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Mindens Einwohnerzahl leicht gesunken


Nach leichten Anstiegen in den Vorjahren ist die Einwohnerzahl Mindens leicht gesunken. 398 Einwohner*innen weniger registrierte die Statistikstelle der Stadtverwaltung im Vergleich vom 31. Dezember 2024 zum selben Stichtag 2025. In Minden leben nach den vorliegenden Zahlen 85.121 (Vorjahr: 85.519) Menschen mit Haupt- und Nebenwohnsitz. Ende 2022 wurde erstmals in der Geschichte der Stadt die 85.000er-Marke bei der Bevölkerungszahl überschritten. 

„Minden ist ein attraktiver Wohnort mit einem sehr guten Bildungs- und Kulturangebot ist. Viele kleine, mittlere und auch einige große Unternehmen – oft familiengeführt – bieten in unserer Stadt ein breites Spektrum an sicheren Arbeitsplätzen“, so Bürgermeister Peter Kock. Minden ist eine Einpendler-Stadt. Tagsüber halten sich an Wochentagen hier mehr als 100.000 Menschen auf, weiß der Beigeordnete für Städtebau und Feuerschutz, Lars Bursian, der auch für die Statistik-Stelle verantwortlich ist.  

Wie in jedem Jahr gibt es viel Bewegung in einer Stadt – so auch in Minden. Im vergangenen Jahr zogen 4.257 (Vorjahr: 4.217) Personen in die Weserstadt und 4.178 (Vorjahr: 3.823) verlegten ihren Wohnsitz in eine andere Kommune. Das ergibt immer noch ein Plus von 79 Menschen. 4.462 Umzüge innerhalb des Stadtgebietes wurden registriert. Das waren 235 mehr als im Vorjahr (4.227 Umzüge). 

Verloren hat die Stadt Einwohner*innen durch den erneuten Überhang an Sterbefällen im Vergleich zu den Geburten: 995 Mindener*innen mit Haupt- und Nebenwohnsitz (Vorjahr: 950) starben 2025 und 657 (Vorjahr: 687) gemeldete Neugeborene (Haupt- und Nebenwohnsitz) wurden registriert. Das ergibt einen Verlust von 338 Menschen. „Auch bundesweit sterben statistisch gesehen seit vielen Jahren mehr Menschen, als geboren werden. Die Bevölkerung schrumpft insgesamt“, wissen die beiden Statistik-Fachleute der Stadtverwaltung, Sarah Stockmann und Ralf Wilkening. 

Die neu hinzu gewonnenen Einwohner*innen - im Schwerpunkt aus der Ukraine - haben die Stadt Minden auch 2025 vor große Herausforderungen gestellt. Die Mindener Schulen sind weiterhin stark ausgelastet. Neben der hohen Zahl neu zugewanderter Kinder gab es in den vergangenen Jahren auch besonders viele Mindener Lernanfänger*innen, die nun schrittweise an die weiterführenden Schulen wechseln. „Dadurch geraten viele Schulen räumlich an ihre Grenzen, da zusätzliche Kapazitäten nicht kurzfristig geschaffen werden können. Gemeinsam mit dem Schulbüro wurden daher Lösungen erarbeitet, um ausreichend Schulraum bereitzustellen. Dennoch bleiben die vollen Klassen pädagogisch eine große Herausforderung für die Schulen“, so Rainer Printz, Beigeordneter für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit.

Sieben der insgesamt 19 Stadtbezirke haben im Saldo von Zuzügen, Wegzügen, Geburten und Sterbefällen Einwohner*innen hinzugewonnen. Im Vorjahr waren es noch neun. Zwölf Stadtbezirke haben 2025 im Vergleich zum Vorjahr Einwohner*innen verloren. Über einen Gewinn können sich die Ortsbürgermeister*innen von Dankersen (+5), Dützen (+25), Königstor (+80), Kutenhausen (+10), Meißen (+4), Stemmer (+6) und Todtenhausen (+23) freuen. Einwohner*innen verloren haben Bärenkämpen (-80), Bölhorst (-2), Haddenhausen (-2), Hahlen (-40), Häverstädt (-3), Innenstadt (-102), Leteln/Aminghausen (-8), Minderheide (-5), Nordstadt (-9), Päpinghausen (-5), Rechtes Weserufer (-49) und Rodenbeck (-107).

Der bevölkerungsreichste Stadtteil ist nach wie vor die Innenstadt mit 10.894 Einwohner*innen (Haupt- und Nebenwohnsitz) gefolgt von Königstor (9.217) und Rodenbeck (9.013) sowie Bärenkämpen (7.471) und Nordstadt (7.211). Den geringsten Bevölkerungsstand mit 347 Personen verzeichnet der Ortsteil Päpinghausen. Eine dreistellige Einwohner*innen-Zahl hat weiter auch Bölhorst mit 942 Menschen. 

