Pressestelle

„Minden hat einen neuen Ort“


Ein schneller Schnitt – dann war das weiße Band durch. Mit diesem offiziellen Akt am Ende einer Eröffnungsfeier wurde die neugestaltete Bürgerhalle und die Tourist-Information im Rathaus am 27. März für die Öffentlichkeit freigegeben. Rund 120 geladene Gäste waren der Einladung der Stadt Minden und der Minden Marketing GmbH (MMG) gefolgt. Bürgermeister Peter Kock und MMG-Geschäftsführer Dr. Jörg-Friedrich Sander führten am Freitagnachmittag durch das Programm. 

Mit kleinen und großen Scheren ausgestattet trennten Peter Kock und Jörg-Friedrich Sander sowie Beigeordneter Norbert Kresse, Fachbereichsleiter Andreas Fabry und Planerin Stefanie Fähnrich (Büro Erlebnisplan, Köln) unter dem Applaus der Gäste das vorm Eingang gespannte Band in mehrere Teile. Dazu spielte das Trio „Modern Walking“ den Song der Toten Hosen „An Tagen wie diesen“. 

Im eng getakteten Programm zuvor interviewten Peter Kock und Jörg-Friedrich Sander an wechselnden Orten unter anderem Projektbeteiligte, Touristiker, Gästeführer*innen und das MMG-Team. Die geladenen Gäste konnten danach - in Gruppen aufgeteilt - die neuen Angebote auch persönlich kennenlernen. 

„Minden hat einen neuen Ort. Die Bürgerhalle am Kleinen Domhof ist nun der attraktive und zentrale Anlaufpunkt für die Bürger*innen, Mitarbeitende und für Gäste unserer Stadt“, hob Bürgermeister Peter Kock in seiner Begrüßung am vergangenen Freitag hervor. Der großzügige Eingangsbereich mit der Mitte Februar eingezogenen Tourist-Information sei jetzt nicht nur ein Treffpunkt, sondern auch ein Ort des Austausches, der mit modernen Eichenmöbeln und der Melitta-Kaffeezeile zum Verweilen einlädt. „Das Rathaus ist wieder niederschwellig und bürgernah erreichbar“, freute sich Kock. Man könne auf das Geschaffene stolz sein. 

Schon im Vorfeld der Eröffnung gab es viel Lob für die neue Ausstattung, die gewonnene Aufenthaltsqualität und das Lichtkonzept. In einem Pressegespräch am vergangenen Mittwoch (25. März) rief der Bürgermeister die Idee des Architekten Harald Deilmann in Erinnerung, der bereits in den 1970er Jahren „weitsichtig“ geplant habe. Seit der Eröffnung des verbindenden Rathaus-Neubaus im Jahr 1978 sei die Bürgerhalle „ein demokratischer Ort“ gewesen, der den Bürger*innen als „Tor zur Verwaltung“ stets offen stand und in dem auch regelmäßig Veranstaltungen stattfanden – wie zum Beispiel der Neujahrsempfang. 

Die Offenheit zum historischen Kleinen Domhof, dem Dom und der gegenüberliegenden Domschatzkammer lade zum Betreten der Bürgerhalle ein. Sie verleihe dem Platz und dem Rathaus eine „wiedergewonnene gemeinsame Dimension“, die es während der Sanierung des Rathauses nicht gab, so Bürgermeister Kock weiter. MMG-Geschäftsführer Dr. Jörg-Friedrich Sander erinnerte in seiner Begrüßung am vergangenen Freitag an erste Überlegungen für eine Eingliederung der Tourist-Information in das Rathaus im Jahr 2014. Es dauerte dann zwölf Jahre bis es soweit war. Bis Mitte Februar 2026 war das Marketing-Team in der Deutschen Bank an der Domstraße zu finden. 

„Dass die Bürgerhalle ein guter Ort für die Tourist-Info sein könnte, war schnell klar. Entscheidend für die weitere Entwicklung war aber die Frage, wie und vor allem wo die MMG mit ihren Büroräumlichkeiten angesiedelt werden kann“, so der Beigeordnete für Finanzen und Gebäudewirtschaft, Norbert Kresse, im Pressegespräch. Die benötigten Flächen standen jedoch erst mit dem Ankauf von Teil-Eigentümer*innen-Flächen im Erdgeschoss und teilweise auch im 1. OG zur Verfügung. Im Jahr 2019 war die Stadt dann im Besitz aller Flächen im Rathaus-Komplex, in dem es zuvor unter anderem Läden, ein Café, ein Reisebüro und Beratungsangebote gab. 

