Minden gestalten

Obere Altstadt

Ein Viertel mit Charakter. Die Obere Altstadt hat eine bewegte Geschichte.  Jetzt sind Lösungen für die Zukunft gefragt.

  • In Minden versteht man unter dem Begriff „Obere Altstadt“ die westliche Mindener Kernstadt. Es ist ein innerstädtisches Altstadtquartier, das im Süden mit dem Bereich „Weingarten“ beginnt und sich im Norden bis zur Ecke Königswall/Kampstraße erstreckt. Die Obere Altstadt wird durch eine Höhenkante, die teilweise bis zu 15 Meter beträgt, von der östlichen Kernstadt getrennt.

    Das Viertel ist von historischen Gebäuden geprägt. Hier befinden sich vor allem Wohnungen. Viele der Gebäude sind bereits saniert. Daneben finden sich aber auch vernachlässigte Gebäude sowie unbebaute Flächen abgerissener Häuser.

    Die Sanierung der historischen Bausubstanz reicht als alleinige Strategie nicht aus, um das Viertel als innerstädtisches Wohnquartier dauerhaft aufzuwerten. Insbesondere im Norden der Oberen Altstadt zeigen sich städtebaulichen Mängel: Brachflächen, dem Wohnen abträgliche Nutzungsarten (Bordellbetrieb), Leerstände (z.B. ehemaliges Gefängnis) und teilweise vernachlässigte Bausubstanz. 

    Der Masterplan Minden und das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept 2009–2017“ (Fortschreibung ISEK 2016–2020) haben diese Mängel erkannt und sehen vor, durch einen Rahmenplan Möglichkeiten und Chancen zukünftiger Nutzungen aufzuzeigen. Ende 2017 wurde als ein erster Schritt mit der Entwicklung eines Rahmenplanes für einen Teilbereich der Oberen Altstadt begonnen.

  • Rahmenplan Obere Altstadt


    Teilbereich 1: „Quartier Königswall – Kampstraße – Pöttcherstraße“


    Mit der Entwicklung des Rahmenplanes für das Quartier „Königswall – Kampstraße – Pöttcherstraße“ werden infrastrukturelle Maßnahmen und konkrete städtebauliche Projekte auf den Weg gebracht. Der Rahmenplan dient als Grundlage einer verbindlichen Bauleitplanung. Gleichzeitig kann er als Exposé für potentielle Bauinteressenten verwendet werden.

    Die Konzeption berücksichtigt bereits erarbeitete Leitbilder:
    Das integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept „Aktives Stadtzentrum Minden“ 2009,
    - Teil A: Stadtentwicklung in Minden – Ziele, Rahmenbedingungen und Handlungsfelder,
    - Teil B: Masterplan Minden Innenstadt,
    - Teil C: Umsetzungskonzept 2009–2017 (Fortschreibung 2016–2020),
    sowie den „Barriere Atlas Minden Innenstadt“ 2015.

    Um einen neutralen Blick auf das Quartier zu gewährleisten, wurde ein externes Planungsbüro, WoltersPartner Architekten und Stadtplaner GmbH aus Coesfeld, beauftragt. Der Bereich Stadtplanung und Umwelt der Stadt Minden hat vorab Planungsschwerpunkte vorgegeben. Die folgenden Handlungsfelder wurden ausgemacht: Bereich Hahler Straße, Altes Amtsgericht mit Gefängnis, Rampenloch, Greisenbruchstraße und Bereich Parkhaus Kampstraße. 


    Was ist bisher geschehen?

  • Zunächst wurde der Zustand des Untersuchungsgebietes analysiert. Erfasst wurde hierbei die Verkehrs und Erschließungssituation, die Baustruktur und Nutzung, die Freiflächen und Versiegelung und die Situation des Denkmalschutzes. 

    Um auch Eigentümer*innen, Nutzer*innen und Bewohner*innen zu Wort kommen zu lassen, wurde am 03.02.2018 ein Bürgerworkshop im Quartier durchgeführt. Das Protokoll dieser Veranstaltung steht als Download zur Verfügung. Eine erste Präsentation der Analysen und der Ergebnisse des Bürgerworkshops mit den erarbeiteten Leitbildern fand in der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Verkehr am 14.03.2018 statt.

    Die auf das Viertel zugeschnittene Leitlinien und Ziele stellen die Weichen für eine zusammenhängende zukünftige Entwicklung. Dies schließt die Achtung der historisch gewachsenen Höhen, Kleinteiligkeit und Gebäudevielfalt ein, eine Verbesserung der Verkehrs- und Querungssituation und der Freiraum- und Aufenthaltsqualität sowie die Entwicklung von tragbaren Nutzungskonzepten im Quartier.

    Die weitere Erarbeitung des Rahmenplanes wurde in enger Abstimmung mit der Stadt Minden über den Sommer 2018 fortgesetzt. Insbesondere sind für vier Bereiche mit besonderem Handlungsbedarf  konkrete Planungsvorschläge entwickelt worden. Die detaillierten Entwürfe für die Hahler Straße, das ehemalige Gefängnis, das Rampenloch und die Greisenbruchstraße sowie das Parkhaus Hagemeyer an der Kampstraße wurden am 30.10.2018 der Öffentlichkeit präsentiert und zur Diskussion gestellt.

    Bis Ende des Jahres werden die Ergebnisse der Untersuchungen und Beteiligungen in den Rahmenplan festgehalten und daraufhin als städtebauliche Entwurfsplanung zunächst politisch diskutiert. Der erarbeitete Bericht wird das zukünftige Nutzungskonzept beinhalten. Zudem finden sich darin die Ergebnisse der Bestandsanalyse, das daraus entstandene Maßnahmenkonzept sowie Entwurfsalternativen und architektonische Empfehlungen.

    Mit dem Rahmenplan Obere Altstadt hält die Stadt Minden ein abgestimmtes Steuerungsinstrument in der Hand, das unter Achtung des prägenden Ortsbild des Viertel die Richtung für zukünftige Entwicklungschancen und potenzielle Projekte in der Oberen Altstadt weist.


  • Ausblick: Weitere Beteiligungsprozesse für die Obere Altstadt

    Die Stadt Minden wird in den kommenden Jahren in weiteren Bereichen der Oberen Altstadt Planungsprozesse durchführen. In umfassenden Beteiligungsprozessen können die dort ansässigen Gruppen und Anwohner*innen aktiv an der Gestaltung ihres Quartiers mitwirken.



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