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Aktuelle Pressemitteilungen

Informieren Sie sich hier über unsere aktuellen Pressemitteilungen!



    • Führung in Leichter Sprache im Mindener Museum      

      Am Freitag, den 29. März lädt das Mindener Museum interessierte Besucher*innen zu einer Führung in Leichter Sprache durch die aktuelle Sonderausstellung „Da Vinci 500 – Bewegende Erfindungen“ ein. Die 45minütige Führung beginnt um 16 Uhr und richtet sich an Menschen mit Lernschwächen, geringen Deutschkenntnissen oder auch an Kinder im Vorschulalter. Auf dem Rundgang durch die Ausstellung werden die spannenden Erfindungen Leonardo da Vincis in einfachen Worten und kurzen Sätzen anschaulich erklärt. Alle Teilnehmer*innen haben die Gelegenheit, bei Bedarf Fragen zu stellen oder sich einzelne Ausstellungsstücke in Ruhe anzusehen. Die zu sehenden Modelle können von den Besuchern*innen selbst bedient und ausprobiert werden. So werden Leonardos Erfindungen im wahrsten Sinne des Wortes für alle begreifbar.

      Um Anmeldung wird unter Telefon 0571-9724020 oder gebeten. Pro Person entstehen Kosten in Höhe von 4,50 Euro. Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de.



      Erfindungen wie die Schrauben von Archimedes und Leonardo werden durch eigenes Ausprobieren nachvollziehbar. (© Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der FH Bielefeld)


       


       


       


       


       


       




       


       


       


       



       


    • Elfenbeinminiatur im Fach "Aktuelles!" Ein Selfie aus dem 18. Jahrhundert      

      Im Schaufenster zur Stadtgeschichte präsentiert das Mindener Museum Dinge aus verschiedenen Epochen der Mindener Historie. Ein Fach mit wechselnden Objekten widmet sich besonderen Themen und aktuellen Fragestellungen.

       

      Bei Nachforschungen in der Sammlung zur Vorbereitung der Laborausstellung zur Schlacht bei Minden ist eine Elfenbeinminiatur in einer kleinen roten Schatulle wiederentdeckt worden. Miniaturmalerei gibt es seit dem 16. Jahrhundert. Sie war vor der Erfindung der Fotografie im 19. Jahrhundert das, was für uns heute das Selfie oder der Schnappschuss mit dem Smartphone sind. Die kleinen Porträts trugen früher Bilder der Herrschenden wie der preußischen Könige hinaus zum Volk. Als Luxusgut am Hof verbreiteten sich die Miniaturbilder schnell, weil sie leicht zu transportieren waren und sich sehr gut eigneten, einen bildlichen Eindruck von unbekannten Menschen zu vermitteln oder an bekannte Persönlichkeiten zu erinnern. Miniaturen verwendete der Adel bei der Brautwerbung, als Andenken oder Liebesgabe. Im 18. Jahrhundert entdeckte auch das Bürgertum die Miniaturmalerei für sich. Die zierlichen Porträts wurden als Ring, Medaillon, Anhänger, Armband oder Brosche getragen. Größere Formate hängte oder stellte man auf. Im Kunsthandwerk finden sich Miniaturen auch in Form von Dosenbildern, die Behältnisse jeder Art schmückten. Miniaturen waren oft nicht einzigartig: Viele Künstler kopierten vorhandene Porträts und reduzierten sie im Maßstab. Die Größe der Miniaturen ist unterschiedlich, doch 20 Zentimeter gelten als Höchstmaß.  Die Techniken der Miniaturmalerei reichen von Wasserfarben auf Papier, Pergament oder Elfenbein über Ölmalerei auf Kupfer und Gold bis hin zur Emaille-Malerei.

       

      Das wiederentdeckte Miniaturporträt trägt auf der Rückseite die Notiz: „Hans Christian Krüger Königl. [lich] Preussischer Camer- [Cammer-]Gerichts-Rath, und Revisor bey dem General-Ober Finanz-Krieges- und Domainen Directoris, 38 Jahr alt, gemahlet von A: F: König Hofmahler in [B]erlin d: 25ten Apr: 1766. [i]n golde eingefast [vo]n J.P. Remii, Hoffgeheusem[acher] Berlin“.

       

      Hans ist eine Kurzform von Johann(es), daher dürfte es sich bei der hier abgebildeten Person um Johann Christian Krüger [23.11.1727-22.6.1798], Berlin, handeln. Seine Lebensdaten entsprechen dem Alter, das im Text auf der Rückseite der Miniatur mit 38 Jahren angegeben wird. Unter Berücksichtigung des Entstehungsdatums der Miniatur - 25. April 1766 - und vor allem der genannten Funktionsbezeichnung „Königlich Preussischer Kammergerichtsrat und Revisor beim General-Ober-Finanz-Kriegs- und Domainen-Direktorium (kurz: Generaldirektorium) lässt sich die abgebildete Person eindeutig identifizieren. Das Generaldirektorium war eine zwischen 1723 und 1808 bestehende preußische Zentralbehörde mit Sitz in Berlin für die Innen- und Finanzverwaltung.

       

      Die Miniatur stammt vom Miniaturmaler Anton Friedrich König, dem Älteren [1722-1787], aus Berlin. König malte u.a. Miniaturportraits Friedrich des Großen [1712-1786], der ihn 1767 zum Hofmaler für Miniaturporträts ernannte. König war bis zu seinem Tod Ehrenmitglied der Akademie der Künste. Die verlorene, offenbar ursprünglich goldene Einfassung stammt vom Taschen-Uhrgehäusemacher und Graveur Jean Pierre Remy (*ca. 1717- gest. 16.3.1796), der aber entgegen der Inschrift doch kein Hof-, sondern nur Gehäusemacher war.

