Seit dem 15. Oktober läuft landesweit die diesjährige Haus- und Straßensammlung des Volksbundes in Nordrhein-Westfalen. Im Kreis Minden-Lübbecke sind die Sammlerinnen und Sammler seit dem 19. Oktober unterwegs. Alle Sammler*innen haben einen nummerierten und registrierten Ausweis. Es können aber auch Spenden überwiesen werden.
Wie jedes Jahr im Herbst werden aktuell Spenden für die Arbeit des Volksbundes gesammelt. Dafür gehen auch in Minden noch in den kommenden Wochen ehrenamtliche Sammlerinnen und Sammler von Tür zu Tür und bitten die Bürger*innen um einen freiwilligen Beitrag. Unterstützt werden sie von Soldatinnen und Soldaten des Deutsch-Britischen Pionierbrückenbataillons 130 aus Minden in Uniform.
Auch Mindens Bürgermeister Michael Jäcke unterstützt die Sammlung des Volksbundes, die bis 2019 stets im Rathaus der Stadt Minden ihren Auftakt hatte. „Der Volksbund benötigt Spenden für seine wichtige Arbeit gegen das Vergessen“, betont Bürgermeister Jäcke. Auch 83 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges sei es unverzichtbar, die Erinnerung daran und an das sehr große Leid aufrecht zu erhalten. In den Jahren von 1939 bis 1945 haben weltweit 60 Millionen Menschen ihr Leben lassen müssen, so Michael Jäcke weiter. Der Erste Weltkrieg forderte von 1914 bis 1918 17 Millionen Tote.
Jeder müsse seinen Beitrag dazu leisten, dass die Schrecken der beiden Weltkriege sowie auch aktueller Kriege nicht vergessen werden. Es sei sehr wichtig, vor allem die jüngere Generation einzubinden, was der Volksbund bereits seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziere, lobt Mindens Bürgermeister. So gebe es Jugendcamps und Begegnungen an Kriegsgräberstätten und Erinnerungsorten in ganz Europa. Jugendliche und junge Erwachsene werden in Projekte eingebunden oder helfen auch bei der Pflege und Aufbereitung der Kriegsgräber. In Europa gebe es insgesamt 2,5 Millionen Gräber auf rund 800 Friedhöfen.
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine zeige, „dass Freiheit, Frieden und Demokratie selbst in Europa nicht selbstverständlich“ sind, so NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst in seinem Aufruf. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge leiste „wertvolle Friedensarbeit“, weil er ausgehend von den Kriegsgräberstätten der Weltkriege „Brücken baue, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, zwischen Deutschland und seinen europäischen Nachbarn, heißt es in einer Pressemitteilung (siehe Anlage).
Auch Volksbund-Landesvorsitzender Thomas Kutschaty betont, wie wichtig Kriegsgräberstätten der beiden Weltkriege auch heute noch sind: „Sie regen Besucherinnen und Besucher zum Nachdenken an - über die Ursachen der Kriege, der NS-Diktatur, darüber hinaus aber auch über den Wert der Demokratie, des Friedens, der Freiheit und der europäischen Einigung, also über Werte, die der russische Präsident Wladimir Putin mit seinem Angriffskrieg in Frage stellt.“
Weitere Informationen
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. wurde 1919 gegründet und pflegt heute im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland die deutschen Gräber beider Weltkriege im Ausland. Mehr als 800 Friedhöfe mit über 1,9 Millionen Gräbern in 46 Staaten befinden sich in seiner Obhut. Jährlich nehmen rund 20.000 Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Europa die Bildungsangebote des Volksbundes wahr.
Sammlungskonto für NRW:
Commerzbank Essen
IBAN DE83 3604 0039 0132 5000 00
BIC COBADEFXXX
Verwendungszweck: „Sammlung Kriegsgräberfürsorge“