Der Große Rathaussaal wird von innen eingerüstet

Entkernt: das 2. Obergeschoss im ersten Abschnitt des Deilmann-Baus

Wird ausgebaut: das Dachgeschoss des neuen Büro- und Geschäftshauses

Noch immer eingrüstet: das Historische Rathaus am Markt

Das sanierte Rathaus erhält auch einen Konferenzbereich. Die "Tonne" im Rathauskeller wird ein moderner Besprechungsraum.

Rathaussanierung deutlich sichtbar an den Start gegangen

7. August 2019 | Minden. Der erste Bauabschnitt läuft auf vollen Touren. Ins Rathaus fließt bis 2022 die größte städtische Einzelinvestition seit Jahrzehnten.

  • Aus allen Himmelsrichtungen ist es sichtbar: Am Rathauskomplex wird intensiv gearbeitet. Bauzäune, Baufahrzeuge und Gerüste flankieren die große Baustelle mitten in Minden. Arbeiter gehen ein und aus. Blaue Transparente an Bauzäunen und in ehemaligen Geschäftsflächen erklären den Bürger*innen und Gästen der Stadt die Baumaßnahme. Das Banner „Wir bauen für Sie – Hier entsteht der neue Konferenzbereich der Stadt Minden“ findet sich beispielsweise in einem ehemaligen Reisebüro im Erdgeschoss des Neuen Rathauses.

    Die Banner rund um das Rathaus und bald auch am Bauzaun Großer Domhof informieren über künftigen Service, moderne Arbeitsplätze, Energieeinsparung, Barrierefreiheit, Denkmalschutz und die Maßnahme an sich. Das alles steht für die größte städtische Einzelinvestition seit Jahrzehnten: Die Sanierung des Rathauskomplexes zwischen Markt und Großer Domhof. Die ist nach einer längeren Planungsphase, den Ausschreibungen und der Außensanierung am historischen Rathaus nun so richtig an den Start gegangen. Am 3. Juni 2019 haben die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt im historischen Rathaus, einem Teil des Deilmannbaus und in den Büroetagen des neuen Geschäftshauses am Scharn begonnen. „Das Projekt stellt insgesamt eine große Herausforderung für die Verwaltung dar“, macht Stadtkämmerer Norbert Kresse deutlich, der auch für die Gebäudewirtschaft verantwortlich ist.

    Im Inneren des Rathauses laufen aktuell umfangreiche Abrissarbeiten. Und die gehen rasant voran. In nur neun Wochen sind bereits alle Büroräume im 2. und 3. Obergeschoss entkernt, Wände entfernt, Leitungen gekappt, Toiletten abgerissen und der orangefarbene Teppich entsorgt. „Dieser wird aber in der gleichen Farbe wieder neu verlegt“, kündigt Norbert Kresse bei einem Rundgang an. Das sei mit der Oberen Denkmalbehörde so vereinbart worden. Nicht nur die historischen Gebäude am Markt und am Großen Domhof, auch der Rathaus-Neubau aus dem Jahr 1977/78 steht unter Denkmalschutz.

    Daher werden auch die blauen Heizkörper, Fenstergriffe und Lichtleisten im Neubau bleiben. Letztere werden modernisiert und erhalten LED-Leuchtkörper. Die teilweise hell gestrichenen Sichtbetondecken kommen wieder in den Ursprungszustand. Und auch die rund 1.000 Fenster im Neubau bleiben erhalten. Sie werden aufgearbeitet, gestrichen und erhalten eine neue Verglasung, die die Energiewerte deutlich verbessern wird. Überall dort, wo in einem denkmalgeschützten Bau, Dämmung möglich ist (z.B. auf den Dächern und der Tiefgaragendecke), wird energetisch verbessert. Diese Maßnahmen werden auch aus der Städtebauförderung mit 80 Prozent gefördert. Insgesamt sind für die Sanierung bis zum Jahr 2022 rund 42 Millionen Euro veranschlagt.

    Begonnen haben die ersten Sanierungen am gesamten Komplex, der aus insgesamt sechs Gebäudeteilen besteht, bereits im Herbst 2017. Nach dem Abriss des ehemaligen Verwaltungstraktes am Scharn, wo derzeit die Restarbeiten für das neue Geschäftshaus laufen, ist das historische Rathaus eingerüstet worden. Hier werden – nach der Fassade – aktuell noch die alten Fenster restauriert. „Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, wird auch das Gerüst außen abgebaut“, kündigt der Stadtkämmerer an.

