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Drei Preise und jede Menge Kabarett


Zum 17. Mal wird in diesem Jahr der Kabarettförderpreis der Stadt Minden vergeben. Bei der Gala am Samstag, 14. November, im Stadttheater erhalten der Kabarettist und Stand-up Comedian Jonas Greiner sowie das Duo „Riedel & Meister“ aus der Hand von Bürgermeister Peter Kock den „Mindener Stichling“. Anlässlich des 60-jährigen Bühnenjubiläums der Namensgeber gibt es auch noch einen Sonderpreis für die Kabarettistin und Autorin Lioba Albus. Die Moderation hat der passionierte und bundesweit bekannte Politik-Kabarettist Wilfried Schmickler übernommen. 

„Gutes Kabarett ist Widerspruch mit Witz und scharfem Verstand. Der Mindener Stichling und seine Preisträger*innen beweisen alle zwei Jahre, wie befreiend es sein kann, über das zu lachen, was einem eigentlich die Sprache verschlägt“, so Theater-Intendantin Andrea Krauledat, die auch Mitglied der Jury ist. „Das wird ein anspruchsvoll heiterer Abend mit vielen tollen Künstler*innen“, ist sich Krauledat sicher.

Für die um 19 Uhr beginnende Gala gibt es noch Karten (auch zusammenhängende Plätze) im Vorverkauf. Diese können Express Ticketservice (Obermarktstraße) und auch online auf der Seite des Stadttheaters (im Webshop) erworben werden. 

Die Preisverleihung wird am 14. November mit einem Lied der Mindener Stichlinge eröffnet. Nach dem Grußwort von Bürgermeister Peter Kock kommt Wilfried Schmickler auf die Bühne. Er und die drei Preisträger*innen werden an dem Abend Auszüge aus ihren aktuellen Programmen zum Besten geben, eine außergewöhnliche Mischung aus Comedy, Kabarett, Geschichten und Musik. Der WDR zeichnet die Veranstaltung für den Hörfunk auf. 

Der Kabarettpreis „Mindener Stichling“ wird alle zwei Jahre an aufstrebende Talente der deutschsprachigen Kleinkunstszene verliehen. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 4.000 Euro verbunden, welches von den langjährigen Sponsoren, der Sparkasse Minden-Lübbecke und der Unternehmensgruppe Melitta, gestellt wird. Sie übernehmen auch die Kosten für den Guss des bronzenen Stichlings. Die Sparkasse Minden-Lübbecke stellt in diesem Jahr zusätzlich auch die 2.000 Euro für den Sonderpreis, den die Dortmunderin Lioba Albus erhält. 1994 wurde der inzwischen bundesweit anerkannte Preis das erste Mal vergeben. 

Zu den Preisträgern: Der Kabarettist und Stand-up Comedian Jonas Greiner „analysiert wortgewandt und rasant auf Augenhöhe die Zu- und Missstände der Gesellschaft. Der 29jährige Sprachkünstler zeichnet darin ein stimmiges Psychogramm seiner ostdeutschen Heimat“, so die Jury in ihrer Begründung. In seinem aktuellen Soloprogramm nimmt Jonas Greiner seine Zuschauer aber auch mit auf einer Reise durch Deutschland, durch die ganze Welt und das Hier und Jetzt unserer Zeit. Mit Charme und frechem Humor macht er vor keinem Thema Halt. „Er will sich positionieren und in einen Dialog mit dem Publikum treten. Gelebte Demokratie findet bei ihm nicht nur auf der Bühne statt, sondern auch aktiv im Stadtrat seiner Heimatstadt und auf Social Media“, heißt es weiter. 

