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Aktuelle Pressemitteilungen

Informieren Sie sich hier über unsere aktuellen Pressemitteilungen!


    • Speere bauen und Wappen gestalten Freie Plätze bei Ferienaktionen im Mindener Museum                                      

      In der zweiten Ferienwoche sind im Mindener Museum bei zwei spannenden Mitmach-Aktionen noch Plätze frei. Am 22. Oktober entwerfen Kinder ab 6 Jahren von 9-12 Uhr eigene Wappen. Im Museum machen sie die Ausstellung unsicher, in den Pausen wird ausgiebig gespielt und schließlich reichlich gemalt und gebastelt.

      Am 24. Oktober bauen Kinder ab 8 Jahren eigene Speere. Zuvor lassen sie sich im Museum von mysteriösen Speeren aus Afrika inspirieren und erfahren allerhand über die Krieger der Massai. Im Praxistest werden die selbst gebauten Speere anschließend ausprobiert.

      Pro Kind kosten die Aktionen jeweils 10 €. Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf max. 15 Kinder begrenzt. Die Mindestteilnehmerzahl liegt bei 5 Kindern. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten. Weitere Informationen unter www.mindenermuseum.de.

       

      Federschmuck für die selbstgebauten Speere © Mindener Museum

    • Öffentliche Führung "Neues Sehen"                                    

      Am Sonntag, den 20. Oktober um 14 Uhr bietet das Mindener Museum eine letzte Führung durch die Wanderausstellung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“. Aufgezeigt werden westfälische Impulse auf die klassische Moderne im Bereich der Fotografie. In drei Zeitabschnitten stellt die Ausstellung dar, wie sich die Fotografie in Westfalen zu einem eigenständigen künstlerischen Medium entwickelte, beginnend bei den Fotografen des Bauhauses und Albert Renger-Patzsch bis zu zeitgenössischen Künstlern.

      Die Fotografen des Bauhauses gingen bei Darstellungskonzepten mit Aufsicht, Untersicht, Nahaufnahmen und Experimenten mit Licht neue Wege. Albert Renger-Patzsch ging es mit seinen „Ruhrgebietslandschaften 1927-1935“ um absolute Gegenstandstreue, präzise Beleuchtung der Objekte und Detailgenauigkeit. Damit ist die künstlerische Fotografie in Westfalen nicht nur um regionalspezifische Motive bereichert worden, sondern auch um international bedeutende Fotografen, wie Albert Renger-Patzsch (Möhnesee-Wamel), Otto Steinert (Essen) und Erich Angenendt (Dortmund). So wurden Architektur und Landschaft Westfalens zum Thema für die klassische Moderne. Die insgesamt 54 ausgestellten Arbeiten zeigen, dass sich die westfälischen Fotografen im künstlerischen Spannungsfeld von Dokumentation und Abstraktion bewegten. Reproduktionen, vintage prints und modern prints werden durch Bücher und Zeitschriften in Vitrinen ergänzt. Die Führung dauert ca. 1 Stunde. Für Erwachsene beträgt der Eintritt 5,- € inkl. Führungsgebühr. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

       

      Noch bis zum 27. Oktober ist die Ausstellung "Weimar im Westen" zu sehen; eine multimediale Schau über die erste Demokratie Deutschlands.

       

      Mindener Museum, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

      Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder



      Claudia Fährenkemper, Aus der Serie Planktos, 41-05-1, Diatomee, 800x, 2005 © Claudia Fährenkemper / VG Bild-Kunst 2019


    • Eltern-Kind-Nachmittage im Mindener Museum                                      

      Von Oktober bis März finden im Mindener Museum wieder die beliebten Eltern-Kind-Nachmittage statt. Jeden zweiten Sonntag können Kinder ab sechs Jahren zusammen mit ihren Eltern oder Großeltern das Museum und seine Geschichten entdecken und an spannenden Mitmach-Aktionen teilnehmen. Groß und Klein erfahren allerhand über die Vergangenheit und am Ende nimmt jedes Kind sein ganz persönliches Erinnerungsstück mit nach Hause. Beginn der Aktionen ist jeweils um 14 Uhr.

