Es gibt einen neuen Spitzenreiter bei den Vornamen für Neugeborene in Minden: Noah, der bei den Jungen mit großem Abstand (23 Nennungen) die Liste des Standesamtes der Stadt Minden für das Jahr 2025 anführt. Im vergangenen Jahr konnte Liam mit 15 Nennungen die Spitzenposition ergattern. Noah lag auf Platz zwei. Bei den Mädchen führt erneut Emilia mit 17 Nennungen die Vornamen-Liste an. Dieser Vorname wurde bereits 2024 am häufigsten von den Eltern oder Müttern gewählt, deren neugeborenes Baby in Minden beurkundet wurde.
Nur rund ein Drittel – die aktuellen Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor – kann die Stadt Minden für sich als neue Einwohner*innen „verbuchen“. Die Erklärung: „Zuständig für die Geburtsbeurkundung ist das Standesamt, in dessen Bezirk das Kind geboren ist. Auf den Wohnort der Eltern kommt es dabei nicht an“, erläutert Hauke Treptow, Teamkoordinator für das Bürgerbüro und das Standesamt. Mit dem Standort des Universitätsklinikums in Minden als Maximalversorger hat das Standesamt in der Weserstadt wesentlich mehr Geburten zu beurkunden, als zum Beispiel die Nachbarkommunen Porta Westfalica, Petershagen oder Hille.
Zur Mindener Statistik 2025: Nachdem schon häufiger Leon, Elias und auch Noah als Vornamen bei den Jungen in den vergangenen Jahren ganz vorn lagen, hat es Paul im vergangenen Jahr mit 14 Nennungen auf Platz zwei geschafft. Elias liegt mit 13 Nennungen knapp dahinter (Platz 3). Dann folgen Emil und Levi (je 12 Nennungen), Oskar, Samuel und Theo mit je 11 Nennungen sowie Luca (10), Emilio und Henry (je 9). Adam, Fiete, Lian. Max und Milan wählten die Erziehungsberechtigten je acht Mal als Vorname. Auf den folgenden Rängen 9. und 10. liegen die Vornamen Jonah, Leo, Maxim, Ben, Finn, Henri, Jakob, Marlo und Mats.
Die aus demselben Wortstamm kommenden Vornamen Jonah, Jona, Jonas, Jonathan kommen zusammen auf 16 Nennungen. Auch Henri und Henry würden in derselben Schreibweise mit 15 Nennungen einen Spitzenplatz belegen. Luca und Lukas kommen ebenfalls auf insgesamt 15 Nennungen. Ganz vorn liegen aber nach wie vor auch in Minden Jungen-Namen aus dem „Löwen“-Stamm wie Liam (8), Leo (7), Leon (5), Leonhard (5), Leano (4), Lio (4), Leandro (3) und Lennard (2), die zusammen auf 38 kommen. Bei den zweiten Vornamen führt Maximilian (5) die Liste vor Fritz und Karl (beide 4) an.
Bei den Mädchen liegen nach Spitzenreiterin Emilia mit 17 Nennungen Ella (13), Lina (12), Mia (11) und Nora (10) auf den folgenden Plätzen. Diese wurden auch schon 2024 in den „Top 10“ geführt. Jeweils 9 Nennungen erhielten die Vornamen Amelie, Clara, Emma und Livia. Beliebt waren auch Amara, Charlotte und Leni (mit jeweils 8 Nennungen) sowie Emily, Johanna, Mathilda und Mila (7 Nennungen). Die Namen Eliana, Lia, Lilli, Luna, Malia und Marie wurden je sechs Mal vergeben.
„Die Auswertung der Namen der in Minden beurkundeten Neugeborenen werden jedes Jahr mit Spannung erwartet“, weiß die Erste Beigeordnete Daniela Giannone. Manche werdende Eltern orientieren sich an der städtischen Liste oder holen sich hier Anregungen. Die Vornamen-Liste des Jahres 2025 basiert auf 1.926 Geburten. 1.446 Neugeborene haben künftig nur einen Vornamen, 420 zwei und 50 drei und mehr.
