Pressestelle

Drei neue Ortsheimatpfleger*innen ernannt


Sie sind die Ansprechpartner*innen, wenn es gilt, schützenswerte Dokumente von Familien oder auch Objekte aus Häusern zu sichten, diese zu dokumentieren und aufzubewahren oder auch an Archive oder Museen zu vermitteln. Sie halten die Geschichte lebendig, organisieren Führungen und Vorträge und dokumentieren, wie Minden wächst und sich verändert. Sie erstellen auch Chroniken und kennen sich mit der Geschichte „ihres“ Stadtbezirks gut aus: die Mindener Ortsheimatpfleger*innen.

Bürgermeister Peter Kock ernannte jetzt drei neue Ortsheimatpfleger*innen: Im Stadtbezirk Hahlen teilen sich Simone Schwier und Ingo Meyer das Amt. In Dankersen ist Ulrich Nolte der Ansprechpartner für die Bürger*innen. Allen dreien dankte Kock herzlich für das Engagement und überreichte ihnen die Urkunden. Der studierte Historiker und langjährige Vorsitzende des Mindener Geschichtsvereins bekannte sich zur Heimatpflege: „Das liegt mir wirklich am Herzen und ich weiß, was hier alles ehrenamtlich geleistet wird“, so Kock.

Eine weitere Urkunde gab es für den fast 90-jährigen Eberhard Brandhorst, der auf knapp 44 Jahre in der Ortsheimatpflege zurückblicken kann und der nun aus seinem Amt in Hahlen ausgeschieden ist. „Diese Urkunde soll ein Zeichen der großen Wertschätzung sein und ist verbunden mit einem ganz großen Dank“, sagte Kock bei der Übergabe. Brandhorsts zweite Passion ist die plattdeutsche Sprache. In Hahlen war er ebenfalls über Jahrzehnte bei der Plattdeutschen Laienbühne e.V. aktiv.

Der frühere stellvertretende Leiter des Kommunalarchivs hat nach seinem Eintritt in den Ruhestand 2001 zusätzlich die Aufgabe des Stadtheimatpflegers übernommen und bis Ende 2005 ausgefüllt. Er freue sich, so Eberhard Brandhorst, dass er sein Amt nun in jüngere, kompetente Hände übergeben konnte. Simone Schwier und Ingo Meyer würden sich sehr gut in Hahlen auskennen, lobte der bis dato dienstälteste Ortsheimatpfleger, der auch weiterhin als Ratgeber zur Verfügung steht.  

Von den insgesamt 22 Ehrenämtern in der Mindener Ortsheimatpflege sind jetzt 20 besetzt. Vakanzen gibt es noch in Stemmer und im Bezirk Rechtes Weserufer. „Das schaffen wir auch noch“, gibt sich Stadtheimatpfleger Jürgen Sturma zuversichtlich. Die Mindener Ortsheimatpfleger*innen stellen nach denen in Petershagen die größte Gruppe kreisweit. Doch nirgendwo sei das Netz so eng. Denn die Mindener Ortsheimatpfleger*innen treffen sich regelmäßig und tauschen sich aus. „Wir sind füreinander da und helfen uns gegenseitig“, betont Sturma.

In Erinnerung rufen sie sich nicht nur mit Vorträgen, Veranstaltungen und Schnatgängen, sondern auch mit einer intensivierten Öffentlichkeitsarbeit. Ziel der Mindener Ortsheimatpfleger*innen ist es, insgesamt noch sichtbarer zu werden und auch Diskussionspartner*innen bei der Planung und Gestaltung der Stadtbezirke zu sein. Informationen zur Ortsheimatpflege gibt es unter anderem auf der städtischen Internetseite www.minden.de.

Das Ehrenamt sei sehr vielfältig. Viele kennen sich in der Familienforschung aus und verfügen über einen großen Fundus an Dokumenten und Fotos zur Ortsgeschichte, andere fotografieren gerne oder geben den Dorfkalender heraus, manche forschen auch zu konkreten Projekten wie z.B. zu Trachten, zum jüdischen Leben in Minden, zur Friedhöfen, zur Firmen- oder zur Familiengeschichte.

Sie sind die Ansprechpersonen, wenn es um historische Dokumente oder Objekte geht. Sie kennen „ihren“ Stadtbezirk, pflegen den Kontakte zu lokalen Vereinen und zu den Vertreter*innen der Stadtverwaltung. Die Ortsheimatpfleger*innen beteiligen sich auch an Stadtteilfesten, an Museums-Veranstaltungen, an regionalen Ereignissen wie dem Kreisheimattag und überregionalen Veranstaltungen wie dem Westfalentag. Es gibt zum Teil auch eine enge Zusammenarbeit mit Heimatpfleger*innen aus benachbarten Kommunen, die ebenfalls gerne zu den Treffen kommen. Auch auf Kreis- und Regionalebene sind die Fachleute vernetzt.

Die ehrenamtliche Arbeit der Ortsheimatpfleger*innen wird vom städtischen Kulturbüro begleitet. Für die noch unbesetzten „Stellen“ in Stemmer und im Stadtbezirk Rechtes Weserufer werden noch interessierte Mindener*innen gesucht. Diese können sich im Kulturbüro der Stadt oder beim Stadtheimatpfleger (siehe Kontakt) melden. Sie müssen dort nicht zwingend wohnen, „doch sie sollten sich gut auskennen und einen Bezug zu den Menschen und zur historischen Entwicklung des Stadtteils haben“, so Ola Friesicke vom Kulturbüro.  

Ein/e Ortsheimatpfleger*in muss auch nicht Geschichte studiert haben. „Ein Interesse am eigenen Ortsteil und den Besonderheiten dort ist erstmal die wichtigste Voraussetzung“, macht Stadtheimatpfleger Jürgen Sturma deutlich. Viele hätten aber ein besonderes Interessensgebiet, das über die Grenzen des Stadtbezirks hinaus geht, wie zum Beispiel die plattdeutsche Sprache, Volkskunde, Genealogie, Denkmalpflege oder Natur- und Landschaftsschutz.         

Kontakt: Kulturbüro der Stadt Minden, Ola Friesicke, Telefon 0571 89-733, volontariat-kultur@minden.de, oder Stadtheimatpfleger Jürgen Sturma, Telefon 0571 911 946 05, Stadtheimatpfleger@web.de

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