Die Journalistin und politische Beraterin Susanne Kaiser spricht bei der diesjährigen Mindener Demokratiekonferenz über ein hochaktuelles Thema: „Politische Männlichkeit und Antifeminismus – Wie der autoritäre Backlash die Demokratie gefährdet“. Sie setzt sich in ihren beiden dazu veröffentlichten Büchern mit der zunehmend online stattfindenden Politisierung von Männlichkeit auseinander. In ökonomisch immer unsichereren Zeiten befinde sich die Männlichkeit mehr denn je in einer Krise. Daher suchen viele gerade junge Männer Orientierung in reaktionären Vorstellungen von einer angeblich „natürlichen“ Ordnung der Geschlechter.
Dabei sympathisiert diese Online-Subkultur politisch mit rechtspopulistischen, autoritären Regierungen in Ländern wie Polen oder Ungarn oder mit Donald Trump. Die Übergänge von der „Incel“-Ideologie zu der weißer Nationalisten sind fließend. Die Anknüpfungspunkte, auch zum Denken evangelikaler Christen oder hierzulande der AfD, sind zahlreich. Die ideologische Basis holen sich die „Incels“ bei Männerrechtlern, die gegen den sogenannten „Gender-Wahn“ ins Feld ziehen und Frauen das Recht auf Abtreibung oder sexuelle Selbstbestimmung absprechen.
„Politische Männlichkeit und Antifeminismus ist auch in Minden ein Thema. Ich bin sehr gespannt darauf, was Susanne Kaiser in ihrem Input uns für die politische Bildungsarbeit vor Ort mitgeben kann“, hebt Marcel Komusin von der Koordinierungs- und Fachstelle des Lokalen Aktionsplans Minden (LAP) hervor.
Los geht die Demokratiekonferenz am 4. Mai um 18 Uhr. Einlass in die Aula des Ratsgymnasiums Minden, Königswall 28, Zugang über den Schulhof Rodenbecker Straße, 32423 Minden, ist um 17.30 Uhr. Wer an der Konferenz teilnehmen möchte, meldet sich bis spätestens 2. Mai mit Nennung des Namens per E-Mail an info@lap-minden.de an.
Die Veranstaltung wird über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