84.447 Mindener*innen waren zum Stichtag 31. Dezember 2025 mit Hauptwohnsitz (Vorjahr: 84.753) und 674 nur mit Nebenwohnsitz (Vorjahr: 758) gemeldet. 132 Personen haben neben ihrem Mindener Hauptwohnsitz noch eine Nebenwohnung in Minden. Die landeseigene Statistikstelle IT NRW betrachtet in der amtlichen Statistik grundsätzlich nur die mit Hauptwohnsitz gemeldeten Einwohner*innen in den Städten und Gemeinden. Auch ist der Hauptwohnsitz zum Beispiel entscheidend für die Wahlberechtigung, berichtet Sarah Stockmann. 

Ausgewertet werden jedes Jahr von der Statistikstelle auch die Staatsbürgerschaften der Einwohner*innen. Leicht gestiegen ist nach 2024 erneut die Zahl der Menschen mit einer anderen Staatsbürgerschaft als Deutsch in Minden. 14.015 (Vorjahr: 13.983) der 84.447 Einwohner*innen mit Hauptwohnsitz in Minden kommen aus 132 anderen Ländern als Deutschland. Das sind 16,57 Prozent (Vorjahr: 16,49 Prozent von 85.519 Einwohner*innen). In der Statistik sind auch 74 staatenlose Menschen zu finden, die als eigene „Staatsbürgerschaft“ wie auch die aktuell 98 ungeklärten Fälle geführt werden. 

„Die Staatenlosen sind meist Personen, die von ihrem Herkunftsland als Bürger*in nicht anerkannt werden und die von dort keine Papiere erhalten“, so die Ausländerbehörde. Die „Ungeklärten“ seien Fälle in der Bearbeitung, wo derzeit keine eindeutige Staatsangehörigkeit nachgewiesen werden könne und meist mehrere Länder in Frage kommen.

Die größte Gruppe der Einwohner*innen mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft bilden nach wie vor die Menschen aus Syrien 2.554 (Vorjahr: 2.597). Weiter zugenommen hat aufgrund des andauernden Krieges seit Ende Februar 2022 die Zahl der Ukrainer*innen in Minden. 2.113 (Vorjahr: 1.823) waren zum Stichtag 31. Dezember 2025 in der Stadt gemeldet, im Jahr 2021 waren es nur 149. Die am dritthäufigsten vertretene, ausländische Staatsbürgerschaft ist die des Irak (1.374 Menschen), gefolgt von Polen (745), der Türkei (552), Afghanistan (487), Italien (431), Rumänien (418), der Russischen Föderation (373), Kosovo (369), Portugal (311), Litauen (303), Serbien (288) und Griechenland (284). 

Gruppe der über 90-Jährigen wächst
Mit der Einwohnerstatistik der Stadt Minden wird jedes Jahr auch die Altersstruktur (nur Hauptwohnsitz) ausgewertet. Hier zeigt sich: Die meisten Mindener*innen sind zwischen 57 und 66 Jahre alt. Pro Jahrgang gibt es bei den sogenannten „Babyboomern“ jeweils mehr als 1.200  Bürger*innen. Die Spitze hält der Jahrgang 1963 mit 1.329 Frauen und Männern, gefolgt vom Jahrgang 1968 mit 1.315 Bürger*innen. 

Obwohl es insgesamt mehr Frauen (42.663) als Männer (41.784) in der Stadt Minden gibt, sei es interessant, dass fast alle Jahrgänge von 2024 bis zurück in die Mitte der 1980er Jahre (Ausnahmen 2025, 2022, 2018, 2002, 1994) einen männlichen Überhang haben. Besonders stark ist der Unterscheid im Jahrgang 2019, wo auf 497 Jungen, nur 369 Mädchen kommen. Erst bei den über 40-Jährigen kippe dieser Vergleich, aber auch nicht in allen Jahrgängen, so Sarah Stockmann. Durchgängig mehr Frauen gibt es in Minden ab Jahrgang 1965 - also ab einem Alter von 60 Jahren. Aber auch diese Tendenz sei bundesweit zu beobachten. 

Die Zahl der 100-Jährigen und Älteren ist stabil. 21 Einwohner*innen (Vorjahr: 22) gehören zu dieser Gruppe. Die beiden ältesten Bürger*innen (Jahrgang 1920) haben ein Alter von 105 Jahren erreicht. 178 (Vorjahr: 195) Einwohner*innen waren 2025 zwischen 95 und 99 Jahre alt. Deutlich größer ist die Gruppe der 90- bis 94-Jährigen: 770 (Vorjahr: 704) Frauen und Männer haben in Minden vergangenes Jahr dieses gesegnete Alter erreicht. Damit wächst die Gruppe der über 90-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr erneut. 

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