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Aula des Herder-Gymnasiums bald in neuem Glanz

7. Juni 2018 | Minden. Bemerkenswert: Schule sammelte 100.000 Euro für das Projekt. Am 14. September gibt es einen Sponsorenlauf für die Technik.

  • „Alte Aula in neuem Glanz“ – so hat Stefanie Lehmkuhl, Lehrerin am Herder-Gymnasium und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Schule, eine Präsentation überschrieben, die jetzt bei einem Pressetermin vorgestellt wurde. Derzeit wird die Aula grundsaniert und steht für den Schulbetrieb seit November 2017 nicht mehr zur Verfügung. Das jetzt 109 Jahre alte „Schätzchen“ war schon einige Zeit in die Jahre gekommen und renovierungsbedürftig. Die Aula mit der darunter befindlichen Turnhalle (heute Mediothek) galt damals im Jahr der Einweihung 1909 als fortschrittlicher Bau. Errichtet wurde sie als südliche Erweiterung der 1895 feierlich eingeweihten „Höheren Töchterschule“ (später Caroline von Humboldt-Gymnasium).

    Schon vor 15 Jahren unternahm die Schulleitung des Herder-Gymnasiums den ersten Anlauf zu Gesprächen mit der Stadt Minden, die Eigentümerin des Gebäudes ist. Der Wunsch der Aula-Sanierung fand zwar Gehör, konnte aber wegen anderer dringender Schulbauten zunächst nicht umgehend umgesetzt werden. „2009 kam die Sache dann mit ersten Untersuchungen der Denkmalschutzexperten in Gang“, erinnert sich Jörn Schunk, Leiter der Gebäudewirtschaft. Doch dann stürzte die weltweite Wirtschaftskrise auch viele deutschen Kommunen ins tiefe Defizit. Der Stadt Minden drohte die Überschuldung. 2011 wurde sie zur Stärkungspaktkommune in Nordrhein-Westfalen. Das Land stellt seitdem und noch bis 2020 zusätzliche Hilfen zur Unterstützung des erfolgreich gelaufenen Konsolidierungsprozesses zur Verfügung.

    Fünf Jahre konnte das Projekt nicht angegangen werden. 2015 wurden dann die Planungen in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz wieder aufgenommen, so Jörn Schunk. Derweil war das Gymnasium nicht untätig und sammelte fleißig Sponsoren-Gelder für die Aula. Stolze 80.000 Euro kamen in mehreren Jahren zusammen, 20.000 Euro steuerte der Förderverein der Schule bei. „Eine stolze Summe, die maßgeblich dazu beitrug, das Projekt zu beschleunigen“, fasst der stellvertretende Schulleiter Guido Höltke zusammen.

    „Das ist schon ungewöhnlich, dass eine Schule so viel Geld für ein Bauprojekt gesammelt hat“, fasst Stadtkämmerer Norbert Kresse anerkennend zusammen. Letztendlich habe dieses Engagement den Ausschlag dafür gegeben, für die Sanierung auch Mittel in den nächsten Haushalt einzustellen. Nach den ersten städtischen Schätzungen waren für die Arbeiten 250.000 Euro von der Stadt berechnet worden. 35.000 Euro kamen an Mehrkosten dann noch einmal für das Parkett hinzu. Zuletzt bedeckte ein Filz den Boden der Aula, die schon viele „Gesichter“ – sprich Farben und Böden - hatte. „Der Parkettboden wird der Aula nun zusätzlichen Glanz geben“, freut sich Guido Höltke. Momentan ist davon noch nichts zu sehen. Erst müssen die Decke und die Wandverkleidungen fertig sein.

    „Hier kann man die Farbproben sehen“, deutet Architektin Dr. Manuela Kramp bei einem Ortstermin auf eine Ecke. Die dann mit der Unteren Denkmalbehörde abgestimmte Farbwahl – ein Beige mit … - ist mit einem roten Klebe-Kreuz versehen. Sowohl an der Decke, die ein handgemaltes Kassettenmuster hatte, als auch an den Wände werden sich die ausgesuchten Töne wiederfinden. „Heller und damit freundlicher werde die Aula künftig sein“, so Höltke. Auch die Empore erstrahlt künftig in neuem Glanz. Für die großen Korbbogenfenster gibt es neue, maßangefertigte Isolierglasfenster – innen. Die alten Fensterelemente müssen erhalten bleiben. „Die größte Herausforderung bei Objekten, die unter Denkmalschutz stehen, ist immer, die historischen Räumlichkeiten an moderne Bedingungen und Nutzungen anzupassen“, weiß Jörn Schunk.

    In einer früheren Modernisierungsphase ist die Aula bereits für die aktuellen Anforderungen des Brandschutzes ertüchtigt worden. Die Lüftungstechnik ist modernisiert worden und ein Teil der Seitenfenster lässt sich – für den Rauchabzug - seitdem automatisch öffnen. Auch das Treppenhaus erhielt eine Notbeleuchtung. Noch vorhanden sind die Sonnenschutzvorrichtungen und die Bühnenkonstruktion, die wiedereingebaut wird, sowie das derzeit eingelagerte Gestühl. Neu und modern soll allerdings die Technik der Aula sein, die regelmäßig auch für Aufführungen, Konzerte, Vorträge und andere Schulveranstaltungen genutzt wird.

    „Das Geld dafür fehlt noch“, berichtet der stellvertretende Schulleiter. Er hofft, dass ein Teil der Kosten für die technische Ausstattung bei einem Sponsorenlauf am 14. September 2018 zusammenkommt. „Alle Klassen und auch Lehrer und Eltern werden mitmachen und müssen bis dahin Sponsoren für ihre Läufe finden“, erklärt Höltke. Er hofft, dass die Aula im späteren Herbst 2018 wieder für Veranstaltungen zur Verfügung steht. Ein Jahr Verzicht auf den großen Raum, der für ein „gutes schulisches Miteinander steht“, liegen dann hinter dem Herder-Gymnasium, das teilweise auf andere Aulen, das „Kleine Theater am Weingarten“ oder die eigene Mediothek ausweichen musste.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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