    Auch im Inneren des um 1260 errichteten, historischen Rathauses tut sich Einiges. Der Kleine Rathaussaal ist innen vollkommen eingerüstet. Der Große Saal wird derzeit ebenfalls für die umfassende Sanierung vorbereitet. „Hier wird eine Kühl-/Heizdecke eingebaut, die die Nutzung des historischen Saales vor allen in den Sommermonaten deutlich verbessern wird “, so Stadtkämmerer Kresse. Das sei sehr aufwändig, weil die jetzige Decke dafür abgesenkt werden muss, am Ende aber genauso wieder aussehen muss wie im Original, erläutert er. Im weiteren Rundgang wird deutlich, wie umfassend und auch kompliziert die Maßnahme ist. „Bauen im Bestand ist immer schwierig und Überraschungen sind vorprogrammiert“, so Kresse.

    Eine Baustelle ist auch immer mit Lärm, Staub und Einschränkungen verbunden. So steht seit einer Woche der Seiteneingang gegenüber der ehemaligen Sparkasse ins Rathaus nicht mehr zur Verfügung, Besucher*innen werden gebeten, den Haupteingang am Kleinen Domhof 17 zu nutzen. Über die Bürgerhalle kommen Parker*innen (Treppenhaus oder Fahrstuhl) auch in die Tiefgarage. Auch ist Anfang Juni das Baustellenlager auf dem Großen Domhof eingerichtet worden, womit zahlreiche Parkplätze weggefallen sind. Vor der Post gibt es nur noch 12 Kurzeit-Parkflächen.

    Als Ersatz für die Fläche auf dem Großen Domhof ist im Parkhaus Marienwall seit dem 3. Juni das Parken unter einer Stunde kostenfrei. Die Rathaus-Tiefgarage kann während des ersten Bauabschnitts nur noch teilweise genutzt werden.

    Weitere Informationen zur Rathaussanierung
    Hintergrund für die sehr umfassende Sanierung ist, dass der Mindener Rathauskomplex „in die Jahre gekommen ist“ und bei Weitem nicht mehr aktuellen Anforderungen von Kundenfreundlichkeit und moderner Büroraumplanung entspricht. Er ist – aufgrund seiner sechs Gebäudeteile - für Besucher*innen oft unübersichtlich, wegen unterschiedlicher Geschosshöhen in Teilen teilweise nicht barrierefrei, hat viel zu viele Verkehrsflächen und zu wenig Büroraum. Das soll sich ändern: Die Büroraumgestaltung ist flexibel ausgelegt. Dank bedarfsorientierter und konsequenter Neuplanung werde am Ende deutlich weniger Gesamtfläche pro Mitarbeiter*in benötigt.

    Das Rathaus wird nach der umfassenden Sanierung nicht nur energetisch ertüchtigt, sondern auch barrierefreier als bisher sein. Es wird auch ein Wegweisungssystem geben. Die Dienststellen mit viel Publikumsverkehr, wie das Jugendamt, das Standesamt und der Bereich Soziales werden künftig in den unteren Geschoss-Ebenen zu finden sein. Die Minden Marketing GmbH wird mit der Tourist-Info in die Bürgerhalle ziehen. Der künftige Konferenzbereich wird rund um das Historische Rathaus konzentriert. „Es wird deutlich mehr Sitzungsräume und Besprechungsmöglichkeiten geben – modern und mit neuester Technik ausgestattet“, so Kresse. Auch die ehemalige „Tonne“ des Rathauskellers wird zu einem modernen Besprechungsraum.

    Die Sanierung des Mindener Rathauses verläuft in drei Bauabschnitten. Der erste hat am 3. Juni begonnen und soll Mitte 2020 fertiggestellt sein. In der Zeit werden die Räume in den Gebäudeteilen A/B (verbliebener Verwaltungstrakt am Scharn und Historisches Rathaus am Markt) sowie der erste Teil des Deilmannbaus (Gebäudeteil C) saniert. Von Mitte 2020 bis Mitte 2021 wird dann der zweite Teil des „Neuen Rathauses“/Deilmannbau saniert. Im Fokus steht die Umgestaltung der Bürgerhalle für die gemeinsame Nutzung mit der Minden Marketing GmbH. Das Bürgerbüro und die Gebäudeteile am Großen Domhof (Gebäudeteile D,E,F) werden im dritten Bauabschnitt, von 2021 bis Mitte 2022, neugestaltet. Für die Beratung der Kundinnen und Kunden des Bürgerbüros entstehen dort Einzelberatungsbüros.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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