      Am ersten Termin, Sonntag den 13. Oktober begeben sich die Teilnehmer*innen auf Spurensuche und finden heraus, wie alt Minden überhaupt ist. Sie erforschen das Mindener Stadtwappen und erfahren, was es mit Doppeladler und gekreuzten Schlüsseln auf sich hat. Anschließend wird es kreativ: Jedes Kind kann sich ein eigenes, persönliches Wappen gestalten, das sicher auch den Rittern schon gefallen hätte.

      Pro Kind kostet die Aktion 6 €. Erwachsene Begleitpersonen zahlen 2 € Eintritt.

      Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf max. 15 Kinder begrenzt. Die Mindestteilnehmerzahl liegt bei 5 Kindern. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten.

      Der nächste Eltern-Kind-Nachmittag findet am 10. November statt. Dann dreht sich alles um das Thema Körperschutz. Passend dazu können Schutzengel gebastelt werden. Die weiteren Termine bis März 2020 finden Sie unter www.mindenermuseum.de.

      Spannendes im Museum entdecken. (©Mindener Museum)

    • Herbstferienprogramm im Mindener Museum                                    



      Herbstferienprogramm im Mindener Museum

       

      In den Herbstferien können abenteuerlustige Kinder an zwei spannenden Ferienaktionen teilnehmen. Am 15. Oktober von 14-17 Uhr oder am 22. Oktober von 9-12 Uhr begeben sich Kinder ab sechs Jahren auf Spurensuche und finden heraus, wie alt Minden überhaupt ist, wo das älteste Gebäude steht und wie sich die Stadt seit dem Mittelalter entwickelte. Dabei spielt natürlich auch das Mindener Stadtwappen eine wichtige Rolle. Anschließend wird es kreativ: Jedes Kind kann sich ein eigenes, persönliches Wappen gestalten, das sicher auch den Rittern schon gefallen hätte.

      Kinder ab 8 Jahren können am 17. Oktober von 9-12 Uhr oder am 24. Oktober von 14-17 Uhr eigene Speere bauen und sich anschließend in einem Weitwurf-Wettbewerb testen. Zuvor lassen sie sich von geheimnisvollen Speeren aus Afrika im Museum inspirieren. Wie gelangten die Speere den weiten Weg von Afrika bis nach Minden? Wem gehörten sie einst und wie sieht eigentlich die richtige Wurftechnik aus?

      Pro Kind kosten die Aktionen jeweils 10 €. Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf max. 15 Kinder begrenzt. Die Mindestteilnehmerzahl liegt bei 5 Kindern. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten. Weitere Informationen unter www.mindenermuseum.de.





      Die selbst gebauten Speere werden gleich ausprobiert © Mindener Museum






    • Objekt im Fokus „Lineal, 1786“                                     

      In der Sammlung des Mindener Museums werden rund 60.000 Objekte bewahrt. Trotz Dauer- und Sonderausstellungen oder Leihgaben an andere Museen lagern 95% der Sammlung verborgen im Magazin. Die Vielfalt und die Geschichte der Sammlung und das Wissen über die Objekte stellt das Museumsteam regelmäßig in Kabinettausstellungen vor. Alle zwei Monate wird außerdem ein „Objekt im Fokus“ im Foyer des Museums ausgestellt und dort seine Geschichte erzählt.

                                                                                                                                                                                      

       

      Das Objekt im Fokus in den Monaten September und Oktober ist ein Lineal aus dem Jahr 1786. Das Lineal entspricht nicht dem metrischen System mit Milli- und Zentimetern, wie wir es heute kennen. Der hölzerne Maßstab ist in 12 Felder gegliedert, die auf den beiden Längsseiten jeweils noch einmal in Halbe und in Viertel geteilt werden.

