Einbruch ins Bürgerbüro: Betroffene Bürger*innen erhalten Schreiben

8. Mai 2019 | Minden. Für neu zu beantragende Dokumente fallen keine Kosten an. Das Bürgerbüro sagt eine schnelle Bearbeitung der Anträge zu.

  • Bei einem Einbruch in das städtische Bürgerbüro (Pressemitteilung vom 7. Mai) sind neben An- und Abmeldetaten auch alle derzeit laufenden Anträge auf ein Personaldokument gestohlen worden. Die Zahl der betroffenen Personen hat sich, was die Anträge auf ein Personaldokument angeht, von knapp 360 (Stand gestern Nachmittag) auf 434 erhöht. Das sei damit zu erklären, dass nur online auf die Anträge zugegriffen werden könne. Ein Vergleich mit den gestohlenen Akten sei daher nicht möglich. „Nach einer weiteren, heute Mittag erfolgten Datensichtung sei nun von einer höheren Zahl betroffener Mindener auszugehen“, sagt Daniel Schollmeyer, Leiter des Bereiches Bürgerdienste.

    Ein Teil der Unterlagen wurde – wie heute von der Kreispolizeibehörde vermeldet – an der Weser in Porta Westfalica-Barkhausen von Spaziergängern gefunden. Der Fund wird nun von der Polizei ausgewertet. Die Ermittlungen dauern an. Diese Tatsache „wird keinerlei Auswirkungen auf das angekündigte Vorgehen der Stadt Minden haben“, fasst Erster Beigeordneter Peter Kienzle zusammen. Die Stadt Minden bedauere außerordentlich, dass mehr als 430 Bürger*innen Opfer einer kriminellen Handlung geworden seien.

    An alle vom Datendiebstahl betroffenen Bürgerinnen und Bürger ist heute, Mittwoch, ein persönliches Schreiben herausgegangen, so Kienzle weiter. Hierin werden sie über den Einbruch und die gestohlenen Daten informiert, die bereits gestern an die Kriminalpolizei übermittelt wurden. „Außerdem werden sie gebeten, ein neues Ausweisdokument zu beantragen“, so Daniel Schollmeyer, Leiter des Bereiches Bürgerdienste. „Denn die bereits bei der Bundesdruckerei bestellten Ausweise werden nicht an die Mindener ausgegeben und im Bürgerbüro vernichtet“, erläutert Schollmeyer. Die auf den Anträgen vorhandenen Sicherheitsnummern, die auch auf den bestellten Ausweisen/Pässen wiederfinden, sind an die Polizei gemeldet und werden zur Fahndung ausgeschrieben. „Deshalb können die Dokumente nicht ausgehändigt werden“, so der Bereichsleiter weiter.

    Die Stadt werde alles, was möglich ist, zur Unterstützung der geschädigten Bürgerinnen und Bürger anbieten, stellt Beigeordneter Kienzle heraus. So können diese für die Neubeantragung der Dokumente – ohne eine Wartemarke ziehen zu müssen, sich direkt gegen Vorlage des Schreibens an die Information im Bürgerbüro wenden. Auch ist geplant, die Öffnungszeiten im Bürgerbüro für die schnelle Bearbeitung der Anträge zu erweitern. Darüber wird die Stadtverwaltung morgen, Donnerstag, noch informieren.

    „Die Kosten für die Neubeantragung der Ausweise/Pässe übernimmt selbstverständlich die Stadt Minden.“ Das hatte gestern schon Bürgermeister Michael Jäcke angekündigt. In dringenden Fällen übernehme die Stadt auch die Gebühren für eine Express-Bearbeitung bei der Bundesdruckerei. „Im Regelfall dauert es zwei bis drei Wochen bis ein Bundespersonalausweis oder ein Reisepass nach dem Antrag im Bürgerbüro vorliegt“, so Daniel Schollmeyer. Bei einem Express-Fall dauert es drei bis vier Werktage nach Antragstellung. In Notfällen könne auch sofort ein Ersatzdokument ausgestellt werden. Ein Lichtbild brauchen die Betroffenen dafür und auch für den neuen Antrag nicht mitbringen. Das sei online noch vorhanden. Wichtig sei aber, das persönliche Schreiben und das jetzige Ausweisdokument dabei zu haben, so Schollmeyer weiter.

    In dem heute versendeten Schreiben erhalten die betroffenen Bürger*innen auch Hinweise auf möglichen Datenmissbrauch. „In welcher Form der Täter Ihre Daten verwendet, kann niemand vorhersehen“, heißt es in dem Brief. Die betroffenen Bürger*innen werden daher gebeten, jegliche unbekannte Rechnung, Mahnung oder ähnliches, die sie erhalten, sorgfältig zu prüfen. Im Zweifelsfall sollten sie sich an die Polizei wenden. Es wird auch gebeten, das Schreiben der Stadt unbedingt aufzubewahren und „auch weiter wachsam zu bleiben“. 

    Pressestelle der Stadt Minden, Susann Lewerenz, Telefon 0571 89204,

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