Bis zum 2. Oktober ist im Mindener Museum die Jubiläumsausstellung „Sammelsurium?! Über 100 Jahre Sammeln, Bewahren, Ausstellen“ zu sehen. 100 Jahre sind seit der feierlichen Wiedereröffnung des Mindener Museums vergangen. Ein guter Anlass, die Geschichte des Museums genauer zu beleuchten. In der Ausstellung werden 100 Objekte aus den vielfältigen Sammlungsbereichen des Museums gezeigt. Bis zum 2. Oktober stellt das Museum jede Woche ein Exponat aus der Ausstellung vor.
Bei dem zweiten Objekt der Vorstellungsreihe handelt es sich um eine Graburne aus der Bronzezeit. In Petershagen-Seelenfeld lag ein ausgedehntes Grabhügelfeld, von dem heute nur noch geringe Reste erhalten sind. Die ehemals vorhandenen Hügel hatten Durchmesser zwischen 4 und 30 m und waren 0,5 bis 1,5 m hoch. Sie enthielten eine oder mehrere Urnen, häufig mit einem Beigefäß und einer Deckschale.
Die Gräber waren schon lange bekannt und wurden seit ca. 1822 immer wieder von Laien geöffnet. Als ein Teil des Grabhügelfelds 1914 für die Landwirtschaft nutzbar gemacht werden sollte, führte Friedrich Langewiesche (1867-1958) eine Notgrabung durch. Langewiesche, Lehrer und Heimatforscher aus Bünde, war damals der Leiter des Vereins für Heimatschutz und Altertumsforschung, einem Vorgänger der heutigen Bodendenkmalpflege. Die Rettungsgrabungen wurden von französischen Kriegsgefangenen durchgeführt, die unter der Aufsicht zweier örtlicher Lehrer standen. Carl Schuchhardt aus der Vorgeschichtlichen Abteilung des Berliner Völkerkunde-Museums bezeichnete die damalige Dokumentation als vorbildlich. Jedoch gingen fast alle Aufzeichnungen noch im Ersten Weltkrieg verloren. Heute sind fast hundert Objekte aus dieser Grabung im Mindener Museum erhalten. Leider ist in den meisten Fällen nicht überliefert, welches Gefäß welchem der ehemals 27 Grabhügel zuzuordnen ist. Die wissenschaftliche Auswertung ist somit heute sehr schwierig.
Die Graburne ging 1914/1915 während der Amtszeit Max Mattheys in die Sammlung des Museums ein. Matthey war der erste Leiter des damaligen „Heimatmuseums“. Seit 1892 im Bauamt tätig, leitete er das Museum von 1912 bis 1951 ehrenamtlich. Matthey führte zeitweise auch den technischen Betrieb des Stadttheaters und war Bodendenkmalpfleger. In der Ausstellung können interessierte Besucher*innen mehr über den ersten Museumsleiter erfahren.
Das Museum ist Di-So von 12-18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen per E-Mail an museum@minden.de oder telefonisch unter +49 571-9724020.
