Community Dance 2019: Schüler*innen fiebern der Premiere entgegen

23. Januar 2019 | Minden. Das Projekt ist „eine große Herausforderung“ für alle Beteiligten. Für beide Vorstellungen gibt es noch Karten.


  • Rund zwei Wochen vor dem „großen Tag“ steigt die Aufregung bei den Beteiligten am neuen „Community Dance-Projekt“ in Minden. Vor jeweils mehr als 1.000 Zuschauer*innen werden rund 100 Schülerinnen und Schüler bei den Aufführungen am 8. und 9. Februar 2019 in der Kampa-Halle tanzen. „Das Projekt wird seit mehr als zehn Jahren immer weiter entwickelt“, ist Regina-Dolores Stieler-Hinz, Beigeordnete für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit, begeistert. Nach zehn Jahren könne Community Dance Minden auf 19 Aufführungen zurückblicken - darunter auch auf zwei große Inszenierungen in der Kampa-Halle.

    Die Musik zu der 9. Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ und den „Slawischen Tänzen“ des tschechischen Komponisten Antonín Dvořák kommt live von der Nordwestdeutschen Philharmonie. Das Profi-Orchester wird von jungen Musikerinnen und Musikern aus der Region verstärkt – ein Novum. Der verantwortliche Musiklehrer Erdmann Fricke (Herdergymnasium) ist nach erfolgreich verlaufenen Proben zuversichtlich, dass die Schüler*innen „ihre Sache“ im großen Orchester gut machen. „Sie haben hart und viel dafür gearbeitet“, lobt Fricke in einer Pressekonferenz am 17. Januar. Die NWD, die viel auch mit Nachwuchsmusiker*innen zusammenarbeitet, freue sich auf die Herausforderung, wie Intendant Andreas Kuntze betont. Alle seien gut vorbereitet. Und: Mit Erich Polz konnte für das Projekt auch ein junger und engagierter Dirigent gewonnen werden.

    Choreograph Miguel Angel Zermeño, der sich zusammen mit Petra Brozmanova-Nottmeier für den tänzerischen Part verantwortlich zeichnet, sieht in dem neuen, großen Projekt eine Herausforderung. Obwohl er von Anfang an bei Community Dance Minden dabei sei, „ist es jedes Mal anders“. Es gebe viele anspruchsvolle Szenen, die dieses Mal gemeinsam auf der großen Bühne in der Kampa-Halle getanzt werden. Das heißt: Viele junge Tänzer*innen, die in ihren Schulen getrennt geprobt haben, müssen zum „großen Ganzen“ zusammengeführt werden. „Das ist kompliziert“, so Zermeño. Mehr Fusion sei nötig, aber nach insgesamt zehn Treffen wachse alles „wie eine Familie zusammen“. Die gemeinsamen Proben bis zur Premiere am Freitag, 8. Februar, laufen im Otto-Michelsohn-Sportzentrum.

    Das neue Projekt sei aus einer Anregung von Kreiskantor Thomas Wirtz entstanden, erinnert sich Petra Brozmanova-Nottmeier. Die Idee, zu der bekannten 9. Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ des tschechischen Komponisten Antonín Dvořák zu tanzen, sei sofort aufgenommen worden. Die Sinfonie selbst sei aber zu kurz für eine abendfüllende Veranstaltung, so seien passend die „Slawischen Tänze“ (Dvořák) noch dazu gekommen, verrät Brozmanova-Nottmeier, die für diese Produktion wesentlich die Inszenierung entwickelt hat.

    Obwohl es nie so ausdrücklich gesagt worden ist, sei „Community Dance“ ein Integrations- und vor allem ein Inklusionsprojekt, streicht Beigeordnete Regina-Dolores Stieler-Hinz heraus. Denn bei jedem Projekt wirken auch Förderschüler*innen der Kuhlenkampschule, der Wichernschule (beide Minden) und der Luther-Schule (Porta Westfalica) mit. „Dieses Erfolgserlebnis, auf einer großen Bühne zu tanzen, ist etwas ganz Besonderes für die Mädchen und Jungen, weil es ehrlichen Beifall für die tolle Leistung gibt“, weiß Konstanze Hickendorf, frühere Leiterin der Kuhlenkampschule. Sie wirkt in dem Projekt auch noch in ihrem Ruhestand aktiv mit.

    Theoretisch kommen bei dem Projekt 25 organisatorische, künstlerische und technische Theaterberufe zusammen: Darunter Tänzer*innen, Tontechniker, Dramaturgen, Dirigenten, Musiker*innen, Maskenbildner, Choreograf*in und Kostümbildner*in. „Das Besondere daran ist, dass eine überschaubare Gruppe begeisterter Menschen aus Minden all diese Aufgaben übernimmt und seit mehr als zehn Jahren Community Dance Minden auf die Beine stellt und unterstützt“, stellt Ulrike Faber-Hermann vom Kulturbüro der Stadt heraus. Sie lobt hier vor allem die Arbeit von Regina Augustin, Lehrerin an der Wichernschule und von Beginn an für die Kostüme sowie die Requisite verantwortlich. Bereits Wochen vor der Premiere läuft ihre Nähmaschine auf Hochtouren. Dieses Mal galt es 100 Kostüme für Siedler*innen, Sklavinnen und Sklaven sowie für Indianer*innen zu fertigen – alles in Erdtönen, wie Augustin berichtet. Die Grundfarbe der Tänzer*innen sei grau.

    Ein Jahr lang arbeiteten die Schüler*innen aus neun weiterführenden Schulen mit einem Team aus betreuenden Lehrer*innen und professionellen Tanzpädagoginnen unter der Gesamtleitung von Petra Brozmanova-Nottmeier und Miguel Angel Zermeño an dem Stück.

    In diesem Jahr sind folgende Schulen an dem Prozess beteiligt: Bessel-Gymnasium, Freie Waldorfschule Minden, Freiherr-von-Vincke-Realschule, Herdergymnasium, Kuhlenkampschule, Lutherschule, PRIMUS-Schule, Ratsgymnasium und die Wichernschule. „Alle Schüler*innen arbeiten gleichberechtigt an dem Tanzstück mit und fiebern schon dem Ziel entgegen, gemeinsam auf der Bühne zu stehen und dem Publikum ,Aus der Neuen Welt‘ zu präsentieren“, berichtet Petra Brozmanova-Nottmeier. 

    Unterstützt wird das Projekt von der Sparkasse Minden-Lübbecke sowie vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Aufführungen von „Aus der Neuen Welt“ finden am 8. und 9. Februar 2019 um 19.30 Uhr in der Kampa-Halle statt. Karten gibt es beim Express-Ticketservice, Obermarktstr. 28-30, Telefon 0571 88 2 77 und online bei Eventim.

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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