Pressestelle

Bund Deutscher Architekten in Ostwestfalen-Lippe honoriert Rathaus-Modernisierung


Die Beteiligten an der Modernisierung und am Umbau des Rathaus-Komplexes haben einen Anerkennungspreis des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) Ostwestfalen-Lippe erhalten. Den Preis nahmen für die Stadtverwaltung der Beigeordnete für Finanzen und Gebäudewirtschaft, Norbert Kresse, sowie der Fachbereichsleiter für Organisation und Personal, Andreas Fabry, kürzlich in Herford zusammen mit dem Planungsteam entgegen.

Eingereicht wurde das Projekt vom Architekturbüro BKSP aus Hannover, das mit der Sanierungsplanung und -begleitung nach europaweiter Ausschreibung betraut worden ist. Das Unternehmen ELPLAN war für die technische Gebäudeausrüstung verantwortlich.

„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Einen Rathaus-Komplex aus sechs Jahrhunderten mit einem Bestandmix zu sanieren, modernisieren und barrierearm umzugestalten, war schon eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Hinzu kam, dass alle Bauteile unter Denkmalschutz stehen“, so Norbert Kresse. Dass das Ergebnis von der Fachwelt mit einem Preis honoriert wird, sei nicht unbedingt zu erwarten gewesen, so der Beigeordnete weiter. Denn die Konkurrenz und die Bandbreite der vielfältigen Beiträgen – vom Schulneubau über eine Landesgartenschau bis zum Einfamilienhaus - sei groß gewesen.

„Heute steht das in Deutschland einmalige Ensemble von Verwaltungsbauten mit technischem Refresh, einer sinnfältigen Neuordnung der Nutzungsflächen, sauberen Oberflächen und sanierten 1000 Fenstern strahlend selbstbewusst im Stadtraum“, heißt es in der Jury-Begründung für den Anerkennungspreis. Und weiter: „Mit der Rettung des Deilmann-Baus – ein Bürgerbegehren bewahrte die eigenwillig robuste Architektur vor dem Abriss – ist die Anfang 2026 abgeschlossene Sanierung die zweite Rettung – den Architekten sei Dank in gekonnt zurückhaltender Manier.“

Der Preis wird in der Regel alle drei Jahre vergeben. Aus insgesamt 27 eingereichten Projekten in OWL wählte die Jury drei Auszeichnungen und drei Anerkennungen aus. Die drei ausgezeichneten Projekte haben sich für den Landes-Wettbewerb des BDA in Nordrhein-Westfalen qualifiziert. Die prämierten und anerkannten Arbeiten sowie die weiteren Wettbeiträge sind noch bis einschließlich 25. Oktober im Marta-Forum (Museum für zeitgenössische Kunst) zu sehen. Ab dem 1. Dezember 2026 wird die Ausstellung im Foyer der Stadthalle Gütersloh gezeigt.

Die ausgezeichneten Projekte stünden für die Bandbreite zeitgenössischer Architektur und Landschaftsplanung in der Region, so der BDA. Eine Auszeichnung erhielt das neue Eingangs- und Ausstellungsgebäude des LWL-Freilichtmuseums Detmold - entworfen von ACMS Architekten aus Wuppertal. Ebenfalls prämiert wurde die Landesgartenschau Höxter, für deren Gestaltung Franz Reschke Landschaftsarchitektur und jangled nerves aus Berlin verantwortlich waren. Die dritte Auszeichnung ging an das Bahnhofsumfeld Höxter-Rathaus, das von Franz Reschke Landschaftsarchitektur gemeinsam mit Rimpau Bauer Derveaux Partnerschaft von Architekten gestaltet wurde.

Neben der Stadt Minden mit dem Rathaus erhielten zwei weitere Projekte einen Anerkennungspreis: Das Prinzenhaus im Schlosspark Schieder-Schwalenberg von LOMA architecture sowie Brunnhofer + Vukorep + Schück aus Kassel sowie der Neubau der Hellingskampschule in Bielefeld von pussert kosch architekten. „Sie alle stehen beispielhaft für die vielfältigen Aufgaben zeitgenössischer Architektur, vom Umgang mit historischer Bausubstanz über die Weiterentwicklung öffentlicher Gebäude bis hin zu neuen Lernorten“, so der BDA in Ostwestfalen-Lippe.

Über die Vergabe der Preise entschied eine Jury aus Benedikt Kraft, stellvertretender Chefredakteur der DBZ aus Gütersloh, der Architektin BDA Stephanie Stratmann aus Münster und dem Architekten BDA Jonas Tratz aus Berlin. Den Vorsitz hatte Dr. Markus Kilian, Architekt BDA aus Köln. Die Ausstellung im Marta-Forum ist bis einschließlich Sonntag, 25. Oktober 2026 geöffnet. Der Eintritt ist kostenfrei.

Informationen zum Rathaus-Komplex
Sechs Gebäudeteile mit drei Baustilen und 600 Jahren Geschichte bilden in der Innenstadt einen Komplex, der stadtbildprägend ist. Die Rede ist vom Rathaus der Stadt Minden, das im Ursprung aus dem Jahr 1260 stammt und 1978 mit der Einweihung des verbindenden Deilmann-Baus vollendet wurde. Im Jahr 2017 begann die umfassende Sanierung des komplett unter Denkmalschutz stehenden Komplexes – zunächst mit dem historischen Rathaus und danach mit dem Rathaus-Neubau (Deilmann-Bau). Die ersten beiden Bauabschnitte sind seit Februar 2026 abgeschlossen. Ende März wurde die neugestaltete Bürgerhalle mit der dort eingezogenen Tourist-Information eingeweiht. Der sanierte Bereich des Komplexes konnte beim „Tag der Architektur 2026“, Samstag, 27. Juni, in geführten Rundgängen besichtigt werden.

Weitere Informationen gibt es hier:
Rathaussanierung | Stadt Minden – Die Stadt mit dem Plus
https://www.bda-ostwestfalen-lippe.de/2026/10/architekturpreis-2026-owl/
Architekturpreis OWL 2026: Anerkennung für "Modernisierung und Umbau Rathaus Minden" - www.elplan.de

Bildtext: Den Preis nahmen (von links) Patrick Otto (BKSP), Andreas Fabry und Norbert Kresse (Stadt Minden), Matthias Harland (ELPLAN), Oliver Hauer und Thomas Obermann (BKSP) entgegen.


Kontakt

Keine Mitarbeitende gefunden.