       

      Wie und wann das Objekt in die Sammlung des Mindener Museums gelangte, konnte bisher leider nicht herausgefunden werden. Sehr wahrscheinlich ist aber ein Bezug zur Schlacht bei Minden. Krüger war seit 1761 Freimaurer und lernte über seine Loge den Herzog von Braunschweig kennen. Einen direkten Bezug zur Schlacht bei Minden und der Person Krügers gibt es bislang nicht.

       

      Mindener Museum, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

      Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder .



       

      Vorder- und Rückseite der Elfenbeinminiatur von Johann Christian Krüger
      (© Mindener Museum)

       


       


       



       


    • Objekt im Fokus in den Monaten März & April      

      In den Monaten März und April steht die außergewöhnliche Reparaturtechnik des Klammerns und Nietens von Porzellan im Fokus. Gezeigt wird ein Ensemble von Porzellan aus dem 18. Jh.. Die Schale und die Kaffeetasse mit Untertasse stammen zwar nicht aus einer Hand, gleichen sich aber in ihren strengen klassizistischen Form und der Ausgestaltung. Das weiße Porzellan ist mit einer klaren goldenen Linie an den Rändern abgesetzt. In den eingefassten Feldern werden südliche Landschaften mit pittoresken (malerischen) Gebäuden gezeigt. Das Porzellan entspricht in seiner schlichten Formensprache und den Motiven der Darstellungsweise des Empires - einer Stilrichtung, die sich um 1800 in Frankreich entwickelt und unter Napoleon Bonapartes (1769-1821) ganz Europa beeinflusst.

       

      Nur die Tasse trägt eine Marke - ein geschwungenes, unter der klaren Glasur liegendes, blaues G - die darauf hindeutet, dass die Tasse nach 1800 in einer Manufaktur im Thüringischen Gera hergestellt worden ist. Porzellan kann in Deutschland erst seit 1709 hergestellt werden und ist sehr kostbar. Daher erfand man Mittel und Wege, zerbrochenes Porzellan zu flicken.

       

      Wie die Erfindung des Porzellans stammt auch die hier angewendete Reparaturtechnik aus China. 1802 erwähnt der deutsche Philosoph Immanuel Kant (1724-1804) in seinen Vorlesungen zur „Physischen Geographie“ eine chinesische Technik: „zerbrochenes Geschirr flicken sie, mit einem kupfernen Draht in der Art, dass keiner anfänglich den Bruch gewahr wird“. 1838 beschreibt F. Bastenaire-Daudenart (Lebensdaten unbekannt) in seinem Handbuch „Kunst, das echte Porzellan zu fabriciren…“ genauer, wie die Technik durchgeführt wird: „Sie bedienen sich des Diamants als einer Nadel um damit kleine Löcher ins Porzellan zu bohren, durch welche sie einen sehr zarten messingenem Draht ziehen…“.

       

      Bei dem Porzellan aus dem Bestand des Mindener Museums wurde jedoch kein Metalldraht verwendet: die in der Mitte entzwei gebrochene Schale wird durch vier Messingklammern zusammengehalten, der gesamte Henkel der Tasse durch einen Messingbügel ersetzt und vernietet. Diese Technik stimmt mit den Beobachtungen überein, die der Agrarwissenschaftler Alexander Petzholdt (1810-1889) 1871 auf Handwerkermärkten in China und Usbekistan machte.  Er wirkte von 1846 bis 1872 als Professor an der Universität Dorpat (heute: Tartu, Estland), der einzigen deutschsprachige Universität im Russischen Kaiserreich und beschreibt: „das Verfahren besteht darin, dass man in die Glas- oder Porzellanscherben, einige Linien von den Bruchkanten entfernt, einander gegenüberstehende Löcher mittels Schmirgel einbohrt, und durch später mittelst Kitt darin befestigte kleine eiserne Klammern die wiedervereinigten Bruchstücke dauernd verbindet“. Er bewundert: „Die Gewandheit mit welcher die Löcher gebohrt werden, die aber nur bei sehr dünnem Glase durch und durch gehen, sonst aber nur von der äusseren Oberfläche bis zu einer gewissen Tiefe sich erstrecken, und ebenso die Sicherheit mit welcher die eisernen Klammern mittelst Hammerschlag eingetrieben oder (bei durchgehenden Löchern) von innen vernietet werden, ist ganz außerordentlich.“ Der Autor schildert weiterhin, dass die Arbeitskraft im Vergleich zum Einkaufspreis des Porzellans sehr günstig war und so „Jedermann“ sein Porzellan flicken ließ. Genaue Berichte wie die Technik nach Deutschland kam gibt es nicht, vorstellbar sind reisende Handwerker oder auch die Nachahmung der Technik aufgrund von Beispielen oder Berichten.

       

      Im geputzten Zustand erhält Messing einem dem Gold ähnlichen Glanz, so dass man sich vorstellen kann, dass sich der heute dunkel angelaufene Henkel harmonisch einfügte und die Gestaltung der Tasse nur wenig störte. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Bezug zu der in Japan seit dem 16. Jh. angewandten Kintsugi-Technik: die geklebte Bruchstelle von Porzellan oder Keramik wird mit einem Goldlack nachgezeichnet und hervorgehoben. Hinter dieser Betonung des Makels steht ein ästhetisches Prinzip, das der Zen-Philosophie nahesteht und die Schönheit im Vergänglichen und Fehlerhaften erkennt.


       

      Mit Messing geklammertes und genietetes Porzellan aus der Sammlung des Mindener Museums

    • Scriptorium: Schulklassen schreiben im Mindener Museum mit Feder und Tinte

      Im Mindener Museum können Schulklassen an einer spannenden museumspädagogischen Sonderaktion teilnehmen und ausprobieren, wie es sich mit echter Gänsefeder und Tinte schreiben lässt. Die Schüler*innen erfahren allerhand über die Geschichte der Schrift, finden heraus, wie lange es im Mittelalter dauerte, ein Buch fertig zu stellen und woraus Tinte eigentlich früher hergestellt wurde. Historische Handschriften aus Pergament geben einen Einblick in die karolingische Minuskel und zeigen, dass nicht immer Papier als Beschreibstoff diente. Schließlich werden die Schüler*innen selbst zu Kalligraphen*innen, probieren mittelalterliche Schriften aus und versiegeln die selbst geschriebenen Kunstwerke mit einem echten Siegel.

