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Päpinghausen

Stadtteilportrait von Päpinghausen

  • Der Stadtbezirk Päpinghausen ist das Dorf in der Stadt Minden. Auch mehr als vierzig Jahren nach der Gebietsreform hat Päpinghausen seinen dörflichen Charakter beibehalten. Um die Landwirtschaft in Päpinghausen ist es gut bestellt und das obwohl sich das Gewerbegebiet recht nah an den alten Dorfkern ausgebreitet hat und auch der Bau des RegioPorts wird einen Teil des Päpinghauser Ackerlandes beanspruchen.

    Sechs Vollerwerbsbetriebe beackern noch die Felder rund um das Dorf und in den Nachbarorten. Mittlerweile ist das Krematorium ein fester Bestandteil des Stadtteils geworden und wird von den Bürger*innen akzeptiert. Die kontroversen Diskussionen darüber sind abgeebbt. Ebenso positiv wird das Tierheim angenommen – auf die ersten tierischen Bewohner wird bereits gewartet.

    Aus einer Festzeitschrift des Amtes Windheim zu Lahde, die anlässlich eines Volksfestes nach dem Abzug der polnischen Besatzer 1949 herausgegeben wurde, geht hervor, dass Päpinghausen, am nordöstlichen Rand der heutigen Stadt Minden gelegen, als Pegenhusen anno 963-1037, Didinghausen, Dingohausen bzw. Didingohuson anno 1055-1080 erstmalig erwähnt wurde. Damit ist Päpinghausen zweifellos einer der ältesten Orte rund um die Stadt Minden. Der Heimatverein Päpinghausen bereitet sich schon auf das 1000-Jahre-Fest des Dorfes vor.

    Von Cammer und der Stadt Bückeburg – beide zu Niedersachsen gehörend – grenzt die Bückeburger Aue Päpinghausen ab. Diese Grenze hat die Bürger*innen aus den beiden Dörfern Cammer und Päpinghausen jedoch nicht daran gehindert, gemeinsame Vereine zu gründen, wie beispielsweise die beiden Feuerwehren. Hier gehen sie sportlichen Aktivitäten nach und kommen darüber hinaus miteinander in Kontakt. Bis vor wenigen Jahrzehnten sind noch Kinder aus Cammer in Päpinghausen zur Schule gegangen.

    Päpinghausen gehört zur Schaumburg-lippischen Landeskirche, dadurch werden die Päpinghäuser christlichen Glaubens in der Kirche zu Frille getauft. Sie lassen sich auch in dieser großen Kirche trauen und nach ihrem Ableben finden sie auf dem Friedhof in Frille ihre letzte Ruhestätte.
    Bis zur Gebietsreform war Päpinghausen durchaus ein autarkes Dorf. Es gab einen Schuster, einen Tischler, den Dorfschmied, einen Dorfladen und auch die Dorfkneipe fehlte nicht. Aus der Spar- und Darlehenskasse in Päpinghausen ist die heutige Volksbank Mindener Land e.G. hervorgegangen.
    Im heutigen Dorfgemeinschaftshaus war früher die Schule untergebracht. Hier haben die Schülerinnen und Schüler den gesamten Lernstoff von der ersten bis zur achten Klasse gehört – und das jedes Jahr aufs Neue. Heute gehen die Kinder und Jugendlichen zu Schulen in Minden oder Petershagen. Aber auch die Kinder aus Cammer besuchen die Schulen in der Weserstadt.

    Die Gebietsreform hat, wie in anderen Gemeinden auch, eine starke Veränderung hervorgebracht. Die Handwerksbetriebe gibt es nicht mehr. Der Dorfladen ist geschlossen, ebenso die Dorfkneipe.
    Päpinghausen war einer von zwei Orten in NRW, denen es freigestellt wurde zu entscheiden, welcher Gemeinde sie sich anschließen wollten. Letztendlich, nach harten Rededuellen im Gemeinderat, fiel der Würfel für die Stadt Minden und die neuzugründende Stadt Petershagen hatte das Nachsehen.

    Die Päpinghauser sind überwiegend in den Betrieben der Stadt Minden beschäftigt, wovon sich einige auch im Gewerbegebiet angesiedelt haben. Wenige Auspendler nutzen andere Verkehrsmittel als das eigene Auto, um zur Arbeit zu kommen. Mit dem ÖPNV kann man per Bus nach Minden, Petershagen und Bückeburg fahren. Auch der Mindener Zug-Bahnhof macht es möglich, entferntere Orte zu bereisen. Die „Nienburger“ Strecke durchquert den Stadtbezirk. Ebenfalls verläuft die Bundesstraße B 482 durch Päpinghausen. Noch vom alten Gemeinderat wurde 1998 der Beschluss gefasst, den Sportplatz vom „Cammerwäldchen“ nach Päpinghausen zu verlegen und 1971 umgesetzt.

    Das um 1950 eingeweihte Feuerwehrgerätehaus in der Nähe der alten Schule wurde 2015 durch das neue, mit der Löschgruppe Aminghausen gemeinsam genutzte, moderne Gebäude auf dem Päpinghauser „Busch“ ersetzt.

    Der Höhepunkt eines jeden Jahres ist das Erntefest. Man kann mit Stolz behaupten, dass der kleinste Stadtbezirk der Stadt Minden, das größte Erntefest feiert. Mehr als 30 buntgeschmückte Erntewagen ziehen in einem Korso durch das Dorf und transportieren die vielen Trachtentanzgruppen zu den Auftrittsorten. Zunächst wird die Erntekrone vom jeweiligen Erntebauer abgeholt, um sie dann an mehreren Stationen den Bürger*innen zu präsentieren, bevor sie auf das Zelt am Festplatz des Dorfgemeinschaftshauses getragen wird und darunter der erste Erntetanz die Feier einläutet.

    Im Internet finden Interessierte viele Informationen zu den jeweiligen Vereinen in Päpinghausen. Darüber hinaus gibt es dort auch die Möglichkeit den Stadtteil näher kennenzulernen.

    Der Ortsvorsteher ist Klaus-Dieter Rommelmann. Er ist einer von zwei noch lebenden Päpinghäusern, die 1969 in den Gemeinderat gewählt wurden. Nach der Gebietsreform 1973 hat er das Amt übernommen und bis zu seiner beruflichen Veränderung 1992 geführt. Nach Beendigung dieser Tätigkeit 2004, wurde er erneut als Ortsvorsteher gewählt.

    Zu erreichen ist er unter der Rufnummer 0571/33170 oder Fax 0571/35713 bzw. per E-Mail an: .

    Text: Ortsvorsteher Klaus-Dieter Rommelmann
    Redaktionell von der Stadt Minden/Pressestelle bearbeitet

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