Die Streufahrzeuge sind gezwungen mit reduzierter Streusalzmenge zu arbeiten. Derzeit sind insgesamt noch ca. 510 Tonnen für den Kreis in der Bestellung offen, teilt Pressesprecherin Sabine Ohnesorge mit. Normalerweise beträgt die Lieferzeit 2 bis 3 Tage, aktuell beträgt sie 12 bis 14 Tage.
Auch im Gebiet des Stadt Minden, wo es am Mittwoch (28. Januar) bis 13 Uhr rund 10 Zentimeter Neuschnee gegeben hat, kann nur noch sehr eingeschränkt Salz verwendet werden. Die Stadt Minden bezieht ihr Streusalz aus einem gemeinsamen Lager des Kreises, der verantwortlich ist für den Nachschub. Die Straßen werden geräumt, aber es wird nicht mehr gestreut, so der Leiter der Städtischen Betriebe Minden, Beigeordneter Peter Wansing.
Die Müllabfuhr ist wie zu Anfang der Woche auch am Mittwoch eingestellt worden, teilen die Städtischen Betriebe Minden mit. Die Müllabfuhr in Minden musste am Morgen wegen des erneuten Schneefalls vorerst eingestellt werden. In vielen Bereichen sollten eigentlich die Biotonnen geleert werden. „Sobald es die Wetterverhältnisse zulassen, werden wir wieder rausfahren“, sagt Bereichsleiter Martin Damke (SBM).
Die am Montag ausgefallenen Touren habe man am Dienstag bis auf wenige Ausnahme nachfahren können. Auch die für Dienstag vorgesehenen Leerungen seien planmäßig erfolgt. „Jetzt hängen wir leider wieder hinterher“, so Damke. Man werde versuchen, die ausgefallenen Touren so schnell wie möglich nachzuholen und die Abfallbehälter zu leeren.
Die SBM appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, den Schnee der Gehwege nicht mitten auf die Straße zu schippen, sondern am Rand abzulegen. Vor allem die Straßenabläufe sollten unbedingt freibleiben, da ansonsten bei Tauwetter der geschmolzene Schnee nicht durch die Gullys in die Kanalisation abfließen könne, erklärt der Bereichsleiter.
Aufgrund der derzeitigen Lage werden die Radwege des Kreises nur noch geräumt und nicht mehr abgestreut, so die Kreis-Pressestelle. „Wir können nur dazu aufrufen, möglichst umsichtig und rücksichtsvoll zu fahren. In der Priorität werden natürlich zuerst die Autobahnmeistereien und Straßenmeistereien des Landesbetrieb Straßen NRW, zuständig für die Bundes-, und Landesstraßen, mit Salz beliefert, so dass wir als Kreis nur Teilmengen der bestellen Gesamtmenge erhalten und deshalb den Winterdienst nicht in der gewöhnten Qualität erbringen können“, sagte der Leiter des Kreisstraßenmeistereien, Harald Bloem.
Nach Informationen des Kreises kann nur noch ausgeliefert werden, was täglich aus dem Bergwerk kommt, weil die Vorräte aufgebraucht sind. Die tägliche Bestellmenge aller Betriebe pro Tag liegt deutlich über der täglichen Fördermenge. Eine vergleichbare Situation gab es zuletzt im Winter 2010/2011. Preisanfragen bei anderen Lieferanten brachten keinen Erfolg, da die Qualität des Streusalzes nicht gewährleistet werden konnte und der Preis pro Tonne deutlich über dem marktüblichen Preis lag.