      Das Programm richtet sich an Grundschulklassen ab Klasse 3 sowie an die 5. und 6. Jahrgangsstufe weiterführender Schulen. Das 90minütige Programm kostet 35 € pro Schulklasse zuzüglich 1 € Materialkosten pro Schüler*in. Bis zum 16. Juni kann das Programm unter 0571-9724020 oder gebucht werden. Weitere Informationen unter: www.mindenermuseum.de


       

    • Öffentliche Sonntagsführung durch die Ausstellung „Da Vinci 500 – Bewegende Erfindungen“      


      Am Sonntag, den 17. März haben interessierte Besucher*innen im Mindener Museum erneut die Gelegenheit, an einer öffentlichen Führung durch die Sonderausstellung „Da Vinci 500 – Bewegende Erfindungen“ teilzunehmen. Die ca. 1stündige Führung beginnt um 14 Uhr und führt die Besucher*innen an faszinierenden Modellen vorbei, die Leonardo da Vincis Erfindungen und Errungenschaften besonders deutlich werden lassen. Denn Leonardo war nicht nur Erschaffer der berühmten Mona Lisa, sondern forschte ebenso enthusiastisch zu verschiedensten technischen Themen. Im Museum werden Leonardos ingenieurstechnische Ideen im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar; denn Anfassen und Ausprobieren ist hier ausdrücklich erwünscht. Auch während der öffentlichen Führung gibt es genügend Gelegenheit, die gezeigten Modelle selbst unter die Lupe zu nehmen und zu testen. Pro Person kostet die öffentliche Führung 5 €. Weitere Informationen unter 0571-9724020 oder .



      Blick auf Leonardos Brückenkonstruktionen (© Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der FH Bielefeld)

    • Seminar zu Leichter und Einfacher Sprache in Ausstellungen im Mindener Museum – eine Kooperation des Westfälischen Heimatbundes und des LWL-Museumsamtes für Westfalen

      Wie kann man Ausstellungen und Museumsführungen einfacher und verständlicher gestalten, um möglichst vielen Menschen den Museumsbesuch zu ermöglichen? Dies war die zentrale Frage, welche im Mindener Museum von den unterschiedlichsten Teilnehmergruppen aus den Bereichen der Museumsarbeit, der Heimatmuseen und der Heimatpflege, erörtert wurde. Der Museumspädagoge Ulrich Neseker und die Referentin in der Geschäftsstelle des WHB, Sarah Pfeil, gaben mit einer kurzen theoretischen Anleitung und vielen Praxisbeispielen einen Überblick zum Thema. Dazu gehörte auch eine Führung in Leichter Sprache durch die Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes für Westfalen „Leben im Bett. Lesen, Essen, Wanzen jagen“, die derzeit im Mindener Museum gezeigt wird.

      Allein in Deutschland können 14,5 Prozent der Bevölkerung zwischen 16 und 64 Jahren keine zusammenhängenden Texte verstehen. Menschen mit Migrationshintergrund, Grundschulkinder und Menschen mit Demenz profitieren ebenfalls von einer einfachen Schreibweise. Praktische Erfahrungen mit der Einfachen Sprache und einer direkten Ansprache von Menschen mit kognitiven Defiziten hat Ulrich Neseker schon viele Jahre gesammelt. Neseker erklärt: „Mein Anspruch ist, mich stets auf die Gruppe einzustellen, die vor ihm steht. Mein Grundprinzip ist die didaktische Reduktion.“ Dass Leichte Sprache nicht leicht, sondern vielmehr harte Arbeit ist, berichtete Sarah Pfeil aus der Zeit ihres Volontariats in der LWL-Kulturabteilung. Eine generelle Herausforderung bei der Erstellung von Texten in Leichter Sprache, ist die gemeinsame Abstimmung unter den Entscheidungsträgern. Sarah Pfeil gab den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern mit auf den Weg, dass alle an einem Strang ziehen müssen, um ein solches Projekt intern und extern erfolgreich zu gestalten.

      Zu Anfang der Führung durch die Wanderausstellung „Leben im Bett. Lesen, Essen, Wanzen jagen“ in Leichter Sprache, fragt Neseker die Seminargruppe: „Wer von Ihnen liest im Bett?“ und „Wer von Ihnen isst im Bett?“. Dadurch gelang es Neseker, die Teilnehmenden aktiv durch die Wanderausstellung „Leben im Bett. Lesen, Essen, Wanzen jagen“ in Leichter Sprache zu führen. Der Rundgang behandelte viele unterschiedliche Aspekte, die mit dem Thema Bett assoziiert werden. Beginnend mit Themen, wie der Geburt, Sexualität, Tieren im Bett und berühmten Malern, die im Bett arbeiteten, erklärte Neseker auch Fremdwörter, wie Aphrodisiakum, kurz und griffig.

      Die Seminargruppe setzte sich intensiv mit den Ausstellungstexten und den von der Lebenshilfe geprüften Texten auseinander und verglich diese kritisch miteinander. Im gemeinsamen Austausch über die Eindrücke der Ausstellung, lobten die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer insbesondere den „Austausch auf Augenhöhe“. Außerdem wurde deutlich, dass eine komplizierte Ausdrucksweise nicht immer zielführend ist.

      Ein Teilnehmer kam zu dem Schluss, dass er sich vornehmen würde, kurze und prägnante Sätze zu schreiben und zukünftig seinem Gegenüber mehr Zeit zum Nachfragen zu geben.

      Sarah Pfeil gibt den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern abschließend den Tipp: „Machen Sie sich vorab bewusst, welche Zielgruppe man erreichen möchte. Dann ist auch die Auswahl der geeigneten Sprachform klar.“

    • Objekt auf Reisen-Gemälde aus der Sammlung des Mindener Museums in der großen Landesausstellung „Karl Marx 1818-1883.