       

      Maßeinheiten entwickelten sich aus in der Natur vorkommenden Maßen wie dem menschlichen Körper. Als Elle wurde die Länge zwischen Ellenbogen und dem längsten Finger der Hand bezeichnet. Das Klafter war die Entfernung zwischen den zwei ausgestreckten Armen eines erwachsenen Mannes, wurde aber auch als Raum- und Flächenmaß genutzt. Eine Spanne entsprach der Breite einer gespreizten Hand. Der Fuß als Maßstab war weit verbreitet und gilt als eine der ältesten Maßeinheiten der Zivilisationsgeschichte. Bis zum Mittelalter unterteilte man den Fuß in 16 Finger, danach in 12 Daumenbreiten, dem sogenannten Zoll.

       

      Es gab nur das Problem, dass die dem Körper angepassten Maße von Mensch zu Mensch unterschiedlich waren. Damit waren Konflikte in Alltag, Handel und Rechtswesen vorprogrammiert. Nahezu jede Stadt und jedes Territorium hatten eigene Maße. Um Sicherheit zu schaffen, ließen Stadt- und Landesherren verbindliche Muster für jede Maßeinheit anfertigen. Damit sie für jeden zugänglich und überprüfbar waren, wurden sie oft an Rathäusern oder Stadttoren angebracht. Die Vielfalt an Maßen und Gewichten dauerte in Deutschland bis zur Reichsgründung 1870/71.

       

      In Minden wurde bis dahin der Preußische Fuß mit 31,38 cm verwendet. Dieser Länge entspricht das Lineal aus dem Mindener Museum mit seinen 28,2 cm aber nicht! Jede der 12 Untereinheiten ist 2,4 cm lang und ist durch eine durchgezogene Linie gekennzeichnet. Leider ist nichts über die Herkunft des Objekts bekannt. Es könnte von einem Schenker stammen, der nicht aus Preußen stammte. Ebenso könnte das Lineal aber einfach aufgrund seines Seltenheitswerts angekauft worden sein.

       

      Das Lineal diente nicht nur zum Abmessen, sondern auch als Hilfsmittel zum Zeichnen einer geraden Linie. Es wurde darum aus einem sehr harten, festen Holz gefertigt. Verziert ist das Lineal mit dem Schriftzug „Anno 1786“, dem Jahr der Herstellung. Es wird durch drei Ornamente unterteilt. Die aufwendigen blüten- und sternförmigen Ornamente zeigen beim näheren Betrachten, dass sie mithilfe eines Zirkels konstruiert wurden.

       

      Das mittlere Ornament wiederholt sich auf der Rückseite und wird dort von aus zwei Henkelvasen wachsenden Pflanzenornamenten umrahmt. Eine dieser Ranken trägt Tulpenblüten (einer im 18. Jh. sehr begehrten und kostbaren Blume). Die zweite zeigt stilisierte, nicht näher bestimmbare Blüten und Darstellungen von Vögeln. Dieses Motiv wird auch Lebensbaum genannt und findet sich zusammen mit ähnlichen geometrischen Ornamenten sehr häufig an Fachwerkfassaden des 18. Jh. im Mindener Raum.

       

      Die Grundlage für unser heutiges, metrisches System wurde seit 1790 in der Französischen Revolution gelegt. Ziel der beteiligten Wissenschaftler war es, eine ursprüngliche Längeneinheit in der Natur zu finden, die von jeder Nation anerkannt werden würde. Aus drei Optionen wurde der Quadrant der Distanz zwischen dem Nordpol und dem Äquator gewählt. Mit Hilfe der Triangulation sollte die genaue Strecke zwischen Dünkirchen und Barcelona bestimmt werden, die dann zur Berechnung der Strecke zwischen Pol und Äquator genutzt werden sollte. Es dauerte wegen der Revolutionskriege acht Jahre bis die Messung vollendet war. In der Zwischenzeit nutzte man einen provisorischen „Meter“ als Maßstab. Im Jahr 1799 wurde der „Urmeter“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Die internationale Vereinheitlichung der Längenmaße ging jedoch nur schleppend voran. Viele Staaten wie Preußen behielten zunächst ihre alten Maße bei, die dann ins neue metrische System umgerechnet werden mussten. Die erste Weltausstellung in London im Jahr 1851, internationale Kongresse und die Gründung internationaler Institutionen sorgten für einen Schub in der Öffentlichkeit und eine stärkere weltweite Verbreitung. Das Deutsche Reich führte den Meter im Jahr 1872 verbindlich ein.


