Ergänzend zur Ankündigung in den Medien werden am Donnerstag von den Warn-Apps „Nina“ und „Katwarn“ Push-Benachrichtigungen auf die Handys geschickt, die diese Apps installiert haben, teilt Mario Dauks von der Berufsfeuerwehr Minden und zuständig für den Bevölkerungsschutz, mit.
Mit dem landesweiten Sirenenprobealarm soll zum einen die Infrastruktur der Warnsysteme getestet werden und zum anderen die Bevölkerung für die verschiedenen Sirenensignale sensibilisiert werden. Der letzte Sirenenprobealarm im März 2022 war durch das NRW-Innenministerium wegen des Krieges in der Ukraine kurzfristig abgesagt worden. Die Bevölkerung und vor allem nach Nordrhein-Westfalen geflüchtete Menschen sollten nicht unnötig verunsichert oder sogar verängstigt werden. Anfang Juni 2022 hatte es zuletzt einen OWL-weiten Warntag gegeben.
Die Stadt Minden baut – nach der Deinstallation Anfang der 1990er Jahre – seit Dezember 2019 das Sirenennetz mit moderner Technik wieder auf. Zwölf von insgesamt 23 Anlagen sind laut Feuerwehr Minden betriebsbereit. „Es hat sich in der Vergangenheit – und zuletzt bei der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 - gezeigt, dass insbesondere nachts oder im Freien über Radio und Fernsehen nicht alle Menschen in einer kritischen Lage oder einem Katastrophenfall erreicht werden können“, weiß Tim Upheber, Leiter der Mindener Feuerwehr. Es fehlte eine so genannte „Weckfunktion“, für die digital gesteuerte Sirenen das geeignete Mittel sind, um die Bevölkerung auch zu ungünstigen Zeiten zu warnen.
Die neu installierten Sirenen sind satellitengestützt und digital steuerbar. Es können für ortsbezogene Ereignisse auch nur einzelne Anlagen aktiviert werden. Insgesamt sollen 23 Sirenen zur Warnung der Mindener Bevölkerung - bei Katastrophen, Evakuierungen, Großschadenslagen und Großbränden sowie bei Unwettern wie Sturm, schweren Gewittern, Starkregen oder auch Hochwasser - installiert werden. Der Aufbau wird vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt.
Beim Warntag am 8. September werden drei verschiedene Signale ertönen: 1. Eine Minute Heulton – an- und abschwellend zur Warnung der Bevölkerung, 2. Eine Minute Dauerton zur Entwarnung nach dem Ende der Gefahr und 3. Eine Minute Dauerton, zwei Mal unterbrochen zur Alarmierung der Feuerwehr. Letzteres bietet eine zusätzliche Möglichkeit, die Wehren zu aktivieren, wenn zum Bespiel einmal der Digitalfunk ausfallen sollte, erläutert Tim Upheber.
