Mehr heiße Sommer, mehr Trockenheit, Starkregen und Hochwasser. Die Folgen des Klimawandels sind spürbar – auch in Minden. Nicht nur der Rekord-Tiefstand des Weserpegels, verdörrte Pflanzen auf trockenen Feldern und die unter Trockenheitsstress leidenden Bäume im Stadtgebiet, sondern auch insgesamt mehr heiße Tage und tropische Nächte. Das alles wirkt sich auf die Gesundheit von Mensch und Tier aus. Vermehrt werden Forderungen laut, „der Staat“ solle auf den Klimawandel reagieren.
Minden ist hier schon einen Schritt weiter. Denn mit dem im Dezember 2025 vom Rat beschlossenen Klimaanpassungskonzept hat sich die Stadt verpflichtet, Klimaanpassungsstrategien und konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Ziel ist es, die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren und sich so gut wie möglich an zukünftige Veränderungen anzupassen.
Die hitzeangepasste Gestaltung von Bestandsgebieten, die klimagerechte Bauleitplanung, die Anschaffung von Hochwasserschutzsystemen oder auch die Erarbeitung eines Hitzeaktionsplans sind nur einige wenige Maßnahmen aus dem Klimaanpassungskonzept, die Minden auf die zunehmenden Klimawandelfolgen vorbereiten sollen. Nur so könne eine nachhaltige Zukunft sichergestellt werden, so der Bereich Stadtplanung und Umwelt.
Die Stadt Minden beteiligt sich erneut auch an der bundesweiten Woche der Klimaanpassung (WdKA), die vom 14. bis 20. September läuft. Diese ist eine Initiative des Bundesumweltministeriums und sie verfolgt das Ziel, die Vielfalt von Maßnahmen im Bereich Klimaanpassung in Deutschland hervorzuheben. Zudem soll das Engagement verschiedener Akteurinnen und Akteure der Klimaanpassung, insbesondere von Kommunen, sozialen Einrichtungen und Verbänden, gewürdigt werden.
„Wir möchten mit ,der Woche der Klimaanpassung‘ verstärkt auf das Thema Klimaanpassung aufmerksam machen und zeigen, welche Klimawandelfolgen auch hier in Minden bereits spürbar sind. Gleichzeitig wollen wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern darüber ins Gespräch kommen, wie wir unsere Stadt klimaresilienter gestalten können und was jede und jeder Einzelne dazu beitragen kann“, so Klimaanpassungsmanagerin Desirée Heggemeier (Bereich Stadtplanung und Umwelt).
Die Stadt Minden beteiligt sich 2026 mit zwei Aktionen am WdKA: einer Fledermausexkursion am 16. September und einem Klimaspaziergang am 19. September im Rahmen des Aktionstages.
„Nacht der Artenvielfalt“ – Fledermausexkursion
Nachdem die letzte angebotene Fledermausexkursion auf große Resonanz gestoßen ist, bietet die Stadt diese ein zweites Mal an. Die Exkursion findet am 16. September 2026 von 19 bis 21 Uhr im Weserglacis statt. Treffpunkt ist der Eingang zum Weserglacis an der Ecke Schwanenteich/Parkplatz. Eine vorherige Anmeldung ist unter minden.de/fledermaus erforderlich. Da die Veranstaltung bereits sehr gut nachgefragt ist, sind nur noch wenige Plätze verfügbar.
Hintergrund der Veranstaltung ist der enge Zusammenhang zwischen dem Verlust der heimischen Artenvielfalt und dem Klimawandel. Im Rahmen der Exkursion wird unter anderem erläutert, wie Fledermäuse durch die Folgen des Klimawandels beeinflusst werden und welchen Herausforderungen sie dadurch ausgesetzt sind.
Klimaspaziergang
Der Klimaspaziergang steht unter dem Motto „Klimafolgen im Blick: Ein Spaziergang durch unsere Stadt“. Er findet im Rahmen des Aktionstages am 19. September 2026 an der Schlagde statt. Der Spaziergang startet um 12.30 Uhr am Weserpegel auf der Schlagde, der zugleich auch den Endpunkt bildet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Klimaspaziergang soll anschauliche Einblicke in die bereits heute in Minden wahrnehmbaren Folgen des Klimawandels geben und zeigt zugleich konkrete Möglichkeiten und Lösungsansätze für die Klimaanpassung auf. Begleitet wird die Veranstaltung von der Verbraucherzentrale Minden. Als kleines zusätzliches Highlight dürfen sich die Teilnehmenden auf ein thematisch passendes Giveaway freuen.
