemals ihre Fröhlichkeit und ihren Optimismus verloren“, berichtet Projektleiter Volker Gertges von der städtischen Gebäudewirtschaft bei einem Ortstermin. Im Mittelpunkt der im Juli 2017 begonnen Maßnahme stand die energetische Sanierung des Gebäudes. „Aus diesem Grund konnten wir für diese Maßnahme auch Fördermittel beantragen“, erläutert Stadtkämmerer Norbert Kresse. 90 Prozent der Kosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen. Das Geld kommt aus Mitteln des „Kommunalen Investitionsfördergesetz“. Aus dem städtischen Haushalt muss neben dem 10-prozentigen Eigenanteil an den Investitionskosten auch noch die Einrichtung bezahlt werden. Hierfür fallen zusätzlich 75.000 Euro an.

    Das „Haus der Bildung“ kann im 1. und 2. OG des ehemaligen Klassentraktes über eine Nutzfläche von 1.300 Quadratmetern verfügen. „Die Räumlichkeiten wurden nach heutigen pädagogischen Bedarfen zugeschnitten“, berichtet Gertges. Die Planung dafür lag in den Händen seines Kollegen und Architekten Eberhard Daske, der in enger Abstimmung mit dem Bereich Bildung stand. Im Zweiten Obergeschoss wird es einen zentralen, offenen Raum geben, der keine rechten Winkel hat. Von diesem „Zentrum“, das auch als Forum dienen kann, zweigen mehrere Räume ab. Jeder Raum hat eine eigene Farbe an einer Wand.

    Die beiden Geschosse verfügen über zehn Klassenräume und Lernbereiche mit bis zu 120 Quadratmetern Größe. Sie sollen mit Beginn des Schuljahres 2018/2019 hauptsächlich von den umliegenden Mindener Innenstadtschulen - Herder-Gymnasium, Ratsgymnasium, Kurt-Tucholsky-Gesamtschule und dem Weser-Kolleg - genutzt werden. Das multifunktionale „Haus der Bildung“ bietet Räumlichkeiten für vielfältige Kooperationen und Projekte, die sich sowohl auf die Förderung als auch auf die Forderung einzelner Schülerinnen und Schüler oder Schülergruppen beziehen. Es soll hier neben Bildungsangeboten für Schüler*innen mit Zuwanderungsgeschichte unter anderem auch eine feste Anlaufstelle für die individuelle Beratung und Schulsozialarbeit geben.

    Das jetzt sanierte Gebäude stammt aus dem Jahr 1965. Die gesamte Gebäudehülle ist energetisch saniert worden. Teile des Gebäudes wurden hierzu gedämmt und mit einer Klinkervorsatzschale versehen, die Hauptflächen erhielten ein Wärmedämmverbundsystem und alle Fenster sind ausgetauscht worden, berichtet Projektleiter Volker Gertges. Die Entwurfsplanung wurde von der Stadt Minden, Bereich 0.7 Gebäudewirtschaft, erstellt. Die Ausführungsplanung sowie die Objektüberwachung erfolgten durch das Architekturstudio pm aus Minden. Die Eröffnung des „Hauses der Bildung“ ist für den 27. August vorgesehen. Bis dahin gibt es noch viel tun.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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