      Seit dem 5. Mai wird im rheinischen Landesmuseum in Trier auch ein Gemälde aus der Sammlung des Mindener Museums gezeigt. Anlass ist der 200. Geburtstag von Karl Marx (1818-1839). Das Gemälde zeigt Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795-1861) in seinem Arbeitszimmer im Berliner Schloss. Es war ein persönliches Geschenk des Königs an den in Minden geborenen Astronomen Friedrich Wilhelm Bessel (1784-1846). Dieser vermachte es nach seinem Tod in Königsberg, wo er forschte und lehrte, seiner Heimatstadt Minden. Gemalt hat das Leinwandgemälde in Öl der damals sehr bekannte Berliner Porträtmaler Franz Krüger (1797-1857), dessen Werke auch in der Alten Nationalgalerie zu sehen sind.

      Der in Trier geborene Karl Marx studierte zunächst Rechtswissenschaften und Philosophie und übernahm nach seiner Dissertation im Oktober 1842 die Redaktion der Rheinischen Zeitung. Das Blatt übte scharfe Kritik an den Lebens- und Arbeitsbedingungen in Preußen. Weil Marx die Pressezensur wiederholt unterlief und die Zeitung verboten wurde, verließ er nach wenigen Monaten die Redaktion. Im französischen Exil wandte er sich dem Kommunismus zu und kehrte in der Märzrevolution 1848 wieder nach Köln zurück. Dort gründete er die „Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie“. Als Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) die von der Nationalversammlung angebotene Kaiserwürde im April 1849 ablehnte, war die Revolution gescheitert. Marx flieht zunächst wieder nach Frankreich und dann nach England. Hier schreibt er seine wichtigsten theoretischen Werke zur politischen Sozialökonomie. Das Gemälde von Franz Krüger, das um 1846 entstand, zeigt den preußischen König und personifiziert damit Marx‘ politischen Widersacher.

      Das Land Rheinland-Pfalz und die Karl Marx Geburtsstadt Trier zeigen noch bis zum 21. Oktober 2018 die erste kulturhistorische Ausstellung „KARL MARX 1818 – 1883. LEBEN. WERK. ZEIT.“, die sich diesem bedeutenden Denker des 19. Jahrhunderts widmet. Die Ausstellung, die im Rheinischen Landesmuseum Trier und dem Stadtmuseum Simeonstift Trier präsentiert wird, beleuchtet sein Leben, seine wichtigsten Werke und das vielfältige Wirken in seiner Zeit. Zeitgleich werden in Partnerausstellungen im Museum Karl-Marx-Haus und im Museum am Dom die Wirkungsgeschichte sowie zeitgenössische Aspekte ergänzt.




      Friedrich Wilhelm IV. von Preußen gemalt von Franz Krüger im Jahr 1846.


    •   Pressemitteilung Bericht über die Mitgliederversammlung der Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums

      Dr. Wolfgang Suderow erster Ehrenvorsitzender der Fördergesellschaft des Mindener Museums

       

      Minden. Auf der Jahreshauptversammlung der Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums e.V. ist der langjährige Vorsitzende, Dr. Wolfgang Suderow, zum ersten Ehrenvorsitzenden in der Geschichte der Gesellschaft gewählt worden. Nach über 12jähriger Tätigkeit wählten die Mitglieder zudem den Unternehmer und Verleger des Mindener Tageblatts, Sven Thomas, einstimmig zum neuen Vorsitzenden. Für den bisherigen 2. Vorsitzenden rückt Dr. Joachim Gerd Stange in den Vorstand, den Dr. Ulrike Faber-Hermann als wiedergewählte 2. Vorsitzende Finanzen vervollständigt.

       

      Zur Begründung des Ehrenvorsitzes würdigte der neue Vorsitzende Thomas die besonderen Verdienste Dr. Suderows um die Abwendung der drohenden Schließung und um die Sanierung des Mindener Museums in den Jahren 2006 bis 2012. Die Entscheidung, den Wellpott-Nachlass als 10% städtischen Eigenanteil für die Finanzierung der Sanierung einzusetzen, sei sein Verdienst. Sein Engagement habe schließlich Ende 2009 maßgeblich zu einem mehrheitlichen Ratsbeschluss geführt, das Museum zu sanieren, dafür Städtebaufördermittel zu beantragen und die Mittel aus dem Konjunkturpaket 2 in die Sanierung zu investieren. Darüber hinaus habe Dr. Suderow erhebliche Sponsoringmittel für „Start im Quadrat“ I + II aus der Wirtschaft des Kreises Minden-Lübbecke einwerben können. Dadurch kann die Fördergesellschaft bis 2021 inkl. des Wellpott-Nachlasses und Spenden rund 1,125 Mio. € in die Finanzierung der neuen Dauerausstellung des Museums investieren, während die Stadt Minden dazu von 2018 bis 2021 600.000 € beisteuere. Für dieses außergewöhnliche Engagement bedankte sich Sven Thomas bei Dr. Wolfgang Suderow im Namen aller Mitglieder und der Gesellschaft mit einem Präsent. Dr. Suderow ist in der über 25jährigen Geschichte der Fördergesellschaft der erste Ehrenvorsitzende und neben dem Verleger Rainer Thomas (2015) überhaupt erst das zweite Ehrenmitglied.

      Neben den turnusmäßigen Wahlen des Vorstandes und der Kassenprüfer stimmten die Mitglieder einstimmig drei Satzungsänderungen und nach 15 Jahren einer moderaten Anpassung der Mitgliedsbeiträge zu. Nach einem Ausblick auf das Jahr 2018 und die aktuelle Situation des Museums besichtigten die Mitglieder im Anschluss nach Wahl entweder die Kabinettausstellung „Naturgefühl und Nationalstolz – Die Porta Westfalica im Bild von 1800 bis heute“ oder die aktuelle Sonderausstellung „Leben im Bett. Lesen, Essen, Wanzen jagen“ des LWL-Museumsamtes für Westfalen.




