In der Werkhalle einer Druckerei und einer benachbarten Werkstatt an der Schumannstraße in Minden (Stadtbezirk Königstor) ist in der Nacht auf Sonntag (25. Januar) ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr Minden wurde gegen 3.30 Uhr alarmiert. Zunächst gab es nur eine starke Rauchentwicklung, wenig später stand das gesamte Gebäude in Flammen. Es wurden auch Einheiten aus benachbarten Kommunen und Spezialeinheiten alarmiert. Ein Löschroboter aus Vechta kam in der einsturzgefährdeten Halle unterstützend zum Einsatz. Es gab am Nachmittag auch Unterstützung aus Dortmund – von der Analytischen Task-Force (ATF).
Wegen der starken Rauchentwicklung wurde gegen 7.15 Uhr über die Warn-App NINA eine Gefahreninformation ausgespielt. Bewohner*innen in den betroffenen Bereichen – vor allem Minden-Hahlen und Hille-Hartum - wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten und sich möglichst nicht nach draußen zu begeben. Klima- und Lüftungsanlagen sollten ausgeschaltet sein. Landwirte wurden aufgefordert, ihre Tiere aufzustallen. Die Feuerwehr Minden hat die Bevölkerung auch mit Lautsprecherdurchsagen informiert. Die große Rauchwolke zog mit leichtem Ostwind in Richtung Westen. Der Einsatz vor Ort dauert an.
Es waren Kräfte der Feuerwehr Minden und des Rettungsdienstes, Einheiten aus Hille , Porta Westfalica, Espelkamp, Petershagen, Bad Oeynhausen sowie die Drohne des THW Minden im Einsatz. Die Feuerwehr konzentrierte sich wegen der hohen Flammen, die aus dem Gebäude schlugen und der starken Hitzeentwicklung zunächst darauf, mit Wasser von außen zu löschen. Gegen 14 Uhr wurde der Schaum-Angriff gestartet. Das eingesetzte Löschwasser wurde aufgefangen und abgepumpt.
Alarmiert wurden ein Team des LANUK (Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen) und das Kreis-Umweltamt. Fahrzeuge des Messzuges des Kreises Minden-Lübbecke sowie das LANUK haben im Bereich der Rauchentwicklung Proben genommen. Das LANUK hat am Sonntag deshalb begonnen, vorsorglich weitere Proben aufgrund von eventuell niedergegangenen Rußpartikeln im betroffenen Gebiet zu entnehmen. Die Auswertung soll spätestens am Mittwoch vorliegen.
Die Stadt Minden hat mittags den Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) einberufen und noch am Sonntag veranlasst, dass vorsorglich die Spielplätze im betroffenen Bereich abgeflattert werden. Auch die Kita-Leitungen im Stadtbezirk Hahlen (städtische Kita Hahlen, Kita BiLiBi und Kita Ernst-Moritz-Arndt-Straße) wurden darüber informiert, dass die Kinder vorsorglich bis einschließlich Mittwoch draußen nicht betreut werden.
Bezüglich der Schulen im Einzugsgebiet des Rauchtrichters – dazu gehören die Grundschule Michael-Ende-Schule und die Förderschule Rodenbeck - hat der SAE entschieden, dass am Montag, 26. Januar, die Pausen im Innenbereich stattfinden sollen. Das Besselgymnasium und Freiherr-von-Vincke-Realschule wurden über das Brandereignis allgemein informiert. Für diese beiden Schulen sind keine besonderen Maßnahmen zu ergreifen.
Die Stadt Minden empfiehlt darüber hinaus Eltern und Erziehungsberechtigten im betroffenen Gebiet und in den Bereichen, wo offensichtlich Ruß-Partikel zu sehen sind, ihre Kinder erst wieder im Freien spielen zu lassen, wenn die Untersuchungsergebnisse vorliegen. Die Stadt Minden wird über die Ergebnisse informieren.
Brandreste und Ruß-Partikel, die zum Beispiel in Gärten oder auf Terrassen liegen, sollten nach Empfehlungen des LANUK möglichst nur mit Einmal-Handschuhen und FFP2-Masken eingesammelt und über den Restmüll (graue Tonne) entsorgt werden. Das Kreis-Umweltamt hat im Umfeld des Brandereignisses auch Wasserproben genommen.
