Sozialpaten für Rodenbeck zertifiziert

25. September 2018 | Minden. Am Freitag, 21. September, bekamen die 13 Freiwilligen aus Minden im „Haus der Begegnung“ für die erfolgreiche Ausbildung Zertifikate überreicht.

  • Ob in Erziehungs-, Schulden- oder sonstigen Lebensfragen – die ehrenamtlichen Sozialpatinnen und Sozialpaten stehen Hilfebedürftigen seit 2007 zur Seite. Am Freitag, 21. September, bekamen die 13 Freiwilligen aus Minden im „Haus der Begegnung“ für die erfolgreiche Ausbildung Zertifikate überreicht. Ausgezeichnet wurden acht Sozialpatinnen und Sozialpaten sowie fünf Integrationsassistenten.
    Sie konnten ihre Urkunden vom Bürgermeister Michael Jäcke entgegennehmen und sind nun für den Einsatz im Stadtgebiet gerüstet. Das Besondere dieser Qualifizierungsstaffel ist, dass gezielt Bürger*innen für Minden-Rodenbeck angesprochen wurden. Denn diese Staffel ist vom Quartiersfonds für Rodenbeck finanziert worden und lief von Ende Mai bis jetzt im Haus der Begegnung.

    Sozialpaten leisten aufgrund ihrer Lebens- und Berufserfahrung für einen begrenzten Zeitraum Hilfen im Alltag für Bedürftige. Die Sozialpaten helfen Menschen in schwierigen Situationen und Notlagen selbständig und eigenverantwortlich zu handeln. Sie unterstützen und beraten auf dem Weg zu einer selbständigen Lebensführung. Sozialpaten erhalten keine Vollmacht, sondern handeln immer gemeinsam mit den Bedürftigen. Diese Hilfen sind immer "Hilfe zur Selbsthilfe". Die Begleitung ist zeitlich auf ein halbes Jahr begrenzt. Das Mindener Sozialpatenmodell ergänzt die Landschaft der bereits bestehenden Fachberatungsstellen.

    In Rodenbeck sollen die Menschen in einer Sprechstunde erste Hilfe bekommen – das ist neu am Mindener Sozialpatenmodell. Das Projekt im Quartier fördert vorhandenes oder aktiviert zusätzliches bürgerschaftliches Engagement, hob Bürgermeister Jäcke hervor. Es werden besonders benachteiligte Gruppen erreicht. Das Projekt steigert die Identifikation der Bewohner*innen und die Verantwortung für das Quartier, so Jäcke weiter. Innerhalb von 32 Stunden in sieben Blöcken wurde Grundkenntnisse über die Struktur der sozialen Arbeit, Inhalte der Sozialgesetzbücher, die Begleitung von Menschen mit Migrationshintergrund oder Methoden der Selbstpflege vermittelt.
     
    Die Freiwilligen-Agentur der PariSozial sorgt dafür, dass die Hilfe bei den Adressaten ankommt. Sie vermittelt unterstützungssuchende Bürger*innen an die ausgebildeten Sozialpaten. Diese stehen ihren Schützlingen in ihrer Freizeit mit Rat und Tat zur Seite. Sie unterstützen sie beispielsweise bei Behördengängen, Arztbesuchen oder bei der Haushaltsplanung. Damit fügen sie sich gut in das bereits bestehende Mindener Beratungsangebot ein.

    2007 wurde das Mindener Sozialpatenmodell unter Orientierung an dem Augsburger Vorbild ins Leben gerufen. Jede*r Sozialpate*in betreut ein „Patenkind“ durchschnittlich elf Monate. Manchmal kann eine Betreuung auch länger dauern – dann werden Randprobleme in Angriff genommen. Sozialpaten bauen eine persönliche Beziehung auf, sie haben einen ganzheitlichen Blick und entdecken dadurch versteckte Ressourcen. Sie geben ihre eigenen praktischen Erfahrungen weiter und geben Mut Probleme zu lösen. Denn in vielen Fällen fehlt es den Hilfesuchenden an einem persönlichen Netzwerk. Seit Beginn des Sozialpatenmodells erfolgt die Erstberatung der Hilfesuchenden und die Begleitung und Koordinierung der aktiven Paten durch die Freiwilligenagentur von PariSozial.

    Pressestelle Stadt Minden, Katharina Heß, , Tel.: +49 571 89204.

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