„Sie alle haben die wichtige Entscheidung getroffen, deutsche Staatsbürgerin beziehungsweise deutscher Staatsbürger zu werden. Sie haben sich auch bewusst für ein Leben in Minden entschieden – für unsere freiheitlich demokratische Ordnung und für das Zusammenleben in unserer Gemeinschaft.“ Mit diesen Worten hat Bürgermeister Peter Kock am vergangenen Donnerstag, 30. April, rund 60 Bürger*innen im Großen Rathaussaal begrüßt. Diese erhielten erstmals in einem feierlichen Rahmen ihre Einbürgerungsurkunden, für die Stadt Minden war diese besondere Feier eine Premiere.
Im Beisein von Angehörigen und Freunden nahmen die Neu-Bürger*innen die Urkunden und das Grundgesetz aus der Hand von Bürgermeister Kock und der Ersten Beigeordneten Daniela Giannone entgegen. Im Anschluss musste der Erhalt noch mit einer Unterschrift bestätigt werden. Die frisch eingebürgerten Mindenerinnen und Mindener kamen aus zwölf verschiedenen Ländern. „Sie bereichern mit Ihrer Kultur oft schon seit vielen Jahren unsere Stadtgesellschaft. Diese profitiert davon, dass Menschen mit unterschiedlichsten Einwanderungsgeschichten hier friedlich miteinander leben und gemeinsam unsere Zukunft gestalten“, so Kock in seiner Begrüßung weiter.
Er wünsche sich, dass alle Menschen sich in Minden zu Hause fühlen, dass Kontakte weiter vertieft werden und dass sie sich gerne auch aktiv einbringen und die Stadt mitprägen. „Eine lebendige Stadt entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig mit Offenheit und Respekt begegnen“, strich der Bürgermeister heraus. Die Erste Beigeordnete hob hervor, dass die Feier ein Tag des Willkommens und der Freude sei – und ein Tag, der einen ganz besonderen Meilenstein darstelle: „Sie werden nicht nur formell eingebürgert, Sie sind heute ganz bewusst und sichtbar in die Mitte unserer Stadtgesellschaft eingeladen“, so Giannone.
„Die Entscheidung für die deutsche Staatsangehörigkeit ist für viele Menschen ein bedeutender Schritt – oft verbunden mit einem langen persönlichen Weg, großem Engagement und dem Wunsch, in der neuen Heimat anzukommen“, weiß Claudia Held, neue Leiterin des Bereiches Bürgerdienste, zu dem auch die Ausländerbehörde gehört. Bisher hatten Mindener und Mindenerinnen an den Einbürgerungsfeiern des Kreises teilgenommen. Aufgrund einer Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes und nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten im und am historischen Rathaussaal war erst ab 2026 eine eigene Einbürgerungsfeier möglich.
„Damit rückt der feierliche Charakter dieses Ereignisses stärker in den Mittelpunkt“, so die Erste Beigeordnete Giannone. Diese offiziellen Veranstaltung werden nun mehrmals pro Jahr ausgerichtet - als ein bewusst gestaltetes und gemeinschaftliches Erlebnis.
Die Einführung entspricht auch den Zielen des modernisierten Staatsangehörigkeitsrechts, das vorsieht, Einbürgerungen im Rahmen einer feierlichen Übergabe durch die zuständige Behörde zu gestalten. Die Stadt Minden setzt diese gesetzgeberische Intention bewusst um und verbindet sie mit einem klaren integrationspolitischen Signal: Einbürgerung bedeutet nicht nur Rechtsstatus, sondern gelebte Zugehörigkeit. Einbürgerungsfeiern sind zugleich Ausdruck einer aktiven und modernen Integrationspolitik vor Ort. „Sie machen sichtbar, dass Vielfalt ein fester Bestandteil der Stadtgesellschaft ist und dass Integration nicht nur eingefordert, sondern auch anerkannt und wertgeschätzt wird“, so Giannone.
Zentraler Bestandteil der Feier im Rathaus ist die feierliche Übergabe der Einbürgerungsurkunden, das gemeinsam gesprochene Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, das Singen der Nationalhymne und das Abspielen einer Videoansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Ergänzend zur Urkunde wird eine Mappe ausgehändigt, die das Grundgesetz beziehungsweise die Kinderrechte, ein Merkblatt zur Mehrstaatigkeit sowie Hinweise zur Beantragung des Personalausweises enthält.
Nach dem offiziellen Teil ging die Veranstaltung am 30. April in einen geselligen Empfang über, der die Gelegenheit zum Austausch untereinander und mit den Vertreter*innen der Verwaltung bot.