      Der erste Ehrenvorsitzende, Dr. Wolfgang Suderow (1.v.l.), Museumsleiter und Geschäftsführer Philipp Koch, der neue 2. Vorsitzende Dr. Joachim Gerd Stange, die wiedergewählte 2. Vorsitzende Finanzen Dr. Ulrike Faber-Hermann und der neue Vorsitzende Sven Thomas.





    • Happy Hour im Mindener Museum    

      Den Freitagnachmittag im Mindener Museum ausklingen lassen? Wer darauf Lust hat, kann ab sofort immer freitags die „Happy Hour“ mit vergünstigtem Eintrittspreis nutzen. In der letzten Öffnungsstunde von 16.45 bis 18 Uhr zahlen Erwachsene statt der regulären 4,- nur 2,- Euro. Zu sehen ist aktuell die Sonderausstellung „Leonardo da Vinci - Bewegende Erfindungen“. Ab Samstag, 16. Februar wird die Kunstausstellung "Ernst Schomer - Bildwelten" präsentiert. Die „Happy Hour“ soll Besuchern als Schnupperangebot dienen, die sich einen ersten Eindruck von den Angeboten des Mindener Museums verschaffen möchten. Aber auch Museumsliebhaber kommen auf ihre Kosten und können auf diese Art Stück für Stück die Ausstellungsbereiche erleben.

      Mindener Museum, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

    • Neues Objekt im Fach "Aktuelles!"

      Im Schaufenster zur Stadtgeschichte präsentiert das Mindener Museum Dinge aus verschiedenen Epochen der Mindener Historie. Ein Fach mit wechselnden Objekt widmet sich besonderen Themen und aktuellen Fragestellungen.


      Schaufenster zur Stadtgeschichte mit dem Mindener Stadtmodell (Foto: © Mindener Museum)

      Aktuell wird hier das Mindener Jadeitbeil präsentiert. Es war von September 2016 bis Oktober 2017 Teil der archäologischen Landesausstellung „REVOLUTIONjungSTEINZEIT“ in Bonn, Herne und Detmold zu sehen.

      Insgesamt rund 1.000 Objekte aus Museen, Sammlungen und Forschungseinrichtungen aus ganz Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa, kamen zu diesem außergewöhnlichen Ausstellungsprojekt zusammen. Thematisiert wurde der umwälzende Umbruch vom Jäger und Sammler zum sesshaften Menschen. Erstmals wurden die Auswirkungen des enormen gesellschaftlichen Wandels, der sich in der Zeit von Ötzi und Stonehenge vollzog, brennenden Fragen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gegenüber gestellt – von Überbevölkerung und Überschussproduktion bis hin zu Ernährung und Klimawandel.

      Entdeckt für die Ausstellung wurde das Beil 2015 von dem früheren Leiter der Bielefelder Archäologie-Außenstelle des Landschafts-verbandes Westfalen-Lippe, Dr. Daniel Bérenger. Er ließ das auffällig grüne Gestein mithilfe einer Farbskala zerstörungsfrei von Mitarbeitern des internationalen JADE-Forschungsprogramms untersuchen. Die Wissenschaftler konnten bestätigen, dass es sich um das noch heute wertvolle Material Jadeit vom Monte Viso bei Turin handelt. Der Transport des Gesteins bis nach Minden verdeutlicht, wie mobil die Menschen der Jungsteinzeit tatsächlich waren und dass sie schon vor 12.000 Jahren über weite Strecken Handel betrieben.

      Das Beil aus Minden ist mit seinen 25,8 cm sehr groß und war damit weniger ein profanes Werkzeug als ein Gegenstand mit einer religiösen oder sozialen Funktion. Gefunden wurde das Beil im Jahr 1931 im Ackerland bei Uphausen an der Nordseite des Wiehengebirges.

      Mindener Museum, Di - So 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

      Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder .


      Das Jadeitbeil aus Minden (Foto: © Mindener Museum)

    • Kindergeburtstage im Mindener Museum feiern

      Eltern, die den Geburtstag ihres Kindes auf besondere Art und Weise feiern möchten, können im Mindener Museum zwischen fünf spannenden Programmen wählen. Kinder ab fünf Jahren können bei „Feuer und Flamme“ ein eigenes Tonlämpchen modellieren. Ab sechs Jahren können die Geburtstagsgäste an der Rallye „Spione im Museum“ teilnehmen und mit etwas Glück den Museumsschatz heben. Bei dem Programm „Leben wie vor 100 Jahren“ nehmen Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren auf einer 100jährigen Schulbank Platz und kreieren eigene Seife. Für Kinder ab acht Jahren wird das Museum zur Druckwerkstatt. Ausgerüstet mit Nadel und Druckplatte entwerfen sie ihr eigenes, selbst gedrucktes Kunstwerk. Kinder ab 10 Jahren können schließlich an einem Fotoworkshop teilnehmen und historische Techniken wie die „Cyanotypie“ ausprobieren und Selfies mit Polaroid-Kameras schießen.

      Die Programme dauern jeweils zwei Stunden, inklusive Pause mit mitgebrachten Getränken und Kuchen, und kosten 75 €. Zusätzliche Materialkosten fallen je nach Programm pro Gast an. Max. 12 Kinder können an einem Programm teilnehmen. Um Anmeldung unter 0571-9724020 oder wird gebeten. Weitere Informationen unter www.mindenermuseum.de. Auskunft erteilt Kristin Saretzki, Telefonnr.: 0571-9724021, .