       

      Lineal aus dem Jahr 1786


    • Sonderausstellung im Mindener Museum zum Bauhaus-Jahr: „Neues Sehen - Neue Sachlichkeit. Fotografische Positionen in Westfalen vom Bauhaus bis heute“ vom 24. August bis zum 20. Oktober 2019         

      Am Samstag, den 24. August um 16 Uhr eröffnet im Mindener Museum eine Sonderausstellung zur Fotografiegeschichte. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) nimmt das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus zum Anlass, in der Wanderausstellung „Neues Sehen – Neue Sachlichkeit. Fotografische Positionen in Westfalen vom Bauhaus bis heute“ westfälische Impulse auf die klassische Moderne im Bereich der Fotografie aufzuzeigen. In drei Zeitabschnitten stellt die Ausstellung dar, wie sich die Fotografie in Westfalen zu einem eigenständigen künstlerischen Medium entwickelte, beginnend bei den Fotografen des Bauhauses und Albert Renger-Patzsch bis zu zeitgenössischen Künstlern. Die Fotografen des Bauhauses gingen bei Darstellungskonzepten mit Aufsicht, Untersicht, Nahaufnahmen und Experimenten mit Licht neue Wege. Albert Renger-Patzsch ging es mit seinen „Ruhrgebietslandschaften 1927-1935“ um absolute Gegenstandstreue, präzise Beleuchtung der Objekte und Detailgenauigkeit. In der Tradition steht auch Otto Steinert, der die Anregungen aufgriff und weiterentwickelte. Damit ist die künstlerische Fotografie in Westfalen nicht nur um regionalspezifische Motive bereichert worden, sondern auch um international bedeutende Fotografen, wie Albert Renger-Patzsch (Möhnesee-Wamel), Otto Steinert (Essen) und Erich Angenendt (Dortmund). So wurden Architektur und Landschaft Westfalens zum Thema für die klassische Moderne. Die insgesamt 54 ausgestellten Arbeiten zeigen, dass sich die westfälischen Fotografen im künstlerischen Spannungsfeld von Dokumentation und Abstraktion bewegten. Reproduktionen, vintage prints und modern prints werden durch Bücher und Zeitschriften in Vitrinen ergänzt. Der Sammler und Galerist Jürgen Wilde unterstützt die Ausstellung mit wichtigen Werken von Albert Renger-Patzsch.

      Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.  

      Mindener Museum, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

      Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder

    • Neue Sonderausstellung im Mindener Museum: „Macht der Gefühle“       


      Emotionen machen Geschichte: In der neuen Sonderausstellung im Mindener Museum geht es um den Einfluss von Gefühlen auf Politik und Gesellschaft. In Auftrag gegeben von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur illustriert „Die Macht der Gefühle. Deutschland 19 │19“, wie Angst, Hoffnung, Liebe oder Wut in den vergangenen 100 Jahren geschichtliche Ereignisse geprägt haben. Historische Bilder, Zitate und Kurztexte sowie multimediale Begleitangebote vermitteln prägnant, dass Gefühle Motor von Reform- und Demokratisierungsprozessen waren, aber auch politisch instrumentalisiert und manipuliert wurden.

      Auf 20 Tafeln greift die Ausstellung heutige Erscheinungsformen von 20 Emotionen auf und thematisiert anhand historischer Ereignisse die Gefühlswelten der letzten 100 Jahre. „Starke Gefühle wie Wut und Angst prägen momentan unsere Gesellschaft. Spannend ist, was wir aus dieser Feststellung folgern“, so Andreas Eberhardt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung EVZ.

      Anlass der Ausstellung sind acht runde Jahrestage im Jahr 2019: unter anderem die Gründung der Weimarer Republik (1919), der Beginn des Zweiten Weltkrieges (1939) und die doppelte deutsche Staatsgründung (1949).