Im Jahr 2017 begann die umfassende Sanierung des Rathaus-Komplexes – zunächst mit dem historischen Rathaus und danach mit dem ebenfalls denkmalgeschützten Deilmann-Bau. Die Corona-Pandemie ab März 2020 und gestörte Lieferketten mit Beginn des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine ab Februar 2022 führten zu Verzögerungen im geplanten Bauablauf. Zunächst mussten alle Büros der Stadtverwaltung im Neubau fertig sein bevor mit dem „Dreh- und Angelpunkt“ Bürgerhalle begonnen werden konnte. Vor rund einem Jahr startete die Neugestaltung der Bürgerhalle – nach Vorschlägen des 2020 einbezogenen Fachbüros „Erlebnisplan“ (Köln). 

Für die Finanzierung des erweiterten Konzeptes mussten politische Beschlüsse gefasst werden. So waren die moderne Möblierung und das digitale Informations-Konzept mit einem interaktiven Stadtmodell, einem Triptychon zur Stadtgeschichte Mindens, großen Leinwänden und einer i-Pad-Station zunächst nicht geplant. Für das Projekt „Tourist-Information“ und den Ausbau der Bürgerhalle dazu seien insgesamt rund 821.000 Euro im städtischen Haushalt bereitgestellt worden, so Stadtkämmerer Kresse. Auch wenn noch nicht alle Schlussrechnungen vorlägen, sei bereits jetzt absehbar, dass dieses Budget deutlich unterschritten werde. 

Alle Bau- und Ausstattungskosten hat die Stadt Minden übernommen. Im Gegenzug hat sich Minden Marketing GmbH verpflichtet, das gesamte Content-Management (einschließlich der Infoangebote der Stadtverwaltung) zu übernehmen. Der gemeinsame Servicebereich der Stadtverwaltung und der Tourist-Information ist jetzt ständig mit zwei Mitarbeitenden besetzt. Die Tourist-information in der Bürgerhalle ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 14 Uhr geöffnet. 

Die neue Tourist-Information
In der neuen Tourist-Information (Kleiner Domhof 17) finden Gäste digitale und analoge Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Angeboten in Minden und im Kreis Minden-Lübbecke sowie von den angeschlossenen Verbänden „Teutoburger Wald Tourismus“ und Weserbergland Tourismus. Interessierte finden hier auch Postkarten mit Informationen zu den 19 Stadtbezirken und eine Vitrine der Stadtheimatpflege mit wechselnden Ausstellungsstücken. Aktuell sind hier Stücke der früheren Mindener Molkerei und Trachtenbänder zu sehen. 

In die Kulturzeile mit den dahinter liegenden Büros des städtischen Kulturbüros sind Sitzecken eingearbeitet, die in der Ausgestaltung an die Museumszeile in der Ritterstraße angelehnt sind. Weitere Sitzmöbel sind in der Bürgerhalle verteilt und auf den Stufen an der Melitta-Kaffeezeile zu finden. Diese soll mit Beginn der touristischen Saison geöffnet sein. Gäste können am Kaffeevollautomaten Heißgetränke der Mindener Unternehmensgruppe erwerben. In verschiedenen Vitrinen sind Souvenirs ausgestellt, die am Info-Tresen erworben werden können. 

„Tag der Architektur“
Das Architekturbüro BKSP und die Firma Erlebnisplan haben sich mit dem Rathausprojekt in Minden für den „Tag der Architektur 2026“ der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (NRW) in der Kategorie Innenarchitektur beworben. Diese Bewerbung war erfolgreich. Das Projekt wurde aufgenommen und wird nun landesweit über verschiedene Medien, in Katalogen und Ende Juni vor Ort „erlebbar“ gemacht. 

Es ist traditionell das letzte Juni-Wochenende, an dem 2026 zum "Tag der Architektur" Bauwerke aller Art, Quartiere, Gärten und Parks in 146 Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens für Besucher geöffnet sein werden. Der „Tag der Architektur" findet bereits zum 21. Mal in NRW statt, mit dem Ziel, Architektur an 325 Orten unmittelbar erlebbar zu machen und auf diese Art Bauherren und Architekten miteinander ins Gespräch zu bringen.

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