      Im Museum gibt es einiges für die Geburtstagsgäste zu entdecken (© Mindener Museum)

    • Neues Mit-Mach-Angebot für Kinderfeuerwehren im Mindener Museum  

      Das Mindener Museum bietet ab sofort unter dem Titel „Feuer und Flamme“ ein Programm an, dass sich speziell an Kinderfeuerwehren richtet. In einer kleinen Ausstellungssequenz erfahren Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren, welche Gefahren in früheren Jahrhunderten mit Feuer verbunden waren. Historische Ledereimer, Feuerhaken und eine Feuerordnung der Stadt Minden aus dem Jahr 1747 zeigen, welche Maßnahmen die Menschen einst ergriffen, um sich vor Feuer zu schützen und mit welchen Mitteln sie versuchten, Brände zu löschen. Spielerisch erfahren die Kinder, wann die erste freiwillige Feuerwehr gegründet wurde und wie sich Uniformen und Ausrüstungen veränderten. Eine über 100jährige Feuerwehruniform darf bestaunt werden.

      Auf der Suche nach Feuerlöschern, Brandmeldern und Notausgängen können die angehenden Feuerwehrmänner und –frauen ihr Wissen in Sachen Brandschutz unter Beweis stellen. Zum Schluss wird es noch einmal kreativ: Jedes Kind kann sich ein eigenes kleines Andenken, passend zum Thema, gestalten. Neben einem Tonlämpchen können lustige Kerzen aus Knetwachs modelliert oder Bienenwachskerzen gerollt werden.

      Pro Gruppe kostet das zweistündige Angebot 75 €. Zusätzlich fallen 1 € Materialkosten pro Kind an. Das Mindener Museum ist Di – So von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Für Gruppen werden Sonderöffnungszeiten eingerichtet. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten. Weitere Informationen unter www.mindenermuseum.de. Auskunft erteilt Kristin Saretzki, Telefonnr.: 0571-9724021, .


      Ein Tonlämpchen im Museum modellieren (© Mindener Museum)

    • "Da Vinci 500 - Bewegende Erfindungen" ab 3.11.      

       

      Mindener Museum und FH Bielefeld präsentieren Ausstellung „Da Vinci 500 – Bewegende Erfindungen“

       

      Minden. Von Samstag, 3. November, bis Sonntag, 28. April 2019 zeigen das Mindener Museum und der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Fachhochschule Bielefeld die Ausstellung „Da Vinci 500 – Bewegende Erfindungen“. Rund 30 faszinierende Modelle spiegeln die Genialität des Universalgenies Leonardo da Vinci wider. Sie laden zum Anfassen, Experimentieren und Spielen ein und machen Technik für alle Altersgruppen im wahrsten Sinne des Wortes im Museum begreifbar. Für kulturgeschichtlich Interessierte nimmt die Ausstellung Leonardos Werke in den Blick, die Bezüge zu Mindens Stadtgeschichte aufweisen. Die Stadt an der Weser mit einer langen Militär-, Festungs-, Handels- und Verkehrsgeschichte profitierte indirekt von den Entdeckungen und Erfindungen des vielseitigen Gelehrten, der vielen heute nur noch als Künstler in Erinnerung ist. Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches museumspädagogisches Begleit- und Erlebnisprogramm, darunter auch eine Führung in leichter Sprache. Komplexe ingenieurwissenschaftliche Prozesse werden damit auch für Laien verständlich.

       

      Die Wende vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit wird als Renaissance bezeichnet. Der Begriff stammt aus dem französischen und bedeutet Wiedergeburt. Künstler und Gelehrte wie Leonardo da Vinci beeinflussten mit ihrem künstlerischen Schaffen, ihren Entdeckungen und Erfindungen Kultur und Wissenschaft. Von den Stadtstaaten Norditaliens ausgehend verbreitete sich die Renaissance seit der Mitte des 15. Jahrhunderts auch ins heutige Deutschland. In Minden hielt sie erst mit dem Eindringen der lutherischen Lehre ab 1520/25 und der Reformation 1529/30 nach und nach Einzug.

      Als Künstler, Ingenieur und Gelehrter war Leonardo seiner Zeit weit voraus. Seine genialen Ideen, Konzepte und Erfindungen sorgen damals wie heute für Bewegung - nicht nur in der technischen Welt.

      Als der Bielefelder Ingenieur Prof. Horst Langer 2004 die Ausstellung „Leonardo da Vinci – Bewegende Erfindungen“ ins Leben rief, schuf er eine Lernumgebung, in der Studierende des Fachbereiches Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Fachhochschule Bielefeld in die Welt Leonardos eintauchen konnten und bis heute weit mehr Lernen als reines Ingenieurwissen. Auf Basis der Skizzen Leonardos entwickeln und konstruieren sie in Projektarbeiten die Modelle für die Ausstellung. In mittlerweile über 100 faszinierenden Modellen, von denen rund 30 ausgewählte Modelle in der Ausstellung zu sehen sind, spiegelt sich Leonardos Genialität und die Komplexität seiner Gedanken wider. Das Projekt wird inzwischen von Langers Lehrstuhlnachfolger Prof. Thorsten Jungmann fortgesetzt.

      Die Ausstellung im Mindener Museum greift stadtgeschichtliche Bezüge zu Leonardos Werken auf. Als Stadt an der Weser mit einer jahrhundertelangen Festungs-, Militär-, Handels- und Verkehrsgeschichte waren Brücken-, Kriegs-, Hub- und Fördertechnik für die Menschen in Minden existenziell. Auf allen Gebieten hat sich auch Leonardo hervorgetan. Kein Wunder, waren dies doch typische Herausforderungen im Europa der Renaissancezeit, weil beides boomte: der Handel und der Krieg. Darüber hinaus führen Exponate der Bewegungswandlung, der Maschinenelemente, aus Musik und Theater sowie dem Flugwesen in die faszinierende Welt der Renaissancetechnik. Manche Modelle zeigen weniger Leonardos visionäre Ideen als vielmehr seine technischen Grundlagen, wie sie noch heute im Maschinenbau eingesetzt werden. Hier werden Kugellager und Getriebe oder Sicherheitselemente wie eine Sperrklinke in ihrer Funktionsweise selbst für technische Laien nachvollziehbar vorgeführt. Alle Modelle laden zum Anfassen, Experimentieren und Spielen ein. Sie machen Technik für alle Altersgruppen im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar.