      Die Ausstellung ist bis zum Ende des Jahres zu sehen. Schulklassen können sie selbständig kostenfrei erkunden.

      Mindener Museum, Di-So 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

      Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder .


      Hamburg, 6.7.2017, G20-Gipfel© Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur / Regina Schmeken.

    • Elfenbeinminiatur im Fach "Aktuelles!" Ein Selfie aus dem 18. Jahrhundert      

        

      Im Schaufenster zur Stadtgeschichte präsentiert das Mindener Museum Dinge aus verschiedenen Epochen der Mindener Historie. Ein Fach mit wechselnden Objekten widmet sich besonderen Themen und aktuellen Fragestellungen.

       

      Bei Nachforschungen in der Sammlung zur Vorbereitung der Laborausstellung zur Schlacht bei Minden ist eine Elfenbeinminiatur in einer kleinen roten Schatulle wiederentdeckt worden. Miniaturmalerei gibt es seit dem 16. Jahrhundert. Sie war vor der Erfindung der Fotografie im 19. Jahrhundert das, was für uns heute das Selfie oder der Schnappschuss mit dem Smartphone sind. Die kleinen Porträts trugen früher Bilder der Herrschenden wie der preußischen Könige hinaus zum Volk. Als Luxusgut am Hof verbreiteten sich die Miniaturbilder schnell, weil sie leicht zu transportieren waren und sich sehr gut eigneten, einen bildlichen Eindruck von unbekannten Menschen zu vermitteln oder an bekannte Persönlichkeiten zu erinnern. Miniaturen verwendete der Adel bei der Brautwerbung, als Andenken oder Liebesgabe. Im 18. Jahrhundert entdeckte auch das Bürgertum die Miniaturmalerei für sich. Die zierlichen Porträts wurden als Ring, Medaillon, Anhänger, Armband oder Brosche getragen. Größere Formate hängte oder stellte man auf. Im Kunsthandwerk finden sich Miniaturen auch in Form von Dosenbildern, die Behältnisse jeder Art schmückten. Miniaturen waren oft nicht einzigartig: Viele Künstler kopierten vorhandene Porträts und reduzierten sie im Maßstab. Die Größe der Miniaturen ist unterschiedlich, doch 20 Zentimeter gelten als Höchstmaß.  Die Techniken der Miniaturmalerei reichen von Wasserfarben auf Papier, Pergament oder Elfenbein über Ölmalerei auf Kupfer und Gold bis hin zur Emaille-Malerei.

       

      Das wiederentdeckte Miniaturporträt trägt auf der Rückseite die Notiz: „Hans Christian Krüger Königl. [lich] Preussischer Camer- [Cammer-]Gerichts-Rath, und Revisor bey dem General-Ober Finanz-Krieges- und Domainen Directoris, 38 Jahr alt, gemahlet von A: F: König Hofmahler in [B]erlin d: 25ten Apr: 1766. [i]n golde eingefast [vo]n J.P. Remii, Hoffgeheusem[acher] Berlin“.

       

      Hans ist eine Kurzform von Johann(es), daher dürfte es sich bei der hier abgebildeten Person um Johann Christian Krüger [23.11.1727-22.6.1798], Berlin, handeln. Seine Lebensdaten entsprechen dem Alter, das im Text auf der Rückseite der Miniatur mit 38 Jahren angegeben wird. Unter Berücksichtigung des Entstehungsdatums der Miniatur - 25. April 1766 - und vor allem der genannten Funktionsbezeichnung „Königlich Preussischer Kammergerichtsrat und Revisor beim General-Ober-Finanz-Kriegs- und Domainen-Direktorium (kurz: Generaldirektorium) lässt sich die abgebildete Person eindeutig identifizieren. Das Generaldirektorium war eine zwischen 1723 und 1808 bestehende preußische Zentralbehörde mit Sitz in Berlin für die Innen- und Finanzverwaltung.