Das Duo „Riedel & Meister“ besteht aus der Autorin Susanne M. Riedel und dem Liedermacher Lukas Meister. Für ihr erstes gemeinsames Programm haben „die alten Hasen“ gute Momente in schwierigen Zeiten gesammelt. „Ihr Programm zeigt Miniaturen, die anlächeln lassen gegen Trübsal und Kümmernis der Zeiten. Ihre Stichworte sind nicht ,Trump‘ oder ,Merz‘, sondern unser Leben“, so die Jury in ihrer Begründung. Und weiter: „Sie schreiben wunderbare und witzige Miniaturen, Alltagspoesie in Lied und Wort - eine hoffnungsvolle Bestandsaufnahme des Jetzt. Ihr Zusammen fußt auf den Säulen des Kabaretts und der Kleinkunst und ist gleichzeitig anders und einzig. Das ist Erzählkabarett, wie man es von Hanns Dieter Hüsch kennt, das ist politisches Lied wie von Hannes Wader, das ist Tagebuchartiges wie von Peter Rühmkorf.“ 

Eng verbunden mit den „Mindener Stichlingen“, die das älteste aktive Amateurkabarett der Bundesrepublik bilden, ist Lioba Albus. Sie hat 1998 einen Stichling erhalten und war auch bei der diesjährigen Festvorstellung zum 60. „Geburtstag“ Anfang Januar im Stadttheater dabei. Ihr Thema sind die Beziehungen zwischen Mann und Frau, die sie mit „bemerkenswerten Lebensweisheiten einer Sauerländer Hausfrau“ kommentiert. 

Die hochkarätig besetzte Jury hat 2025 mit dem Mindener Profi-Kabarettisten Bernd Gieseking ein neues Mitglied erhalten, nachdem Hans Jacobshagen (Kulturjournalist) und Gabriele Killert (Publizistin) ausgeschieden sind. „Es ist mir eine Ehre, gerade auch als ehemaliges Stichling-Mitglied, nun in der Jury zu sitzen. Die ist toll besetzt und hat über Jahrzehnte eine unglaublich gute Arbeit gemacht, hat große Talente früh entdeckt und mit unserem Preis gefördert. Das wird bundesweit gesehen und hat Strahlkraft – für die Künstler, aber auch für die Stadt. Und ich hoffe, nein, ich bin sicher, wir können das fortsetzen – die aktuellen Preisträger sind großartig“, so Bernd Gieseking.

Die Jury besteht zudem aus Elke Frühling (Kulturjournalistin), Birger Hausmann (Mindener Stichlinge), Andrea Krauledat (Intendantin Stadttheater), Simon Strehlau (Redakteur WDR) und Michael Laages (Dramaturg und Journalist). Das Kulturzentrum BÜZ war bisher durch Funda Gür vertreten, für die nächste Preisverleihung wird der neue kulturelle Leiter, Johannes Schweer, diesen Platz in der Jury übernehmen. 

Weitere Informationen zum Kabarett-Förderpreis
1994 wurde der Preis zum ersten Mal – damals noch im Vortragssaal der Sparkasse am Scharn - verliehen: an Lars Reichow (Wiesbaden) und das Duo „Phrasenmäher“ aus Berlin – das waren seinerzeit Armin Ballert und Frank Lüdecke. Nicht nur Lars Reichow und Frank Lüdecke haben danach Karriere auf bundesdeutschen Bühnen und im Fernsehen gemacht, sondern auch viele weitere Preisträger*innen und Preisträger (u.a. Ina Müller, Claus von Wagner – Die Anstalt, Luise Kinseher, Christoph Sieber, Bodo Wartke, Marc-Uwe Kling, Das Geld liegt auf der der Fensterbank, Marie…). 

„Das spricht für Minden, den guten Riecher der Jury und natürlich für unseren bundesweit anerkannten Preis“, so Bürgermeister Peter Kock. Auch dieses Mal habe die hochkarätig besetzte Fachjury aus unabhängigen Medienfachleuten und Expert*innen eine vielversprechende Auswahl getroffen. Er freue sich schon sehr auf die Gala, so Kock. 

Den Kabarett-Förderpreis „Mindener Stichling“ gibt es seit nunmehr 32 Jahren. In diesem Jahr wird die Auszeichnung zum 17. Mal vergeben. Namensgeber sind die 1966 gegründeten „Stichlinge“ um Birger Hausmann. Sie hatten sich zu ihrem 25. Jubiläum im Jahr 1991 als „Geschenk“ den Preis von der Stadt gewünscht, um auch den Kabarett-Nachwuchs fördern zu können. Das „Geschenk“ konnte dann erst einige Jahre später realisiert werden. Den bronzenen Stichling hat Katja Hausmann-Seeger gestaltet.

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