      Spielen Sie, bleiben Sie neugierig, haben Sie Spaß – und tauchen Sie ein in eine Welt voller Technik, Faszination und Genialität – tauchen Sie ein in die Welt von Leonardo da Vinci!

      Die Ausstellung wird am Samstag, 3. November 2018, um 16 Uhr im Mindener Museum eröffnet. Zur Eröffnung ist der Eintritt ab 15:30 Uhr frei. Die Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr zu sehen, für Gruppen sind auf Anfrage auch Sonderöffnungszeiten möglich. Zur Ausstellung gibt es zahlreiche museumspädagogische Begleit- und Erlebnisangebote.

       

      Mindener Museum

      Ritterstraße 23-33

      32423 Minden

      Tel.: 0571 / 9724020

      www.mindenermuseum.de

      www.leonardo-bewegende-erfindungen.de

       

      Dienstag bis Sonntag 12-18 Uhr

      Sonderöffnungszeiten für Gruppen

      Museumspädagogische Programme auf Anfrage



       


       



    • Pressemitteilung der Günter-Cassel-Stiftung Minden Neuerwerbung von zwei Gemälden von Wilhelm Busch  

      Minden, 21.2.2018. Die Günter-Cassel-Stiftung präsentierte heute zwei Neuerwerbungen von Wilhelm Busch (1832–1908.), die am 10. November auf einer Auktion der Münchener Galerie Carl & Faber ersteigert wurden. Zugleich verabschiedete Vorstand Jan-Nicolai Klement das langjährige Kuratoriumsmitglied Dr. Volker Schäferbarthold, der seit Gründung der Stiftung 1996 die Mindener Wirtschaft im Kuratorium vertrat und nun auf eigenen Wunsch ausschied.

      Bei den erworbenen Gemälden handelt es um zwei von insgesamt sechs Werken, die das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover an die Erben des jüdischen Sammlers Rudolf Neugass zu restituieren hatte. Wie eine systematische Provenienzforschung des Museums 2011/2012 ergab, war das Museum um 1938/39 in den Besitz von acht Ölbildern des Bad Homburger Sammlers gelangt, die die Gestapo bei ihm beschlagnahmt hatte. Neugass starb 1942 im Konzentrationslager. Nach der Restituierung an die Erben 2017 ließen diese die Werke über die Galerie Carl & Faber in München versteigern. Bei den durch die Stiftung erworbenen Werken handelt es sich um die Gemälde „Herbstlicher Waldrand mit sitzender Rotjacke“ (Werkverzeichnis GM Nr. 726) und „Studie eines stehenden Bauern“ (Werkverzeichnis GM Nr. 314):

      „Studie eines stehenden Bauern“, 1885-1890

      Lost Art-ID 438496

      Öl auf Papier / Pappe, 13,2 × 7,0 cm

      Malerei

      Motiv: Halb von rückwärts gesehen steht ein Bauer in einer knapp angedeuteten Raumecke und zündet sich eine Pfeife an.

       

      “Herbstlicher Waldrand mit sitzender Rotjacke”, um 1890

      Lost Art-ID 438501

      Öl auf Papier / Pappe, 17,5 × 20,9 cm

      Malerei

      Motiv: Auf feuerrotem Gelände sitzt vor dünn strukturiertem  braunem Buschwerk und einer nach rechts hängenden Birke eine Rotjacke in Rückenfigur. Vorne rechts liegen zwei Findlinge am Boden.

      Günter-Cassel-Stiftung

      Die Stiftung ist benannt nach dem Privatier Günter Cassel (geboren am 15. September 1915 in Minden, gestorben am 13. November 1990 in Berlin). Zweck der Stiftung ist die Förderung der Kunst und Kultur durch die Förderung des Kunstbesitzes des Mindener Museums. Der Stiftungszweck wird insbesondere durch die Anschaffung von Kunstwerken namhafter deutscher Maler des 19. Jahrhunderts, von Darstellungen mit Bezug auf die Stadt Minden und deren Umgebung sowie – vom Jahre 2015 an – durch die Anschaffung auch anderer Kunstwerke für das Mindener Museum verwirklicht.

      Weitere Informationen unter: www.guenter-cassel-stiftung.org

      Vorstand:
      Jan-Nicolai Klement, (Städtischer Rechtsdirektor)

      Kuratorium:
      N.N., (Vertreter Mindener Wirtschaft)

      Hans Peter Korth, (Vorsitzender Mindener Kunstverein)

      Philipp Koch, (Leiter Mindener Museum)

       

    • Mindener Museum und Domschatz Minden kooperieren im Ticket-Bereich – Ermäßigungen für Besucher beider musealen Einrichtungen

      Minden. Das Mindener Museum und der Domschatz Minden kooperieren ab dem 1. Februar im Ticket-Bereich. Besucher, die in einer der beiden musealen Einrichtungen eine Eintrittskarte erwerben, erhalten innerhalb eines Zeitraums von drei Monaten einmalig 50 Cent Ermäßigung beim Kauf eines Tickets im anderen Museum.

       „Beide Museen verfolgen das gleiche Ziel“, erklärt der Leiter des Mindener Museums, Philipp Koch: „Wir wollen unseren Besucherinnen und Besuchern die Geschichte der Stadt Minden und ihre Bedeutung in all ihren Facetten nahebringen.“ Dazu gehöre die Entwicklung des Mindener Gemeingefüges ebenso, wie die Einflüsse, die das ehemalige Bistum Minden über mehr als acht Jahrhunderte genommen habe, betont der Vorsitzende des Dombau-Vereins Minden, Hans-Jürgen Amtage. Der Förderverein ist seit Neugestaltung und Wiedereröffnung im März 2017 Betreiber der Domschatzkammer am Kleinen Domhof.

