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Neue Kreativwerkstatt kommt gut an

21. Februar 2019 | Minden. Mit Unterstützung der Integrationsbeauftragten der Stadt Minden konnte GreenFairPlanet ein weiteres Projekt zur Stärkung der Frauen mit Fluchterfahrung ins Leben rufen: die „Kreativwerkstatt für Frauen“.

  • Zum ersten Treffen kamen jetzt 13 Frauen mit sechs Kindern. Die Koordination wird an diesem Samstagnachmittag zu einer Herausforderung der Initiatorinnen: mehrere kulturelle Hintergründe, ein Sprachgewirr, Kinder, die sich freuen und mitmachen wollen. Es ist ein weiteres Projekt vom Verein GreenFairPlanet, mit dem Ziel, durch Begegnung etwas zu bewegen und verändern, fasst Elisabeth Schmelzer zusammen.

    Das Wirrwarr am Anfang lässt Spielraum für Unerwartetes - darin sind sich die Initiatorinnen Nicole Kallus, Ursula Hoecke, Rita Maria Fröhle und Elisabeth Schmelzer einig. Alle setzen sich an den großen Tisch, schreiben ihren Namen auf ein Kreppband, kleben es an ihr Kleidungsstück. Bei Tee, Kaffee und Kuchen beginnt die Vorstellungsrunde. Es wird Deutsch gesprochen. Ab und an unterstützen sich die Frauen beim Dolmetschen.

    In einem Video werden verschiedene Möglichkeiten gezeigt, was die Teilnehmerinnen in der Kreativwerkstatt machen können. An diesem Nachmittag entscheiden sie, womit sie beim nächsten Treffen beginnen. Neues lernen und Unbekanntes ausprobieren, Fähigkeiten teilen, Talente entdecken – das alles ist möglich. In einem Tagebuch werden die Wünsche und Ideen der Teilnehmerinnen vermerkt.

    „Ich werde Armbänder mit Perlen und Haarschmuck machen“, freut sich die 18-jährige Suzan Al Hajo. Serena Rieck aus Porta Westfalica hat sich für Serviettentechnik entschieden und ihre Mutter Angelika Rieck will Textilien gestalten. Beim Entwerfen von Modellen und Schnittmustern möchte ihr Behim aus Aserbaidschan helfen. Alle Materialien sind ausschließlich recycelt. Damit setzt GreenFairPlanet ein Zeichen für die weltweiten Nachhaltigkeitsziele der UN und der Ziele für Bildung nachhaltiger Entwicklung (BNE).

    „Mich hat selten ein Projekt so in Begeisterung versetzt wie dieses, denn bei allem, was Frauen leisten und zu verkraften haben in ihrer neuen Heimat, tut es ungemein wohl zu erleben, wie GreenFairPlanet kreative menschliche Wege geht, um nachhaltig Begegnung und Bildung zu schaffen“, erklärt die Selvi Arslan-Dolma. „Das unterstütze ich gern“, fährt die Integrationsbeauftragte der Stadt Minden fort.

    Die teilnehmenden Frauen kommen aus dem Irak, Nigeria, Syrien, Aserbaidschan und Afghanistan. Zu ihnen haben sich kreative Bürgerinnen aus Leteln, Dankersen und Porta Westfalica gesellt. „Die Frauen aus verschiedenen Ländern sollen aus ihrer Isolation herauskommen und gemeinsam mit Einheimischen selbstbestimmt ihre Freizeit gestalten und Freundschaften knüpfen“, resümiert Projektleiterin Nicole Kallus. Die Mindenerin ist Expertin für Handarbeiten, Design und Gestaltung und seit 2015 in der Flüchtlingshilfe tätig.

    Bei der Teilnahme an Integrationsprojekten hatten Flüchtlingsfrauen oft das Problem, dass sie nicht wussten, wo sie ihre Kinder unterbringen sollten, so Elisabeth Schmelzer. Das gehöre der Vergangenheit an. GreenFairPlanet bietet zeitgleich Angebote für Kinder an. Während die Mütter ihren Ideen freien Lauf lassen, basteln die Kinder unter Anleitung von Rita Maria Fröhle.

    Das Anliegen der „Kreativwerkstatt für Frauen“ ist es, die kreativen Fähigkeiten ganzheitlich zu fördern, und dass die Frauen ihre Arbeiten in der Öffentlichkeit präsentieren können, so die Initiatorinnen. Ihr erster Auftritt ist am 15. März während der Trendnacht in der Stadtbibliothek Minden. "Heute bin ich seit langer Zeit glücklich" - mit diesen Worten verabschiedet sich eine Frau aus Nigeria nach dem ersten Treffen. Das gibt Hoffnung für das Projekt.

    GreenFairPlanet, Presse-und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon 0571-93415707, E-Mail:

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