„Wir bauen für Sie“ steht als Überschrift auf einem orangefarbenen Banner, das auf eine längere Sperrung der Fußgänger- und Radfahrer*innen-Brücke über die Weser hinweist. Die Glacisbrücke verbindet seit den 1990er Jahren das Weserglacis und die Mindener Innenstadt mit dem Großparkplatz Kanzlers Weide auf der rechten Weserseite beziehungsweise umgekehrt. Die Fläche wird auch für Veranstaltungen genutzt und sie ist der offizielle Wohnmobilstellplatz Mindens – beliebt wegen der schönen und auch zentralen Lage an der Weser.
Am 1. Mai beginnt hier die größte Messe an der Weser. Erfahrungsgemäß ist die Brücke bei Veranstaltungen besonders stark frequentiert. Darauf haben die Planer*innen Rücksicht genommen. Erst danach, ab Montag, 18. Mai, wird die Glacisbrücke - bis voraussichtlich Ende Oktober - voll gesperrt. Das teilte der Bereich Straßen und Brücken der Städtischen Betriebe Minden (SBM) jetzt mit. Für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen wird eine Umleitung ausgeschildert, die über die Weserbrücke (Kaiserstraße) führt.
Die vom renommierten Architekten Jörg Schlaich (Stuttgart) entworfene, filigrane Hängebrücke aus dem Jahr 1995 erhält einen neuen Fahrbahnbelag, der aktuell stark verschlissen und nicht mehr „griffig“ ist. „Die Sicherheit vor allem von Radfahrer*innen und bei Regen ist nicht mehr gegeben“, so die SBM. Deshalb müsse gehandelt und die entstandenen Schäden repariert werden. Bei den anstehenden Arbeiten wird auch eine neue Abdichtung aufgebracht. Ebenso werden die Fahrbahnübergänge erneuert, da die Übergänge defekt beziehungsweise stark korrodiert sind“, so der Fachmann. Die Kosten für diese Sanierungsmaßnahme belaufen sich auf 900.000 Euro.
Zuletzt gab es verschiedene Stahlbauarbeiten. Das Stahlseil-Geländer wurde vor einigen Jahren erhöht. Auch mussten in der Vergangenheit Pylonkopf-Verschraubungen aufwändig erneuert werden, die die Seile an den Hochpunkten halten. Die nachts blau beleuchtete Brücke ist 177 Meter lang. Sie überspannt die Weser in 103 Metern mit einer 3,50 Meter breiten Betonrampe und ist an zwei 22 Meter hohen Stahlrohrmasten (Pylone) aufgehängt.
Obwohl es oft als „Fußgängerbrücke über die Weser“ bezeichnet wird, darf das stark frequentierte Bauwerk auch von Radfahrer*innen genutzt werden. Die Brücke wurde zu 80 Prozent mit Mitteln für den Bau von Radverkehrsanlagen des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Sie ist auch Bestandteil des landesweiten Radwegenetzes. „Von Anfang an, war daher eine gemeinsame räumliche Nutzung vorgesehen“, so die Stadtverwaltung.
Eine Trennung zwischen Fuß- und Radverkehr ist aufgrund der Gesamtbreite nicht möglich. Fußgänger*innen und Radfahrer*innen müssen sich daher die Fläche teilen. Ein blaues Schild mit der Aufschrift „Radfahrer frei“ signalisiert, dass hier eine gegenseitige Rücksichtnahme gefordert ist.