       

      Die Miniatur stammt vom Miniaturmaler Anton Friedrich König, dem Älteren [1722-1787], aus Berlin. König malte u.a. Miniaturportraits Friedrich des Großen [1712-1786], der ihn 1767 zum Hofmaler für Miniaturporträts ernannte. König war bis zu seinem Tod Ehrenmitglied der Akademie der Künste. Die verlorene, offenbar ursprünglich goldene Einfassung stammt vom Taschen-Uhrgehäusemacher und Graveur Jean Pierre Remy (*ca. 1717- gest. 16.3.1796), der aber entgegen der Inschrift doch kein Hof-, sondern nur Gehäusemacher war.

       

      Wie und wann das Objekt in die Sammlung des Mindener Museums gelangte, konnte bisher leider nicht herausgefunden werden. Sehr wahrscheinlich ist aber ein Bezug zur Schlacht bei Minden. Krüger war seit 1761 Freimaurer und lernte über seine Loge den Herzog von Braunschweig kennen. Einen direkten Bezug zur Schlacht bei Minden und der Person Krügers gibt es bislang nicht.

       

      Mindener Museum, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

      Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder .



      Vorder- und Rückseite der Elfenbeinminiatur von Johann Christian Krüger


    • Pressemitteilung der Günter-Cassel-Stiftung Minden Neuerwerbung von zwei Gemälden von Wilhelm Busch  

      Minden, 21.2.2018. Die Günter-Cassel-Stiftung präsentierte heute zwei Neuerwerbungen von Wilhelm Busch (1832–1908.), die am 10. November auf einer Auktion der Münchener Galerie Carl & Faber ersteigert wurden. Zugleich verabschiedete Vorstand Jan-Nicolai Klement das langjährige Kuratoriumsmitglied Dr. Volker Schäferbarthold, der seit Gründung der Stiftung 1996 die Mindener Wirtschaft im Kuratorium vertrat und nun auf eigenen Wunsch ausschied.

      Bei den erworbenen Gemälden handelt es um zwei von insgesamt sechs Werken, die das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover an die Erben des jüdischen Sammlers Rudolf Neugass zu restituieren hatte. Wie eine systematische Provenienzforschung des Museums 2011/2012 ergab, war das Museum um 1938/39 in den Besitz von acht Ölbildern des Bad Homburger Sammlers gelangt, die die Gestapo bei ihm beschlagnahmt hatte. Neugass starb 1942 im Konzentrationslager. Nach der Restituierung an die Erben 2017 ließen diese die Werke über die Galerie Carl & Faber in München versteigern. Bei den durch die Stiftung erworbenen Werken handelt es sich um die Gemälde „Herbstlicher Waldrand mit sitzender Rotjacke“ (Werkverzeichnis GM Nr. 726) und „Studie eines stehenden Bauern“ (Werkverzeichnis GM Nr. 314):

      „Studie eines stehenden Bauern“, 1885-1890

      Lost Art-ID 438496

      Öl auf Papier / Pappe, 13,2 × 7,0 cm

      Malerei

      Motiv: Halb von rückwärts gesehen steht ein Bauer in einer knapp angedeuteten Raumecke und zündet sich eine Pfeife an.

       

      “Herbstlicher Waldrand mit sitzender Rotjacke”, um 1890

      Lost Art-ID 438501

      Öl auf Papier / Pappe, 17,5 × 20,9 cm

      Malerei

      Motiv: Auf feuerrotem Gelände sitzt vor dünn strukturiertem  braunem Buschwerk und einer nach rechts hängenden Birke eine Rotjacke in Rückenfigur. Vorne rechts liegen zwei Findlinge am Boden.

      Günter-Cassel-Stiftung

      Die Stiftung ist benannt nach dem Privatier Günter Cassel (geboren am 15. September 1915 in Minden, gestorben am 13. November 1990 in Berlin). Zweck der Stiftung ist die Förderung der Kunst und Kultur durch die Förderung des Kunstbesitzes des Mindener Museums. Der Stiftungszweck wird insbesondere durch die Anschaffung von Kunstwerken namhafter deutscher Maler des 19. Jahrhunderts, von Darstellungen mit Bezug auf die Stadt Minden und deren Umgebung sowie – vom Jahre 2015 an – durch die Anschaffung auch anderer Kunstwerke für das Mindener Museum verwirklicht.

