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Regenwasser setzte der Schießmauer zu

4. September 2018 | Minden. Im oberen Bereich wurden zahlreiche Schäden festgestellt. Die umfassende Sanierung beginnt in diesen Tagen.

  • Neben Straßen und Brücken sind die Städtischen Betriebe Minden (SBM) auch für die Unterhaltung von Mauern zuständig. Ein Objekt aus der früheren Stadtbefestigung wird derzeit saniert. Es ist die so genannte „Schießmauer“ an der Schlagde. Sie steht unter Denkmalschutz, dient dem Hochwasserschutz und dem darüber liegenden Grimpenwall als Abstützung. Vor allem eingedrungenes Regenwasser hat der Mauer zugesetzt, so dass sie bereits vergangenes Jahr notdürftig mit Holzplatten abgedeckt werden musste, um weitere Schäden zu vermeiden und die Verkehrssicherheit nicht zu gefährden.

    „Bei näherer Betrachtung erkennt man vor allem im oberen Bereich der Mauer ausgewaschene Fugen, fehlenden Mörtel und Ausblühungen“, erläutert Projektleiter Friedrich Lange von den SBM bei einem Ortstermin. Genau untersucht hat das Objekt der beauftragte Gutachter und Diplom-Ingenieur Thomas Klakus vom Büro BIZ Architekten & Ingenieure (Minden/Osnabrück). Er hat auch mehrere Proben der Bausubstanz entnommen.

    Die Mauer besteht aus zwei Teilen: Der untere historische Teil wurde ursprünglich zum Hochwasserschutz errichtet und ist wesentlich älter – vermutlich aus dem 15./16. Jahrhundert, meint Lange. Unterlagen dazu gibt es aber nicht. Mit dem Ausbau des Grimpenwalls Ende der 1970er ist die Stadtmauer im Bereich der „Schlagde“ (früherer Umschlagplatz an der Weser) erhöht worden. Dieser Aufbau wurde aus Stahlbeton und Kalksandstein hergestellt. Wegen der gestalterischen Anpassung zum historischen unteren Teil, wurde die Aufhöhung mit Sandsteinplatten - gehalten von Edelstahlankern - verkleidet, so der Projektleiter.

    „Und genau hier ist im Laufe der Jahre über die Fugen Wasser in das Mauerwerk eingedrungen“, berichtet Gutachter Klakus. Die oberen Sandsteinplatten wurden aus Sicherheitsgründen 2017 abgenommen und abgedeckt. Durch diese Maßnahme und den sehr trockenen Sommer, sei nun keine Feuchtigkeit mehr in der 50 Meter langen Mauer. Die anstehenden umfassenden Restaurierungsarbeiten könnten daher beginnen. Das Gerüst zur Schlagde hin wird ab morgen, 5. September, aufgebaut. Bei den anstehenden Arbeiten werden neben den ausgewaschenen Fugen und der Abdeckung auch beschädigte Natursteinelemente saniert beziehungsweise durch den Einbau von passgenauen Neuteilen ersetzt.

    „Die Belange der Denkmalpflege sind in sehr hohem Maße zu berücksichtigen“, berichtet Friedrich Lange. Dieses bedeutet einen sehr schonenden Umgang mit dem überlieferten Bestand sowie die Verwendung angepasster Materialien und Techniken. Alle Maßnahmen werden mit der beteiligten Denkmalpflege und der Bauleitung sukzessive während der Ausführung im Detail abgestimmt. Gleich mitsaniert wird anschließend auch der gegenüberliegende, kleinere Teil der Mauer, wo es auch Wasserschäden gibt.

    128.000 Euro haben die Städtischen Betriebe für die Arbeiten berechnet. Diese sollen Mitte Dezember 2018 abgeschlossen sein. Beauftragt wurde nach öffentlicher Ausschreibung die Firma Westerbau Bauunternehmung aus Hille- Hartum. Das Unternehmen habe auch mit sehr gutem Ergebnis die Sanierungsarbeiten an der Stützmauer Hafenstraße durchgeführt, so Lange abschließend.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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