Wie kann ein Dorf nachhaltig, lebendig und zukunftsfähig gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein neues Projekt der Stadtverwaltung Minden, das Klimaschutz und Dorfentwicklung miteinander verbindet. Gemeinsam mit dem Mindener Stadtbezirk Leteln soll in den kommenden Monaten ein nachhaltiges Dorfentwicklungskonzept erarbeitet werden, das anschließend Schritt für Schritt durch die Dorfgesellschaft, mit Unterstützung der Stadtverwaltung, umgesetzt werden soll.
Ziel ist ein zukunftsorientierter Fahrplan für die nächsten Jahre, um Synergien zwischen Dorfentwicklung, Stadtplanung und Klimaschutz zu schaffen. Die Stärkung des Gemeinwohls im Dorf steht ebenso im Fokus wie der Ausbau der Zusammenarbeit von Verwaltung und Bürger*innen vor Ort. „Zusammen möchten wir Ideen und Projekte entwickeln, die sowohl die Dorfgemeinschaft stärken als auch konkrete Beiträge zum Klimaschutz leisten. Dabei können beispielsweise Themen wie nachhaltige Mobilität, Energie, Begrünung, Aufenthaltsqualität oder gemeinschaftliche Aktionen eine Rolle spielen“, verdeutlichen die beiden Projektverantwortlichen Sarah Bredemeier und Rafaela Dießelmeier. Das Projekt basiert auf einer Maßnahme aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept der Stadt Minden.
Bereits im Februar hatte die Stadtverwaltung im Rahmen einer Informationsveranstaltung über den geplanten Prozess informiert und interessierte Dörfer eingeladen, sich für eine Teilnahme zu bewerben. Insgesamt gingen fünf engagierte und kreative Bewerbungen aus den Dörfer Kutenhausen/Todtenhausen, Dützen, Haddenhausen, Hahlen und Leteln ein.
Die eingereichten Bewerbungen zeigen eindrucksvoll das große Engagement, die Kreativität und die Zukunftsorientierung, mit der sich die Dörfer den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung stellen wollen. Die Vielfalt der Ideen und Ansätze macht deutlich, wie lebendig und innovativ unsere ländlichen Räume sind.
Die Auswahl des Projektdorfes erfolgte anschließend durch ein gemeinsames Gremium aus Verwaltung und Politik. Die Entscheidung für Leteln wurde am 3. Juni im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verkehr bekanntgegeben.
„Uns war wichtig, kein Konzept ‚von außen‘ vorzugeben, sondern gemeinsam mit den Menschen vor Ort Ideen zu entwickeln, die wirklich zum Dorf passen und langfristig getragen werden“, erklärt Lars Bursian, Beigeordneter für Städtebau und Feuerschutz der Stadt Minden. „Die Bewerbungen haben gezeigt, wie viel Kreativität, Verantwortungsbewusstsein und Tatkraft in unseren Dörfern steckt. Wir freuen uns darauf, den Prozess nun gemeinsam mit Leteln weiterzuführen“, so Bursian weiter.
Auch Bürgermeister Peter Kock betont die Bedeutung des Projekts: „Klimaschutz gelingt besonders dann, wenn Menschen vor Ort mitgestalten können. Unsere Dörfer leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag für Gemeinschaft, Ehrenamt und Lebensqualität. Mit dem Projekt möchten wir diese Stärken weiter fördern und gleichzeitig konkrete Zukunftsthemen gemeinsam angehen.“
Die Stadtverwaltung bedankt sich ausdrücklich bei allen Dörfern, die sich beworben haben. Auch wenn nur eines für das Pilotprojekt ausgewählt werden konnte, sollen die anderen weiterhin bei Herausforderungen und Ideen im Bereich nachhaltiger Dorfentwicklung unterstützt werden.