       Das Mindener Museum an der Ritterstraße zählt mit seinen sechs Häusern aus dem 16. Jahrhundert im Stil der Weserrenaissance zu den traditionsreichsten westfälischen Museen. Der Domschatz Minden mit seinem modernen Äußeren gilt mit seinen Exponaten aus elf Jahrhunderten als eine der bedeutendsten Sammlungen christlicher Kunst in Deutschland. „Diese Stärken wollen wir mit der Kooperation im Ticket-Bereich gemeinsam nutzen“, so Philipp Koch.

       

    • Stiftung der Fielmann AG setzt Förderung des Mindener Museums fort

      Minden. Die Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums und das Mindener Museum freuen sich über eine großzügige Schenkung der Stiftung der Fielmann AG. Die Leiterin der Fielmann Niederlassung in Minden Ina Rinsche übergab heute ein wertvolles Gemälde an die Fördergesellschaft und das Team des Mindener Museums. Das Portrait zeigt den aus altem preußischen Adel stammenden Oberst Maximilian August von Kracht (1803-1862). Der Offizier war von 1859 bis zu seinem Tod 1862 Kommandeur des in Minden stationierten 15. Infanterieregiments Prinz Friedrich der Niederlande. In dieser Funktion besaß er eine herausragende Stellung im gesellschaftlichen und politischen Leben der Stadt Minden. Zu dieser Zeit gab es in Preußen eine Verfassungskrise, die den Aufstieg des späteren Reichskanzlers Bismarck ermöglichte. Der junge König Wilhelm I. stritt in dieser auch als Heereskonflikt bezeichneten Krise mit dem liberal dominierten Abgeordnetenhaus über die zur Reorganisation der preußischen Armee und Landwehr notwendigen Finanzmittel. Auf dem Höhepunkt des Konflikts löste der König am 11. März 1862 das Parlament auf. Von Kracht, der bei der Krönung Wilhelms I. als persönlicher Adjutant des Prinzen Friedrich der Niederlande anwesend war, starb nur wenige Tage später, am 29. März 1862, an einem Halsleiden in Minden. Als hoher Repräsentant des preußischen Militärs stellt von Kracht die eine Seite dieses für die preußische Geschichte zentralen Konfliktes dar und veranschaulicht die Bedeutung des Militärs für die Mindener Stadtgeschichte.

      Die Stiftung der Fielmann AG setzt mit der Schenkung des Portraits von Krachts ihre seit Jahren großzügige Förderung des Mindener Museums und seiner Fördergesellschaft fort. So stiftete die Fielmann AG in den Jahren 2014 und 2015 drei wertvolle Portraits der Familien Pogrell und Harten, des 1828 in Minden geborenen Malers Friedrich Wilhelm Graupenstein.

      Die Leiterin der Fielmann Niederlassung in Minden, Ina Rinsche, überreicht das Gemälde an den Leiter des Mindener Museums Philipp Koch.

    • Sprachförderprogramm für Flüchtlinge im Mindener Museum

      Spracherwerb und Sprachkompetenz sind wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration. Sprachförderung mit Kulturvermittlung zu verbinden, ist ein vielversprechender Ansatz die Integration von Menschen mit Fluchterfahrung zu unterstützen. Darum entwickelten das Mindener Museum und das Mindener Profilingbüro Glaser das museumspädagogische Programm „Stadt, Land, Fluss“. Das Büro Glaser ist eine der Institutionen vor Ort, die vom Bundesamt für  Migration und Flüchtlinge (BAMF) zertifizierte Deutsch- und Integrationskurse anbietet. Die Ausgangsidee war, das in den Deutschkursen erlernte Sprachwissen durch kulturelle Bildung im Mindener Museum zu unterstützen. Dafür sollten Aspekte aus der Geschichte der Stadt Minden und seiner Region genutzt werden. Das Konzept wurde niedrigschwellig und bedarfsorientiert ausgerichtet. Und hier lag die große Herausforderung: Wie vermittelt man Sprachanfängern mit geringen Deutschkenntnissen in nur drei Zeitstunden Wissen zu wichtigen Bauten wie dem Dom oder zur Gründungslegende Mindens? Entstanden ist ein Programm, dass sich aus drei aufeinander aufbauenden Einheiten zusammensetzt, die an verschiedenen Orten stattfinden: Schulungsraum, Museum und Stadtrundgang. Vorbereitend erhalten die Teilnehmer eine Woche vor Programmbeginn eine nach Themen und nach Wortgruppen geordnete Vokabelliste.

      Nach einer rund sechsmonatigen Erprobungsphase, an dem neun Deutschkurse  des Profilingbüros Glaser teilnahmen, wurde das Programm abschließend von den Museumspädagogen des Mindener Museums und den sprachpädagogischen Lehrkräften des Profilingbüros Glaser evaluiert. Ein Ergebnis dieser Evaluation ist die Beobachtung, das Sprachförderprogramm an die individuellen Bedarfe der Kursteilnehmer weiter zu entwickeln und zu diversifizieren. Dabei sollen die vom BAMF für Integrationskurse vorgegebenen Lehrinhalte noch gezielter als bisher Berücksichtigung finden. Die vorgegebenen allgemeinen Lehrinhalte zu Geschichte, Kultur und Rechtsordnung in Deutschland aus dem letzten Kursabschnitt von Integrationskursen - dem Orientierungskurs – sollen aufgegriffen und im lokalen politisch-historischen Kontext behandelt werden. Diese Themen werden vom BAMF als wesentlich für die gesellschaftliche Integration von Zugewanderten gesehen.

      Das Sprachförderprogramm „Stadt, Land, Fluss“ kann ab sofort im Mindener Museum gebucht werden. Es kostet mit drei Terminen pro Gruppe insgesamt 100 € plus 1 € Materialkosten pro Teilnehmer. Die Teilnehmerzahl richtet sich nach den jeweiligen Sprachkenntnissen. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten. Inhaltliche Auskunft gibt Necaattin Arslan, Telefonnr.: 0571-9724012, .

       


      Teilnehmer Deutschkurs vor dem Mindener Museum

      Stadtrundgang vor dem Dom

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