      Weitere Informationen unter: www.guenter-cassel-stiftung.org

      Vorstand:
      Jan-Nicolai Klement, (Städtischer Rechtsdirektor)

      Kuratorium:
      N.N., (Vertreter Mindener Wirtschaft)

      Hans Peter Korth, (Vorsitzender Mindener Kunstverein)

      Philipp Koch, (Leiter Mindener Museum)

       

    • Mindener Museum und Domschatz Minden kooperieren im Ticket-Bereich – Ermäßigungen für Besucher beider musealen Einrichtungen

      Minden. Das Mindener Museum und der Domschatz Minden kooperieren ab dem 1. Februar im Ticket-Bereich. Besucher, die in einer der beiden musealen Einrichtungen eine Eintrittskarte erwerben, erhalten innerhalb eines Zeitraums von drei Monaten einmalig 50 Cent Ermäßigung beim Kauf eines Tickets im anderen Museum.

       „Beide Museen verfolgen das gleiche Ziel“, erklärt der Leiter des Mindener Museums, Philipp Koch: „Wir wollen unseren Besucherinnen und Besuchern die Geschichte der Stadt Minden und ihre Bedeutung in all ihren Facetten nahebringen.“ Dazu gehöre die Entwicklung des Mindener Gemeingefüges ebenso, wie die Einflüsse, die das ehemalige Bistum Minden über mehr als acht Jahrhunderte genommen habe, betont der Vorsitzende des Dombau-Vereins Minden, Hans-Jürgen Amtage. Der Förderverein ist seit Neugestaltung und Wiedereröffnung im März 2017 Betreiber der Domschatzkammer am Kleinen Domhof.

       Das Mindener Museum an der Ritterstraße zählt mit seinen sechs Häusern aus dem 16. Jahrhundert im Stil der Weserrenaissance zu den traditionsreichsten westfälischen Museen. Der Domschatz Minden mit seinem modernen Äußeren gilt mit seinen Exponaten aus elf Jahrhunderten als eine der bedeutendsten Sammlungen christlicher Kunst in Deutschland. „Diese Stärken wollen wir mit der Kooperation im Ticket-Bereich gemeinsam nutzen“, so Philipp Koch.

       

    • Stiftung der Fielmann AG setzt Förderung des Mindener Museums fort

      Minden. Die Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums und das Mindener Museum freuen sich über eine großzügige Schenkung der Stiftung der Fielmann AG. Die Leiterin der Fielmann Niederlassung in Minden Ina Rinsche übergab heute ein wertvolles Gemälde an die Fördergesellschaft und das Team des Mindener Museums. Das Portrait zeigt den aus altem preußischen Adel stammenden Oberst Maximilian August von Kracht (1803-1862). Der Offizier war von 1859 bis zu seinem Tod 1862 Kommandeur des in Minden stationierten 15. Infanterieregiments Prinz Friedrich der Niederlande. In dieser Funktion besaß er eine herausragende Stellung im gesellschaftlichen und politischen Leben der Stadt Minden. Zu dieser Zeit gab es in Preußen eine Verfassungskrise, die den Aufstieg des späteren Reichskanzlers Bismarck ermöglichte. Der junge König Wilhelm I. stritt in dieser auch als Heereskonflikt bezeichneten Krise mit dem liberal dominierten Abgeordnetenhaus über die zur Reorganisation der preußischen Armee und Landwehr notwendigen Finanzmittel. Auf dem Höhepunkt des Konflikts löste der König am 11. März 1862 das Parlament auf. Von Kracht, der bei der Krönung Wilhelms I. als persönlicher Adjutant des Prinzen Friedrich der Niederlande anwesend war, starb nur wenige Tage später, am 29. März 1862, an einem Halsleiden in Minden. Als hoher Repräsentant des preußischen Militärs stellt von Kracht die eine Seite dieses für die preußische Geschichte zentralen Konfliktes dar und veranschaulicht die Bedeutung des Militärs für die Mindener Stadtgeschichte.

