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Messwerte nach dem Brand der Halle liegen vor


Nach dem Brand einer größeren Halle in der Schumannstraße in der Nacht von Samstag auf Sonntag liegen der Stadt Minden nun die Ergebnisse der Wischproben (bezüglich abgelagerter Rußpartikel oder Rußstäube) vor, die Mitarbeitende des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) noch am Sonntagabend (25. Januar) vor dem Schneefall vorgenommen haben. Fünf der sieben Messpunkte im betroffenen Gebiet weisen laut der LANUK-Analyse unbedenkliche Werte auf, bei zwei Messpunkten - an der Kita Hahlen und am Spielplatz an der Uranusstraße - wurden sehr geringe Belastungen festgestellt, die aber nur die Grenzwerte für Innenraum-Empfehlungen überschreiten, nicht aber diejenigen für Außenbereiche.

Das LANUK schreibt in seinem Bericht: „Die Messergebnisse der genommenen Wischproben zeigen, dass die Zusatzbelastung durch die Rauchgase und niedergeschlagenen Brandrückstände, bezogen auf die untersuchten Schadstoffe, in den meisten Bereichen unbedenklich ist.“ Lediglich an zwei Messpunkten wurden sehr geringe Belastungen durch PAK festgestellt. PAK sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe einer Gruppe von insgesamt rund 250 organischen Verbindungen, die bei der unvollständigen Verbrennung von organischen Materialien wie Holz, Kohle, Öl oder Tabak entstehen. Es werden daher für die Kita Hahlen und den betroffenen Spielplatz weitere, reine Vorsichtsmaßnahmen ergriffen.

„Es kann nun größtenteils Entwarnung gegeben werden“, fasst die Erste Beigeordnete und Leiterin des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse (SAE), Daniela Giannone, zusammen. So können die am Sonntag vorsorglich gesperrten Spielplätze im betroffenen Bereich (südliches Hahlen und nördliches Königstor) – bis auf den an der Uranusstraße – wieder freigegeben werden. Mitarbeitende des Außendienstes der Ordnungsbehörde werden die Abflatterungen morgen (Freitag) im Laufe des Vormittags wieder entfernen.

Auch im Bereich der Grundschule Michael-Ende-Schule, der Förderschule in Rodenbeck, der Kita BiLiBi und der Kita Ernst-Moritz-Arndt-Straße waren die gemessenen Werte unbedenklich, so dass die Schüler*innen und Kita-Kinder ab morgen, Freitag, die Pausen wieder draußen verbringen können. „Auch diese Maßnahme wurde am Sonntag rein vorsorglich vom SAE getroffen“, macht Daniela Giannone deutlich.

Die Stadt Minden folgt der Empfehlung des LANUK, aus Vorsorgegründen die Spielgeräte im Außenbereich der Kita Hahlen und an der Uranusstraße zu reinigen und die oberen 10 Zentimeter des Spielsands auszutauschen. Die SBM werden diese Reinigungen zeitnah ausführen und sich auch um das Abtragen beziehungsweise den Austausch des Spielsands kümmern.  

Weil es die nächsten Tage weiter Schnee und Frost geben wird, kann der Sandaustausch erst dann stattfinden, wenn der Boden wieder getaut ist. Solange bleibe der Spielplatz an der Uranusstraße noch gesperrt. Auch für den Außenbereich der Kita Hahlen wird es noch einige Tage dauern, bis alle Arbeiten abgeschlossen sind. Mit der Kita-Leitung wurde Donnerstagnachmittag besprochen, dass die Kinder erst einmal bis einschließlich Mittwoch nächster Woche nicht draußen spielen dürfen. Es soll damit auch vermieden werden, dass durch das Spielen draußen Schadstoffe nach innen gelangen, so die Stadt Minden. Den Eltern werden über diese Vorsichtsmaßnahme informiert und den Kindern der Grund kindgerecht erklärt.

Der Bereich Stadtplanung und Umwelt hat bereits mit dem Umweltamt des Kreises Kontakt aufgenommen und klärt mit dem Umweltamt, ob gegebenenfalls aufgrund der Analyseergebnisse weitere Maßnahmen erforderlich sein könnten.

Da Rußpartikel in den betroffenen Gebieten auch auf private Gärten niedergegangen sind, empfiehlt die Stadt Eltern mit kleinen Kindern zunächst, keine Schneemänner im Garten zu bauen, vorhandene Spielgeräte abzuwischen und den Spielsand (obere 10 cm) auszutauschen. Auch sollte zunächst kein Gemüse (soweit vorhanden) aus dem Garten gegessen werden. Die Rauchwolke hat vor allem von Ost nach West ziehend die Stadtteile Königstor und Hahlen betroffen.

Brandreste und grobe Ruß-Partikel, die zum Beispiel in Gärten oder auf Terrassen liegen – und gegebenenfalls erst nach dem Abtauen von Schnee sichtbar werden - sollten nach Empfehlungen des LANUK möglichst nur mit Einmal-Handschuhen und FFP2-Masken eingesammelt und über den Restmüll (graue Tonne) entsorgt werden.

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