Heimatkreis Köslin besucht Koszalin

28. Mai 2019 | Minden. Bei Ausflügen in und um Koszalin wurde erkundet, was sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten verändert hat.

  • Es gibt Partnerschaften zwischen Städten, und es gibt Patenschaften von Städten für Einrichtungen und Vereinigungen. Die Stadt Minden unterhält seit 1953 eine Patenschaft zum Heimatkreis Köslin - für die Bürgerinnen und Bürger der 1266 gegründeten Stadt Köslin in Hinterpommern (jetzt: Koszalin/Polen), die als Folge des Zweiten Weltkrieges aus ihrer Heimat fliehen mussten oder vertrieben wurden.

    Ziel des Heimatkreises ist es, die Erinnerung an die Heimat wachzuhalten und den Kontakt zwischen den noch lebenden Köslinerinnen und Köslinern und den Freunden dieser ehemals deutschen Stadt zu pflegen. Der Heimatkreis bietet alle zwei bis drei Jahre eine gemeinsame Busreise in die heute polnische Stadt Koszalin an, die vor einigen Monaten auch bundesweit traurige Bekanntheit erlangt hatte. Der Grund: ein tragischer Unfall in einem so genannten „Escape-Room“, bei dem mehrere Jugendliche nach einem Feuer starben.

    Die vorerst letzte Reise dieser Art unternahm nun Anfang Mai eine 29 Personen starke Gruppe vom 2. bis 6. Mai 2019 - mit Hamburg als Ausgangspunkt. Neben einigen Wiederholern, die schon an den vorherigen Fahrten teilgenommen hatten, konnte der Heimatkreis dabei auch viele Neulinge begrüßen, die erstmals die Möglichkeit zu einer gemeinsamen Reise in die alte Heimat wahrnahmen. Eine ehemalige Köslinerin kam dafür sogar aus dem fernen Australien.

    Bei Ausflügen in und um Koszalin wurde erkundet, was sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten verändert hat. So wurde an einer Gedenkstätte auf dem Friedhof ein Kranz niedergelegt und die Baustelle für ein neues Pilger- und Touristenzentrum auf dem Gollen, dem Kösliner Hausberg, besucht. Bei einer Fahrt in das nahe Ostseebad Großmöllen - das heutige Mielno - wurde die rege Bautätigkeit für touristische Einrichtungen bestaunt.

    Durch die Wahl des Termins war es möglich, den Reisenden neben diesen, von früheren Fahrten bekannten Programmpunkten auch neue Höhepunkte anzubieten. Hierzu gehörten am polnischen Nationalfeiertag ein klassisches Konzert mit insgesamt 80 Musikern und Sängern in der neu erbauten Philharmonie und der Besuch eines Gottesdienstes der kleinen evangelischen Minderheit, der einmal pro Monat in deutscher Sprache abgehalten wird. Auf der Rückfahrt nach Hamburg äußerten viele Mitreisende die Hoffnung, sich bei der nächsten Fahrt dieser Art nach Köslin (Koszalin) oder bei einem Treffen in der Patenstadt Minden wieder zu sehen.

    Text: Olaf Grutzpalk (Cuxhaven) für den Heimatkreis Köslin e. V.

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