      Die Stiftung der Fielmann AG setzt mit der Schenkung des Portraits von Krachts ihre seit Jahren großzügige Förderung des Mindener Museums und seiner Fördergesellschaft fort. So stiftete die Fielmann AG in den Jahren 2014 und 2015 drei wertvolle Portraits der Familien Pogrell und Harten, des 1828 in Minden geborenen Malers Friedrich Wilhelm Graupenstein.

      Die Leiterin der Fielmann Niederlassung in Minden, Ina Rinsche, überreicht das Gemälde an den Leiter des Mindener Museums Philipp Koch.

    • Sprachförderprogramm für Flüchtlinge im Mindener Museum

      Spracherwerb und Sprachkompetenz sind wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration. Sprachförderung mit Kulturvermittlung zu verbinden, ist ein vielversprechender Ansatz die Integration von Menschen mit Fluchterfahrung zu unterstützen. Darum entwickelten das Mindener Museum und das Mindener Profilingbüro Glaser das museumspädagogische Programm „Stadt, Land, Fluss“. Das Büro Glaser ist eine der Institutionen vor Ort, die vom Bundesamt für  Migration und Flüchtlinge (BAMF) zertifizierte Deutsch- und Integrationskurse anbietet. Die Ausgangsidee war, das in den Deutschkursen erlernte Sprachwissen durch kulturelle Bildung im Mindener Museum zu unterstützen. Dafür sollten Aspekte aus der Geschichte der Stadt Minden und seiner Region genutzt werden. Das Konzept wurde niedrigschwellig und bedarfsorientiert ausgerichtet. Und hier lag die große Herausforderung: Wie vermittelt man Sprachanfängern mit geringen Deutschkenntnissen in nur drei Zeitstunden Wissen zu wichtigen Bauten wie dem Dom oder zur Gründungslegende Mindens? Entstanden ist ein Programm, dass sich aus drei aufeinander aufbauenden Einheiten zusammensetzt, die an verschiedenen Orten stattfinden: Schulungsraum, Museum und Stadtrundgang. Vorbereitend erhalten die Teilnehmer eine Woche vor Programmbeginn eine nach Themen und nach Wortgruppen geordnete Vokabelliste.

      Nach einer rund sechsmonatigen Erprobungsphase, an dem neun Deutschkurse  des Profilingbüros Glaser teilnahmen, wurde das Programm abschließend von den Museumspädagogen des Mindener Museums und den sprachpädagogischen Lehrkräften des Profilingbüros Glaser evaluiert. Ein Ergebnis dieser Evaluation ist die Beobachtung, das Sprachförderprogramm an die individuellen Bedarfe der Kursteilnehmer weiter zu entwickeln und zu diversifizieren. Dabei sollen die vom BAMF für Integrationskurse vorgegebenen Lehrinhalte noch gezielter als bisher Berücksichtigung finden. Die vorgegebenen allgemeinen Lehrinhalte zu Geschichte, Kultur und Rechtsordnung in Deutschland aus dem letzten Kursabschnitt von Integrationskursen - dem Orientierungskurs – sollen aufgegriffen und im lokalen politisch-historischen Kontext behandelt werden. Diese Themen werden vom BAMF als wesentlich für die gesellschaftliche Integration von Zugewanderten gesehen.

      Das Sprachförderprogramm „Stadt, Land, Fluss“ kann ab sofort im Mindener Museum gebucht werden. Es kostet mit drei Terminen pro Gruppe insgesamt 100 € plus 1 € Materialkosten pro Teilnehmer. Die Teilnehmerzahl richtet sich nach den jeweiligen Sprachkenntnissen. Um Anmeldung wird unter 0571-9724020 oder gebeten. Inhaltliche Auskunft gibt Necaattin Arslan, Telefonnr.: 0571-9724012, .

       


      Teilnehmer Deutschkurs vor dem Mindener Museum

      Stadtrundgang vor dem Dom

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