Die bundesweit beliebtesten Vornamen, die der Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld aus Ahrensburg bei Hamburg jährlich mit einem Team auswertet, finden sich auch in der Mindener Liste weit oben. Die Bundesspitzenreiterin aus dem Jahr 2024, Emilia, schaffte es auch in Minden auf den ersten Platz wie erneut 2025. Emilia ist bundesweit auf den dritten Rang gerutscht, hinter Emma. Ganz vorn liegt im Ranking des Jahres 2025 von Forscher Bielefeld die aus dem Griechischen stammende Sophia (Weisheit/göttliche Weisheit). Dieser Vorname kam in Minden bei den ersten Vornamen auf 5 und in der Schreibweise Sofia auf 3 Nennungen. Bei den zweiten Vornamen liegt Sophia aber ganz vorn (13 Nennungen). Luise (6) und Maria/Marie (5) wurden auch häufig als Zweitname gewählt.
Der bundesweite Spitzenreiter Noah ist auch in Minden auf Platz eins gelandet. Der hebräische Name wurde von Eltern in allen Bundesländern am häufigsten ausgewählt. Er bedeutet „Ruhe“, „Beruhigung“ oder „Trost“. Auf dem zweiten Platz steht mit Matteo ein italienischer Name. Ihm folgt Elias auf dem dritten Platz. Elijahu und Elija sind weitere Versionen dieses hebräischen Namens. Seine Bedeutung: „Mein Gott ist Jahwe“.
„Vornamen unterliegen Trends“, so Hauke Treptow. Das sei auch in Minden zu beobachten. Hier finden sich aber weniger die Namen von bekannten Pop-Stars, Schauspielern oder Influencer*innen, sondern zunehmend „Retro-Namen“ wie Mathilda/Tilda, Lilly/Lilli als Abkürzung für Elisabeth oder Liliane, aber auch Paula, Thea, Klara/Clara oder bei den Jungen Paul, Theo, Oskar, Johannes und Anton.
Für 2025 flossen in die bundesweite Auswertung von Knud Bielefeld etwa 260.000 Geburtsmeldungen von Standesämtern und Geburtskliniken aus 375 Städten in die Zählung ein. Das entspricht etwa 40 Prozent der in Deutschland geborenen Babys. Eine ähnliche Vornamen-Statistik gibt auch die „Gesellschaft für Deutsche Sprache“ heraus - jedoch immer später im Jahr als Knud Bielefeld und nach eigenen Angaben basierend auf rund 90 Prozent der im Jahr zuvor vergebenen Namen.
Knud Bielefeld hat auch regionale Unterschiede festgestellt. In Bayern lag Felix in diesem Jahr auf dem ersten Platz, gefolgt von Lukas, Elias, Louis und Maximilian. In Mecklenburg-Vorpommern sind bei den Mädchenvornamen Frieda, Mathilda, Emma und Ida beliebt. Bei den Jungs liegen Emil, Matteo, Oskar und Milan vorn. In Berlin und Brandenburg steht auch bei den Mädchen ein jüdischer Vorname an erster Stelle der Beliebtheitsliste, nämlich Hannah.
Was lokal und auch bundesweit auffällt, ist, dass in den vergangenen Jahren - mit den vielen unterschiedlichen Staatsbürgerschaften in den Kommunen - auch die Vielfalt der Vornamen stark zugenommen hat. So gab es bei den Jungen in Minden im Jahr 2025 ganze 562 (Vorjahr: 515) verschiedene und bei den Mädchen 526 (Vorjahr: 509) unterschiedliche Vornamen. „Unsere Einwohner*innen kommen aus knapp 130 verschiedenen Staaten, das erklärt die Variationsbreite“, so die Beigeordnete Daniela Giannone.
Sehr international sind in Minden die nur einmal gewählten Vornamen bei den Mädchen wie Aaliyah-Eda, Cataleya, Destiny, Esmeralda, Fardous, Gyda, Hewda, Joleen, Kadiatou, Lujain, Matenehmah, Nkemamaka, Précieuse, Sefkije, Tuuli, Vladislava, Yamam und Zümra. Nur einmal tauchen in der Liste der Stadt Minden die selten vergebenen männlichen Vornamen wie Aboubacar, Bente, Cooper, Dilgesh, Elbron, Facinet, Glauk, Hevidar, Joab, Kyan, Lawand, Mak, Moatassem, Naelian, Olekssandr, Quang, Siraaj, Tammes-Loki, Ubeye, Walat, oder Zeyd auf.
Bei der Vornamenswahl gibt es auch schon mal knifflige Fälle, was zulässig ist und was nicht. „Grundsätzlich werden alle Namen beurkundet, deren Herkunft und Schreibweise nachgewiesen werden können“, erläutert Treptow. Bei fraglichen Vornamen erstelle die „Gesellschaft für deutsche Sprache“ kostenpflichtig ein Gutachten, welches Auskunft darüber gibt, ob ein Name zulässig ist oder nicht.
